08. Februar – Ein Held ohne Furcht


Siegfried, dessen Eltern Sieglinde und Siegmund schon lange tot sind und die er niemals kennengelernt hat, wächst bei Mime, dem Bruder und Gegenspieler Alberichs,  in einer Schmiede im Wald auf. Mime hat ihn nur zu sich genommen, um dank seiner "Hilfe" an den Ring des Riesen Fafner zu gelangen und möchte ihn danach sofort aus dem Weg räumen. Aber was macht man mit einem Jugendlichen, der nicht nur sehr stark, sondern auch ganz ohne jede Furcht ist, und der sich bei seinem Ziehvater Mime auch noch extrem langweilt. Sein Sinnen steht ihm nach Abenteuer, getreu dem Motto: "Was kostet die Welt?" Er ist quasi das Pendant zu Menschen mit einer Lebensversicherung, einem Reihenendhaus oder einer Reiserücktrittsversicherung. Den Riesen Fafner erschlägt Siegfried fast im Vorübergehen und auch Mime muss ob seiner bösen Pläne dran glauben. Nachdem Siegfried dann noch seinen Großvater Wotan beleidigt und kurzfristig außer Gefecht setzt, gelangt er schließlich zu Brünnhilde, die nach wie vor in ihrem Feuerring gefangen ist. Als er sie aus diesem befreit, in ihre Augen blickt, ein Gefühl der Liebe in sich spürt, da endlich, nach bald vier Stunden Oper, fürchtet Siegfried sich zum ersten Mal in seinem Leben: vor seinen aufkeimenden Gefühlen, vor der Liebe zu Brünnhilde. Nach fünf Stunden gab es zu Recht Standing Ovations für alle Beteiligten und wir freuen uns schon auf die Götterdämmerung am Freitag. Das Finale ist einfach zum Niederknien.

07. Februar – Alte Meister


Heute war ein opernfreier Tag für uns in Dresden und daher hieß es: auf in die Altstadt! Nach einer ausgiebigen Tour durch Dresdens Straßen, Cafés und Läden landeten wir zum Abschluss in der Galerie der Alten Meister im Dresdner Zwinger unweit der Semperoper. Wir waren zum letzten Mal vor vier Jahren dort und heute kamen wir mit mehr Zeit an diesen Ort zurück. Rembrandt, Tizian, Rubens und so viele andere Meister ihres Faches sind hier mit ihren Werken vertreten, dass wir am Ende ein klein wenig erschöpft von der Menge und der Qualität der dort ausgestellten Werke waren. Dabei mussten wir auch unweigerlich an die Arie von Hans Sachs aus Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" denken, die mit dem Vers: "Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst!" beginnt. Denn das konnten die im Zwinger ausgestellten Alten Meister wahrhaft meisterlich: malen. Sie konnten eindrückliche Lichtstimmungen oder ausdrucksstarke Porträts erschaffen und was uns mit am deutlichsten auffiel: Letztere kommen sogar ganz ohne das oft aufgesetzte Lächeln vieler heutiger Fotoaufnahmen aus, so dass beim Anblick dieser gemalten Personen tatsächlich eine echte Auseinandersetzung mit deren Persönlichkeiten stattfinden kann, die durch ein Lachen nur zu oft übertüncht werden. 
Ähnlich ausdrucksstarke Porträtmalerei neueren Datums haben wir vor ein paar Monaten in Salzwedel im Kunsthaus gesehen, wo Werke von Hans Aichinger aus Leipzig  im Rahmen einer Doppelausstellung gezeigt wurden. Uns fasziniert die Malerei ebenso wie die Fotografie. Und könnten wir besser mit dem Pinsel umgehen, würden wir uns vielleicht ja auch mal an einem "Alten Meister" versuchen.

06. Februar – Musik gewordene Gefühlswelten


Heute stand die Walküre von Richard Wagner auf dem Programm. Bereits beim Vorspiel stockte uns das Herz, so physisch erlebten wir die Musik. Die Facetten zwischen Flucht, Furcht, Einsamkeit, Ausweglosigkeit und Todesangst erzeugte bei uns eine Gänsehaut und ein Gefühl, welches wir so schnell nicht vergessen werden. Siegmund ist auf der Flucht vor seinen Feinden, trifft ausgerechnet im Haus seines ärgsten Widersachers Hunding auf dessen Frau Sieglinde, die er erst nach einer Weile als seine eigenen Schwester erkennt, doch verliebt hatten sich die beiden bereits auf den ersten Blick. So beginnt der zweite Teil des Rings und am Ende des dritten Aktes gibt es nur Verlierer: Siegmund tot, Sieglinde schwanger auf der Flucht, Hunding ohne Frau und Gottvater Wotan, der nicht nur "gezwungen" war, seinen Sohn Siegmund umbringen zu lassen (dieses geschah sogar noch mit seiner eigenen Mithilfe), sondern auch noch seine geliebte Tochter Brünnhilde verstoßen muss, ist am Ende ein gebrochener Gott und sieht gleichermaßen sein Werk zerbrechen. Dazwischen lagen gut viereinhalb Stunden Musik, zwei Pausen, begeisterte Besucher, ein sichtlich gerührter Thomas Johannes Mayer, der wieder für John Lundgren als Wotan einspringen durfte und heute seine Rolle nicht nur von der Seite aus sang, sondern auch spielte – und das so gut, dass niemand den eigentlichen Darsteller vermisste. Stehende Ovationen gab es, wie auch schon gestern, für den Dirigenten Christian Thielemann, der zusammen mit der sächsischen Staatskapelle dafür sorgte, dass wir über die gesamte Spieldauer fast körperlich mitlitten, miterlebten, mitstritten, mitliebten – einfach mittendrin waren.

05. Februar – Erste Hilfe


Was tun, wenn einer der Hauptdarsteller eines Bühnenstücks für den Abend ausfällt? So passiert heute beim Vorabend (Das Rheingold) zur Ring-Tetralogie von Richard Wagner in der Dresdner Semperoper. Der Hauptdarsteller John Lundgren (als Wotan) war kurzfristig erkrankt und Thomas Johannes Mayer sprang spontan ein. Er sang die Partie des Wotan im Rheingold von der Seite der Bühne aus. Da das Bühnenbild so seine Tücken hatte, konnte man ihn nämlich schauspielerisch nicht mehr ausreichend vorbereiten. Deswegen wurde die Rolle auf der Bühne von einem äußerst werkskundigen Bühnenfachmann (den Namen des Mutigen haben wir uns leider nicht gemerkt) verkörpert. Der Bass-Bariton Mayer war stimmlich, ebenso wie das gesamte Ensemble, auf höchstem Niveau. Gleichermaßen umwerfend: die sächsische Staatskapelle unter der Leitung von Christian Thielemann. Der Abend klingt auch jetzt noch, etwa drei Stunden später, so schön nach, dass wir mit der Musik im Ohr unseren Gedanken nachhängen. Es werden so viele unterschiedliche Aspekte menschlichen Handelns im Ring behandelt – von der Frage – was wäre, wenn die Rheintöchter dem Werben Alberichs nachgegeben hätten – über die Frage – warum ist Wotan nie mit dem Bestehenden zufrieden, sondern muss stets neue Herausforderungen suchen – bis hin zum Finale in der Götterdämmerung, als alles im Weltenbrand zerfällt und dennoch das Scheitern nicht das Ende, sondern zugleich auch den Anfang von etwas Neuem ist. Also als eine Geschichte, die sich ständig wiederholt. Für den heutigen Beginn war erst einmal wichtig, dass musikalisch "erste Hilfe" geleistet wurde in Gestalt von Thomas Johannes Mayer und dafür waren wir ihm, mitsamt dem restlichen Publikum, sehr dankbar.

04. Februar – Dresden calling


Gut zehn Wochen ist es her, dass Mareike mir mit den Worten: "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich dir zu diesem besonderen Geburtstag nichts schenke, oder?" einen Umschlag mit Opernkarte für Dresden überreichte. Heute Morgen ging es dann flussaufwärts in die sächsische Landeshauptstadt, wo wir für eine Woche in einem Miniappartement in unmittelbarer Nähe der Altstadt Quartier bezogen haben. Und warum Dresden? In einfachen Worten: Oper. Wagner. Thielemann. Der Ring des Nibelungen. Hier haben wir in den vergangenen Jahren schon zwei tolle Wagner Opern miterlebt und die Dresdner Altstadt genossen. Und jetzt unter dem Dirigenten Christian Thielemann in seinem letzten Wirkungsjahr hier in Dresden den kompletten Ring erleben zu dürfen, übte einen solchen Sog auf uns aus, dass wir mit großer Vorfreude die letzten Tage zu Hause mit einer insgesamt neunstündigen Einführung in das Werk verbracht haben. Morgen Abend geht es mit dem Rheingold los. Es wird wie schon so oft sein, dass Christian kaum Appetit hat und die Stunden vor der Aufführung mehr oder weniger umhertigert. Wir werden viel zu früh im Opernhaus sein, damit genügend Zeit bleibt die Atmosphäre aufzusaugen, dieses Kribbeln im Bauch zu erleben, dann das Warten auf den ersten Gong, das Verdunkeln des Zuschauerraums, die gefühlte Ewigkeit zwischen der einkehrenden Ruhe und dem Beginn des Vorspiels. Und schließlich das Eintauchen in diese Klangwelt Richard Wagners. Wie ein Rausch, der über einen kommt, einen mitreißt, umarmt, durchschüttelt und am Ende glückselig und erschöpft zurücklässt. Das alles Dank eines überragenden Thielemann, der sächsischen Staatskapelle und einem ebenso großartigen Sängerensemble. Wagner is calling.

03. Februar – Ideenfindung


Heute Morgen kam Stefanie – die Frau für alle Felle – auf einen Kaffee und eine kurze Besprechung zu uns ins Studio. In der übernächsten Woche starten wir nämlich mit der Fotografie für die Lieblingsadressen Sachsenwald und Vier- und Marschlande und zu so einem Fototermin gehört natürlich die passende Bildidee. Genau da fängt unsere Arbeit an: gemeinsam mit unseren Kunden Ideen zu finden, die wir später fotografisch umsetzen, um damit die Aufmerksamkeit beim Kunden zu erzeugen. Wir freuen uns schon auf den Fototermin bei ihr zu Hause, mit Katze (oder sogar mit mehreren Katzen), einem Kratzbaum und einer Tasse Kaffee. 
Darauf angesprochen, ob wir sie auch gleich für unser Logbuch heute abbilden dürfen, kam ihre Reaktion prompt: "Ich ahnte es schon und ihr wisst, dass es nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört fotografiert zu werden, oder?" Mitgemacht hat sie dann aber doch großartig. Danke dafür, liebe Steffi!

02. Februar – Atul – Indien im Herzen


Atul lebt seit den 1970er Jahren in Deutschland und wir haben ihn 2014 kennengelernt. Er ist Doktor der Philosophie und Homöopath und es ist wahnsinnig anregend, mit ihm die wichtigen Dinge die Welt betreffend zu besprechen und zu durchleuchten. Wir können wunderbar über Gott und die Welt oder auch die Götter dieser Welt (oder diejenigen, die sich dafür halten) philosophieren. Neben seinen beiden großen Leidenschaften, der Philosophie und Homöopathie, ist er außerdem weltpolitisch und -geschichtlich sehr interessiert. Die Gespräche fließen so dahin und eine Stunde kommt uns nicht selten vor wie 15 Minuten. Und wenn er von Indien erzählt, dann leuchten seine Augen und es spricht sein Herz. Wir profitieren von diesen Erzählungen und seinem Wissen, weil wir durch ihn ein Kultur kennenlernen dürfen, mit der wir sonst keine Berührungspunkte haben. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte reist er möglichst jedes Jahr für einige Wochen nach Indien, auch wenn es schon mal (fast) in Stress ausarten kann, wenn es darum geht, die zahlreichen Verwandten zu besuchen und gemeinsame Feste zu feiern. Die nächste Indienreise ist jedenfalls schon geplant und wir freuen uns auf das Wiedersehen. Und die Gespräche.

01. Februar – Wie schräg kann Werbung bitte sein?


"Finanzielle Verantwortung bedeutet kreative Buchführung, aktive Nutzung von Ressourcen und kurzfristige wirtschaftliche Vorteile für die Unternehmenseigentümer."  Das steht unter dem Punkt Wirtschaftliche Verantwortung auf der Unternehmenswebsite der finnischen Firma Valco. Schöner kann man auch zum Thema Umweltverantwortung kaum formulieren: "Valcos Umweltaktivitäten zielen darauf ab, seine direkten Umweltauswirkungen zu verbergen. In Zusammenarbeit mit traditionellen, von der Mafia kontrollierten Entsorgungsunternehmen versucht Valco, gefährliche Abfälle unauffällig und unentdeckt zu entsorgen." So und drastischer formulieren die Firmengründer ihre Unternehmenskultur und verheimlichen dabei auch nicht ihre große Vorliebe für Bier. Unterhaltsam sind ebenfalls ihre auf YouTube veröffentlichten Videos – mal geht es um eine Baumpflanzaktion (Stichwort: Greenwashing), ein anderes Mal träumen sie von einer übergroßen staatlichen Coronabeihilfe (endlich müssen sie nicht auf irgendwelchen Parkdecks ihre Ware an ungeliebte Kunden verkaufen), sondern sehen sich schon umgeben von allerlei weltlichen Reizen im Paradies. Wichtig ist ihnen selbstverständlich auch die Soziale Verantwortung: "Valco hat keine direkte soziale Verantwortung für das Wohlergehen anderer Personen als die Eigentümer des Unternehmens. Im Einklang mit seinen Werten investiert Valco in die Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft, mit dem Ziel, dass die Gründer des Unternehmens in Zukunft nichts mehr selbst tun müssen, sondern alle Arbeiten von kostenlosen, arbeitslosen Arbeitskräften erledigt werden, die von staatlichen Sozialleistungen bezahlt werden."

Man kann diese Selbstdarstellung obszön finden, wir haben uns jedoch so köstlich darüber amüsiert, dass wir bereits seit Wochen auf den Valco VMK25 ANC-Kopfhörer – "Die besten (und teuersten) Kopfhörer, die wir je gemacht haben!" – warten. Genau genommen war es sogar ein Geburtstagsgeschenk für Mareike, die sich aber vorerst mit diesem kleidsamen Top begnügen muss. Hoffentlich ist unsere Vorauszahlung nicht nur in den Bierkonsum geflossen.
Bei all dem Amüsieren über diese schrägen Werbemethoden denken wir an all die anderen beliebig austauschbaren Slogans der allermeisten Unternehmen: "Unser Kunde steht im Mittelpunkt. Wir legen Wert auf ein angenehmes, soziales Umfeld für unsere Mitarbeiter. Alles, was wir tun, steht unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. ..."  Bla, bla, bla ...

In unserem Leben haben wir schon von dem ein oder anderen Firmencredo gehört oder gelesen und hinterher erfahren, dass danach doch nicht gehandelt wird. Tja, eigentlich schade, dass Valco nur Kopfhörer verkauft.

https://de.valco.io

31. Januar – Mit 66 Jahren … 

 

… soll ja laut Udo Jürgens das Leben erst anfangen. Ob das wirklich so ist, davon können unsere beiden „Fotomodelle“ hier sicher mehr erzählen. Immerhin sind sie per Lied-Definition demnach gerade erst in ihren Zwanzigern angekommen und bringen gemeinsam doch stolze 177 Jahre an Lebenserfahrung mit. 

Wie schön war es, anlässlich Hannes heutigen Geburtstages gemeinsam Essen zu gehen. Mit dabei: ihr angeheirateter Schwipp-Cousin Harald (ja, wir wissen selber, dass das keine richtige verwandtschaftliche Definition ist, es hört sich aber lustig an), der vor wenigen Tagen ebenfalls Geburtstag hatte.   

Und so saßen wir in kleiner Runde beisammen, erzählen, hörten zu, schweiften ab, tüddelten rum und genossen das Beisammensein und natürlich das Essen. Abende wie diese sind an solch ungemütlichen Tagen einfach wichtig. Zu erzählen gab es jedenfalls reichlich. Kein Wunder, denn die beiden sind – jeder auf seine Weise – so aktiv wie manch Zwanzigjähriger nicht. Sportlich, kulturell interessiert, handwerklich versiert und begeisterungsfähig. Die Themen gingen uns bei dieser Bandbreite nicht aus. Und beim Blick in ihre beiden Gesichter kann man noch so manch’ weitere Geschichte, die das Leben schrieb, erahnen.

30. Januar – "An Tagen wie diesen ...


...wünscht man sich Unendlichkeit."  Äh, nein! Man möchte eigentlich nicht einmal aus dem Bett.
"An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit." Heute? Lieber nicht! Nun gut, unterstellen wir den Toten Hosen einfach mal, dass sie ihren Hit nicht bei so einem Wetter geschrieben haben. Aber DAS heute war einfach furchtbar. Regnerisch. Stürmisch. Ungemütlich. Garstig. Nass. Kalt. Und zwischendurch blitzte immer mal der blaue Himmel durch. Doch sobald die Jacke und die Schuhe für den Hunde-Spaziergang angezogen waren, war alles wieder zugezogen. Bestes Aprilwetter Ende Januar. "Ihr habt es so gut, ihr müsst ja mit den Hunden raus, da kommt ihr immer an die frische Luft, das ist ja so gesund." Das ist ein Satz, den wir allerdings lieber bei besserem Wetter hören. Heute hätte es uns vollkommen gereicht die Tür zu öffnen und Kendo und Greta eine Runde allein gehen zu lassen. Vielleicht mit einem Adresszettel um den Hals – für alle Fälle. Gefühlt war das bis jetzt der nasseste Jahresbeginn seit Christi Geburt und unser Verständnis für eine "Flucht" in den Süden über die Wintermonate wächst. An Tagen wie diesen.

29. Januar – "Du jetzt in Lauenburg, das hätte ich nie gedacht?"


Das waren Christians Worte, als Andrea ihm erzählte, dass sie vor fast drei Jahren in der Altstadt von Lauenburg an der Elbe ein kleines, unter Denkmalschutz stehendes, Haus gekauft habe. Nach über zehn Jahren kam der Kontakt über einen gemeinsamen Job zustande. Christian und Andrea kennen sich schon seit vielen Jahren, hatten sich aber aus den Augen verloren. Nur an dem E-Mail-Verteiler des gemeinsamen Auftrages bemerkten die beiden, dass es sich um den jeweils anderen handelte. Danach ging alles sehr schnell: Kurzes Checken per Mail, in groben Zügen geschrieben, Verabredung getroffen und heute dann das Treffen in Lauenburg. Dort gab es dann auch die Erklärung, warum es das "Stadtgewächs" Andrea hierher verschlagen hat. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde es ihr in Hamburg Altona einfach zu eng. Zu viele Menschen auf zu engem Raum. Dazu kein eigener Garten. Erste Besichtigungen wurden im Lüneburger-Heide-Raum gemacht, jedoch ohne Erfolg. Fast schon entmutigt, sah Andrea die Anzeige ihres jetzigen Hauses an einem Montag auf einem Immobilienportal und rief sofort den Makler an, um einen Termin für Freitag abzustimmen. Nach einer schlechten Nacht und einem erneuten Telefonat mit dem Makler wurde ein Termin noch für denselben Tag vereinbart. Ohne Mann und Tochter – wie ursprünglich verabredet – setzte sie sich hinter das Steuer und auf ging es in die Elbestadt. Und das, obwohl sie schon viele Jahre kein Auto mehr gefahren war. Kaum beim Haus angekommen, wusste Andrea bereits von außen: "Das ist es!" Sie ließ sich auch vom desolaten Zustand des Inneren nicht entmutigen und schon wenige Wochen später ging das große Aufräumen los. Heute leuchten ihre Augen, wenn sie von der Zeit erzählt, ihrem Wunsch nach Veränderung, ihrer Kraft diesen auch umzusetzen und ihrem Glück, das sie in Lauenburg gefunden hat. Von den Handwerkern, die – anders als in Hamburg – auch ans Telefon gehen und pünktlich, selbst zu einem kurzfristig angesetzten Termin erscheinen. Von den Nachbarn, die ihr mit Interesse begegnen, den Spaziergängen an der Elbe, den Fahrradtouren mit ihrer Schwester Richtung Lüneburg. Vom Bistro Helene, einem ihrer Lieblingsplätze in Lauenburg, der Sonne, die nachmittags in den Garten scheint und schon jetzt an manchen Tagen genug Wärme spendet, um sich dort hinzusetzen. Andrea strahlt dabei eine Zufriedenheit und Energie aus, die einfach ansteckend ist. Und ein Satz von ihr ist Christian besonders im Gedächtnis geblieben: "Ich hätte auch einfach so weiterleben können, in Hamburg, mit meinen beiden Enkelkindern und der Familie, aber etwas in mir hat gesagt, dass das noch nicht alles sein darf." Doch so ganz hat sie die Zelte in Hamburg auch nicht abgebrochen, denn sie arbeitet nach wie vor ein paar Tage in der Woche in der anderen schönen Stadt an der Elbe, weswegen sie Christian im Anschluss des Treffens noch mit zum Bahnhof genommen hat. Hoffentlich dauert es nicht wieder so viele Jahre bis zum nächsten Mal.

