22. Januar - Der Stratege


Oliver ist für uns einer der bestorganisierten Menschen, die wir kennen. Stets hervorragend vorbereitet, leitet er seit Jahren die Werbeabteilung eines großen deutschen Onlinversands mit einigen angeschlossenen Ladengeschäften. Bei jedem unserer Fotoshootings behält er auch in stürmischen Momenten die Übersicht und Ruhe und macht diese Tage zusätzlich durch seinen trockenen norddeutschen Humor zu unvergesslichen Erlebnissen.

21. Januar - "Ihr lieben, goldigen Menschen"


So begrüßte Deutschlands erster Fernsehkoch sein Publikum. Lange bevor Alfred Biolek oder Rainer Sass vor der Kamera kochten, begeisterte Clemens Wilmenrod Deutschland mit exotisch anmutenden Gerichten - gesendet wurde übrigens aus dem Bunker auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg. Seine weniger bekannten Gerichte sind Spaghetti nach Art der schwarzen Carola, Päpstliches Huhn oder Tessiner Fischschnitzel, aber Toast Hawaii ist vermutlich all jenen bekannt, die schon einmal etwas Überbackenes im Ofen zubereitet haben. Eine Scheibe Toast, Kochschinken und Ananas aus der Dose werden mit einer Scheibe Käse überbacken und - anders als Wilmenrod, der stets eine Cocktailkirsche nahm - nehmen wir ein wenig Preiselbeeren. Einfach köstlich! Wer mehr von diesem Wunderkoch erfahren möchte, dem empfehlen wir auf YouTube nach der Folge mit der gefüllten Erdbeere zu suchen. Als wir das vor Jahren zum ersten mal sahen, lagen wir vor ungläubigem Lachen fast auf dem Küchenboden.

20. Januar - So eine schöne Überraschung

Da sitzt man nichtsahnend am Computer, als es plötzlich an der Tür klingelte. Es war bereits dunkel, Lieferungen erwarteten wir nicht mehr, die Post war auch schon lange durch, also konnte es ja nur ein Nachbar sein... Doch an der Tür dann die große Überraschung: da stand eine liebe Kundin vor uns und brachte - einfach mal so - einen kleinen Gruß vorbei. Wie schön, das kam genau zur richtigen Zeit - so langsam fällt uns hier nämlich die Decke auf den Kopf. Aber der kleine Plausch an der Tür und das Geschenk samt handgeschriebenem Brief hellten unsere Stimmung sofort auf. Vielen Dank, liebe Dorrit!

19. Januar - Hafencity light


Hamburg wird oft Weltstadt am großen Fluss genannt und tatsächlich ist für uns die Stadt an der Elbe ein wundervoller Ort - wir geniessen ihre Nähe und sind doch schnell in der Natur. Das ist gerade in Pandemie-Zeiten ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Heute ging es aber nur in die Hafencity-Light, das heißt nach Geesthacht. Ebenfalls an der Elbe gelegen, öffnet sich die Stad langsam dem Fluss. Zum Teil mit schönen Ecken, wie z.B. im Bereich der ehemaligen Menzer-Werft und teils mit extrem dichter Bebauung, wie am anderen Ufer deutlich sichtbar. Wer dort nicht in der ersten Reihe wohnt, sieht ausser anderen Betonklötzen leider nichts.

18. Januar - Es gibt kein schlechtes Wetter...


...nur die falsche Kleidung. Ja, wir kennen diesen Spruch und trotzdem war das Wetter heute beschissen. Dauernieselregen, Kälte und wir hatten nicht einmal Lust am Wasser spazieren zu gehen. Unsere beiden Hunde hatten übrigens auch keine Lust. Aber was machten wir denn dann in Eckernförde - nur zum Gassi gehen wäre der Weg dann doch etwas zu weit gewesen...
Der Feind des Guten ist ja bekanntlich das Bessere und so haben wir uns dort mal beim Händler einen Ford Nugget Plus angesehen - einem möglichen Nachfolgemodell für unser jetziges Wohnmobil. Danach wollten wir eigentlich noch einen ausgiebigen Spaziergang am Strand machen, aber aus beschriebenen Umständen wurde daraus nur ein Kleiner - immerhin am Meer, auch wenn das heute einfach nur grau war.

17. Januar - Vom Friedrich seiner Ruh...

Heute lud das Wetter endlich mal wieder zu einem längeren Spaziergang ein. Und anstatt nach Tespe an die Elbe zu fahren, haben wir uns kurzerhand noch auf dem Weg dorthin umentschieden und sind durch den Sachsenwald zum Bismarck-Mausoleum in Friedrichsruh gelaufen. Otto von Bismarck soll sich diesen Ort bewusst als letzte Ruhestätte ausgesucht haben, um einen großen Staatsakt durch Wilhelm II anlässlich seiner Beisetzung zu verhindern. In dem Mausoleum ruhen er, seine Frau, sowie drei Familienmitglieder. 
Dann ging es wieder zurück. Kendo und Greta hatten genau so ihren Spaß, wie wir. Die kühle Luft, die zugefrorenen Pfützen und das Rascheln des Laubes unter den Pfoten der Hunde, sowie die Aussicht auf einen selbst gemachten Apple Crumble mit Sahne zuhause, ließen den Rückweg gefühlt nur halb so lang sein...

16. Januar - Zum Nichtstun verdammt


So lässt es sich aushalten - einfach mal das Wochenende geniessen - nichts tun und das mit Kendo und Greta nach einem langen Spaziergang. Herrliches Wetter draussen - drinnen frisch gebrühter Kaffee und Berliner vom Bäcker - die sind nicht nur Silvester der Renner. So ein Tag ist einfach perfekt, damit wir uns Gedanken über unsere Ziele und Träume machen können. 