28. Januar – Soviel Zeit muss sein

Heute hatten wir ein Fotoshooting bei Invero in Geesthacht. Das heißt: es war ein langer Arbeitstag mit jeder Menge Spaß, lieben Menschen, viel Kleidung und einem fantastischen Buffet. Schon Tage vorher träumen wir vom selbst gemachten Obstsalat und den vielen belegten Brötchen – am liebsten mit Krabbensalat. Ein weiteres Highlight während des Modeshootings ist die stets gute Musikauswahl von Alexandra: von David Bowie über Wanda bis hin zu Roland Kaiser, da ist für alle was dabei. Dazu gibt es sehr schöne Mode, eine beeindruckende Familie, die dieses Unternehmen leitet und ganz viel Herzlichkeit, so dass am Ende auch immer ein bisschen Wehmut mitschwingt – trotz aller Anstrengung und über 3.400 Aufnahmen … 

27. Januar – Entweder – Oder. 

Entweder arbeiten – also fotografieren – wir oder wir essen. Beides zusammen geht schlecht. Naja, zumindest bis gestern Abend. Trotz des fliegenden Wechsels zwischen Fotos in der Küche und dann das Gericht im Gastraum, nahmen wir uns die Auszeit und aßen jeweils nach dem Foto abgelichteten Speisen auf. Alles andere wäre auch die reine Folter gewesen. So kamen wir in den Genuss des Menüs in Sebastian Junges "Wolfs Junge" in der Zimmerstraße in Hamburg. Sebastian und sein Team zauberten gestern Abend für die Fotoaufnahmen eine Auswahl ihres Fünf-Gänge-Menüs. Alles nachhaltig und bodenständig und aus eigener Herstellung. Die Produkte werden von Höfen direkt aus dem Hamburger Umland bezogen. Und "nebenbei" lernten wir Karl kennen, einen waschechten Bayern, den es nach Hamburg verschlagen hat und der seit kurzem als neues Mitglied im Serviceteam arbeitet. Er sorgte für die jeweils passende Dekoration zu den Fotoaufnahmen und allein sein bayerischer Dialekt – wenn er denn wollte – war eine Freude für Christian. Fazit des Abends: Statt "Entweder-Oder" geht auch "Beides zusammen".

26. Januar – Utopie wagen


Was für ein schöner Leitspruch. Nicht klein denken, sondern das auch mal das Unmögliche wollen, damit etwas Bemerkenswertes entstehen kann. Wir dürfen uns alles wünschen – das gilt sowohl für unser Privat- als auch Berufsleben. Und wir sollten versuchen, starre Richtlinien neu zu definieren. Warum ist es zum Beispiel in vielen Unternehmen so schwer unbezahlten Urlaub zu nehmen? Warum nicht nur 60 oder 80 Prozent arbeiten? Oder – für alle, die es möchten – bis ins hohe Alter? Und das sind ja sogar noch realistischen Wünsche. Einfach mehr erlauben. Vor allem sich selbst. Endlich anfangen sich wichtig zu nehmen. Ansonsten bleibt unter Umständen nur ein "Ich wollte doch noch …" und das war es dann. Es gibt kein zurück, keine Wiederholung des Lebens, nicht einmal ein kleiner Abschnitt lässt sich wiederholen. In dem Ausspruch des Slow Food Gründers Carlo Petrini auf diesem Fähnchen geht es um bessere Ernährung. Doch dahinter steckt noch so viel mehr und passt zu diesem Zitat unbekannter Herkunft: Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. Also: lasst uns groß und utopisch denken!

25. Januar – Ein Bild sagt mehr als tausend Worte


Das stimmt. Und manchmal auch nicht. So wie bei diesem Bild zum Beispiel: Eine getragene Maske hängt an einem Nagel. Man könnte meinen, da hat einfach jemand seine Coronaschutzmaske hängen lassen – sozusagen als Symbolbild für das Ende der Pandemie. Ja, das könnte sein. Die Wahrheit hinter diesem Bild ist allerdings: Die Maske hing auf einer Baustelle am Nagel. Sie wurde bei Abbrucharbeiten, bei denen es stark staubte, benutzt und diente als Schutz vor herumfliegenden Partikeln. Tja, Bilder lassen manchmal eben verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu und manchmal können sie auch lügen. Es kann in dem ein oder anderen Fall also notwendig sein, einige erklärende Worte dazu zu sagen (oder zu schreiben). Und das müssen nicht einmal tausend sein.

24. Januar – Fotos auf der Baustelle und das ganz ohne Helm?


Das war heute auch gar nicht nötig, denn wir waren für Jens Witt und seine Firma Wackelpeter auf dem Hamburger Schlachthof im Einsatz. In ihren (bald) neuen Räumlichkeiten standen Gruppen- und Einzelfotos auf dem Programm. Ganz ohne Einsturzgefahr. Mit unseren Blitzen zauberten wir schon einmal ordentlich Licht in die noch umzubauende Halle, in die die Firma in einigen Monaten umziehen wird und die Menschen, die heute vor unseren Kameras standen, zauberten uns mit ihren Persönlichkeiten ein Lächeln ins Gesicht. Mit so einem tollen Team ist es kein Wunder, dass in wenigen Monaten das 30jährige Firmenjubiläum gefeiert werden kann. Der Umzug in die neuen Räumlichkeiten beträgt zwar nur wenige hundert Meter, doch für "Wackelpeter" wird es ein großer Schritt in die Zukunft. Moderne Sozialräume und größere Produktionsmöglichkeiten bieten der Firma dann die Möglichkeit, noch mehr Menschen mit den  ausschliesslich nach strengen biologischen Richtlinien zubereiteten Speisen zu versorgen.

23. Januar – Ungeduld. Bewegungsarmut. Langeweile.


Es mag dem ein oder anderen ein bisschen komisch vorkommen wenn wir erzählen, dass Greta jetzt zur Physiotherapie geht – oder besser gesagt – gefahren wird. Ihre Knieoperation liegt inzwischen genau zwei Wochen zurück und sie darf nun langsam wieder lernen, dass sie auch auf vier, anstatt auf drei Beinen laufen kann. Denn wer von uns Menschen kennt sie nicht: die Schonhaltung? Genau diese Schonhaltung nimmt Greta derzeit auch mit ihrem frisch operierten Bein ein und nur durch die gezielte Behandlung, inklusive einiger Hausaufgaben, kommt sie langsam wieder auf alle Viere. Die beste Motivation dafür ist und bleibt dabei das Futter. Heute gab es Lachspaste aus der Tube. Sowohl Kendo als auch Greta sind nämlich absolut "käuflich" und für Leckereien machen sie fast alles. Für uns ist es schwer vorstellbar, dass der Genesungsprozess bei Greta noch weitere vier Wochen dauern wird – insbesondere, weil sie jetzt manchmal schon einfach wieder losstürmen möchte. Doch Britta, Gretas Physiotherapeutin, erklärte uns, dass das aktuelle Tagespensum an Bewegung zurzeit etwa drei mal zehn Minuten am Stück (plus Übungen)  beträgt und draußen natürlich ausschließlich an der Leine. Harte Zeiten für Greta (und für uns), doch die vollständige Genesung – und die damit einhergehende Verlangsamung der drohenden Arthrose – sind definitiv Ansporn genug.
www.hundephysiotherapie-reinbek.de

22. Januar – Freundlichkeit ist Trumpf


Schon komisch, dass in den meisten Mitarbeitergesuchen das Wort Freundlichkeit vorkommt. Sollte das nicht die Grundvoraussetzung für eine Arbeit, die mit Menschen zu tun hat, sein? 
Es gibt natürlich auch Berufe, die man ohne Kundenkontakt erledigen kann, wie zum Beispiel Lok- oder Kranführer, aber diese Berufe dürften in der Unterzahl sein. Die überwiegende Mehrheit an Arbeitsplätzen setzt einen freundlichen Umgangston voraus. Bei diesem Thema müssen wir gerade an ein Restaurant in Leipzig denken, die auf einer Tafel vor ihrem Eingang mit folgendem Text nach Personal gesucht haben: "Wenn Du freundlich bist, einen Wecker kennst, nicht alle fünf Minuten auf Dein Handy schaust, es Dir nichts ausmacht während der Schicht mehrmals die Treppe in den ersten Stock zu erklimmen, und das ohne Dich am nächsten Tag wegen Muskelkater krank zu melden – dann könnte es mit uns passen." Es ist schon erstaunlich, an welchen Grundvoraussetzungen der zwischenmenschlichen Gepflogenheiten es zu hapern scheint, wenn es um die Jobvergabe heutzutage geht ...

21. Januar – Direkt aus dem Dschungelcamp


Was hier auf den ersten Blick aussieht wie die Extremität oder das Fortpflanzungsorgan eines mehr oder weniger exotischen Tieres, kommt mitnichten aus dem Dschungelcamp. Soviel sei jedoch verraten: es liefen Tränen bei der Zubereitung. Aber nicht der Freude, sondern vielmehr der Schärfe wegen. Es handelt sich bei dem hier auf dem Foto abgebildeten Gewächs um den gemeinen Armoracia rusticana. Dagegen sind Zwiebeln die reinste Erholung. Was das ist? OK, hier noch ein Hinweis: Sein asiatisches – grünes – Pendant ist ebenfalls ein Kreuzblütengewächs (und ebenfalls ganz schön scharf). Ja, richtig, es handelt sich um Meerrettich! In unserem Fall wurde die Wurzel zuerst geschält, dann gerieben und mit ein wenig Salz und Apfelessig vermengt in ein Weckglas gefüllt und wird nun für die nächsten (mindestens) sieben Tagen an einem dunklen und warmen Ort gelagert. Ganz im Gegensatz zu den Dschungelcamp-Bewohnern, die mit ihrem Essen oft weniger Glück haben, freuen wir uns jetzt schon auf den Verzehr.

20. Januar – Erkenntnisgewinn


Ralf ist ein wortgewaltiger Mensch, der kaum einer Diskussion aus dem Weg geht. Er verfügt über ein breit gefächertes Wissensspektrum. Und das Schönste an unseren Gesprächen ist – mal ganz abgesehen von dem Kaffee, den Keksen, dem Weißwein und dem überhaupt immer sehr leckeren Essen – seine Fähigkeit zuzuhören. Denn es geht ihm stets um einen Erkenntnisgewinn und nicht darum, nur seine eigene Meinung zu verbreiten. Nicht zuletzt dadurch sind unsere Treffen immer so bereichernd und anregend. Ralf ist ein Gestalter, ein Optimist, ein Genießer und ein guter Freund – schon über viele Jahrzehnte. Er ist jemand, der auch an einem grauen Tag die Wolken zur Seite schieben kann.

19. Januar – Bier, Schnaps und Zigaretten


Fehlanzeige. Dafür gab es Kuchen, Fisch, Wein und jede Menge gute Laune. Was klingt wie das Gipfeltreffen der deutschen Volksmusik, war in Wirklichkeit ein Spieleabend mit Karin und Ingo. Und weil Spieleabend in etwa so aufregend klingt wie Marmelade einkochen, wollen wir an dieser Stelle eine Lanze - nicht nur für das Spiel "Fahrstuhl"-  brechen, sondern auch für Ingo und Karin. Es ist nämlich (fast) egal, ob wir spielen, wie wir spielen (OK: fast …) oder wo wir spielen – wichtig ist, dass wir uns treffen und (vor allem) über Gott und die Welt reden. Dass am Ende immer Karin gewinnt (stimmt das eigentlich wirklich?) ist fast schon Nebensache, denn der Spaß und die Vorfreude auf unser nächstes Treffen, egal ob in Wohltorf, Bargteheide, Forst oder im Ahrtal, steht immer im Vordergrund.

18. Januar – Ist denn schon Knut?


Als wir diesen Weihnachtsbaum da so liegen sahen, bekamen wir augenblicklich Mitleid. Vor wenigen Wochen wurde er noch liebevoll vor Weihnachten aufgestellt, geschmückt, umringt und besungen, liegt er jetzt ungeliebt und unbeachtet am Boden. Vielleicht erbarmt sich ja noch jemand und sammelt den Baumschmuck wieder ein. Wir mussten unwillkürlich an die Werbung eines großen schwedischen Möbelhauses denken, alle Jahre wieder in einem Werbespot unzählige Weihnachtsbäume aus den Fenstern werfen ließ, um auf den beginnenden Weihnachtsschlussverkauf aufmerksam zu machen. Dieser arme Kollege hat es jedenfalls nicht ins Fernsehen geschafft ...

17. Januar – Symbole. Logos. Zeichen.


Wir sind umgeben von tausenden von Symbolen, die wir innerhalb von Sekunden erkennen, beziehungsweise zuordnen können. Als wir heute Mitarbeiteraufnahmen in einem Volvo-Autohaus gemacht haben, sind wir im Anschluss mit der Kamera durch den Ausstellungsraum gegangen und haben uns auf Detailaufnahmen beschränkt. Beim Fotografieren dachten wir über das Wiedererkennen von Marken nach und wofür sie stehen. Hierzu konnte Christian eine kleine passende Anekdote von seinem Großonkel erzählen, der eben so einen schwedischen Kombi fuhr. Dieses Auto hatte schon damals den Ruf, stabil wie ein Panzer gebaut zu sein und dieser Ruf hat sich bis heute gehalten. Interessant ist es dadrüber nachzudenken, was wir mit welchen Marken (und deren Logos) verbinden: Mal ist es Zuverlässigkeit, Langlebigkeit oder Wertigkeit, ein anderes Mal ist es Plunder, Billig oder Minderwertig. Neben unseren Erinnerungen spielt die Farbgebung bei der Gestaltung ebenfalls eine große Rolle. 

16. Januar - Reset


Ab morgen mache ich alles anders! So oder so ähnlich haben bestimmt viele – wir übrigens auch – schon einmal gedacht. Sich gewünscht, dass das Leben eine andere Wendung nimmt. Dass es vorbei ist mit den schlechten Gewohnheiten, dem täglichen Fernsehen, dem Zucker, Alkohol, Tabak ... und dafür mehr Raum ist für all die spannenden Dinge, gesunden Lebensweisen und vor allem für die Träume. Ein kleines Abenteuer erleben. Spontan sein. Vom sprichwörtlichen "Zigaretten holen" wirklich nicht mehr wiederkommen und stattdessen verreisen – irgendwohin – aber: wohin denn eigentlich? Wo ist er denn überhaupt – der Sehnsuchtsort? Und was würde ich denn anders machen, wenn ich nur wollte? Will ich wirklich? Oder wäre sie dann plötzlich da: die Angst vor soviel Freiheit? Also vielleicht lieber doch nicht einfach mal den Reset-Knopf drücken, denn das könnte ungenannte Konsequenzen zur Folge haben.

15. Januar – Ein enges Höschen


Für alle Nichthandballer unter uns: Das kommt aus der Sport-Kommentatoren-Phrasen-Sprache und passt zu dem Ergebnis des heutigen Spiels der deutschen Handballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gegen Serbien wie die Faust aufs Auge. Am Ende hieß es 34:33 für Deutschland, das zwischenzeitlich schon mit fünf Toren in Führung lag und dann doch das Spiel noch unnötig spannend machte –  wie bereits schon häufiger in der Vergangenheit. Der Unterschied heute war allerdings, dass die Mannschaft ihre Führung zu keiner Zeit aus den Händen gegeben es zum Sieg gereicht hat. Die Abwehr war über die gesamte Spielzeit der Schwachpunkt in der deutschen Mannschaft und Mareike, als begeisterte ehemalige Handballspielerin, litt entsprechend mit. Obwohl die Weltmeisterschaft gerade erst begonnen hat, wächst ihre Vorfreude auf die Europameisterschaft 2024 im eignen Land. Karten für die Vorrunde mit deutscher Beteiligung sind auch schon eingetroffen und spätestens im Januar kommenden Jahres heißt es dann: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin – aber natürlich zu der einzig wahren Mannschaftssportart ...

14. Januar – KI – zwei Buchstaben, die die Welt verändern werden


Meist bezeichnet künstliche Intelligenz (KI) den Versuch, bestimmte Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden, indem z.B. ein Computer so gebaut und programmiert wird, dass er relativ eigenständig Probleme bearbeiten kann. Oftmals wird damit aber auch eine nachgeahmte Intelligenz bezeichnet, wobei durch meist einfache Algorithmen ein "intelligentes Verhalten" simuliert werden soll, etwa bei Computergegnern in Computerspielen. (Quelle: Wikipedia)

Diese futuristisch aussehen den Bilder von uns wurden mithilfe einer KI-Software errechnet.
Das beobachten wir zurzeit ganz verstärkt. Mit rasender Geschwindigkeit werden mit KI erzeugte Bilder veröffentlicht, vermutlich in den kommenden Jahren einen Großteil der Fotografie und Illustration ausmachen und unsere Sehgewohnheiten damit stark verändern. In unserem Beispiel haben wir jeweils ein paar Bilder von uns einer App zur Verfügung gestellt und den Rest machte die Software. In anderen Anwendungen tippt man Textbausteine, wie zum Beispiel "junger Mann, ernst, mit Hut, vor Fabrikhalle stehend" ein und das Programm, beziehungsweise die Algorithmen, erzeugen daraus verschiedene Bild-Vorschläge, die man dann optional noch verfeinern kann. Noch sind die Ergebnisse in den wenigsten Fällen ausgereift, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Spannend ist es allemal, aber mindestens ebenso erschreckend, wenn man diese Idee einmal weiter spinnt und zum Beispiel auf die journalistischen Bilder, die uns täglich über diverse Medien erreichen, überträgt ... 

13. Januar – Kindheitserinnerungen an kalte Tage


Winterzeit gleich Erkältungszeit gleich Hühnersuppe. So war es zumindest in unserer Kindheit. Oma kochte damals eine Hühnersuppe, und die musste ohne Widerworte gegessen werden. Schmeckte irgendwie ein bisschen fade, tat aber trotzdem gut. Und heiß war sie – sogar verdammt heiß – ohne Pusten kaum zu essen. Nun – ein paar Jahrzehnte später – kam wie aus dem Nichts der Wunsch nach einer selbstgekochten Hühnersuppe auf. Glücklicherweise gibt es heutzutage fast jedes Rezept im Internet nachzulesen und ist somit auch nachzukochen. Wir wurden bei Emmikochteinfach fündig. Denn alles, was einfach zuzubereiten ist, weckt erst einmal Christians Interesse. Das Bio–Suppenhuhn wurde beim Schlachter bestellt. Die weiteren Zutaten frisch gekauft und heute war es dann endlich soweit. Schon nach wenigen Minuten duftete es nach Kindheit und am Ende schmeckte die Suppe genau so, wie in unserer Erinnerung: ein bisschen fad und trotzdem wollten wir gar nicht mehr aufhören davon zu essen. Nicht zu vergessen die Buchstabennudeln. Was war das früher für ein Spaß, mit den Nudeln Worte zu bilden – vermutlich ist so der Spieleklassiker Scrabble einmal erfunden worden. Natürlich interessierte uns auch die Frage, warum Hühnersuppe so gut für die Gesundheit sein soll und fanden folgende Antwort auf Emmis Website: 

"Wird ein Suppenhuhn ausgiebig gekocht, wird beim Garen der Eiweißstoff Cystein in der Hühnerbrühe freigesetzt. Das Eiweiß wirkt unter anderem entzündungshemmend und kann so dabei unterstützen schnell wieder gesund zu werden." Aber pssst: diese Suppe schmeckt auch, wenn man gesund IST.