15. Januar - Alles für die Katz?


Wir können nicht beurteilen, ob Schmusi sich darum schert, dass er ab sofort mit einem überlebensgroßen Portrait die Wand schmücken wird, aber seine Menschen erfreute das Bild schon beim Abholen. Einige Wochen ist es nun her, dass er bei uns im Studio zu Besuch war. Ein ganz besonderer seiner Art. Ruhig, ausgeglichen und verschmust präsentierte er sich der Kamera. Heute wurde das Ergebnis in Form eines großen Bildes auf Aludibond für die heimischen Wände abgeholt - einfach umwerfend, welche Emotionen so ein schönes Foto hervorufen kann.

14. Januar - Es geht voran


Manche Dinge ziehen sich gefühlt schier unendlich lange hin und dann platzt auf einmal der Knoten. So wie bei dem Magazin über unsere Fotografenkollegen, die wir im letzten Jahr in ganz Deutschland besucht haben, an dem wir gerade arbeiten. Alle Rohtexte der Interviews sind abgetippt und müssen jetzt noch überarbeitet werden. Außerdem muss eine Auswahl aus den Unmengen an geschossenen Fotos getroffen werden. Wir hatten uns dafür entschieden, die Aufnahmen von und bei unseren Verbandskollegen des BPP analog, das heisst auf Film, zu fotografieren. Das war eine ganz "neue" (eigentlich alte) Erfahrung, als wir das erste Mal auf das nicht vorhandene Display der alten Kamera sahen, um die Aufnahme überprüfen zu wollen. Um dann festzustellen, wie befreiend es ist, nicht alles sofort kontrollieren zu können. Es war außerdem erstaunlich, mit wie wenigen Belichtungen wir im Vergleich zur Digitalfotografie auskamen. Jetzt warten wir noch auf die professionellen Scans der Hasselbladfotos und dann kann es endlich in den Druck gehen.


13. Januar - Hvad ellers?

Januar in Norddeutschland im Lockdown... Wetter: geht gar nicht bis geht so. Zu Arbeiten: nun ja... Zu Tun: alles, worauf wir sonst auch keine Lust haben. Also griffen wir heute mal weider zu unseren Dänisch-Unterlagen und lernten. Und das kann mit ausreichend Zeit auch Spaß machen. Was also sonst sollten wir tun an so einem Mittwoch im Januar...?

12. Januar - Soulfood

Danach war uns heute irgendwie. Nachdem wir es geschafft hatten, während der eizigen Sonnenstunden die Zeit im Studio zu verdaddeln, wurden wir dann bei unserem Hundespaziergang doch wieder nass. Also musste etwas für die Seele her. Gesagt - gesucht. Und was kam als eines der ersten Rezepte bei unserer Online-Suche heraus? Blumenkohl-Spinat-Kokossuppe. Nun gut. Rasch eingekauft und zubereitet und was sollen wir sagen: die war sehr lecker und passte einfach zur Stimmung.

11. Januar - Mr. Hasselblad Ulf Kühn


Wenn es mit der eigenen Hasselblad-Fotoausrüstung ein Problem gibt, dann ist man bei Ulf Kühn in Ahrensburg bei einer der besten Reparatur-Adressen Deutschlands. Er ist eine Koryphäe, kennt die gesamte Kamerageschichte des ehemals schwedischen Unternehmens und steckt förmlich in jeder Feder, jeder Schraube und jedem Schneckengang. Als wir heute dort vor Ort waren, bemerkte Christian beim Anblick einer auseinander gebauten Kamera unmerklich: „Nie im Leben würde ich so etwas wieder zusammensetzen können“. Stimmt! Aber genau dafür gibt es solche Zauberer, wie Ulf Kühn, die mit Akribie und viel Liebe diese zum Teil über 50 Jahre alten Kameraschätze vor dem Totalausfall bewahren.

10. Januar - Schnee Adé? 

Ob das nun wohl schon alles war? Vor ein paar Tagen fiel hier endlich ein wenig Schnee, der aber am nächsten Tag schon fast überall wieder geschmolzen war. Schade, hatten wir doch mit Kendo und Greta ein paar schöne Stunden während des nasskalten Spaziergangs im Wald. Heute dann die Überraschung in der Wentorfer Lohe: hier war noch ein wenig Restschnee übrig geblieben und sogar ein kleiner Schneemann lächelte uns schief an. Wir erfreuten uns an dem Anblick und hofften, dass das noch nicht alles mit dem Winter war, denn der ist auch im Norden mit Schnee einfach schöner.  

09. Januar - Auf die Freundschaft


Heute trafen wir uns mit Birgit zum Spazieren gehen. Zusammen mit unseren insgesamt drei Hunden ging es kreuz und quer durch den Wald, es war rutschig und nass, die Hunde hatten ihren Spaß und wir Zeit für tolle Gespräche. Birgit und Mareike kennen sich schon lange und haben viele Jahre gemeinsam Handball gespielt. Vor ziemlich genau einem Jahr waren sie zusammen mit einer dritten Freundin in Wien bei der Handball EM Hauptrunde der Herren - ein unvergessliches Erlebnis für die drei. Heute, nur ein Jahr später, ist eine Großveranstaltung in dieser Form kaum noch denkbar. Aber die schönen Erinnerungen bleiben ja glücklicherweise. Und so wanderten wir durch den Matsch und träumten von unserem nächsten gemeinsamen Bornholm-Urlaub und erfreuten uns an der Freude der Hunde. Am Ende des Spazierganges hatten wir uns auf den neusten Stand gebracht und die Hunde waren schmuddelig. Was will man mehr? Ein Hoch auf die Freundschaft!   