12. Januar – "Trainerin im Jugendbereich – wäre das nicht etwas für Dich?"


Diese Frage stellte Christian mir heute nachmittag, als er von seinem Fotoshooting zurück kam. Er war für den Sachsenwalder unterwegs, um für ein bald erscheinendes Titelbild eine Fußball-Jugendtrainerin zu fotografieren. Während des regulären Trainings. Er erzählte, dass das größte Problem die Verständigung in der Halle war– wegen des Lärms. Außerdem wollten die jugendlichen Spieler auch nicht unbedingt still sitzen, als es um das Fotografieren ging. Aber Christians Improvisationstalent führte dann doch zum gewünschten Ergebnis und am Ende gab es sogar noch ein Gruppenbild für unseren Blog – mit Ball und den Fussballschuhen. Soviel Zeit musste sein. Mitgebracht hat er dann neben den Fotos noch die eingangs gestellte Frage. Ob das was für mich wäre? Ich weiß es nicht. Aber wenn, dann wäre es auf jeden Fall Handball!

11. Januar - Fundstück oder: Eine Bank zum Nachdenken


Zugegeben, diese Bank steht schon etwas länger vor der Apotheke in Aumühle und ist deshalb auch nur ein halbes Fundstück. Trotzdem ist sie von der Thematik her umso wichtiger. Was für die Allermeisten von uns eine Selbstverständlichkeit ist, ist oft leider doch keine: keine Gewalt gegen Frauen! Natürlich gibt es auch Gewalt gegen Männer, nur ist das eben ein verschwindend geringes Problem im Vergleich zur Gewalt gegen Frauen. Die Bandbreite der Gewalt gegen Frauen ist sehr vielfältig: von Missbrauch über Frauenhandel, Verschleppung, Vergewaltigung, Zwangsheirat, Zwangsprostitution bis hin zum Verschwinden lassen oder der absichtlichen Tötung einer Frau – einfach, weil sie eine Frau ist – ist so ziemlich jede Facette vertreten. 
Diese Bank lädt nicht nur zum Verweilen ein, sondern auch zum Nachdenken an. 
Wir hoffen, dass diese "Nachdenkbank" erfolgreicher ist, als die in vielen ländlichen Gebieten aufgestellten Mitfahrbänke.

10. Januar - Motivation


"Ich hasse es, fotografiert zu werden!" Welch schöne Begrüßung und Motivation am Morgen. Was mit diesem Ausspruch begann, entwickelte sich dann aber doch zu einem schönen Ergebnis und zur Verabschiedung hörten wir ein: "Das ist aber gut." Ganz anders war dann das letzte Motiv zum Abschluss des Mitarbeitershotings. Tiara, Zora und Woody hatten überhaupt keine Berührungsängste vor der Kamera und waren extrem leicht zu motivieren. Ein kleines Leckerli hier und da, lobende Worte aus allen Richtungen dezent vorgetragen und schon waren die Bilder des Trios im Kasten. Ob Hunde auch wissen, was Schönheit ist? Oder sind sie gar eitel? Auf jeden Fall sind sie verfressen und damit bestechlich – vielleicht haben wir beim nächsten Shooting einfach mal ein paar Gummibärchen in der Fototasche dabei oder Schokolade – nur so zur Motivation.

09. Januar – Gute Genesung

Heute wurde Greta operiert. Am Kniegelenk. Keine so große Sache, aber: Wie erklärt man ihr, was passiert ist, warum es sein musste und wie es in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht? Gar nicht. Wie auch? Spannend wird es vor allem, sobald es ihr besser geht und sie das Bein dennoch schonen muss. Das ging heute schon fast daneben, als sie auf das Sofa springen wollte. Erinnerungen an bereits Erlebtes gibt es jedoch sehr wohl. Deshalb fing das Zittern auch gleich nach dem Betreten der Praxis an. Und es ist kein schönes Gefühl, wenn ein Lebewesen einem unter den Händen durch die Narkose in sich zusammensackt. Hilft alles nichts. Da muss Greta jetzt einfach durch. Und wir auch. Die nächsten Tage heißt es unter anderem: kein Treppensteigen, kein Springen und draußen nur an der Leine gehen. An Toben mit Kendo ist vorerst überhaupt nicht zu denken. Aber er ist zum Glück so lieb und lässt Greta einfach in Ruhe. Es hilft nur Geduld. Und Zuwendung. Erklären können wir ihr das alles aber leider nicht.

08. Januar - Immer einen im Sinn


Es gibt Menschen, die mit 45 schon von ihrer Pensionierung träumen und andere wiederum fliegen mit 90 Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben ins All. Und irgendwo dazwischen gibt es Christian. Christian, der sich selbst als einen eher faulen Menschen bezeichnet, ist in den Augen anderer aber alles andere als das. Sein wacher Geist ist ständig auf der Suche nach neuen Projekten, vielseitig interessiert am Weltgeschehen und besonders gerne am Optimieren von (Arbeits-) Abläufen. Man kann sagen, dass es mit Christian nie langweilig wird und das ist auch gut so! Manchmal schießen seine Ideen jedoch ein kleines bisschen übers Ziel hinaus und an diesem Punkt wird es kritisch: nämlich dann, wenn er Spülmittel anstelle von Tabs in den Geschirrspüler füllt und dies für eine gute Idee hält. Wir können nur von Glück sagen, dass das nicht mit einer Schaumparty endete.

07. Januar - Auf Entdeckungstour

Jetzt noch eben zum Fototermin fahren, dann ist endlich Wochenende. Und dann kam alles anders. Sebastian Respondek entpuppte sich als ein so interessanter Gesprächspartner, dass die Zeit auf einmal zweitrangig wurde. Der junge Familienvater engagiert sich seit Kurzem ehrenamtlich für den Naturturm in Wohltorf. Bereits 2008 begann der BUND mit vielen Helfern den ausgemusterten Trafoturm am Kirchberg in Wohltorf zu einem Natur-Trafoturm auszubauen. In über 1500 Arbeitsstunden entstand eine Unterkunft für Vögel, Fledermäuse, Kleinsäuger, Insekten und Amphibien mit einem Schutzdach und Infotafeln. Fledermäuse finden im Keller ein Winterquartier. Über 30 Nistkästen wurden für Vögel, Schmetterlinge und sonstige Insekten hergestellt und in die Außenwände eingebaut. Der Trafoturm wurde umlaufend mit einem Fachwerk und Schutzdach erweitert. Das Fachwerk wurde mit Nisthilfen für Insekten versehen und auch Kleinnager finden dort Nistangebote. Sebastians Freude und Begeisterung für die Natur hat uns wieder einmal gezeigt, dass es sich auch lohnt auf heimische "Safari" zu gehen und den Blick für die Schönheit direkt vor unserer Haustür zu schärfen. Da wir selbst schon seit ein paar Jahren ganzjährig Vögel füttern, können wir seine Begeisterung nur umso mehr nachvollziehen.

06. Januar - Auf den Hund gekommen


Wenn man einmal anfängt … so dachte Christian heute Morgen, als Mareike schon vor ihm aufstand, in die Küche ging, einen Kaffee aufsetzte und anschließend nicht mehr zu sehen war. Von der Ruhe neugierig geworden, kam er 30 Minuten später ins Studio und entdeckte Mareike beim fast meditativen Zusammenbauen des - bereits zweiten - Hundes aus Klemmbausteinen. Gestern Abend war "Greta" bereits fertig und nun saß sie an "Kendo". Selten hat Christian Mareike so entspannt und zugleich konzentriert gesehen. Nur Greta und Kendo benötigen wohl noch ein wenig Zeit, um sich an die neuen Mitbewohner zu gewöhnen.

05. Januar - Vorfreude


Obwohl in schwarz/weiss - so ist unsere Vorfreude auf den kommenden Frühling in dieser kurzen Filmsequenz doch durchaus sichtbar. Die Wentorfer Lohe hat uns im letzten Jahr so viele schöne Momente beschert und das ein oder andere Mal haben wir dort neben der Fotografie auch noch gefilmt. Bewusst in schwarz/weiss, denn uns interessierte die Frage, ob man die farbenfrohe Natur mit ihrer Stimmung auch in Grautönen wiedergeben kann. Wir finden: auf jeden Fall - lädt doch gerade das Weglassen von Farbe zum Träumen ein ...

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04. Januar - Das Unerwartete


Heute mittag ging es für uns mal wieder zu Jens Witt nach Hamburg, um über weitere Fotos für ihn und seine Firma "Wackelpeter- Ökologisches Essen für Kinder" zu sprechen. Im vergangenen Jahr besuchten wir für sein Unternehmen deutschlandweit mehrere seiner Lieferanten, die alle Biozertifiziert sind, um diese in seinem Auftrag zu fotografieren. Die dort entstandenen Aufnahmen sind unter anderem für seine Website und die Jubiläumsbroschüre zum 30-jährigen Bestehen seiner Firma gedacht. Wir hatten vor der Besprechung noch ein paar Minuten Zeit und da passierte das Unerwartete: Im Flur vor seinem Büro stachen uns sofort vier neue Fotos ins Auge. Sie zeigten ungewöhnliche Aufnahmen mit künstlichen Tieren aus Pappmaché in einem asiatischen Umfeld. Jens hatte die Arbeiten der chinesischen Fotografin Luo Jinqian auf der NordArt in Rendsburg entdeckt und erworben. Die Aufnahmen thematisieren die rasante Ausbreitung der industrialisierten Landwirtschaft in China, die die traditionelle Landwirtschaft, sowie die dortige Haltung von Haus- und Nutztieren bedroht und zum Teil bereits verdrängt hat. In mehrmonatiger Arbeit stellten die Künstlerin und ihr Vater diverse Haus- und Nutztiere her und platzieren sie für die Fotoaufnahmen in der Umgebung des ehemaligen Bauernhauses der Familie. Entstanden sind dabei Fotos, die uns sehr berührt haben und für uns gleichzeitig eine Erinnerung für unseren nächsten Besuch der NordArt 2023 waren.

03. Januar - Genuss


Guten Geschmack sichtbar machen. Saisonale und regionale Produkte bevorzugen. Sich vor Ort einen Eindruck verschaffen. Genießen können. Gerne selbst Kochen. Wir lieben es, wenn sich all diese Wünsche vereinen lassen. Das passiert natürlich nicht jeden Tag und deshalb genießen wir diese besonderen Tage umso mehr. Vor kurzem bekamen wir wieder eine Lieferung vom "Jagdhaus Wildgenuss" aus dem Ahrtal. Beigelegt war ein Flyer, der mit vielen unserer Fotos, die bei unserem dortigen Besuch 2020 entstanden sind, gestaltet wurde. Da macht das Kochen und Braten gleich noch mal soviel Spaß. Das Essen natürlich auch. In Gedanken sind wir schon wieder am Reisen. Zum Beispiel ins Ahrtal. Wir waren dort schon einige Male. Es zieht uns immer wieder in diese schöne Landschaft, die so stark vom Weinanbau (insbesondere dem Spätburgunder) geprägt ist und leider nach wie vor von den Folgen der Flut im Jahr 2021 gezeichnet ist. Auf einer aktuellen Ahrtal-Wanderbroschüre steht folgende Bitte: "Wenn Sie dem Ahrtal helfen möchten, dann geht dies am besten, indem Sie es besuchen und unsere Gäste werden." Also auf ins Ahrtal. Auf den Rotweinwanderweg, ins Kloster Marienthal, das Weingut Sermann, das Hotel Ruland, ach - und so vieles mehr ...

02. Januar - Tierliebe oder "Ich habe es doch nur gut gemeint."


"Bitte nicht füttern!" Diesen Hinweis hat sicher jeder von uns schon einmal irgendwo gelesen und sich eventuell auch über das "Warum" Gedanken gemacht. Mal ist es eine Überpopulation von Tauben in Innenstädten, die vermieden werden soll, ein anderes Mal geht es um das reine Überleben von Pferden, Enten oder Schafen. Meistens wird dabei vergeblich gewarnt, wie so viele Beobachtungen zeigen. Das Hirn setzt beim Anblick der "ach so armen Geschöpfe" einfach aus und die eigene Erinnerung an das Enten füttern mit den Großeltern siegt über die Vernunft, die Wasservögel lieber nicht mit dem alten - manchmal auch verschimmelten - Brot zu "beglücken". 
Ein ausgeprägtes Helfersyndrom kann ebenso zur - vermeintlichen - Rettung dieser scheinbar hilflosen Geschöpfe führen. Woher wir diese tiefen Einblicke in das soziale Leben diverser Tierliebhaber haben? Durch Beobachtungen. Und durch eine Gruppe in den sozialen Medien, die sich mit der Fütterung von Wildvögeln befasst. Es ist möglich und manchmal sogar nötig zu helfen, aber eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik ist unausweichlich, wenn aus einem "gut gemeint" eben auch ein "gut gemacht" werden soll.

01. Januar - Ein Frohes Neues Jahr


Was so schön klingt und dabei doch oft nur als Floskel benutzt wird, ist angesichts der vielen Unruhen, Kriege und Hungersnöte in der Welt kaum mehr als ein frommer Wunsch. Doch genau das sollten wir viel häufiger machen: uns etwas "Frohes" wünschen. Bei allem Leid vieler Menschen bleibt die Hoffnung nach Frieden und Liebe bestehen. Ohne Hoffnung keine Zukunft. Deshalb mögen wir auch nicht in den allgegenwärtigen Pessimismus einstimmen, dass so vieles Schlimmer geworden sei, sondern sind optimistisch, dass es gleichzeitig genauso viele positive Strömungen im Leben gibt. Und zu dieser Hoffnung passt auch das heutige Bild. Das Motiv fanden wir auf einer Mauer in Plön.

31. Dezember - Eutin oder Plön oder doch lieber Malente?


Zuerst ging es nach Eutin. Dann über Malente nach Plön. Alle Orte liegen in der Schleswig-Holsteinischen Schweiz, umgeben von einer großen Seenplatte. Malente ist bekannt für seine Sportschule - die Heimat des "Geist von Malente". Hier trainierte die Fussball-Weltmeister-Elf von 1974. Nach heutigen gehobenen Bedürfnissen der Fußball-Profis ist das jedoch nicht mehr zeitgemäß. Beeindruckender waren für uns dann aber doch Eutin und Plön. Jeweils von Wasser umgeben, mit einem Schloss (in Plön beheimatet dieses die Fielmann - Akademie) mit Schlosspark und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten versehen, verzauberten uns diese beiden Orte augenblicklich. Wer das Wasser liebt, eine hügelige Landschaft, das Wandern oder Fahrradfahren in unmittelbaren Nähe zur Stadt, dazu ein wenig touristischen Trubel, der wird sich dort sicherlich wohlfühlen. In Eutin gibt es sogar ein Brauhaus. Da fahren wir sicher noch einmal hin und probieren die verschiedenen Biersorten. Ansonsten ist es hier herrlich ruhig. Wir wünschen allen einen schönen Jahreswechsel!

30. Dezember - Musik in den Ohren und vor den Augen


Bei so einem Wetter muss wohl die Tonart Moll entstanden sein. Jedenfalls dachten wir es, als wir am Morgen zum Bungsberg fuhren. Zuerst regnete es nur. Später wurde es schlimmer. Doch die Hunde mussten mal raus. Sich austoben. Widerwillig stiegen wir ins Auto. Noch widerwilliger stiegen wir aus. Ausser unserem Fahrzeug war nur noch ein weiters zu sehen. Das gab zu denken. Wind von rechts. Regen im 90 Grad Winkel. 168 Meter über Normal Null. Die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein. Lernt man schon in der Grundschule. Toll. Aussicht = null. Dafür waren Kendo und Greta glücklich. Wir auch. Aber erst später, als wir wieder im Ferienhaus waren. Trocken. Und mit Kaffee und Kuchen. Die Tonart Dur gefällt uns - zumindest wettertechnisch - eindeutig besser.

29. Dezember - Prioritäten setzen


Was ist wirklich wichtig im Leben? Diese Frage beschäftigt jede/n von uns  irgendwann einmal  in seinem/ihrem Leben. Unzählige Philosophen, Meinungsforscher und Kirchenvertreter sind der Antwort schon seit Menschengedenken auf der Spur. Doch manchmal ist die Antwort soviel einfacher, als viele Experten uns glauben zu machen vermögen. Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, um das Naheliegende zu erkennen. Wir hatten vor einigen Tagen so einen "Aha-Effekt". In Hohwacht. In dem Selbstbedienungs-Supermarkt. Zufällig, aber eindeutig. Und die Antwort? Laut diesem Foto (und wir haben nichts verändert) ist die Antwort so profan wie beruhigend: Sex.

28. Dezember - Erinnerungen


Woran erinnern wir uns? Und vor allem: Wann und warum? Heute war so ein Moment. Es regnete. Es stürmte ein bisschen. Und trotzdem sahen wir Regenschirme. Hoffnungslos. Und trotzdem sollten sie Trost spenden. Vor schlechtem Wetter. Vor Nässe. Schmutz. Sollten uns schützen und taten es kaum. Wir alle hoffen dem Wetter zu trotzen. Dem Regen. Dem Wind. Hoffen, dass die nächste Böe nicht gerade unseren Regenschirm umklappt und diesen so für uns nutzlos macht. Und schutzlos. Das mögen wir nicht. Bitte nicht nass werden. Oder gar ein wenig schmutzig? Wir sind doch Stadtmenschen. Da gibt es keinen Schmutz und wenn ja, setzen wir uns in eines der zahlreichen Cafés und warten ab, bis das schlechte Wetter sich wieder beruhigt hat. Aber leider sind wir hier an der Ostsee zu Verwandtenbesuch. Konnten nicht anders. Das passiert uns bestimmt nicht noch einmal. Zuviel Sentimentalität. Großmutter hin oder her. In der Stadt ist doch alles um soviel sauberer. Da mögen wir uns kaum an unsere eigene Kindheit erinnern: Da sind wir mit Freude in jede Pfütze gesprungen. Da waren wir noch naiv. Heute trinken wir stattdessen Latte Macchiato und warten auf die nächste Regenpause.

27. Dezember - Moderne Zeiten


Was sind eigentlich "Moderne Zeiten" und ist die Gegenwart nicht eh schon modern? Aber genug der Philosophie. Manchmal kommt die "Moderne" nämlich ganz unerwartet um die Ecke. So wie zum Beispiel gestern mittag. Nichtsahnend fuhren wir bei schönstem Regenwetter nach Hohwacht, um mit Kendo und Greta an den Strand zu gehen. Unterwegs sprachen wir noch über Knabbersachen, die wir an einer Tankstelle kaufen wollten, damit wir später am Nachmittag bei Sissi Teil 3 auch gut versorgt wären und da an den Feiertagen alle anderen Einkaufsmöglichkeiten geschlossen haben, blieb ja nur diese Variante. Doch kaum in Hohwacht angekommen, stand er plötzlich vor uns: Der Mini-Supermarkt. Ohne Vor-Ort-Personal. Geöffnet 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. Wir staunten nicht schlecht, denn (fast) alles, was unser Herz begehrte, war dort. Dieser Markt war nicht nur für uns ein Volltreffer, denn wir waren mitnichten die einzigen "Gäste". Gestaunt haben wir auch nicht schlecht, als sogar die Technik einwandfrei funktionierte (was ja heutzutage bei uns nicht immer selbstverständlich ist ...). Und nachher ist man dann wie immer schlauer, denn da lasen wir, dass EDEKA seit Juli diesen Jahres in Hohwacht das Konzept des Mini-Supermarktes dort als Pilotprojekt testet. Altbekanntes gepaart mit modernen Zeiten. Für uns perfekt - sicherlich auch die Zukunft für viele kleinere Ortschaften im ganzen Land. Und die Chips haben ebenfalls geschmeckt. Erst an den Strand, dann Sissi und Chips auf dem Sofa - was will man mehr an einem tristen 2. Weihnachtstag?

26. Dezember - Lesen bildet


Wer auch immer sich diese Redewendung ausgedacht hat, lebte vermutlich in einer Zeit ohne Schilder(wahn). Diese drei Schilder sind jedenfalls nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Schilderwald, der uns gestern bei unserem Spaziergang rund um einen kleinen Teich begleitete. Haben diese Verbotsschilder eine Wirkung oder verhalten sich die meisten Menschen ohne solche Aufforderungen sowieso angemessen? Und die Restlichen werfen dann trotz jeglicher Verbotsschilder ihren Müll in den Wald oder lassen den Hundekot liegen? Lesen bildet - sagt man. Wir für unseren Teil sind froh, dass unsere Hunde nicht lesen können ...