08. Janunar - Unerreichbares Paradies


Ach Eva, läge doch dein Paradiesgarten nur näher an unserer Heimat...
Doch vorerst bleibt uns nur die Erinnerung an deinen Garten, der kein Garten mehr ist, so groß und überwältigend - ein Genuss, wohin man schaut. 
Wenn wir nur daran denken, wie du erntest, dann wollen wir möglichst nie wieder im Supermarkt kaufen, sondern das Gemüse bei dir abholen, nur kurz abspülen, danach zubereiten und dann einfach schmecken. Den vollen, unverfälschten Geschmack genießen - wie schön kann eine Möhre oder ein Kohlrabi schmecken, wenn sie nach Demeter Richtlinien angebaut und mit Liebe geerntet wurden. Liebe Eva, einfach nur Danke für deine Weihnachtspost mit diesem selbstgemachte Bienenwachstuch - wir denken gerne an unseren Besuch bei dir im Süden zurück und sehen uns hoffentlich in diesem Jahr wieder.

07. Januar - Endlich ein klein wenig Schnee


Heute morgen ging es nach Friedrichsruh zum Pferdegnadenhof, den Martina Schooff seit Jahren betreibt. Bereits 1985 kam Martina als junges Mädchen auf der Suche nach einer Unterkunft für ihre Pferde nach Friedrichsruh und verliebte sich sofort in dieses kleine Paradies. Einige Jahre später wurde sie von einer Tierärztin gefragt, ob sie sich nicht um ein Pferd kümmern könnte, das für den normalen Reitbetrieb nicht mehr zu gebrauchen sei und deshalb abgeschoben wurde. Seit dieser Zeit kümmert sich Martina mit ihren fleissigen Helferinnen um zahlreiche Ponys und Pferde, die ansonsten kein Zuhause mehr hätten und so erleben sie in Friedrichsruh nicht selten ihren zweiten Frühling. Für uns war es ein ganz besonderer Moment mit Kendo und Greta dort zu sein, die winterliche Atmosphäre zu erleben und die Ruhe, die von den Pferden und Ponys ausgeht, wahrzunehmen. Für Kendo und Greta war es das Paradies, die beiden konnten ungestört zwischen den Pferden umherstromern, hier und da an einer heruntergefallenen Möhre knabbern oder an einem Pferdeapfel naschen und die Gegend erkunden. Im Anschluss ging es für uns noch in den Wald, um den seltenen Anblick des Winterzaubers bei einem ausgedehnten Spaziergang zu genießen.

06. Januar - Der ganz besondere Blick


Daniel Schönknecht hat das besondere Auge für die schwarz-weiß Fotografie. Seine Bilder vom Mont Saint Michel in Frankreich zum Beispiel sind einfach atemberaubend. Die Wahl der Perspektive, die perfekte Lichtstimmung, die gekonnte Ausarbeitung der Aufnahmen – das alles ist erstklassig. Und dabei betreibt Daniel die Fotografie nicht als Beruf sondern „nur“ zum Spaß. Auf jeder Familienreise ist immer auch die analoge Hasselblad mit dabei, seine Frau und der achtjährige Sohn fotografieren ebenfalls sehr ambitioniert. Und so kann es passieren, dass es morgens auch schon mal um 4.30 Uhr raus geht, wenn die richtige Lichtstimmung da ist. Daniel ist jemand, der so oft zu den selben Plätzen zurück kehrt, bis für ihn alles „stimmt“ – es gibt für ihn in der Fotografie nur die perfekte Umsetzung eines Bildes oder gar keine. Sein heutiger Kurzbesuch bei uns im Studio war inspirierend und wir hätten noch Stunden zusammen sitzen und klönen können.

www.danielschoenknecht.com

05. Januar - Versunken im Hier und Jetzt


In diesem Jahr jährt sich Mareikes "Malerkarriere" zum 10. Mal. Seit August 2011 lernt sie bei Ingrid im Kleinen Atelier ganz in der Nähe unseres Studios das Malen und Zeichnen. Normalerweise sind es kleine Gruppen, aber im Moment ist nur Einzelunterricht möglich. Heute am späten Nachmittag ging ich an dem Atelier vorbei und konnte ich einfach nicht widerstehen. Als ich Mareike beim Zeichnen sah, so konzentriert und vertieft, glücklich und scheinbar schwerelos, holte ich die Kamera aus dem Studio und fotografierte sie durch das Fenster. Für mich war es nicht wichtig zu wissen, an was Mareike gerade arbeitet, sondern ihr einfach nur zuzuschauen.

04. Januar - Die Portrait-Galerie


Heute war es soweit: Wir wollten schon seit Wochen Bilder im Studio aufhängen und haben es immer wieder vertagt, weil es doch mehr Arbeit macht, als nur mal eben einen Nagel in die Wand zu schlagen. Als wir dann nach zwei Stunden fertig waren, setzten wir uns erst einmal mit einer Tasse Kaffee vor die Bildergalerie und es tauchten sofort Erinnerungen zu jedem der Fotos auf. Die skurrilen Begegnungen mit Joseph Weizenbaum in Berlin, der träumende Mopedfahrer in Palermo oder der alte Mann mit dem leeren Blick an einem Grammophon lehnend in Buenos Aires – zu jedem der abgebildeten Aufnahmen erzählten wir uns gegenseitig kleine Geschichten, Erinnerungen, Reiseerlebnisse und nach einer Weile fingen wir an, über zukünftige Reisewünsche nachzudenken...

03. Januar - Geballte Lebenspower


Wir haben Liane innerhalb der letzten Jahre schon oft fotografiert. Meistens für freie Projekte, an denen sie immer  kreativ mitgewirkt hat. Kein Weg war ihr zu weit, keine Idee zu schräg und fast immer hat sie selber die Requisiten mit ausgesucht. Und bei den Shootings war sie stets guter Laune und bestens vorbereitet. Liane ist neugierig, unangepasst, eine echte Musikliebhaberin, begeisterungsfähig, kann Kekse backen und kümmert sich liebevoll um ihre Eltern. Ihr heutiger Besuch in Wohltorf, nach Monaten des Nicht-Sehens, war für uns eine echte Freude. Und die mitgebrachten Kekse sind auch schon aufgegessen.

02. Januar - Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne


„Wir lieben Wein, und wir haben Spaß an einem guten Tropfen. Diese Freude mit unseren Kunden zu teilen, ist das höchste Prinzip des Oxhoft Weinhandel.“ So lautet der Slogan von Gregor Zahnows „Oxhoft Authentic Wines Wentorf“. Dass vor jedem Genuss aber oft auch eine Menge Arbeit steht, haben Heide und Gregor zusammen mit ihren fleissigen Helfern heute beim Umzug in die neuen Räumlichkeiten in den Wentorfer Casinopark erfahren müssen. Nach dem gefühlt 100. Karton Wein in Folge, der auf eines der oberen Regale gewuchtet werden musste, war dann doch erst eimal eine kurzfristige Pause mit einem befreienden Lachanfall an der Reihe. Die meiste Arbeit ist mit Humor eindeutig leichter zu meistern. Ab dem 5. Januar geht es dann in der neuen Wirkungsstätte auch mit dem Genießen für die Kunden los.

01. Januar - Da ist es nun...

...das neue Jahr. 2020 ist Geschichte und 2021 noch ganz frisch. Passend zum ruhigen Jahreswechsel, trafen wir uns heute vormittag zum Spaziergang mit Freunden in dem Gebiet um die Besenhorster Sandberge, einem 20 Hektar großen hügeligen Dünengelände zwischen Geesthacht und Hamburg. Dieses Gelände hat auch so seine Geschichte: 1876 wurde dort von Max Duttenhofer eine Pulverfabrik errichtet, die erst im Jahre 1945 nach diversen Eigentümerwechseln geschlossen wurde.
Es ist schon unheimlich, durch ein heute so schönes Naturschutzgebiet zu gehen, dann plötzlich vor den Ruinen der ehemaligen Fabrikationsgebäuden zu stehen und zu wissen, dass hier unter anderem Zwangsarbeiter beschäftigt waren. 
Wir gingen gut eineinhalb Stunden bei schönen Gesprächen durch diese geschichtsträchtige Landschaft. Wir sind bereit für 2021 und schauen so neugierig auf das noch junge Jahr wie Kendo und Greta auf dem Foto.

31. Dezember - Was für eine schöne Überraschung


Vollkommen unerwartet klingelte es heute morgen an der Tür und Timm und Angelika sagten „Hallo“. Es ist schon einige Jahre her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Vor vielen Jahren fingen wir gemeinsam das Tango tanzen bei Verónica und Marcelo im Tango Chocolate in Hamburg an. Ein gutes Jahr später reisten wir gemeinsam mit ihnen und einer Gruppe Schüler nach Buenos Aires, um uns auf die Spuren des Tango zu begeben. Timm und Angelika sind darüber hinaus begeistere Fotografen und wir lieben die Gespräche mit den beiden über das Tanzen, die Fotografie und das Leben im allgemeinen. Timm hat eine wunderbare Art, die entscheidenen Fragen nach dem Tun und Sinn des Lebens zu stellen und lässt sich dabei nicht mit leichtfertigen Antworten abspeisen. 


30. Dezember - Das fahle Licht der Dämmerung


Gerade im Winter, wenn die wenigen Stunden zwischen Sonnenaufgang und -untergang kaum zum Wach werden reichen, ist das Licht oft besonders „flach“ – es gibt nur wenige Kontraste, alles verschwimmt in der Wahrnehmung, wird diffuser, unwirklicher und manchmal gerade dadurch geheimnisvoll. So wie heute auf unser Wanderung zwischen Geesthacht und Schnackenbek. Mal unten, mal oben auf dem Geesthang, zur einen Seite die Elbe, gingen wir zusammen mit den Kendo und Greta durch diese Lichtstimmung. Versunken in unseren Gedanken über die vergangenen Monate unserer Reise, die vielen Treffen mit Menschen und am Ende wieder am Auto ankommend, voller Tatendrang für den Rest des Tages – die Ideen sprudelten nur so aus uns heraus. Endlich nimmt unser Reisemagazin konkrete Formen an – jetzt steht es kurz vor der Vollendung...

29. Dezember - Auch mal abhängen


Diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind immer wieder etwas ganz Besonderes. Wir haben Zeit zum Besinnen, zum Nachdenken, Ausdenken, an andere Menschen denken und Zeit, um an die vergangenen und zukünftigen Monate zu denken. Außerdem haben wir Zeit, um all die Fotos der vergangenen Monate aufzuarbeiten. Und in Kendos Fall ist das Zeit, um auch einfach mal abzuhängen.

28. Dezember - Manchmal muss es einfach Pizza sein


Und dann am liebsten selbstgemacht. Keinen Fertigteig, sondern mit nur etwas mehr Aufwand ebenfalls selbstgemacht - dann mit allen Leckereien belegen und schon ist sie fertig. Unsere Lieblingspizza. Eigentlich für vier Personen gedacht, lassen wir gerade noch ein kleines  Anstands-stückchen übrig - keine Chance aufzuhören - einfach umwerfend...


27. Dezember - Auf nach Krätze


Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei und unsere Fahrt zu den Orten mit skurrilen Namen geht weiter. Als nächstes führt uns die Tour Richtung Niedersachsen in so schöne Orte wie Nikolausdorf, Affendorf, Lachendorf, Königreich, Krätze, Meinkot, Todtenhausen, Krankenhagen und Texas. Trotz Internet ist es nicht immer leicht herauszufinden, ob auch ein „richtiges“, also ein großes, gelbes Ortsschild den Ortseingang und -ausgang säumt. Aber nach einigen Recherchen steht unsere Tour und wir freuen uns darauf Unterwegs zu sein – auch wenn es nur tageweise ist.