25. Dezember - "E viva la mamma!"


Raus aus dem Bett. Rein ins Auto. Abfahrt. Ankunft im Hellen. Spaziergang mit den Hunden um den See. Glühwein. Fernsehen. Sissi Teil 1 und 2. Klingt nach einem ganz normalen 1. Weihnachtstag und genauso ist es auch. Die einen gehen in die Kirche (das liegt bei uns schon ein paar Jahre zurück), die anderen reisen von Verwandtschaft zu Verwandtschaft (das hatten wir gestern schon). Und so zelebrieren wir das Nichtstun und freuen uns traditionsgemäß auf Romy Schneider, Karlheinz Böhm, Magda Schneider, Gustav Knuth und ganz besonders auf Josef Meinrad, der als Oberst Böckl den liebenswerten Adjutanten der jungen Kaiserin einfach hinreißend spielt. Die Dialoge können wir stellenweise mitsprechen und in jedem der drei Teile gibt es für uns besondere Schlüsselszenen: Im ersten Teil wird Sissi vom Kaiser Franz zum Cotellion aufgefordert und damit zur Verlobten bestimmt, im zweiten Teil besteht Sissi bei einem Fest in der Wiener Hofburg auf Damenwahl beim Tanz und erreicht damit, dass die ungarischen Gesandten sich nicht zurückziehen, sondern weiterhin am Fest teilnehmen, was für die Aussöhnung zwischen Österreich und Ungarn wichtig ist und im dritten Teil ganz am Schluss, als auf dem Marktplatz in Venedig schliesslich die Totenstille durchbrochen wird von dem Ausruf: "E viva la mamma!" Soviel Kitsch darf sein.

24. Dezember - Unsere Worte zu Weihnachten


Wir können, wollen und werden erst gar nicht versuchen, unsere eigene Weihnachtsansprache so einschläfernd wie der Bundespräsident zu halten, deshalb belassen wir es bei diesen kurz gehaltenen Wünschen an Euch. Habt schöne Weihnachten!

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23. Dezember - Im Hier und Heute oder doch schon im Morgen und Übermorgen?


50 Prozent Rabatt auf alle Weihnachtsartikel und das schon weit vor dem Heiligen Abend. Ein Fest für alle Schnäppchenjäger, Lamettafans und Liebhaber anderer Absurditäten. Und bevor wir jetzt "Stille Nacht, heilige Nacht" singen (interessiert das eigentlich überhaupt noch jemanden?), richtet sich unser Blick schon in die Zukunft. Da stehen sie dann - erst noch ein wenig schüchtern - nach dem Weihnachtstrubel dann aber direkt an der Kasse: Die Klee-Schornsteinfeger - Glücksbringer oder doch einfach nur Mitbringsel für die buckelige Verwandtschaft, nur damit man nicht mit leeren Händen dasteht? Und schon hat man den Salat. Wohin mit all dem ach so lieb gemeinten Krimskrams? Entsorgen. Am besten sofort. Und zwar im Hier und Heute. Besser noch: es gar nicht so weit kommen lassen und überhaupt: jetzt erst einmal die Weihnachtstage genießen. Und dann sehen wir weiter.

22. Dezember - Pure Leidenschaft


Über ein Jahr ist es schon her, dass wir zu Gast bei Bernd waren. Auch heute trafen wir ihn wieder in seiner Werkhalle, die gleichzeitig Werkstatt mit Hebebühne und Unterstellmöglichkeit für seine Oldtimer ist. Das Wetter spielt dort keine Rolle. Zu tun ist auch immer genug. Es gab Kaffee und Kekse und selbstverständlich die letzten Neuigkeiten rund um die verschiedensten Fahrzeuge. Dabei war auch ein Halbautomatik VW-Käfer. Herrlich. Bernd versuchte uns die Funktion des Getriebes zu erklären, was allerdings (fast) vergebens war, denn dazu bedarf es mehr technischen Verständnisses, als wir es haben. Wir freuen uns dennoch auf das große Oldtimertreffen im kommenden Jahr am 13. August in Bleckede und träumen bis dahin schon einmal von einer Fahrt im VW-Käfer Cabrio.

21. Dezember - Lost and found


Nach der Party ist vor der Party. Diese einsame Fahne, beziehungsweise deren Rest, fanden wir schlaff über ein Geländer hängend auf einem unserer Spaziergänge. Sehr wahrscheinlich ist sie direkt von den extremen Feierlichkeiten in Buenos Aires einfach so über den Atlantik geweht worden und landete dann hier im beschaulichem Wohltorf. So eine Feierlaune, so eine Begeisterung, so eine Bedeutung des Fussballs in der argentinischen Öffentlichkeit - das ist uns Deutschen mittlerweile vollkommen fremd. Bloß nicht über die Stränge schlagen ist unsere tägliche Devise. Und mal abgesehen davon: Wer würde schon in Deutschland für ein WM-Endspielticket sein Auto verkaufen? Armes Deutschland.

20. Dezember - Wassertreten


Greta trainiert hier nicht für etwa den "Iron Dog" oder die Weltmeisterschaft im Wassertreten. Sie ist bei ihrem dritten Probetraining bei der Hundephysiotherapeutin Britta Schultzki, denn in etwa vierzehn Tagen muss sie am Knie operiert werden. Und damit sie nach der unangenehmen Operation nicht auch noch in ungewohnter Umgebung trainieren soll, haben wir drei Kennenlernen- und Probetermine vereinbart, damit es ihr danach etwas leichter fällt, sich von Britta behandeln zu lassen. Und schon nach dem ersten Termin wussten wir, dass es eine gute Entscheidung war. Die angenehme und herzliche Art von Britta hat Greta, die bisweilen sehr skeptisch sein kann, schnell erreicht und schon beim zweiten Termin ging sie leichtpfötig auf das Unterwasserlaufband. Naja - die kleinen Belohnungen halfen dabei auch ein wenig.
Wunderbar, was es heute alles für die Gesundheit unserer Vierbeiner gibt.
www.hundephysiotherapie-reinbek.de

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19. Dezember - Nostalgie pur


"Oh, weisst Du noch?" Warum schwärmen wir eigentlich so oft von "alten" Dingen? Vielleicht weil wir mit ihnen positive Erinnerungen haben. Oder verklärte. An eine scheinbar noch einfach zu verstehende Welt – in der zum Beispiel die Eisenbahn sauber und pünktlich war und der Schaffner noch die unumstrittene Autorität im Zug besaß. Heute dagegen sind die Zugverbindungen offiziell zwar um ein Vielfaches schneller geworden, nur fahren müssten sie halt schon. Pünktlichkeit ist der Anspruch - die Wirklichkeit sieht anders aus. Wenn Bahn, dann bitte ohne Umsteigen - so kommen wir jedenfalls am Zielbahnhof an (egal, wann). Und Sauberkeit? Kann man heute ob der häufig gesperrten Toiletten so genau gar nicht beurteilen. Also alles Punkte, an denen das Nostalgieherz ins Schwärmen gerät, bis auf …? Ja, bis auf, dass das Reisen mit der Bahn ganz so bequem auch nicht immer war, denn so richtig Platz nehmen auf einer Holzbank geht für ein paar Minuten gut, aber für sechs Stunden? Da ist der ICE von heute doch schon sehr komfortabel und auch das Bordrestaurant ist besser als sein Ruf, wenn die Technik mitspielt. Ansonsten bleiben zum Trost halt noch kalte Getränke und ein Laugenbrezel. Irgendwie wäre eine Melange gar nicht verkehrt: Nicht so langsam wie früher, dafür aber pünktlich. Nicht so dreckig wie heute , dafür mit mehr Komfort als damals. Unvergessen ist für uns der Ausspruch eines Schweizer Zugbegleiters auf dem Weg von Mailand nach Zürich, der auf die Frage, ob der Zug denn pünktlich ankäme, im besten Schwyzerdütsch antwortete: "Mein Herr, wenn das hier ein Schweizer Zug wäre, dann wäre meine Antwort eindeutig: Ja." In der Tat sind die Züge in der Schweiz in vielen Punkten vorbildlich. Und bei uns wird hoffentlich noch daran gearbeitet.

18. Dezember - Finale


Unfassbar. Sensationell. Spannend. Und laut Aussage vieler Kommentatoren eines der besten WM-Endspiele. So richtig spannend wurde es jedoch ab der 78. Spielminute, als die Franzosen den Anschlusstreffer zum 2:2 erzielten. Was danach auf dem Spielfeld passierte, war in der Tat faszinierend. Diese Fussball Weltmeisterschaft war in unserem Bekanntenkreis kaum ein Thema, abgesehen von einem Ausspruch: "Du schaust die WM an - die muss man doch boykottieren!" 
Als Fazit bleibt aus unserer Sicht, dass es sehr viele interessante Partien gab, große Überraschungen, auch schon in der Vorrunde (zum Beispiel Saudi Arabiens Sieg gegen Argentinien) oder Deutschlands frühes Ausscheiden - obwohl, so richtig überraschend war es nicht: die deutsche Mannschaft spielte ohne Herz und dazu auch noch pomadig - das sollte typischerweise in einem Stuhlkreis aufgearbeitet werden. Und zu dem angesprochenen Boykott bleibt für uns nur die Frage, warum wir Flüssig-Gas aus Katar ab 2026 beziehen werden und warum zum Beispiel die Fluggesellschaft Qatar Airways Werbepartner des FC Bayern München ist und das noch nicht thematisiert wurde. Auch ist Katar Anteilseigner bei Konzernen wie Hapag-Lloyd, Volkswagen, Deutsche Bank und Siemens. Unser Fazit: Bei dieser WM überhaupt nicht anzutreten - das wäre in der Tat ein starkes Zeichen gewesen. Vertan.

17. Dezember - Können Hunde hellsehen?


"Was ziehen denn die beiden so?" - war unser Gedanke heute, als wir den Feldweg entlang gingen. Dann, zwei Wegbiegungen später, sahen wir ihn: Lothar Such. Unverkennbar. Klein. Drahtig. Hände auf dem Rücken verschränkt. Und der Liebling aller Hunde. Von da an waren Greta und Kendo nicht mehr zu bändigen. Wie gut, dass die beiden zwischen seinen Fingern und den Hundesticks noch unterscheiden können. Lothars scheinbar naiver Ausspruch: "Ich weiss auch nicht, warum mich alle Hunde mögen ...", ist bei uns schon zum geflügelten Begriff geworden. Hellsehen können Hunde vielleicht nicht, dafür aber verdammt gut riechen.

16. Dezember - "Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann."


Dieses Zitat des französischen Künstlers Francis Picabia fiel uns gestern Abend auf dem Nachhauseweg ein. Zuvor saßen wir fünf Stunden mit Annett und Friedrun in Hamburg zusammen, diskutierten, lachten, aßen (eine köstliche Hühnersuppe), und entwickelten dabei so viele Ideen, von denen wir, nachdem wir zuhause angekommen waren, erst einmal einige davon aufschreiben mussten, um sie nicht wieder zu vergessen. Natürlich ging es auch um die Fotografie, um Ideen, um freie Projekte, aber genauso spielte auch der im Frühjahr des kommenden Jahres erscheinende "Gassi Knigge" für Hunde und deren Halter von Annett eine zentrale Rolle, steht sie uns doch bei so mancher Frage zu Kendo und Greta mit ihrem Rat zur Seite. Wie schön, dass es Freunde wie euch gibt.

15. Dezember - Fundstücke


"Wo steht dir bloß dein Kopf?" oder "Wenn dein Kopf nicht angewachsen wäre, dann würdest du den auch noch vergessen." haben wir früher oft gehört, wenn wir wieder einmal etwas verloren oder vergessen hatten. So wie auf diesem Bild zum Beispiel Handschuhe oder einen Schal, die Jacke, Spielzeug, Badesachen, Schulbuch oder Federtasche oder schlimmstenfalls den Haustürschlüssel - damals war fast alles um uns herum wichtiger und aufregender, als diese schnöden Alltagsgegenstände. Heute haben wir für fast alles eine Liste, die wir dann nach und nach abstreichen können, um auch ja nichts zu vergessen. Irgendwie langweilig, oder? 
Die Person, die diese Handschuhe verloren hat, haben wir heute allerdings nicht beneidet, als wir bei eisigen Temperaturen um den Mühlenteich spazierten und Kendo und Greta dabei zusahen, wie sie ihren Dingen nachgingen.

14. Dezember - Schlüsselfertig


Ganz soweit ist es dann doch noch nicht, aber den Schlüssel haben wir jedenfalls schon einmal bekommen. Seit heute sind die Fenster und Türen eingebaut. Und egal, wie groß oder - in diesem Fall - klein ein Haus ist, die Arbeitsschritte sind immer identisch. Und das Warten auf die Fertigstellung ebenfalls. Jetzt kommt die Weihnachtszeit, dann geht Anfang  Januar der Innenausbau mit Elektrik und Sanitär los. Wir sind glücklich über den bisherigen Bauverlauf und haben schon eine Lektion verinnerlicht: alles ist nicht vorausschaubar, es gibt Überraschungen und zwischendurch tauchen eben auch mal Fragen auf wie: "Hätte es nicht vielleicht doch einen Meter länger oder breiter oder dies oder das sein können?" Tja - hätte, hätte ...
Heute standen wir jedenfalls vor und in dem Haus und haben uns einfach über die schöne und ausgewogene Architektur und die handwerklich präzise Ausführung gefreut.

13. Dezember - Haltung zeigen


Heute morgen waren wir schon sehr früh unterwegs in das Biorestaurant Wolfs Junge in der Zimmerstraße in Hamburg. Diesmal ging es nicht um Gerichte oder das Ambiente, sondern ausschliesslich um neue Teamfotos. Dabei war der Wunsch von Sebastian klar definiert: Von jedem Mitarbeiter ein individuelles, authentisches Portrait in SW für die Homepage. Ein Licht, ein Aufheller, eine Tasse Kaffee und gut gelaunte Mitarbeiter mit Darstellerqualitäten - mehr braucht es nicht, um uns glücklich zu machen.

www.wolfs-junge.de

12. Dezember- Es lebe die Fantasie


Claudias Erzählungen über die verschiedenen Lego-Welten sind für uns fast schon legendär.  
Wir sind immer wieder aufs Neue beeindruckt von der Fantasie, mit der sie sich Geschichten ausdenkt, dabei Figuren zum Leben erweckt und in atemberaubender Geschwindigkeit diese Geschichten weiter entwickelt. Genug Ideen für ein Kinderbuch hätte Claudia auf jeden Fall. Ganz im Gegensatz zu Christians Piratengeschichten für seine Söhne, die er immer eher einfach erzählte und nach spätestens fünf Minuten einschlief - sehr zum Missfallen der Kinder. Vielleicht passierte das,  weil er selbst von seinem Erzählen gelangweilt war? Wer weiß. Wir denken jedenfalls, dass das bei Claudias fantasievollen Geschichten bestimmt nicht passieren wäre.

11. Dezember - La Principessa


"Sie ist einfach deine Prinzessin." höre ich öfter mal von Mareike, wenn ich Gretas Augenaufschlag wieder einmal nicht widerstehen kann und sie mich um den Finger wickelt. Und in der Tat, ich bekenne mich schuldig. Es fällt mir nicht immer leicht, Kendo und Greta gleich zu behandeln. Es ist so einfach zu sagen, dass man seine zwei oder drei Kinder, Katzen oder Hunde gleich liebt - aber eben nur zu sagen - in der Realität sieht es dann doch etwas anders aus. Nicht für jedes "Familienmitglied" hat man die selbe Empfindung. Zugeben würden das allerdings die wenigsten Menschen. Dabei ist es schon hilfreich, sich dessen bewusst zu werden, um beim nächsten Augenaufschlag der kleinen Prinzessin vielleicht ein wenig zu zögern, bevor man ihrem Betteln nachgibt.

10. Dezember - Wenn ein Traum wahr wird


Es muss ja nicht immer gleich eine Reise zum Mond sein, wenn man von einem Traum spricht. In unserem Fall war es ein Herrnhuter-Stern. In gelb. Für den Aussenbereich. Drinnen hängen schon zwei kleine Rote. Während wir den Text schreiben ist es bereits seit einigen Stunden dunkel. Portugal hat gerade sensationell im Fussball gegen Marokko verloren und Christiano Ronaldo hat damit wohl sein letztes Spiel für Portugal gemacht. Und über all dem leuchtet jetzt der Stern. Ein Fixpunkt. Einfach wunderschön und voller Hoffnung. Traumhaft.

09. Dezember - Ehrenamt - auch bei minus 12 Grad


"Das vergesse ich nicht." erzählte uns Benjamin Bortz heute auf dem Aumühler Sportplatz beim Fotoshooting für den Sachsenwalder. Und da war es ja schon ungemütlich, aber bei minus 12 Grad zu pfeifen, das war für ihn damals noch eine Spur härter und gehört zu den Spielen, die ihm in Erinnerung bleiben werden. Bejamin wurde gerade vom Fussballverband für 25 Jahre Schiedsrichter sein geehrt und er erinnert sich noch an sein erstes Spiel: "Das war 1997 die F-Jugend von Aumühle." In den folgenden Jahren ging es von der Kreisklasse über die Kreisliga bis hoch zur Landesliga. Neben dem "Frost-Spiel" sind ihm noch einige andere Partien besonders in Erinnerung geblieben, wie zum Beispiel das Oddsetpokalspiel Atlantik gegen St.Pauli im Billtalstadion unter der Leitung von Hans Kühn. Am Ende unseres Gespräches ist es Benjamin noch wichtig, sich bei zwei Menschen zu bedanken, ohne die er nicht zu dem Schiedsrichter geworden wäre, der er heute ist: Heinz Krüper und Christian Henkel. Bescheiden, fair und sportlich - so haben wir Benjamin in der Kürze des Foto-Shootings wahr genommen - allesamt Eigenschaften, die einen guten Schiedsrichter ausmachen.

08. Dezember - "Ist der Krieg denn schon vorbei?"


Genau diesen Ausspruch bekamen wir heute von einem Mitfahrer zu hören, als wir einen Zwischenstopp an der Tankstelle machen mussten. Verwundert rieben wir uns die Augen und trauten ihnen trotzdem nicht. Zu unglaublich erschienen uns die an der Leuchttafel angezeigten Preise. Nicht ein Kraftstoff über zwei Euro pro Liter - kaum zu glauben. (Wir sehnten uns kurz - vergeblich - nach einem größeren Tankinhalt.) 
Vermutlich ist der "Spuk" jedoch schon bald wieder vorbei - nur der Krieg wohl leider nicht.

07. Dezember - Verlassen


Was bleibt, ist die Zeitung im Briefkasten. Doch der wird schon länger nicht mehr geleert. Das Haus ist bereits seit vielen Jahren verlassen. Mittlerweile ist es unbewohnbar geworden. Tristesse im Straßenbild. Nur wenige Häuser weiter eine ehemalige Spielhalle. Davor ein Fahrrad. Der Briefkasten hängt schief. Stillstand. Leerstand. Zukunft? Ungewiss. Das sind nur zwei Beispiele von vielen, die im ländlichen Bereich zu beobachten sind. Trotz des Trends zum Leben auf dem Land, gibt es viel Leerstand. Und schon nach ein paar Jahren sind die Gebäude oft nicht mehr bewohnbar. Da hilft nur eine Komplettsanierung oder gar der Abriss und eine ganze Menge Enthusiasmus, um wieder Leben in die Innenstädte zu bringen.

06. Dezember - "Gimme Shelter" - Die Rolling Stones in Lüchow


Wer kennt das Stones-Museum in Lüchow nicht? Wir. Jedenfalls bis gestern. Da fuhren wir durch Lüchow und entdeckten ein Schild mit dem Hinweis zum Stones-Museum. In Lüchow? Ja, im Wendland. Weit entfernt von der nächsten Großstadt wird über das Museum auf der Website folgendes geschrieben: „Das Stones Fan Museum in Lüchow ist das erste und einzige Museum seiner Art. Gegründet und initiiert von dem wohl dienstältesten Rolling Stones-Fan der Welt: Ulli Schröder. Auf rund 1.000 Quadratmetern finden sich für den echten Fan erstaunliche Exponate rund um die Rolling Stones - und ihre ehemaligen Bandmitglieder. Stimmig und liebevoll in Szene gesetzt. Im ersten Stock befindet sich neben einem "Groupie-Zimmer" - mit Whirlpool und goldenen Wasserhähnen - auch ein Archivraum, nebst Arbeitsplätzen und VIP-Raum (für Musiker, die im Museum auftreten). Bei einem unserer nächsten Besuche werden wir definitiv auch mal hineinschauen.