26. Dezember - Alle Jahre wieder...

...kommt und geht das Christuskind auch wieder. 2020 war es für die Meisten von uns das wohl ungewöhnlichste Weihnachten, das wir bisher erlebt haben. Auch für uns war es anders als sonst und doch wunderschön. Trotz aller Widrigkeiten konnten wir unsere engsten und liebsten Menschen sehen, haben herrlich gegessen und ein schöne Zeit verbracht. Außerdem haben wir wieder einmal gelernt, dass es für alles eine Lösung gibt, und dass Jammern nie weiterhilft. Nun freuen wir uns auf die ruhigen Tage vor Neujahr und schauen voller Zuversicht in die Zukunft.
Dieses Foto ist 2018 kurz vor dem Jahreswechsel auf Bornholm entstanden und wir freuen uns schon auf unseren nächsten Besuch auf dieser Trauminsel.

25. Dezember - Alles Ködel oder was?


Als wir das erste Mal unsere Freunde in Köthel besuchten, wurden wir mit den Worten „Willkommen in Ködel“ von unserem Gastgeber begrüßt. Unsere Irritation löste er mit den Worten: „Köthel ist zwar schon der richtige Ortsname, aber es fühlt sich hier für uns vom Wohnen her eher wie „Ködel“, also recht provinziell an.“ So ganz mochten wir das dann doch nicht glauben, jedenfalls bis heute, als wir mit unseren Kameras diesen kleinen Ort östlich von Hamburg besuchten. Das erste was uns wunderte war, dass es zwei Ortsteile gibt: einmal Köthel im Kreis Herzogtum Lauenburg und dann Köthel im Kreis Storman. Und unser Fazit? Egal in welchem Ortsteil wir waren, die übrigens nur durch die Bille voneinander getrennt sind, schön geht anders. Einige alte Bauernhäuser gibt es im Ortskern, der Rest ist dann doch eher geschmacksneutral drumherum gebaut. Insofern passt „Ködel“ gut.

24. Dezember - Stille Nacht, heilige Nacht.


Und auf einmal ist Heilig Abend. Und die Frage, wie machen wir es mit einem Besuch bei unseren Müttern? Natürlich vorsichtig, aber bitte persönlich, lieber nur kurz anstatt zu telefonieren. So machten wir uns auf den Weg, übergaben ein paar Geschenke, wollten schon wieder aufbrechen und auf die Frage „Was machst Du denn noch jetzt anschliessend?“ sagte meine Mutter, dass sie sich ans Klavier setzen wolle, um seit langer Zeit mal wieder ein paar Weihnachtslieder zu spielen. Daraufhin änderten wir kurzerhand unseren Aufbruchplan und hörten ihr 20 Minuten lang beim Spielen zu. Nach einigen Entschuldigungen ihrerseits ob ihres schlechten Spiels, dann den Klassikern „Oh Tannenbaum“ und „Oh, Du fröhliche“ kam zum Ende noch „Stille Nacht, heilige Nacht“ – da wurden wir ganz still und plötzlich war Weihnachten…

23. Dezember - Oh, Du selige


Heute kamen wir bei unserem Spaziergang an der Aumühler Kirche vorbei und sahen nur noch die Spuren der vorbereiteten Open Air Gottesdienste zu Weihnachten. Nun sind diese allesamt abgesagt. Es sei zu gefährlich für die Bevölkerung, sich draussen gemeinsam zu treffen, befand die Kirchenleitung. Dafür gibt es jetzt das Online-Angebot der Kirche: Per Podcast oder auf YouTube können Gläubige am kirchlichen Leben rund um die Weihnachtszeit teilhaben. Am Heilgen Abend um 19.55 Uhr sollen alle Kirchenglocken der Umgebung läuten, damit die Menschen vor die Haustür treten können, um gemeinsam „Oh, Du fröhliche“ anzustimmen. Das Lied aus dem Jahr 1815 stammt von dem Schriftsteller und Laientheologen Johannes Daniel Falk, der in seinem Leben harte Schicksalsschläge verkraften musste, aber nie die Hoffnung aufgegeben hat. So verloren er und seine Frau Caroline vier ihrer sieben Kinder an Typhus. Jahre später gründeten die beiden unter anderem ein Waisenhaus für Kriegswaisen. Dieses Beispiel zeigt, dass es sich immer lohnt hoffnungsvoll und voller Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

22. Dezember - So viel Genuss...

...hatten wir länger nicht mehr am Stück, seitdem wir wieder zuhause sind. Die letzten vier Tage bzw. Abende verbrachten wir zusammen mit Christians Söhnen mit Kochen, Essen, Diskutieren, Rumgammeln und Wein trinken. Alles in allem ein unendlicher Genuss. Heute gab es Roastbeef vom Hof Soltau aus Stemwarde, selbstgemachte Remoulade und Kartoffeln mit Salzkruste. Die Hunde haben auch schon ganz sehnsüchtig geschaut. So schön kann Weihnachten sein.

21. Dezember - Wie schön ist das denn?


So viele Karten wie heute haben wir schon lange nicht mehr geschrieben. Aber dieses Jahr hat uns geeradezu dazu "eingeladen". Als wir bei unserem Jahres-Resümee dann unter anderem alle Slow Food Chef Alliance Mitglieder und deren Zulieferer zusammenzählten, bei denen wir in diesem Jahr zum Fotografieren waren, kamen wir auf fast 40 Stationen. Und sofort wurden Erinnerungen an unsere zahlreichen Begegnungen wach, wir durchlebten unsere Deutschlandtour wie im Zeitraffer. Unsere Tour führte vom hohen Norden über Ostfriesland, den Ruhrpott bis nach Bayern, unterbrochen von einigen Zwischenstopps in unserer Heimat. Was neben den wirklich tollen Begegnungen mit den Menschen noch geblieben ist, ist ein immer größer werdendes Wissen über Nachhaltigkeit in der Ernährung, über die verschiedenen Anbaumethoden in der Landwirtschaft, bis hin zu artgerechter Tierhaltung. Vor allem hat uns die Liebe der besuchten Menschen zu ihren selbst produzierten Produkten beeindruckt - da wird einfach mit Leidenschaft und Überzeugung gearbeitet. So beschwingt von den Erinnerungen, ließ es sich direkt wieder "leichthändig" weiter schreiben. 

20. Dezember - Online Weinprobe 

 

Das war für uns schon ungewöhnlich, was wir heute erlebt haben: unsere erste Online-Weinprobe. Im Vorfeld waren wir ein wenig skeptisch, ob so etwas funktionieren kann. Trotzdem haben wir uns spontan dazu entschlossen, auch, weil Konrad Müller es uns auf seine sympathische Art und Weise schmackhaft gemacht hat. Sein Sohn Marius ist Kellermeister bei der Fattoria Ispoli in der Toskana. Wir genossen in kleiner Runde zuerst einen Merlot, dann einer Sangiovese und zum Abschluss einen Chianti Classico Reserva. Zwischendurch natürlich zum Neutralisieren Wasser, Brot, Olivenöl und en wenig Käse. Unser Fazit: einfach eine tolle Idee und dazu noch herrlich kurzweilig und informativ umgesetzt.
www.fattoria-ispoli.com

19. Dezember - Auf gute Nachbarschaft


Wie schön, dass es so etwas gibt: Nur einmal kurz vor die Studiotür treten und schon mit den Nachbarn ins Gespräch kommen. Heute war es die Familie Schacks, die auf ihrem Spaziergang an unserem Studio vorbeiging. Nach einem kurzen Gespräch über unsere neue Logogestaltung ergab sich dieses spontane Familienbild. Danke für eure Bereitschaft, auf unserem Blog dabei zu sein.

18. Dezember - Du hast da was...

„Hast Du mal eben eine Minute für mich? Ich brauche Dich für ein Foto.“ Das waren Christians Worte, kurz bevor ich mich unter einem Lampenschirm wiederfand. Und nein, das ist keine Auswirkung des Lockdown, sondern völlig normal. Es passiert uns fast täglich, dass wir Dinge sehen, die wir jetzt sofort fotografisch umsetzen müssen. Und dann kommen dabei schon einmal solche Fotos heraus. Und mal ehrlich: mit der richtigen Haltung kann man alles tragen.

17. Dezember - Analoge Zeiten


Was war das für ein Spaß: Nachdem wir in diesem Jahr schon einige unserer Kolleginnen und Kollegen analog portraitiert haben, haben wir nun auch nach langer Zeit mal wieder hier in Wohltorf auf Film fotografiert. Im Format 6x6 mit der guten alten Hasselblad. Das Licht wurde mit dem Belichtungsmesser kontrolliert, danach Zeit und Blende manuell am Objektiv eingestellt, im Anschluss durch den Lichtschachtsucher von Hand scharf gestellt und dann wurden sage und schreibe nicht mehr als zwölf Belichtungen gemacht. Danach gingen die Filme ins Labor und nach etwa einer Woche hielten wir die Negative in den Händen. Endlich konnten wir das schönste Bild auswählen. Im Vergleich zur Digitalfotografie ist das ein langwieriger Prozess, der uns aber gerade deswegen einen riesen Spaß gemacht hat. Unserem Model übrigens auch.

16. Dezember - Strukturen im Herbst


Wir lieben das fahle Licht des Herbstes. Dann begeben wir uns gerne gemeinsam mit Kendo und Greta auf die Suche nach interessanten Strukturen, die besonders in schwarz-weiß ihren ganz eigenen Reiz entfalten. So wie heute in der Wentorfer Lohe, als wir an diesen frisch gesägten Baumstämmen vorbei kamen.

15. Dezember - Stille Nacht


Christians Weihnachtserinnerungen:
Vor ein paar Tagen sah ich auf einer Kommode bei meiner Mutter diese wundervollen Weihnachtsfiguren. Die müssen bestimmt schon über fünfzig Jahre alt sein. Von Beginn der Adventszeit an schmückten sie jedes Jahr unser Wohnzimmer und wir Kinder wussten dann, lange würde es nicht mehr dauern und der Heilige Abend ist da. Ach, war das damals schön, war mein erster Gedanke, als ich das Foto machte. Ich erinnerte mich sogar an weisse Weihnachten. Ja, die gab es auch hier im Norden, wenn auch wesentlich bescheidener, als im Süden Deutschlands. Dann an den geschmückten Tannenbaum - natürlich, wie meine Mutter betonte, nur mit echten Kerzen. Ich war jedesmal so aufgeregt, dass ich dadurch oft mein auswendig gelerntes Gedicht vergessen hatte. Meine Wangen glüten vor Anspannung, wenn die Glocke zur Bescherung rief. Endlich war er da, der Moment, wo sich die Wohnzimmertür öffnete, der erleuchtete Baum erstrahlte und die Weihnachtsmusik von Schallplatte - „Stille Nacht, heilige Nacht“ - erklang. Die Geschenke unter dem Baum, liebevoll eingepackt, sollten wir doch bitte in Ruhe auspacken, was nur selten gelang. „Nun schaut euch doch mal den schönen Baum an“, war der Satz meiner Mutter, den ich bis heute nicht vergessen habe. Schon nach wenigen Momenten der Papierschlacht waren meine Bruder und ich nur noch mit unseren Geschenken beschäftigt und hatten für kaum etwas anderes noch einen Sinn. Und je länger ich beim Betrachten der Figuren auf dem Foto über Weihnachten in meiner Kindheit nachdenke, umso mehr wird mir bewusst, dass damals auch eine ganz tiefe Traurigkeit über den frühen Tod unseres Vaters auf uns lag. Ähnlich wie frischer Neuschnee auf Tannenzweigen, überzog diese Traurigkeit die Feiertage und machte uns seine Abwesenheit noch einmal um ein Vielfaches deutlicher. Und so ist die Weihnachtszeit heute für mich eine sehr besinnliche Zeit, eine Zeit um innezuhalten und um über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken.