05. Dezember - Bekannt wie ein bunter Hund


Alfred ist immer für eine Überraschung gut. So auch am letzten Wochenende, als wir für einen kurzen Besuch bei Monika und ihm in Bergen an der Dumme vorbeifuhren. Schnell ging es gemeinsam zum örtlichen Weihnachtsmarkt rund um die Kirche. Wir kamen kaum einen Meter weit, ohne dass Alfred angesprochen wurde. Er ist ein Künstler, Kommunikator, Inspirator und - dazu kamen wir später im Antik-Café bei Stachelbeerbaiser-Torte und Kaffee -  Genießer. "Ihr müsst unbedingt nächsten Sonnabend mit nach Dannenberg zu einer interessanten Ausstellung mitkommen - ich möchte euch mal ein paar Leute zeigen." waren seine Worte, als wir schon im Aufbruch begriffen waren. Keine Frage - wir kommen gerne wieder.

04. Dezember - 节日快乐


Seit über 45 Jahren gibt es bereits das chinesische Restaurant "Westsee Palast" in direkter Nähe zu unserem Studio in Wohltorf. Ungefähr einmal im Monat ist es auch für uns Tradition dort einzukehren, und ohne in die Karte zu schauen Ente nach Art des Hauses zu bestellen. Vor einigen Jahren wurden die Sitzpolster neu bezogen und es kamen später auch neue Fenster, aber das war es dann auch schon mit den Neuerungen. Verlässlichkeit ist Trumpf. Und doch tat und tut sich etwas. Zuerst fiel uns im Sommer die schöne Bepflanzung im Aussenbereich auf und jetzt gibt es sogar eine kleine Weihnachtsdekoration. Wenn man genau hinsieht ist sogar zu erkennen, dass der Weihnachtsmann aus China kommt. In China wird Weihnachten ebenfalls begangen, allerdings heißt es dort Konsumfest und am 24. Dezember herrscht ein riesiger Einkaufstrubel. Wir wünschen schonmal allen Chinesen ein "Frohes Fest" und Happy Shopping.

03. Dezember - "Bleibt bitte genau so"


Am Ende ihres Familienshootings blieben Constanze und Marcus noch kurz im Studio stehen. Das Blitzlicht war ausgeschaltet. Die Kinder sprangen durch den Flur, froh, dass es nun endlich wieder nach Hause ging und plötzlich ergab sich die Situation für dieses Portraitbild der beiden. 
Unserer kurzen Bitte, genau so stehen zu bleiben und nur ein klein wenig zu agieren, wurde gern anfgenommen und es entstand etwas, was wir für den Zauber der Fotografie halten: Intimität. Nicht gekünstelt, nicht posierend, einfach im Moment seiend. Danke für euer Vertrauen über all die Jahre.

02. Dezember - Schattenwurf


Tim und Struppi gehören zu unseren Lieblingscomics und jeden Morgen werden wir von diesen Beiden daran erinnert, ebenfalls abenteuerlustig in den Tag zu starten. Keine Langeweile, sondern Aufregung, Spannung und jede Menge Abwechselung. Und wenn dazu morgens noch die Sonne scheint und dabei einen so imposanten Schatten wirft, beginnt unser Tag mit einem Foto und einem Zitat aus "Tim und Struppi und das Geheimnis der Einhorn": Haddock: "Sie... äh sie sie wissen schon was sie da tun oder!?" Tim: "Mehr oder weniger..." Haddock: "Was denn jetzt mehr oder weniger?" Tja, das wissen wir manchmal auch nicht so genau, aber genau so kann der Tag für uns beginnen!

01. Dezember - Allez les Bleus


Dieser Ausruf, der in der französischen Revolution seinen Ursprung hatte, ertönt heutzutage vor allem bei Fussballspielen der französischen Nationalmannschaft. Die sind ja bekannterweise sehr erfolgversprechend in die Weltmeisterschaft in Katar gestartet. Und es wäre nicht verwunderlich, wenn sie zumindest ins Endspiel kommt. Bei der deutschen Mannschaft würden wir uns schon über das Erreichen der K.O.-Runde freuen (stand beim Schreiben dieses Artikels noch nicht fest). Frühestens im Finale könnten dann die beiden Mannschaften aufeinander treffen. Gestern Abend bei einem Vorbereitungsspiel am Fussball-Kicker stand es am Ende 10 zu 6 für Deutschland. Entsprechend gelöst wurde anschliessend gefeiert. Wenn das mal kein gutes Omen ist!

30. November - Ach Du schöne Bilderwelt

"Oh wow, das sieht hier ja aus, wie auf Instagram!" war unser Ausspruch, als wir gestern den gedeckten Kaffee-Tisch bei Maya sahen. Der Genuss musste also ein paar Minuten warten, damit wir ein Foto - in diesem Fall nicht für Instagram, sondern für unseren Blog - machen konnten. Doch so recht wollte es nicht gelingen. Auf Instagram sieht alles immer irgendwie noch schöner aus, als in der Realität. Hier verhielt es sich allerdings genau umgekehrt und es wollte einfach nicht gelingen. Der Tisch sah in Wirklichkeit viel schöner aus als jedes Foto, welches wir machten. Woran es lag? Daran, dass wir es nicht mit dem Telefon inklusive den entsprechenden Filtern gemacht haben? Daran, dass wir nicht noch ein extra Licht angemacht haben oder etwa daran, dass wir nicht so wirklich an uns halten konnten und den köstlichen Applecrumble lieber früher als später verspeisen wollten? Wir wissen es nicht so genau. Wahrscheinlich war es von allem ein bisschen. Auf jeden Fall war es ein wunderbares Beispiel dafür, was die Mobiltelefone heutzutage an Qualität, aber auch an einer permanenten Verschönerung und damit  Verzerrung der Wirklichkeit liefern. Wir werden in unserem Berufsleben mit diesem Thema immer wieder konfrontiert und versuchen, diesem "Filter-Schönheitswahn" durch "ehrliche Fotografie" mit wenig Nachbearbeitung die Stirn zu bieten. Das gelingt auch. Nicht immer, aber immer öfter. 
Und ja, der Crumble hat so gut - äh nein: noch besser - geschmeckt, wie er aussieht.

29. November - Es kommt (manchmal) eben doch auf die Länge an 

 

Reibrührschweißen. Fünfzehn Meter am Stück. Stromschienen für den Nahverkehr. Was in unserer Kindheit ein Traum für den Bau einer Spielzeugeiesenbahn gewesen wäre (dieses ewige Gefummel mit den kurzen Schienen ... und dann war es außerdem auch noch fürchterlich teuer) ist heutzutage eine Spezialität der Firma Riftec aus Geesthacht. Seit vielen Jahren begleiten wir diese innovative Firma nun schon, die in ihren Anfängen auf dem Gelände der ehemaligen GKSS-Forschungsgesellschaft (heute Helmholtz) auf diesem Gebiet forschte und entwickelte. Das Reibrührschweißen ist eine der effizientesten Arten, Werkstoffe in sehr schneller und automatisierter Weise zu verbinden. Dazu ist es präziser, als wenn es von Menschenhand gemacht gemacht würde. Besonders gefreut hat uns das Wiedersehen mit vielen langjährigen Mitarbeitern dieser Firma - für uns ist das immer ein besonders gutes Anzeichen für eine gelungene Unternehmenskultur. Fünfzehn Meter Stromschiene hätten in unserer Kindheit wohl für mehr als die ganze Spielzeugeisenbahn gereicht - ein Traum wäre das schon gewesen ...

28. November - Nach der Ausgabe ist vor der Ausgabe


Heute gab es bei Kaffee, Tee und Keksen ein Teamtreffen mit interessantem Austausch zu den letzten und kommenden Ausgaben der Lieblingsadressen Sachsenwald und Vier- und Marschlande. Alexandra, Danika, Frauke und wir saßen gut zwei Stunden zusammen, diskutierten über mögliche Verbesserungen, Zeitpläne sowie über die Optimierung des gesamten Produktionsablaufs und merkten wieder einmal, wieviel Spaß uns die Arbeit an diesen Projekt macht. Altbekannte Kunden zu besuchen, neue Kunden mit ihren Produkten kennenzulernen, positive Rückmeldungen zu bekommen - all das ist für uns immer noch so spannend wie bei der ersten Ausgabe vor vielen Jahren. Durch die Arbeit an diesem Projekt wird uns die Schönheit unserer Heimatregion immer wieder vor Augen geführt und wir gehen mit geschärftem Blick durch die Welt - immer auf der Suche nach etwas Neuem. Mit das Schönste an den Lieblingsadressen ist dabei unser Team: so unterschiedlich wir auch sind - so perfekt ergänzen wir uns. Dafür sind wir sehr dankbar.

27. November - Auf ein Kännchen


"Das darf man doch noch sagen, oder?" drang heute zu uns an den Tisch, als wir bei Kaffee und Kuchen saßen und einfach nur die Menschen um uns herum beobachteten. Der weitere Verlauf ging im allgemeinen Stimmengewirr unter und ließ Raum für unzählige Interpretationen. "Wir müssen Weihnachten zu deinem Vater." klang erst einmal nicht besonders fröhlich, aber wer weiß, welche Geschichte dahinter steckt. Nach dem zweiten Stück Kuchen und etlichen Tischwechseln mit neuen Besuchern drangen noch andere Stimmfetzen zu uns durch: "Jetzt aber mal ehrlich ..." blieb dabei besonders hängen. Was meint "man" mit diesem Satz eigentlich genau? JETZT aber mal ehrlich  - und ansonsten nicht … oder was? Was wir alle im Laufe eines Tages so an unterschiedlichen Phrasen von uns geben ist schon beeindruckend. Und wenn wir dann noch alle Sätze, die die Worte "eigentlich" oder "aber" beinhalten dazu nehmen, haben wir ein großes Potpourri an Sätzen, die Ausdrücken, was wir "eigenltich vielleicht aber" gar nicht so meinen. 
Schön war es dennoch, die Aussicht auf die Elbe bei herrlichem Kaffee und Kuchen zu genießen, dabei zu schweigen, diese Gesprächsfetzen aufzuschnappen und darüber nachzudenken. Übrigens: die Himbeer-Quark-Torte war ein Gedicht.

26. November - Happy Birthday 

 

Darf man sich selber feiern? Ja, unbedingt! Und so feiern wir heute den 1.000 Beitrag auf unserem Meerfreiheit-Blog. Anfang 2020 während unserer Reise für die Familie gedacht, hat er sich mittlerweile verselbständigt. Es macht uns Freude, jeden Tag für den Beitrag Fotos zu machen, darüber zu sprechen und dann den jeweiligen Text zu schreiben. Die Rückmeldungen, die wir bekommen, sind Ansporn genug weiterzumachen. Und oft ertappen wir uns selbst beim Stöbern auf unserem Blog, der mehr und mehr zum Tagebuch wird. Die ersten Einträge vom März 2020 lassen noch nichts von den heute weltweit beherrschenden Themen erahnen, fuhren wir doch vollkommen unbeschwert Richtung Südeuropa. Und dann kam alles ganz anders - aber das könnt ihr ja selbst nachlesen …

25. November - Mehr Kekse braucht das Land


Eine Krise jagt die Nächste. Was ist zu tun? Vorräte anhäufen? Frieren? Klopapier bunkern? Nichts genaues weiß man nicht und besser "haben als brauchen" ist die Devise! In diesen unsicheren Zeiten werden vielerorts schonmal ordentlich Vorräte für den kommenden Winter gehamstert. Und an was haben wir dabei zuallererst gedacht? An Kekse. Kekse? Was ist denn das für eine sonderbare Idee? Kekse sind so ziemlich das Letzte, was man in diesen Krisenzeiten braucht - mal ganz abgesehen von dem Energieverbrauch beim Backen - Minister Habeck wird die Hände über dem Kopf zuammenschlagen. Aber jetzt mal im Ernst: können diese Augen lügen? Wir finden: Nein. Denn es sind unsere geliebten Engelsaugen mit Himbeergelee gefüllt. Einfach himmlisch. Sozusagen Soulfood im besten Sinne. Die Krisen dieser Welt können uns gerade mal am Arsch lecken. Jedenfalls bis morgen. Dann sehen wir weiter.

24. November - Monumental


Wir kennen Theresa und Johannes nicht und doch wünschen wir ihnen alles Glück und viel Liebe für ihr gemeinsames Leben. Denn wenn die beiden auch nur annähernd so sympathisch sind oder mindestens so gut aussehen, wie auf diesem Bild, dann können es nur liebenswerte Menschen sein. Jetzt mal im Ernst, da haben sich die Freunde der beiden mächtig ins Zeug gelegt und wirklich viel Liebe zum Detail walten lassen. Selten haben wir so schöne "Vogelscheuchen" auf einem Feld gesehen - jedenfalls kann man diese beiden dafür perfekt weiterverwenden - das wäre dann auch noch richtig nachhaltig.

23. November - Süßer die Glocken nie klingen?


Weihnachten gehört in Dänemark zu den beliebtesten Festen des Jahres. Die zum Teil lustigen Weihnachtsbräuche, wie zum Beispiel das Tanzen um den Baum, das vorweihnachtliche Füttern der "Julenisse" (damit diese kleinen Hausgeister keinen Schabernack treiben) und das Finden der Mandel in der Süßspeise "Risalamande" werden bis heute in vielen Familien ausgiebig zelebriert. Natürlich wird auch ohne Ende gesungen und dabei auch sicher das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich genommen. Zumindest hatten wir diesen Verdacht, als uns diese - an einem Straßenstand angepriesene Weihnachtsdeko - in die Hände fiel. Ob der auf dem Stein oben befindliche Wichtel allerdings noch gesungen hat, ist nicht überliefert. Die Engelein wird er aber sicher singen gehört haben …

22. November - Die Ruhe am Meer


Schneeflöckchen, Weißröckchen,

wann kommst du geschneit?

Du wohnst in den Wolken,

dein Weg ist so weit.


An dieses Lied müssen wir im Winter bei Schneefall automatisch denken. Es gibt kaum etwas Schöneres, als den weißen Flocken hinterherzuschauen. Und wer einmal bei Nacht durch ein Schneegestöber fuhr, dabei im Scheinwerferlicht den herabfallenden Schneeflocken zusah, der versteht diesen Zauber, der von der Natur "ganz in weiß" (OK, das ist ein anderes Lied …) ausgeht. An der See kommt zusätzlich noch das Gefühl der absoluten Einsamkeit dazu. Die Landschaft verwandelt sich und mutet surrealistisch an. Wir haben uns auch schon gefragt: Wie fühlt sich eigentlich eine Schneeflocken, wenn sie auf das Wasser trifft? Und ja, wir geben es zu: für eine verschneitere Landschaft waren wir heute früh dann doch etwas zu spät unterwegs und nur wenige Stunden später war der erste Winterzauber auch schon wieder vorbei.

21. November - Auf Schatzsuche


Das Größte war für uns als Kind das Suchen eines Schatzes. Nach Möglichkeit sollte es ein echter Piratenschatz sein - so wie bei Pippi Langstrumpf. Nur gab es leider keine Schatzinsel in der Nähe und wir mussten bis zu den Sommerferien warten. Dann ging es meistens an die See. Mit Eimer und Schaufel wurde dort der Strand abgesucht und allerlei Kostbarkeiten eingesammelt. Erst viele Jahre später kam dann ein erster "echter" Schatz: Bernstein - auch als Gold des Nordens bekannt. Am besten zu finden nach einer stürmischen Nacht, genau an der Wasserkante zwischen den kleinen Steinen und dem leichten Strandgut. Geduld und ein gutes Auge sind die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Schatzsuche. Kendo und Greta können leider trotz ihres ausgezeichneten Geruchsinns nicht wirklich mithelfen, kommen aber immer wieder neugierig angerast, damit ihnen ja nichts entgeht. Wir denken heute noch an einen erfolgreichen Bernstein-Finde-Tag zurück: Am Strand von St. Peter-Ording fanden wir innerhalb weniger Minuten eine große Handvoll der schönsten Bernsteine und konnten unser Glück kaum fassen. Die Hoffnung auf einen richtigen Piratenschatz haben wir seitdem nicht aufgegeben. So wird bei jedem Besuch an der Nordsee fleißig gesucht und heute wurde Mareike wieder fündig. Na gut, nach einem echten Piratenschatz sieht das nicht gerade aus, aber ein Anfang ist gemacht.

20. November - Horizonterweiterung


Es gibt nicht viele Orte, an denen man einen so weiten Blick hat wie am Meer oder, wie hier auf dem Foto, an der Elbe bei Dömitz. Wir lieben die Weite der Nordsee in St. Peter-Ording, den Rundum-Blick über die Ostsee im Norden Bornholms und Mareike außerdem die Dänische Nordseeküste. Besonders an diesen Orten wird uns immer bewusst, wie "eingeengt" wir in unserem täglichen Leben sind. Stundenlang schauen wir freiwillig - oder für die Arbeit - auf Bildschirme, zoomen in Bilder hinein, um auch noch den letzten Pickel zu entfernen und vergessen dabei nur allzuoft den Blick zu heben, um ihn schweifen zu lassen. Wofür das wichtig sein soll, wurden wir einmal gefragt. Ganz einfach: Um die "Scheuklappen" abzulegen, den Blick in die Ferne zu lenken, um auf neue Ideen zu kommen, sich optisch einmal "durchzuschütteln". Das ist mindestens genauso wichtig, wie das mehrfache Lüften am Tag. Und das Spazierengehen (am liebsten mit den Hunden). Um unsere Gedanken wieder fließen zu lassen.

19. November - "Die Post ist da"


Was an manchen Tagen fast schon wie eine Drohung klingt und von dem hochgeklappten Briefkastendeckel bereits von weitem angezeigt wird, entpuppte sich heute als schöne Bescherung. Wir holten nicht etwa Versicherungsunterlagen, Rechnungen oder Werbemittel hervor, sondern den neuen Torquato-Katalog - mit unserem Titelbild darauf. Er kam sehr passend mit dem jetzigen Mini-Kälteeinbruch ins Haus. Und da wir vor ein paar Tagen eh schon die ersten drei Sterne aufgehängt haben, fehlen jetzt nur noch Kekse und Kaffee und schon kann Weihnachten kommen. Papperlapapp - wir stellen gerade fest: Sonntag in einer Woche ist ja erst der erste Advent. Doch die Zeit rast. Dann fangen wir am besten gleich mal mit dem Backen unserer Lieblingskekse an: den Engelsaugen oder auch Husarenkrapferln. Und die Holzengel (mit den elf Punkten) können sich so langsam auch schon einmal warmspielen.

18. November - Vorgezogener Adventskaffee


Mit Baumkuchen aus Salzwedel und einem halb versteckten Weihnachtsmann auf dem Tisch ... Alle Jahre wieder zieht es uns zu Alfred und Monika nach Bergen an der Dumme. Diesmal waren die beiden auch nicht nicht ganz so weit entfernt wie sonst, denn wir starteten von Dömitz aus. Die beiden Neuwendländer erzählten uns begeistert von ihrer Annahme für die Kulturelle Landpartie 2023 und so wird im nächsten Mai zum ersten Mal auch auf ihrem Grundstück bei dieser weit über die Grenzen des Wendlands hinaus bekannten Veranstaltung ihre Kunst präsentiert. Die Kulturelle Landpartie findet vom 18. bis 29. Mai 2023 an über 70 Orten im Wendland statt und lockt jedes Jahr tausende von Besuchern in die Region. Wir freuen uns jetzt schon darauf, Alfred und Monika spätestens dann wiederzusehen. Doch unsere Gespräche drehten sich nicht nur um die Kunst. Diese Vielfältigleit ist es, die wir im Austausch mit den beiden so wertschätzen. Neben den künstlerischen Interessen ist es unter anderem auch die Lust am Genuss, die uns verbindet. Und so fuhren wir nach zweieinhalb Stunden des intensiven Austausches zufrieden und mit einigen interessanten Buchtipps im Gepäck wieder in unser Hotel zurück.

17. November- "Es ist ein...


...e Lieblingsadresse!!!" Hä? Wieso? Die neuen Lieblingsadressen sind doch bereits in der letzten Woche erschienen. Richtig - die aktuellen Lieblingsadressen Sachsenwald haben bereits in der letzten Woche "das Licht der Welt erblickt". Doch unser "neues Baby", die Lieblingsadressen Vier- und Marschlande, gibt es erst seit heute. Die allererste Ausgabe. Druckfrisch und gebührend in der Alten Deichkate gefeiert. Wir hatten in den letzten Wochen und Monaten das Vergnügen, die schönen Hamburger Stadtteile der Vier- und Marschlande und die dort beheimateten Gewerbetreibenden etwas besser kennenzulernen und konnten einige neue "Schätze" entdecken. Auch landschaftlich war es ein ein Genuss. Wann immer wir ein wenig Zeit zwischen den Terminen hatten, saßen wir auf dem Deich und schauten in die Ferne. Das war für uns fast so schön wie der Blick auf die Ostsee vor Bornholm und so entspannend wie Yoga oder eine Meditation. Wir können nur dazu raten: schnappt euch ein Heft und nichts wie hin in die Vier- und Marschlande!

16. November - Es könnte alles so schön sein …


…  wenn nur dieses oder jenes anders wäre. So ist es nun aber einmal nicht. Was bleibt, ist der nüchterne Blick auf die Realität. Und der sieht in Bezug auf Dömitz zwiespältig aus. Auf der einen Seite hat Dömitz eine tolle Lage - direkt an der Elbe - doch auf der anderen Seite führt eine Durchgangsstraße mitten durch die Altstadt, die bevorzugt von LKW benutzt wird. Es gibt eine große Festungsanlage mit Museum, die jedoch nur wenige Öffnungszeiten hat. Schöne Altstadthäuser - die meisten von ihnen aufgegeben. Hotel am Hafen mit sensationellem Ausblick - mittlerweile zu einer Hotelkette gehörend und ein wenig in die Jahre gekommen. Diese Gegenüberstellungen ließen sich noch weiter führen und zeigen nur stellvertretend das Leid etlicher kleiner Gemeinden: zu wenig Kaufkraft, zu wenig Anziehungskraft. Zu wenig Tatkraft von jedem Einzelnen (also von uns allen), die wir lieber im Internet unsere Waren bestellen oder zum Essen die Tiefkühlpizza wählen. Dann dürfen wir aber bitte in ein paar Jahren nicht über die Unattraktivität der Innenstädte jammern. Was man in Dömitz zum Beispiel wirklich gut kann, ist den Kopf frei zu bekommen, einfach abzuschalten, den Spaziergang auf dem Deich genießen und dabei wieder die ein oder andere Idee für die Gegenwart und Zukunft zu bekommen. Und diese Ruhe an der Elbe ist einfach himmlisch.

15. November - Die Welt ist auch nur ein Dorf


Bereits bei unserem ersten Besuch in Dömitz an der Elbe ist uns das Restaurant "La Taverne" in der Nähe des Hafens aufgefallen und wir fühlten uns sofort an einen Urlaub in der Bretagne vor einigen Jahren erinnert. Damals aßen wir in Auray mehrmals in einem Bistro köstliche Crêpes und Galettes - jeweils mit einem "Fin de Bretagne" zum Abschluss. Eine ähnliche Küche bietet Florent in seinem Restaurant in Dömitz an. Neben eben genannten Mehlspeisen findet man aber noch weitere französische Spezialitäten auf der Speisekarte des gebürtigen Franzosen. Nachdem wir gestern Abend nach einem super Käsefondue mit dem sympathischen Tavernier noch eine ganze Weile ins Gespräch kamen und dabei eine Menge über seine Philosophie und Einstellung zum Genuss und frischen Lebensmitteln erfuhren, verabredeten wir uns spontan für heute Vormittag zu einem Fotoshooting für unseren Blog mit ihm und seinem Mitarbeiter Sascha. 
Bei unserer gemeinsamen Vorliebe für exzellente - möglichst biologische - Lebensmittel blieb es nicht aus, dass wir auch das Thema Slow Food am Wickel hatten. Schnell fiel hierbei der Name Jens Witt und wir können nicht sagen, wer von uns verdutzter aus der Wäsche schaute: Florent oder wir. Florent erfuhr von uns, dass wir Jens 2020 kennengelernt haben und dank seiner Hilfe bereits mehrere Slow Food Chefs kennenlernen durften und von Florent erfuhren wir, dass Jens vor einigen Wochen bei ihm essen war und mindestens genau so begeistert gewesen ist, wie wir gestern. Und so gingen wir mit der Bitte im Ohr, Jens einen lieben Gruß von Florent zu überbringen - was wir gerne machen werden. So klein ist die Welt. Und so schön.

14. November - Die Sache mit dem Nichts


Alle Jahre wieder kommt Ende Oktober die Frage nach einem Wunsch zu meinem Geburtstag auf. "Christian, hast du dieses Jahr vielleicht mal einen Wunsch?“ Meistens lautet meine Antwort, dass ich mir Nichts wünsche. Als Antwort kommt nicht etwa ein "Okay ", sondern eine leicht enttäuschte Miene. Auch meine Beteuerung, dass ich alles habe, nichts vermisse und auch so glücklich bin, lässt meistens eine Ratlosigkeit zurück. Gelernt habe ich, dass Menschen besser damit umgehen können, wenn Wünsche eher zu groß oder unrealistisch sind, als wenn es überhaupt keinen Wunsch gibt. Genauso hat es einige Zeit gedauert, bis meine Schwiegermutter verstanden hat, dass ich zwar die Geste des Süssigkeitentellers zu Weihnachten oder Ostern mag, trotzdem lieber auf selbige verzichte möchte. Glücklich war ich heute morgen über das Nichts-Geschenk von Mareike, hatte sie es doch geschafft, auch für das Nichts ein passendes Geschenk zu finden. Und als ich schon dachte, ich komme um Geschenke ganz herum, gab es am Abend dann doch noch eine große Überraschung: Opernkarten für uns beide. Das hat mich dann doch sehr gefreut, genauso wie das Lächeln in Mareikes Augen, auch wenn es wieder nichts mit dem Nichts  war.

13. November - "Nie sollst Du mich befragen …




… woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam' und Art!" Über dieses Frageverbot in Wagners Oper Lohengrin rätseln wir nun schon einige Inszenierungen lang und sind noch zu keinem abschliessenden Ergebnis gekommen. Heute Abend war es (schon) wieder soweit - liegt die letzte Oper doch erst einige Wochen zurück - denn nach der Oper ist vor der Oper. Dieses Mal ging es nach Lübeck. Dort begann vor einigen Jahren unser Wagner-Wahnsinn mit unserer ersten "Der Ring des Nibelungen" Inszenierung. Auch wenn die Lübecker Oper nicht zu den bekanntesten Opernhäusern in Deutschland zählt, sind wir bis heute begeistert von der damaligen Aufführung. Der Einstieg in die Welt Richard Wagners wurde uns von unserem Freund (und ausgebildeten Opernsänger) Alexander sehr leicht gemacht. Innerhalb von zwei Stunden erzählte er uns anhand von musikalischen Beispielen so viel über die Wagners Ton- und Dichtkunst, dass es uns damals sofort fesselte. Heute wurde Lohengrin inszeniert und das Stück brachte uns zurück zu unseren Wagner-Wurzeln nach Lübeck. Ein tolles Theater- und Opernhaus ganz ohne Schnickschnack, dafür gemütlich, unaufgeregt und familiär. Entfernte Bekannte haben wir dort auch noch getroffen und dazu die bis jetzt schönste und spannendste Inszenierung von Lohengrin, die wir in den vergangenen Jahren sehen durften, erlebt. Stimmlich auf höchsten Niveau, musikalisch ein Genuss, die Chorszenen einfach himmlisch und die Inszenierung psychologisch so spannend und zugleich stimmig, dass wir überlegen, im kommenden Frühjahr noch einmal zum Lohengrin nach Lübeck zurück zu kommen. Der Wahnsinn, beziehungsweise das Rätselraten, geht weiter. Wie schön, dass es nicht auf alles eine Antwort gibt.

12. November - Gut behütet


Auch so eine doppeldeutige Bezeichnung. Auf der einen Seite meint es einfach nur "mit einem Hut bedeckt" zu sein und auf der anderen Seite "sich behütet" - im Sinne von beschützt - fühlen. Bei diesem Motiv in der Lauenburg Altstadt fühlten wir uns zuerst einfach nur beobachtet, so wie uns diese vier Gesichter anschauten. Es sind oft nur Sekundenbruchteile, die entscheiden, ob wir noch einmal umdrehen, um ein Foto zu machen oder eben auch nicht. Selten rational zu erklären. Meistens (oder immer) ist es eine Bauchentscheidung. Gepaart mit Entdeckerfreude, dem Wunsch zu wissen, was hinter der Tür oder dem Fenster ist. Und solange diese Freude am Entdecken uns begleitet wissen wir, dass es die richtige Berufung ist - wir fühlen uns also im übertragenen Sinne "gut behütet".

11. November - Echte Handarbeit …


… kommt selten ohne Beinarbeit aus. Wie bitte? Was wir damit meinen? Das hier: Wir hatten heute neben viel Holz auch das ein oder andere Bein vor der Linse. Die Zimmerer sind jetzt seit genau einer Woche auf unserem Grundstück und das kleine Holzhaus nimmt schneller seine Form an als gedacht. Im Gegensatz zu der doch oftmals sehr gedämpften Arbeitsatmosphäre in verschiedenen Büros - jedenfalls so, wie wir es schon auf dem ein oder anderen Shooting erlebt haben - herrscht hier bei der Arbeit eine gute Stimmung. Das liegt sicherlich auch an dem für diese Jahreszeit doch sehr mildem Wetter. Zum Abschluss unseres Besuchs auf der Baustelle setzten wir gleich noch einen Tipp aus der Nachbarschaft in die Tat um und fuhren nach Hitzacker zu Ritas Mittagstisch - dort gab es regionale Küche in Spitzenqualität. So kann das Wochenende beginnen.

10. November - Feste feiern


Darum ging es gestern Abend bei der Präsentation der neuen Ausgabe Lieblingsadressen Sachsenwald. Es war einfach schön zu sehen, wie ein Großteil der auch wieder in dieser Ausgabe präsenten Firmen im Waldhaus Reinbek zusammen kamen, um sowohl die druckfrische Ausgabe durchzublättern, als auch sich persönlich zu sehen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die drei Stunden vergingen rasend schnell, es blieb wie so oft zu wenig Zeit, um mit jedem zu sprechen, trotzdem war es für alle ein Fest. Zu einem persönlichen Austausch gibt es einfach nichts vergleichbares, kein Zoomcall, kein noch so ausgefeiltes virtuelles Treffen kann es damit aufnehmen. Deshalb: lasst uns Feste feiern!

09. November - Wann kommt er denn nun eigentlich, der Winter?

"Der Winter kommt" heißt ein Spot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Er handelt von dem hilflosen Versuch des Ministeriums, der Gesellschaft zu erklären, was bereits Achtjährige zum Thema Energiesparen wissen sollten. Vor gut drei Wochen haben wir hier schon einmal darüber geschrieben und schon damals war uns unklar, wer damit eigentlich erreicht werden sollte. Da wir aber das Selber-Machen dem Nichtstun vorziehen, haben wir unsere Ideen zu diesem Thema in dem folgenden Spot zum Ausdruck gebracht. Und wer den Original-Spot noch einmal sehen möchte, kann dies hier tun: https://www.youtube.com/watch?v=ks3Ou-JLTes

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08. November - Ein ganz normaler Tag im November


"Das sieht ja fast wie eine Weltuntergangsstimmung aus..." Uns fielen sofort Filme wie Armageddon – das jüngste Gericht, The Day after Tomorrow oder 2012 – Das Ende der Welt ein und nur wenige Augenblicke später fing es auch noch zu regnen an. Dieses imposante Farbspiel am Himmel wechselte innerhalb von Sekunden sein Aussehen. Für so einen Moment spielt die Kameramarke übrigens keine Rolle - wir gestehen, diese beiden Fotos sind mit einem Handy fotografiert worden (nicht mal mit einem Aktuellen). "Pfui!" werden jetzt vielleicht einige unserer Leser denken oder "Das hätte ich von denen jetzt aber nicht gedacht." Letztendlich zählt jedoch nur das Ergebnis. Denn das Wort Photographie kommt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa Mit Licht zeichnen und das stimmt ja nun bei diesen Fotos hundertprozentig, oder?

07. November - "Was hängt denn da?"


Diese Einleitungsfrage aus einem Sketch von Helge Schneider ("Erziehung" - wenn es irgendjemand interessiert) würde auch auf diese Maske passen, die da anscheinend mit viel Bedacht an einen Holzstamm drapiert wurde. Überhaupt sieht man allerorten Masken, die scheinbar achtlos weggeworfen wurden oder einfach nur aus der Jackentasche gefallen sind. Über den Nutzen derselben wollen wir hier jetzt nicht sprechen, wohl aber über so manche Beobachtung, die wir gemacht haben - und zwar nicht nur im Wald: Manche Menschen tragen ihre Masken tatsächlich beim Spazieren gehen in der Natur, beim Joggen oder auch beim Fahrradfahren. Das sieht in unseren Augen eher befremdlich aus. Ob wir jemals wieder ganz ohne Masken auskommen werden, liegt in den Sternen. Nur eine Bitte hätten wir dann doch noch: Leute, nehmt eure Masken bitte mit und entsorgt sie richtig.

06. November - Eine Reise in sechs Etappen


Reisen ist schön. Reisen mit einem Thema ist oft noch schöner. Ob Wandern oder auf musealer Entdeckungstour, ein Thema lenkt den Blick auf einen Ausschnitt der Region und schärft die Sinne. Vor vielen Jahren waren wir des öfteren in Palermo und einmal waren wir dabei auf den Spuren des Buches "Palermo sehen und sterben". Wir besuchten die im Buch beschriebenen Orte mafiöser Verbrechen und fotografieren dort jeweils ein Bild als Erinnerung. Unsere gestrige Reise fiel etwas kürzer aus und dazu brauchten wir uns noch nicht einmal großartig bewegen. Nur ab und zu zum Kühlschrank und eine neue Flasche öffnen. So führte uns die Reise von Adelsdorf in Mittelfranken, über Unterzaunsbach, Schlammersdorf, Weißenohe, Ahorntal bis nach Bayreuth in Oberfranken. Das einhellige Fazit nach den sechs Etappen: Wiederholung unbedingt erwünscht - und zwar am liebsten dann vor Ort.

05. November - Errungenschaften der Menschheit


Haben wir uns in den letzten 20 Jahren eigentlich ernsthaft weiter entwickelt? Wenn man das Bild betrachtet, könnte man sagen: Ja, denn heute haben zum Beispiel viele schon zwei Handys - ein privates und ein geschäftliches. Oder unsere Beobachtung heute morgen auf einem Supermarktparkplatz: Vatti bliebt im Auto sitzen, Mutti geht einkaufen und als sie dann zurück kam, drückte Vatti den automatischen Heckklappenöffner. Hurra, was für ein Fortschritt!
Was für großartige Verbesserungen wir doch haben in unserer mordernen Welt. Oder doch nicht? Die allermeisten Erfindungen zielen ja darauf ab, es uns bequemer zu machen. Uns nicht mehr so viel bewegen und denken müssen. Hometrainer oder Fitnessstudios sind auch so eine Sache. Statt mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren, stellen sich die Menschen lieber zuhause auf ihren Hometrainer oder fahren gar mit dem Auto zum Fitnesscenter, um dann dort aufs Laufband zu gehen. Irgendwie bescheuert. Noch so ein Beispiel: unsere "Gläubigkeit" an die Allwissenheit von Google. Bevor wir den Kopf anschalten, googeln wir lieber schnell und glauben dann einfach einen Querschnitt der ersten drei Einträge im Internet. Dabei führt eben genanntes Verhalten leider nicht dazu, dass wir schlauer werden - genau das Gegenteil ist der Fall.
Und ob es wirklich ein Fortschritt ist, immer und überall erreichbar zu sein ist mehr als  zweifelhaft. Naja, es gaukelt uns immerhin ein Stück weit unsere eigene Wichtigkeit vor.

04. November - Die Aufraffer


"Wisst ihr eigentlich wie schwer es manchmal für uns ist, den Hintern hochzubekommen und nicht am Ohrensessel kleben zu bleiben?" Mit diesen Worten erzählten uns Timm und Angelika augenzwinkernd von ihrem zweimal wöchentlich stattfindenden Tangokurs, an dem sie, wenn sie erst einmal am Unterrichtsort in Hamburg angekommen sind, mit großer Begeisterung und Leidenschaft teilnehmen. Überhaupt nahm das Thema Musik einen großen Raum bei unserem gestrigen Treffen ein. Ob es um die Sommerlichen Musiktage Hitzacker ging, die die beiden schon seit Jahren regelmäßig besuchen oder um unsere Liebe zu den Opern Richard Wagners - das gemeinsame Interesse an Musik brachte uns zum Schwärmen. So ist die Vorfreude auf die nächste Oper - in unserem Fall Lohengrin in Lübeck - nach dem gestrigen Abend noch einmal ein ganzes Stück gewachsen.

03. November - Der Rastlose


"Wo ist denn eigentlich Erwing?" - war unsere zweite Frage, nachdem wir gestern bei Barbara, mit der wir zum Fotografieren verabredet waren, und ihm in Martfeld angekommen waren. Und in der Tat, lange bevor wir die beiden zusammen für ein Foto vor der Linse hatten, hörten und sahen wir nichts von dem quirligen Schauspieler, der eben nicht nur Schauspieler, sondern auch gefragter Kulissen-Erdenken und -Umsetzer ist. Genau das war es auch, was er gestern den ganzen Tag über tat: Kulissen bauen. Er stellte mit Leinen bespannte Holzrahmen her, bevor diese später bemalt werden sollen. Mit bewundernswerter Engelsgeduld rackerte sich Erwing dazu Bahn für Bahn an dem Stoff ab, den er auf Keilrahmen spannte, nur um ihn dann wieder stellenweise zu lösen, neu zu spannen und manchmal sogar - mit einem leichten, fast unhörbaren Fluch auf den Lippen - die Prozedur von neuem zu beginnen, weil doch mehr Falten als zulässig im Stoff waren. Wie schön, dass er am Ende wenigstens zum Essen ein klein wenig Zeit hatte, denn nicht nur wir haben ihn vermisst, sondern ebeso Kendo und Greta. Barbara erwähnte auch gleich nach der Pause: "Alle Hunde lieben Erwing." Nicht nur die Hunde tun dies ...

02. November - "Was sich neckt, das liebt sich."


Wer kennt nicht dieses Sprichwort? Genauso wie "Verliebtes Paar, küsst Euch mal ..." Auch mit anderen Reimen dieser Art kommt man damit in der Schule in Berührung - oder bei Barbara und Erwing. Wie sagte Barbara so schön: "Ohne Kabbelei ist eine Beziehung doch total langweilig!" Wir können dem nur zustimmen und erfreuen uns an den vielen Begegnungen mit den beiden sympathischen Künstlern, die eine rund ums Kochen und der andere für alles auf und hinter der Theaterbühne. Und so ganz nebenbei gibt es diese vertrauten und liebevollen Momente wie auf diesem Bild. Da können wir nur sagen: Kabbelt euch weiter!

01. November - So bekloppt muss man erstmal sein


Das war die spontane Reaktion einer Bekannten auf unseren letzten Opernbesuch vor ein paar Tagen in Hamburg. Was sie damit vermutlich ausrücken wollte, war eher ihr Erstaunen über unseren mittlerweile fünfzehnten Besuch einer Oper von Richard Wagner in diesem Jahr. Wir geben es gerne zu: ein wenig bekloppt oder - netter ausgedrückt - begeistert sind wir von der Musik, den Texten und vor allem von den Handlungen dieser Opern. Auch, wenn wir den "Fliegenden Holländer" bereits viermal gesehen haben, ist es doch jedesmal ein neues Erlebnis. Trotzdem haben wir uns zuhause erneut mit einer Einführung von Stefan Mickisch auf CD vorbereitet und außerdem die Einführung der Hamburgischen Staatsoper genossen. Keine schlechte Wahl, denn wo kann man schon einmal während des "Unterrichts" so ungeniert essen und trinken? So eine reduzierte Inszenierung, wie in Hamburg, haben wir noch nicht erlebt. Christian hat sich im Vorfeld auch so einige Gedanken gemacht, ob diese moderne Inszenierung etwas für seine Mutter sei, doch die waren vollkommen überflüssig. Ihre Reaktion lautete nur: "Das war einfach großartig!" Die Aufführungsdauer von zwei Stunden und zwanzig Minuten ohne Pause kam uns allen extrem kurz vor. Das lag nicht zuletzt auch an den vielen grandiosen Chorszenen, die für so manchen Gänsehautmoment sorgten. Auf dem Nachhauseweg klang uns die Musik noch in den Ohren und wir fuhren mehr oder weniger schweigsam durch die Nacht. 
Zu guter Letzt sei erwähnt, dass gerade Lohengrin in Lübeck gespielt wird und wir könnten schon wieder ... Herrlich bekloppt! 