14. Dezember - Hipp, hipp, Hu...sarenkrapferl


Einer der vielleicht schönsten Bräuche im Advent ist das Plätzchen Backen. So machten wir uns an einem Adventssonntag ans Werk und holten ein altes Rezept von Christians Mutter aus der Schublade. Aus der Erfahrung heraus haben wir lieber gleich einmal die doppelte Menge an Teig angesetzt. Nach einigen Stunden Zubereitungs- und Wartezeit hatten wir am Ende rund 100 Kekse für uns. 24 Stunden später waren es dann noch ganze 45 Stück und sehr lange wird es wohl nicht mehr dauern - dann müssen wir Nachbacken...

Apropos Nachbacken: (für ca. 50 Plätzchen) 200 g Butter, 100 g Zucker, 2 Eigelb, 1 Vanilleschote (oder gemahlene Vanille), 1 Prise Salz, 300 g Mehl, 80 g geriebene Haselnüsse, ca. 150 g Gelee (nach belieben, z.B. Rote Johannisbeere, Himbeere, schwarze Johannisbeere oder was das Herz begehrt)
Zuerst die Butter, den Zucker, die Eigelbe, die Vanille und das Salz mit dem Mixer schaumig schlagen.
Danach das Mehl und die geriebenen Haselnüsse unterrühren.
Den Teig mit dem Knethaken oder den Händen gut durchkneten, 
zu einer großen Kugel formen und für 1-2 Stunden kalt stellen.
Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Den kühlen Teig zu ca. 2 cm dicken Rollen formen, diese dann in 
Scheiben schneiden, kleine Kugeln formen, auf ein mit Backpapier 
ausgelegtes Backblech legen (kann ruhig etwas enger sein, die 
Plätzchen gehen nicht stark auf) und mit einem Kochlöffelstiel 
Vertiefungen in die Kugeln drücken. Die Plätzchen auf der mittleren Schiene ca. 15-20 min backen. 
Das Gelee erwärmen, während die Plätzchen etwas abkühlen. 
Dann die Plätzchen mit Puderzucker bestäuben und das noch 
warme Gelee in die Vertiefungen füllen.
Die Plätzchen für 1-2 Tage gut trocknen lassen, bevor sie in die 
Keksdose kommen. Es könnte sein, dass unsere Plätzchen das nicht einmal mehr schaffen werden...
Lasst sie euch schmecken!

13. Dezember - Gløgg und Æbleskiver am Juletræ

Besondere Zeiten erfordern nach wie vor besondere Maßnahmen. Und deshald haben wir uns heute mit Henny und Werner draußen zum Klönen verabredet. Bei unserem Treffpunkt am Bismarckturm in Aumühle angekommen, wurden wir zunächst mit fünf Weihnachtsliedern, die in entsprechender Lautstärke vom Turm schallten, empfangen. Ein eher ungewöhnlicher Auftakt, der das Unterhalten allerdings unmöglich machte. Also haben wir uns erst einmal den mitgebrachten weihnachtlichen Speisen und Getränken gewidmet. Henny hatte herrliche frisch gebackene Æbleskiver gebacken, eine echte dänische Spezialität. Nach einer guten Viertelstunde konnten wir uns dann endlich unterhalten. Über das Endspiel der Fußball-WM '54, die Werner als Kind vor dem Fernseher miterlebt hat, über typisch dänische Weihnachtsbräuche und natürlich auch über die letzten Monate. Nach einer guten Stunde waren dann unsere Füße und die Pfoten der Hunde kalt und wir gingen gut gelaunt nach hause.

12. Dezember - Besucher mit kalter Schnauze

Gestern hatten wir mal wieder einen vierbeinigen Gast. Toby war mit seinem Frauchen zu einer Vorbesprechung bei uns im Studio und fühlte sich sichtlich wohl. Schnuppernd hat er erst einmal alle Ecken begutachtet, bevor er sich auch mal von uns streicheln ließ. Auffällig an dem neugiereigen Shih Tzu waren seine schelmisch wachen Augen, die uns genau musterten. Der kleine Kerl hat definitiv den Schalk im Nacken und bestimmt immer einen im Sinn. Und das, obwohl er eine traurige Geschichte hat. So wurde er innerhalb von wenigen Jahren „Hundewaise“ und lebt nun seit einigen Monaten in seiner neuen Familie. Dass er dort sehr geliebt wird, merkt man ihm an, denn auf Frauchens Schoß war es dann doch am schönsten. Wir freuen uns schon auf unseren Fototermin mit ihm. Nachdem die beiden das Studio verlassen hatten, mussten Kendo und Greta natürlich erst einmal ganz genau inspizieren, wer kurz zuvor noch zu Besuch war.

11. Dezember - Die moderne Braut

Wir kennen Dorrit und Henrik Marks schon seit einigen Jahren und durften schon diverse Male in ihrem Einrichtungshaus in Bergedorf für sie fotografieren. Gestern sind wir dort über diese alte Werbeanzeige, die im Treppenhaus des mehrstöckigen Gebäudes hängt und die Firmengeschichte dokumentiert, gestolpert und konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Aus heutiger Sicht wäre so eine Anzeige sicherlich nicht sehr verkaufsfördernd. Uns erinnerte es ein wenig an alte Doris-Day-Filme und trotz der nicht mehr zeitgerechten Darstellung der Geschlechterrollen sind sie doch ein Teil unserer Geschichte. Und mal ganz abgehen davon, träumt auch sicher heute noch die ein oder andere Braut von tollen Einrichtungsgegenständen. Oder vielleicht auch der Bräutigam...?