31. Oktober - Heimat ist eben Heimat ist eben Heimat


Klingt wie eine Floskel, ist es aber nicht. Wenn Christian sich mit Ingo trifft, dann meistens in der Pappenheimer Wirtschaft in der Papenhuder Straße in Hamburg Uhlenhorst. Dieses Lokal - oder besser: diese Gastwirtschaft - zeichnet sich vor allem durch ihre fränkischen Speisen und Getränke aus. Klar, dass sich hier vor allem Christian besonders wohl fühlt. Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass er eine Träne der Rühseligkeit verdrückt hat. 
"Ach, Du musst heute nicht mehr mit dem Auto fahren?" war bei ihrem letzten Treffen Ingos Bemerkung über die zweite Bierbestellung. Zur dritten gab es dann keinen Kommentar mehr. Jedesmal ein anders. Hauptsache dunkel, malzig und mit Röstaromen. Das Wagner Bräu war dann am Ende der "Gewinner". Zu Essen gab es zuerst Schweinsbraten mit Rotkohl und Kloß (oder besser: anderthalb Klößen), danach noch ein Schmalzbrot und als Mareike etwas später zu den beiden stieß, noch einmal zwei Nürnberger Bratwürste mit Sauerkraut. Soviel Zeit muss sein. Genauso wie für das fast schon obligatorische Foto von Ingo. Heimat eben.

30. Oktober - "Das Fundament ist am wichtigsten!"

... schrieb uns Ralf, als wir ihm diese Fotos schickten. Und in der Tat fühlte es sich wundervoll an, als am vorigen Freitag dieses Fundament innerhalb von nicht einmal 90 Minuten gegossen wurde. Endlich beginnt unser kleines Bauvorhaben bei Hitzacker im Wendland. Die Holzwände werden parallel in der Zimmerei vorgefertigt und wenn alles nach Plan läuft, geht es schon am siebten November mit deren Aufstellung weiter. Ausser Kaffee kochen, Brötchen schmieren, interessiert in der Gegend rumstehen und zugucken konnten wir zwar nichts machen, aber es war trotzdem großartig dabei zu sein. Außerdem war es interessant zu beobachten, wieviel Handarbeit nötig ist, um ein Haus zu bauen - und das trotz modernster Maschinen. Zu philosophischen Überlegungen hat uns Ralfs Aussage übrigens auch noch gebracht: ist nicht ein gutes Fundament die Basis für fast alles im Leben? 

29. Oktober - Oh Hamburg, Du Perle


Es muss hier einfach mal gesagt werden: Christian betreibt häufig Hamburg-Bashing. Meistens, um damit Mareike zu ärgern. Er unterstellt dann gerne Menschen, die Hamburg als die schönste Stadt der Welt betrachten, dass es ihnen einfach nur an Reiselust fehle und außerdem hätten sie auch noch einen beschränkten Horizont. Dazu sagen wir jetzt ermal nichts weiter.
Aber dann das: So ganz ohne Vorwarnung schickte er Mareike dieses Foto vom abendlichen Blick über die Alster auf den Fernsehturm mit den Worten: "Schau mal, wie schön."
"The Times They Are a-Changin’ " sang einst Bob Dylan. Da muss was dran sein. Mal sehen, wie lange diese "Liebe" anhält.

28. Oktober - Es steht ein Klo im Nirgendwo


Heute sind wir dezent poetisch unterwegs. Immerhin fuhren wir extra ein zweites Mal an dieser skurrilen Örtlichkeit vorbei, um dieses einsame Klohäuschen am Wegesrand im Nirgendwo zu dokumentieren. Keine Baustelle weit und breit. Sieht so vielleicht schon die Notversorgung bei einem möglichen Blackout aus? Weil ja auch die Wasserversorgung betroffen sein könnte, ist das vielleicht als letzte Zuflucht gedacht. Aber im Winter und dann auch noch ungeheizt? Ungemütlich. Wir sehen in unserer Fantasie schon eine lange Schlange an Wartenden. Adé du stilles Örtchen.

27. Oktober - Hundeleben 

 

Manche Hunde leben auf dem Sofa in einer Etagenwohnung. Manche in einem Haus mit eigenem Garten. Wieder andere fristen ihr Dasein in einem Zwinger und dann gibt es noch etliche, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten. Dann gibt es Hunde, die auf der Straße leben und einige wenige gar in einer Tasche - ja, das gibt es tatsächlich auch. Und diese kleine Zeitgenossin, der wir gestern Abend in der Papenhuder Straße begegnet sind? Das ist eine freundliche Kneipenhündin, die uns zwar zuerst anbellte, dann aber neugierig wurde und nichts gegen ein bisschen Abwechslung einzuwenden hatte. Die restliche Kneipengesellschaft winkte uns zu sich, was wir allerdings ablehnen mussten, da Kendo und Greta bereits auf uns warteten. Auf dem Weg nach Hause fragten wir uns noch, wie es sich wohl so lebt als Kneipenhund - so ganz ohne Alkohol? 
Gut, dass Hunde nicht sprechen können ...

26. Oktober - "Stoppt den Krieg" 

 

Seit dem 24. Februar dieses Jahres lesen wir Tag für Tag und auch bei Nacht auf den HVV-Bussen diese Aufforderung. Wer mag sich das ausgedacht haben? Der Vorstand? Die Gewerkschaft? Die Marketing-Abteilung? Vielleicht sogar Putin selbst? Wer weiß das schon so genau? Und wer ist eigentlich nicht für den Weltfrieden und andere fromme Wünsche? Und dann bleibt noch die Frage nach dem Adressaten. Wer kann diesen Krieg wirklich stoppen? Der Papst? Olaf Scholz? Wir alle, wenn wir nur laut genug "Stopp“ rufen? Die Frage lautet doch eher: Kann es irgendwann wieder Frieden geben, ohne dass die Grenze zwischen der Ukraine und Russland von unabhängigen Beobachtern überwacht wird? Frieden ist nicht nur das Ausbleiben von Gewalt, sondern auch ein Zustand, in dem man entspannt und vertrauensvoll leben mag und kann. Bis dahin ist der Aufruf leider nichts als eine leere Worthülse. 

25. Oktober - Der Klang der blauen Gitarre


Neugierig bleiben ist das Lebensmotto von Bill. Mit seinen 75 jähren ist er aktiv wie nur wenige Menschen in unserem Umfeld. Gerade ist sein zweiter Roman "Der Klang der blauen Gitarre" im Lektorat und kommt im nächsten Frühjahr in den Buchhandel. "In meinem zweiten Buch habe ich mich an mir abgearbeitet." erzählt Bill uns bei unserem heutigen Besuch in Mölln, wo er bereits seit über 40 Jahren wohnt. Und in der Tat stand Bill - genau wie sein Protagonist - 1969 ebenfalls vor der Frage, sich auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges nach Kanada abzusetzen. "Er macht viele Fehler in seinem Leben, kehrt am Ende an den Ausgangsort der Handlung zurück und ich kann von mir ebenfalls sagen, dass ich in meinem Leben Fehler gemacht habe, dadurch auch andere Menschen ohne Absicht verletzt habe, so ist das wohl, wenn man zurückblickt." Ob Bill ein drittes Buch schreiben wird, ist noch vollkommen offen. Da hätte sein Wunsch nach einer mehrmonatigen Auszeit in der Bretagne zurzeit eine größere Bedeutung. Zum Abschied gab Bill uns dann noch mahnend mit auf den Weg: "Bleibt neugierig!"

24. Oktober - Wohin geht die Reise?


Ist dieses Bild des leeren Pools in Dömitz an der Elbe möglicherweise ein Vorbote des Untergangs großer Teile der Hotellerie und Gastronomie in Deutschland ungeahnten Ausmaßes? Seit Jahren ist bereits das Landgasthofsterben in vielen Orten zu beobachten. Entweder ist es die nicht geregelte Übergabe an die nächste Generation, fehlendes Interesse seitens der jungen Menschen, in diesem auch körperlich sehr anstrengendem Beruf zu arbeiten oder aber die wirtschaftliche Situation ließ an ein Weitermachen nicht denken. Das ging schon lange vor Corona los. Die letzten zwei Jahre taten ihr Übriges, gepaart mit der massenhaften Abwanderung von Jobs aus dem Gastgewerbe. Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, haben wir seit diesem Jahr zusätzlich extrem gestiegene Energiekosten. Es sind dabei nicht nur die Heizkosten der oft großen Lokalitäten, die eine entscheidende Rolle spielen, sondern auch der Energiebedarf in der Küche. Die Preissteigerung im Energiesektor kann dabei nicht oder nur unzureichend an den Gast weitergegeben werden, da insgesamt durch die Inflation eine Konsumzurückhaltung entstanden ist. Ein Teufelskreislauf: ohne zahlende Kunden keine Umsätze, trotzdem aber laufende Kosten. Und jetzt erst beginnt die dunkle und kalte Jahreszeit, die nicht nur mehr Energiekosten nach sich zieht, sondern auch auf die Konsumentenlaune drückt. Ohne treue Kunden, ohne familiäre Unterstützung im Betrieb und ohne Eigentümer des Hotels oder des Restaurants zu sein, wie soll das finanziell zu schaffen sein? Nur indem wir trotzdem Essen gehen und auch mal anderswo Übernachten - ansonsten können wir das Licht in Deutschland bald komplett ausmachen.

23. Oktober - Der Mann mit dem guten Geschmack


Dass Johann Andreas Schernikow schon 1807 einen ausgezeichneten Geschmack hatte, durften wir heute bei unserem Besuch in Salzwedel erfahren und erschmecken. Schernikow entdeckte mit dem Baumkuchen ein wohlschmeckendes Rezept in Lüneburg und brachte dies flugs in seine Heimatstadt Salzwedel, wo eben genanntes Gebäck seitdem ungebremst seinen Siegeszug antrat.  

1842 übernahm Joachim Friedrich das Geschäft seines Vaters, welches 1865 von König Wilhelm der IV. von Preußen Salzwedel besucht wurde und dieser ernannte JFS zum königlichen Hoflieferanten. Wir wollen jetzt nicht mit der gut 200 jährigen Geschichte langweilen. Nur soviel sei verraten: das gut gehütete Geheimrezept leistet bis heute hervorragende Dienste. Und so hieß es heute nachmittag für uns im Café Kruse: Draußen nur Kännchen.

22. Oktober - Schildbürgerstreich


Auf dem Weg nach Dömitz fuhren wir heute hinter Boizenburg über die B195 vorbei an Wiesen, Feldern und Wäldern. Die Sonne schien. Kaum Autos unterwegs. Ein dünn besiedelter Teil Deutschlands entlang der ehemaligen Zonengrenze. Wir sprachen über unsere Wünsche für die nächste Zeit. Ob und wie zufrieden wir mit unserer jetzigen Situation sind, was wir verändern möchten, über den Krieg in der Ukraine, die daraus resultierende Energieverteuerung und was wir persönlich dazu beitragen können. "Halt mal an! Hast du das gerade gesehen? Das glaube ich jetzt nicht!" Es ist tatsächlich schwer zu verstehen, warum diese Bank dort irgendwo im Nirgendwo steht. Sei’s drum. Sie steht da halt etwas einsam. Aber wozu muss da noch dieses Schild stehen? Damit man sieht, dass dort kein Mülleimer ist? Sozusagen für das Offensichtliche? Irgendwie verstörend. Es gibt tatsächlich neben der Energie noch etliche andere Möglichkeiten, bei denen gespart werden kann. Dies gilt gerade für Bereiche, die durch die öffentliche Hand verwaltet werden.
So  fahren wir zum Beispiel jedesmal aufs Neue irritiert die Straße zu unserem Studio herunter, an der auf einer Länge von ungefähr 700 Metren seit etwa zwei Jahren sage und schreibe 29 Halteverbotsschilder stehen. Das muss man planerisch erst einmal schaffen. Und kostenlos sind diese Schilder auch nicht.

Aber damals waren wenigstens Strom und Gas noch erschwinglich.

21. Oktober - Ein Mann. Ein Bart. Ein Wort.


"Hey, der Bart steht dir aber gut!" Mit diesen Worten begrüßten wir Jan-Phillip beim Betreten seines Ess- und Genusswarenladens in Aumühle vor genau einer Woche. "Danke, aber der kommt morgen ab." war seine Erwiderung. Als wir ihn jedoch baten ein Portraitfoto von ihm mit Bart machen zu dürfen, versprach er uns, mit dem Rasieren bis dahin zu warten. Und heute - genau eine Woche später - war es dann soweit. Wir fanden endlich die Zeit im Fricke's vorbei zu schauen, in der Hoffnung, dass der Bart noch nicht ab war. Und siehe da: Ein Mann, ein Wort - der Bart war noch dran. Das Foto entstand einfach zwischendurch, nur einmal kurz unterbrochen von zwei Kindern, die ihr Taschengeld in Süssigkeiten investierten wollten. Vollkommen unkompliziert, keine Frage nach dem "Warum?“, sondern einfach mit Spaß an der Sache. Dazu gab es noch einen leckeren Kaffee und wie immer interessante Gespräche  genug Themen gibt es zurzeit ja.

20. Oktober - Das "Green-Team"


Es gibt so viele Berufe, bei denen man die Menschen, die sie ausüben, kaum zu Gesicht bekommt und ohne die wenig bis gar nichts läuft. Angefangen beim Lokomotivführer über Reinigungskräfte, bis hin zu Greenkeepern. Die meisten Golfspieler wollen keine Greenkeeper sehen, wenn sie ihrem Hobby nachgehen, sehr wohl aber auf einer exzellent gepflegten Golfanlage unterwegs sein. Heute waren wir im Golfclub am Sachsenwald, um die Greenkeeper sichtbar zu machen. Denn zur Platzpflege gehört weitaus mehr, als nur das Grün perfekt zu pflegen. Es müssen die Abschläge, die Fairways, die Roughs, die Bunker, das Vorgrün und viele andere Bestandteile einer Golfanlage ebenfalls bestens in Schuss gehalten werden, damit ein ungetrübtes Spielvergnügen gewährleistet werden kann. Und das Ganze natürlich ohne den Einsatz von Chemie, was die wenigsten Nichtgolfer wissen. Denn es gibt strenge gesetzliche Auflagen zur Pflege von Golfanlagen. Und auch im Winter gibt es auf einer Anlage keine Langeweile, müssen nicht selten Sturmschäden beseitigt, Wege ausgebessert, bereits bestehende Bahnen umgebaut werden und das ein oder andere Wildschwein ferngehalten werden. Wenn im Sommer dann die Spieler schon sehr früh unterwegs sein können, bedeutet das ebenfalls, dass die Platzpflege schon mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt und oft in der Dämmerung mit dem Ballsammeln auf der Driving-Range endet. Ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Wir durften heute beim Fotografieren eine tolle Mannschaft in Dassendorf erleben - ein echtes "Green-Team" eben!

19. Oktober - Drahtseilakt


Dass an diesen dünnen Drähten, beziehungsweise an dem Strom, der durch sie hindurchgeleitet wird, buchstäblich unser Gegenwart und Zukunft hängt, hätten wir vor ein paar Monaten noch nicht gedacht. Die aktuelle Energieknappheit führt uns unsere Verwundbarkeit deutlich vor Augen. Dabei geht es nicht nur darum, wie angenehm warm wir es zuhause haben, sondern auch um die industrielle Zukunft Deutschlands. Vor ein paar Wochen waren wir Teil einer Gesprächsrunde, bei der aus ein Vertreter der großen deutschen Industriebetriebe anwesend war. Ihm zufolge gibt es in nicht wenigen deutschen Unternehmen Überlegungen, Teile der Produktion ins Ausland - zum Beispiel in die USA -zu verlegen. Da solche Planungen nicht von heute auf morgen umzusetzen sind, sind sie auch genauso wenig kurzfristig wieder zu stoppen. Um es einmal leicht sarkastisch auszudrücken: Dann erfüllen wir in der Zukunft womöglich alle unsere CO2 Ziele, benötigen dann aber auch jede Menge Therapeuten und Psychiater für die Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben.

18. Oktober - Das Tatortsyndrom


Sind wir Deutschen wirklich so? Muss man uns immer mit dem Holzhammer kommen? Sind wir tatsächlich schwer von Kapee? Beim allwöchentlichen Tatort geht es ja ohne erhobenen Zeigefinger schonmal gar nicht. Subtile Mimik? Angedeutete Gesten oder düstere Geschichten ohne einen moralisch, ethisch oder anderweitig korrekten Hintergrund? Fehlanzeige - dafür gibt es aber jede Menge problembehafteter Ermittler. Leider ist kaum eine Folge mal so raffiniert wie ein skandinavischer Krimi. Von dem Licht, der Stimmung und der Kameraführung wollen wir gar nicht erst anfangen. Gänzlich fassungslos waren wir heute allerdings als wir feststellen mussten, dass der neue Werbespot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zum Thema Energiesparen ernst gemeint war. Man traut uns scheinbar gar nichts zu. Treuherzige Dackelblicke direkt in die Kamera, gepaart mit Mensch*innen jeglicher Couleur (man möchte hier ja niemanden ausschließen), die Energiespartipps zum besten geben, mit denen die meisten von uns bereits seit der Grundschule vertraut sind und dazu noch so gefilmt, dass wir es auch nicht schlechter hätten machen können ... Naja, vielleicht sollte es dadurch ja besonders authentisch wirken.
Die Macher von Monthy Python hätten sicher ihre Freude an diesem Meisterwerk deutscher Filmkunst gehabt. Wer heute noch etwas zu lachen (oder zu weinen) haben möchte, sollte sich diesen Clip unbedingt anschauen.
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=ks3Ou-JLTes

17. Oktober - Eine Rheinländerin in Hamburg


Sonjas Herzlichkeit und Offenheit ist ansteckend. Sie hat viel positive Energie und, wie wir im Laufe unseres Gespräches feststellten, auch die Kraft und Ausdauer diese Energie in konkrete Ziele umzusetzen. Das hat uns sehr beeindruckt. Denn ursprünglich hat Sonja im kaufmännischen Bereich gearbeitet und sich erst vor einigen Jahren für eine Ausbildung zur Heilpraktikerin entschieden. Dabei hatte sie schon früher den Wunsch anderen zu helfen. Nach einem sehr erfüllendem Praktikum als Hebamme stellte sich leider heraus, dass sie zu alt für eine Ausbildung war. Sich unterkriegen lassen galt für sie allerdings nicht und heute ist Sonja froh, sich von ihren Träumen nicht verabschiedet zu haben. Neben ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin ist sie auch als Trauerbegleitung nach Fehlgeburt, Totgeburt und plötzlichem Kindstod aktiv. In ihrer Freizeit interessiert Sonja sich vor allem für Schnelligkeit und Präzision. Als Beifahrerin im Motorsport liebte sie es an Rallyes teilzunehmen und seit kurzem hat sie das Sportschießen für sich entdeckt. Seit diesem Herbst ist die Altengammerin amtierende Schützenköingin der Bergedorfer Schützengesellschaft. Fast vergessen hätten wir unser eigentliches Ansinnen: Ein Foto von ihr für die Lieblingsadressen Vier- und Marschlande zu machen, aber das hat zum Glück dann auch noch geklappt.

16. Oktober - Herstwimmelbild


Passend zum schönen Wetter, kam gestern der Torquato-Herbstbrief mit unserem Titelfoto von der Pilzpfanne. Seit wir das Motiv vor einigen Wochen fotografiert haben vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht an Pilze denken, die Pilzpfanne nachkochen oder Pilzsammlern im Wald begegnen. Einfach köstlich und dabei rasend schnell zuzubereiten. Mit Brot. Oder Nudeln. Oder Kartoffeln. Fast egal - einfach immer lecker. Kann denn Essen süchtig machen? Von uns aus gibt es ein klares "Ja" als Antwort. Vorhin waren wir im Wald mit den Hunden und haben versucht, unsere Augen für Pilze zu schärfen.

16. Oktober - Utopia?


Nein! Die Photopia ist keine Utopie (auch, wenn sich das ein oder andere heute noch sehr utopisch anhörte), sondern die neue Messe rund um die Fotografie und Nachfolgerin der Photokina in Köln. Und es ist die Messe der Bilder. Ob still oder bewegt spielt dabei keine Rolle. Laut und bunt muss es auf so einer Messe natürlich auch zugehen. Ohne permanente Musikbeschallung läuft da gar nichts. Dazu noch viele "super coole" Fotografen (wir natürlich mittendrin) mit einer Leica um den Hals und schon ist man Teil des Jahrmarktes der Eitelkeiten. 

Es gab auch den einen oder anderen interessanten Vortrag, einen kurzen Plausch unter Freunden und ein wenig Prominenz - zumindest in Fotografenkreisen. Und das ist ja auch schonmal was!

14. Oktober - "An apple a day keeps the doctor away"


Getreu dieses Mottos ernteten wir heute erneut einige unserer eigenen Äpfel. Was zuerst wie ein Spaziergang aussah, entwickelte sich zu einer ernsten Angelegenheit. Um jeden Apfel wurde gerungen: Die eisten von ihnen hingen leider zu hoch im Baum und so mussten wir in immer schwindelerregende Höhen hinaufklettern, um zumindest einen Korb voller Äpfel mit nach Hause zu nehmen. "Eat an apple on going to bed, and you'll keep the doctor from earning his bread." war übrigens das Origanlsprichwort und soll angeblich zum ersten Mal in einer walisischen Zeitschrift im 19. Jahrhundert veröffentlich worden sein. In der Tat enthalten Äpfel eine große Menge an Vitaminen und Spurenelementen. Christians Großmutter aß aus diesem Grund jeden Abend vor dem Zubettgehen einen Apfel. Aber Achtung: Die Säure der Äpfel löst ein wenig den Zahnschmelz an, deshalb sollte man nicht gleich im Anschluss die Zähne putzen (das gilt übrigens auch morgens).

13. Oktober - Man trifft sich immer zweimal im Leben

… oder dreimal oder viermal oder …
Das erste Zusammentreffen mit Karsten fand vor fast zwanzig Jahren statt, als Christian einen Imagefilm für die Fußballer der "Alten Herren" des SV Altengamme erstellt hat. Er hat Karsten als offenen, verbindlichen, freundlichen und bescheidenen Menschen wahrgenommen, aber viel mehr Kontakt gab es darüber hinaus nicht. Viele Jahre später - 2019 - begleiteten wir die Fusion der Volksbank Raiffeisenbank (Bargteheide, Bergedorf, Stromarn) und der Vierländer Volksbank fotografisch und da stand er plötzlich wieder vor uns. Immer noch offen, verbindlich, freundlich und bescheiden. Dieses Mal allerdings nicht im Fußballtrikot, sondern im Anzug und in der Funktion als eines der Vorstandsmitglieder der Vierländer Volksbank. 2021 kreuzten sich unsere Wege erneut, denn da wurde wieder fusioniert und wir fotografierten knapp 500 Personen - dieses Mal "ohne Krawatte". Und wir trafen Karsten zum dritten Mal. Unverändert unverkrampft und nahbar. Heute kam es dann zu unserem vierten Aufeinandertreffen im Rahmen eines Fototermins für die Lieblingsadressen. Und was sollen wir sagen? Es war wie immer schön Karsten zu sehen. Es war zwar nur kurz - denn gleich darauf musste er wieder in eine Besprechung - aber wie immer: freundlich, offen, bescheiden … doch wir wiederholen uns. Gerne!

12. Oktober - Pokale, Pokale, Pokale


So weit das Auge reicht schauten uns heute Pokale an ... Im Kaufhaus Vierlanden erwartete uns Bettina zum Fotoshooting und erzählte mit einen Leuchten in den Augen von ihrer Lieblingsmaschine: Einer computergesteuerten Gravurmaschine, die Texte oder Siegernamen in Pokale, Orden oder Medallien graviert. Uns war nicht bewusst, was für eine unglaublich große Vielfalt es an Pokalen, Auszeichnungen, Orden, Trophäen und Teilnahme-Medaillen gibt. Als Bettina uns von der Bedeutung dieser Auszeichnungen erzählte, mussten wir unwillkürlich an den französischen Film "Man muss mich nicht lieben" aus dem Jahr 2005 denken: In einer Szene entlädt sich die ganze aufgestaute Wut des Hauptdarstellers gegen seinen im Altersheim lebenden Vater, der nie auch nur ein einziges liebes Wort an seinen Sohn gerichtet hat. Er bezichtigt seinen Vater, der ihn in seiner Jugend von Tennisturnier zu Tennisturnier geschleift hatte, all seine damals gewonnenen Pokale achtlos weggeworfen zu haben. Der Vater erwidert daraufhin nichts und sie gehen schweigend auseinander. Monate später, nachdem sein Vater gestorben ist, räumt sein Sohn das Zimmer im Altenheim aus und entdeckt oben auf dem Kleiderschrank eine Sporttasche mit eben diesen in seiner Jugend gewonnenen Pokalen.
Solch eine rührend-traurige Geschichte haben wir heute zwar nicht gehört, aber dafür von Eltern, die ihren Kindern - sofern sie nicht unter den ersten Plätzen gelandet sind - Pokale oder Medallien als Trostpreis kaufen und das hat uns ebenfalls sehr berührt.
 


11. Oktober - Intensiver Blick - intensive Gespräche


Ach Arne, war das wieder schön bei Dir und Deiner Mutter im "Heimathäppchen" in Reinbek. Normalweise haben wir eine enge Zeitplanung von Termin zu Termin. Bei euch wird das alles aufgehoben und die erste Frage lautete heute: "Lust auf einen Kaffee?" Na klar - gerne doch! 
Dann kamen schon die nächsten Gäste und wollten erst einmal versorgt werden. Also entspannen und den Kaffee genießen. "Wie sieht es denn mit einem Stück Küchen aus?" Oh ja! Ebenfalls gerne! Selbstgebackenen Pflaumenkuchen mit Streuseln und Schlagsahne. Perfekt. Danach setzten sich Mutter und Sohn gemeinsam an den Tisch für das Foto für die Lieblingsadressen - alles herrlich unkompliziert. Danke für diese kleine Auszeit mit Gesprächen über Gott und die Welt und über eines von Arnes Lieblingsthemen: Brettspiele und ihre fotografische Darstellung - denn davon hat er schon etliche abgelichtet und natürlich auch gespielt.

10. Oktober - Eigentlich …


… ist "eigentlich" ein Unwort. Wir benutzen es häufig. Doch was bedeutet es, beziehungsweise welche Bedeutung gibt es dem Gesagten? "Eigentlich würde ich gerne vorbeikommen." ... bedeutet was genau? Dass man keine Lust oder keine Zeit hat? Dass man sonstwie verhindert ist? "Eigentlich hätte ich diesen Kinofilm auch sehen wollen." Tja, wenn es wirklich wichtig gewesen wäre, hättest Du es doch gemacht, oder? Und nun zu uns: Eigentlich fotografieren wir sehr gerne in schwarzweiß, aber bei diesem Motiv konnten und wollten wir der Farbgebung des Herbstes nicht widerstehen. Dazu sind diese Farben einfach zu intensiv und wir konnten uns kaum sattsehen an dieser Schönheit. Beim nächsten Mal versuchen wir es vielleicht doch einmal in schwarzweiß. Aber eigentlich wäre das doch bedauerlich, oder?

09. Oktober - Total verlernt 

 

"Na klar! Jede polnische Frau und jeder polnische Mann kann Pilze sammeln und vor allem richtig bestimmen." klärte uns heute eine freundliche Pilzsammlerin im Sachsenwald auf unsere Frage, ob Sie uns bei der Pilzbestimmung helfen könne, auf. Das haben wir nie so richtig gelernt. Unsere Omas hatten dieses Wissen noch, aber schon zwei Generationen weiter ist dieses Wissen verloren gegangen. Einen Steinpilz würden wir wohl noch erkennen. Aber sonst? Lieber auf Nummer Sicher gehen und abgepackt im Supermarkt kaufen, anstatt sie im Wald selbst zu sammeln. Es könnte ja gefährlich sein … 
Dabei schmecken Pilze mit Zwiebeln in der Pfanne angebraten, eventuell mit Rührei und etwas Baguette einfach himmlisch und nirgends sind sie so frisch, wie eben aus dem Wald kommend. Wir haben übrigens Maronen gefunden und dem freundlichen Ehepaar überlassen, aber immerhin haben wir wieder etwas gelert.

08. Oktober - Ganz schön mutig

Es gibt so Begegnungen, die einfach nachwirken. So wie die mit Melanie. Wir haben uns gestern im Rahmen eines Fotoshootings für die Lieblingsadressen Vier- und Marschlande kennengelernt und trauten unseren Ohren kaum. Melanie ist ein Paradebeispiel dafür, dass man im Laufe seines Berufslebens die unterschiedlichsten Dinge machen und sich dennoch immer selbst treu bleiben kann. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung bei der Polizei, um kurz danach festzustellen, dass dieser Beruf nichts für sie ist. Danach wechselte sie in die Logistikbranche und stieg dort innerhalb weniger Jahre als einzige Frau in ihrer Abteilung zur Personalleiterin mit Prokura auf. Und wo an dieser Stelle vermutlich viele gesagt hätten: "Das ist doch der perfekte Job, den mache ich jetzt bis zum Rest meines Berufslebens.", nahm sie einen Wechsel in der Führungsetage - und die damit einhergehende wachsende Unzufriedenheit ihrerseits - zum Anlass, noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Vor zwei Jahren kam dann der radikale Schnitt. Sie eröffnete 2020 ihr Brautmodegeschäft "Villa Marina" und verkauft dort seitdem selbst entworfene und in Deutschland geschneiderte Brautkleider. Seit kurzem sogar als eingetragene Marke. Da auch die Herren nicht zu kurz kommen dürfen, gibt es außerdem exklusive Herrenmode aus Österreich in der Villa Marina, die ihr Partner "an den Mann" bringt -  auf Wunsch sogar mit Whisky- oder  Rum-Tasting. Ein separater Bereich hierfür ist gerade in der Entstehung. Als wir nach unserem kurzweiligen Fotoshooting noch bei einem Kaffee zusammensaßen, konnten wir kaum glauben, was wir alles hörten. Und als wir dann den Glanz in Melanies Augen wahrnamen, der immer dann aufblitzte, als sie von ihrem Business sprach, waren wir uns ganz sicher: sie ist hier genau in ihrem Element. Und wenn nicht schon der nächste Kunde auf uns gewartet hätte, hätten wir sicher noch viel länger beisammen sitzen können.
www.villamarina-brautmode.de

07. Oktober - Wo Hamburg am schönsten ist


Trattoria da Enzo in der Hamburger Neustadt ist seit vielen Jahren eine Institution. Gemütlich, zugleich laut und vor allem sehr lecker. Alle paar Jahre treffen Maren und Christian sich dort zum Austausch. Die beiden kennen einander über dreißig Jahre und schätzen die Arbeit und Interessen des jeweilig anderen sehr. Maren arbeitet gerade an einem fotografischen Langzeitprojekt. Sie begleitet ein Jahr lang den Kattendorfer Hof von der Aussaat bis zur Ernte - inklusive der Tierhaltung, Maren fotografiert auf dem nach den strengen Demeter-Richtlinien arbeitenden Hof, schreibt dazu über das Erlebte und liebt, beziehungsweise lebt den Gedanken der solidarischen Landwirtschaft. Jedes der seltenen - aber dafür umso herzlicheren Treffen - ist eine Inspiration zu noch mehr eigenen Projekten, nicht zu ruhen und neugierig im Leben zu bleiben. An dem gestrigen Abend gehörten die beiden mit zu den ersten Gästen des Abends und traten als zwei der letzten auf die Straße, um wieder einmal die Schönheit Hamburgs an diesem speziellen Flecken zu bewundern.

06. Oktober - Prep prep hooray!

Vor einigen Wochen wurden wir gefragt, ob wir unter die Prepper gegangen seien (wir berichteten), was wir natürlich verneinten. Doch als wir gestern den Wecktopf wieder einmal hervorholten, um einige Gläser (unser eigenen) Äpfel und Birnen einzukochen, konnten wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, weil wir wieder an diesen Satz denken mussten. Doch eigentlich lassen wir nur aufleben, was unsere Großeltern und deren Vorfahren immer schon gemacht haben: nämlich die selbst geernteten Lebensmittel haltbar. Es ist schon verrückt: heutzutage gehen wir lieber in einen Supermarkt, um dort in Plastik verpacktes Bio-Gemüse zu kaufen, anstatt mal eine Brombeere im Wald direkt vom Strauch zu essen - es könnte ja der Fuchsbandwurm daran kleben. Dies ist nur eines von vielen Beispielen welches zeigt, dass unser Verhältnis zu den ursprünglichen, natürlichen Lebensmitteln, die in unserer unmittelbaren Umgebung wachsen, in den letzten Jahrzehnten sehr gelitten hat. Können wir doch kaum noch eine Beere am Strauch erkennen, ohne zuvor die passende App auf dem Smartphone befragt zu haben. Doch getreu dem Motto „Besser spät als nie“ möchten wir dieser "Verarmung" entgegenwirken und besinnen uns nach und nach auf die Methoden zum Haltbar-Machen von Lebensmitteln, die wir in unserer Kindheit bei unseren Großeltern noch hautnah miterleben konnten. Schade nur, dass wir damals nicht schon viel interessierter an diesen Themen waren und so leider viel Wissen verloren ging.

05. Oktober - Pure Power


Kasper ist Erfinder, Gründer, Däne und definitiv ein sympathischer Mensch. Wir haben ihn heute im Rahmen eines Business-Fotoshootings kennengelernt. Seine Firma baut elektrische Antriebe für Boote. Für sehr schnelle Boote. Weltweit gibt es eine gute Handvoll Mitbewerber um diesen rasant wachsenden Markt und EPTechnologies ist ganz vorne mit dabei. Kasper hat ehrgeizige Ziele und ein großes Herz für seine Mitarbeiter. Darüber hinaus ist er ein Genussmensch und schwärmte uns so von seiner dänischen Heimatstadt Sønderborg vor (inklusive Hotelempfehlung - das Frühstück dort soll einfach phänomenal sein), dass wir augenblicklich Lust bekamen, dort demnächst einmal hinzufahren. Warum eigentlich nicht einmal die Dänische Ostseeküste (mal ganz abgesehen von Bornholm) entdecken - bekanntlich kennen die meisten Deutschen ja eher die Nordseeküste mit ihren mehr oder weniger spannenden Ferienhaussiedlungen.

04. Oktober - Künstler, Koch und Poet


Cyril zuzuhören, wie er von den Ideen für seine Menü erzählt hat etwas so poetisches an sich, dass wir - ohne die Gerichte in Wirklichkeit gegessen zu haben - dies in einer imaginären Welt der Düfte und Geschmäcker voller Genusses getan haben. Cyril ist Koch und Künstler, Poet und Genussmensch. Als er uns dann noch von den Weihnachtsritualen in seiner Heimat in Frankreich erzählte und davon sprach, dass von sieben Uhr Abends bis ein Uhr morgens zusammengesessen und dabei die ganze Zeit über gegessen wird, saßen wir auch hier auf einmal mit am Tisch, genossen und träumen am Ende gar von Weihnachten - und das ist schon länger nicht passiert.

03. Oktober - Lange nicht mehr gemacht und doch waren wir nicht die Einzigen


Es ist einige Jahre her, dass wir zuletzt in einem Wildpark waren. Als wir gestern Abend aus Bremen nach Hause fuhren kam uns die Idee, heute morgen (wieder) einmal in aller Herrgottsfrühe - also so gegen halb sieben - aufzustehen, um als eine der Ersten vor Ort zu sein, und um dem (möglichen) Besucheransturm zu entgehen. Aus halb sieben wurde dann jedoch halb neun und als wir endlich im Wildpark Lüneburger Heide ankamen mussten wir feststellen, dass wir beiweitem nicht die Einzigen waren, die mit dieser Idee in den Feiertag starteten. So voll wie heute hatten wir es dort noch nicht erlebt. Trotzdem war es beeindruckend schön die Tiere anzuschauen und natürlich auch das ein oder andere Bild zu machen. "Die sitzen da oben ja wie Dick und Doof.", sagte ein kleines Mädchen zu ihren Eltern, als wir gerade dabei waren, die beiden Weißkopfseeadler zu fotografieren, worüber wir sehr schmunzelten. Erstaunlich, dass dieses kleine Mädchen diese Fernsehserie überhaupt kennt. Kendo und Greta schienen mit gemischten Gefühlen durch den Park zu gehen. Sie waren durchaus beeindruckt von der Vielzahl an Tieren, deren unterschiedlichen Lauten und Gerüchen, konnten aber dem überall herumliegenden Wildtierfutter einiges abgewinnen.  Nur beim Röhren des Hirsches und dem Heulen eines Wolfes ließen sie eine kurze Weile das Futter Futter sein und spitzten gebannt die Ohren. Nach über vier Stunden ging es dann für uns wieder nach Hause. Die Hunde waren platt und verschliefen den Rest des Nachmittages und wir erfreuten uns an den Tierbildern.

02. Oktober - Die Motivationskünstlerin


Wenn wir an so manchen Lehrkörper aus unserer Schulzeit zurückdenken, dann glich der eine oder die andere doch eher einem Leerkörper, als einem Motivationskünstler. So sollte das Lernen gelingen? Eher schwierig, wenn die Begeisterung fehlt. Doch genau darum geht es: Mit Begeisterung etwas vermitteln, wovon man selbst begeistert ist. Denn nur wer begeistert ist, kann auch begeistern. Genau das durften wir heute bei Barbara Stadler erleben. Die Köchin hatte uns für ein Fotoshooting für ihre Kochschule in der Nähe von Bremen gebucht und als die Gruppe zum Kochen kam merkten wir schnell, warum Barbara nicht nur eine begnadete Köchin ist, sondern eine mindestens ebenso gute Lehrerin, die Menschen mit dem "Kochvirus" infizieren kann. Uns hat das Beobachten mit der Kamera mindestens so viel Spaß gemacht wie der Gruppe das Kochen und den ein oder anderen Tipp konnten wir auch mit nach Hause nehmen. Und lecker war es dazu auch noch.

01. Oktober - Die Früchte des eigenen Gartens


"So ein Schietwetter." Das war unser erster Gedanke, als heute morgen um 7 Uhr der Wecker klingelte und wir gespannt aus dem Fenster schauten - standen doch Rasen mähen, Brombeeren in Zaum halten und Ernten auf unserem Programm. Ohne große Begeitsterung fuhren wir zwei Stunden später bei strömendem Regen los und das auch nur, weil wir uns die Gartengeräte schon ausgeliehen hatten. Es regnete leider immer noch, als wir in Hitzacker ankamen. Nach zwei weiteren Stunden besserte sich das Wetter zwar, doch zu dem Zeitpunkt waren wir schon ein wenig bedient, weil wir bis dahin noch nicht das geschafft hatten, was wir wollten. Der erste Lichtblick kam dann allerdings in Gestalt unseres "Fastnachbarn" Daniel um die Ecke, der uns erzählte, dass die bestellte Wildsalami, die Würste und der Wildschinken gerade bei ihm angekommen seien und kurz danach brachte er sie vorbei und wir plauderten noch ein wenig. Währenddessen riss die Wolkendecke auf, die Sonne kam raus und kurz bevor es für uns wieder nach Hause ging, konnten wir noch einige Birnen, Äpfel und Walnüsse pflücken oder aufsammeln, um sie in den nächsten Tagen einzukochen beziehungsweise zu trocknen. Wir sind voller Vorfreude, mehr Zeit auf unserem Grundstück verbringen zu können, im Garten zu werkeln und das in Zukunft auch bei mal besserem Wetter.

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