10. Dezember - Gel(i)ebtes Ehrenamt


Nele steht kurz vor ihrem Abitur und liebt das Ehrenamt. Nach eigener Aussage kann sie dort genau so sein, wie sie ist und wird auch so akzeptiert. Nele ist 2017 in Wohltorf konfirmiert worden und hat direkt danach mit einer Teamerin-Ausbildung angefangen. Schon während der Ausbildung hat sie beim ersten Konfisamstag mitgeholfen und ist im darauffolgenden Frühjahr auf die ersten Konfifreizeiten mitgefahren. Im Herbst hat sie zusätzlich eine Ausbildung zur Jugendleiterin gemacht. Nele ist in ihrem Ehrenamt sehr engagiert und erst seit etwas über einem Jahr Teil des Teams, das die Jugendarbeit in Wohltorf und Aumühle planen und aufbauen soll. Hierbei ist auch die Idee zu einem Bauwagenprojekt entstanden, bei dem sie Teil des Leitungsteams ist.

09. Dezember - Über all die Jahre


Michael ist Lehrer von Beruf und leitet eine Grundschule in Schleswig-Holstein. Wir kennen ihn und seine Frau Nicole schon seit vielen Jahren. Leider sehen wir uns viel zu selten. Michael ist ein reflektierter Mensch, dem jedes einzelne Schicksal seiner Schüler am Herzen liegt. Es ist uns immer weider eine Freude mit ihm und Nicole zu diskutieren. Unser letztes Treffen rund um die Feuerschale im Garten mit Keksen, Glühwein und Waffeln war ein echt schöner Adventssonntag.

08. Dezember - Ich kleb' euch da was...


Manfred Hansen war schon wieder für uns im Einsatz - wo er auch immer auftaucht, montiert, klebt oder bringt er auf irgendeine Art und Weise etwas an Wände oder an Autos an - meistens sind es Werbeschilder. So war er wieder einmal bei uns am Studio zugange. Manfred, ganz der Nachhaltigkeit verhaftet, riet uns schon beim Abholen der alten Schilder dazu, diese einfach als Grundlage für unseren neuen Auftritt wiederzuverwenden. Seine stets kompetente Art, gepaart mit einer großen Portion Humor, machen diese Termine stets zu einem kleinen Ereignis.

www.hansen-werbung.de

07. Dezember - Long time no see


Obwohl wir bis vor kurzem direkte Nachbarn waren und auch jetzt nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt wohnen (und arbeiten), sehen wir uns manchmal wochenlang nicht. Und dann klingelte es heute um kurz nach neun plötzlich an der Tür und Danika stand für einen spontanen Besuch bei uns im Studio. Da wir uns so lange nicht mehr gesprochen, geschweige denn, gesehen hatten, wurden natürlich erst einmal die neusten Neuigkeiten ausgetauscht, danach ernste Themen angesprochen und am Ende viel gemeinsam gelacht. Fast die ganze Zeit über wurde sie von Kendo angehimmelt, der schon oft bei ihr zuhause war und sich sicher an die vielen schönen Stunden dort erinnerte. Es war schön mal wieder ein wenig Zeit miteinander zu verbringen und wir freuen uns auf das nächste gemeinsame Glas Wein mit etwas mehr Zeit.

06. Dezember - When too perfect - lieber Gott böse


Mareikes Streben nach Perfektion ist unübersehbar. Sei es beim Kochen, bei der Hundeerziehung, in der Fotografie, im Anspruch an sich selst ist für sie oft nur das „Perfekte“ gerade gut genug, auch wenn das natürlich eine Utopie ist. Vor ein paar Jahren packte Mareike eines ihrer Geburtstagsgeschenke aus und die erste Reaktion war: „Hmmmm...“ - das klang zuerst einmal sehr enttäuscht. 
Nach etlichen Wochen bekam dieses Kunstwerk von Nam June Paik (1932 in Seoul geboren und 2006 in Miami gestorben, er gilt als der Vater der Videokunst, begann seine künstlerische Laufbahn jedoch als Musiker und Komponist. Während seines Studiums in Deutschland kam er mit John Cage und der Fluxus-Bewegung in Kontakt und wurde mit seinen Konzerten, die die Grenze zum Happening weit überschritten, neben Joseph Beuys und George Maciunas, zu den Hauptvertretern von Fluxus.) für Mareike allmählich eine Bedeutung: "Lass mal ein klein wenig locker, 80 von 100 möglichen Prozent reichen für fast alles im Leben aus..." Seitdem lässt Mareike es tatsächlich in manchen Bereichen etwas entspannter angehen und siehe da: „lieber Gott lieb“. 
Das Kunstwerk wurde dann sogar noch gerahmt und hat im Moment seinen Platz in unserem Gäste-WC gefunden. Perfekt!

05. Dezember - Das Beste kommt zum Schluss


„Heute nachmittag kannst du die Bilder abholen“, sagten wir zu Kerstin und eigentlich ging es nur um eine kurze Übergabe der fertigen Abzüge. Tja, eigentlich..., aber wie das Leben so spielt, kamen wir ins Quatschen und plötzlich war es ein intensives Gespräch. Nach einer Stunde voller Themen über das Leben, das Zusammenbringen von Verstand und Gefühl, um Kraftorte und um viele andere Dinge, verabschiedete sich Kerstin von uns mit den Worten: „Es wäre schön, wenn wir uns vor Weihnachten noch einmal sehen.“ Gerne! Darauf freuen wir uns.


04. Dezember - Was lange währt wird hoffentlich gut...


Gestern Abend war es soweit: Mareike konnte endlich das Hutzelbrot-Rezept aus dem Slow Food Magazin nachbacken. Am Vortag kamen die Hutzeln von Franz Hümmer aus Fatschenbrunn per Post bei uns an. Diese wurden dann sofort in einer Wein-Rum-Wasser-Mischung eingelegt. Statt der empfohlenen zwölf kamen allerdings 27 Stunden Einweichzeit zusammen, aber das konnte ja hoffentlich nicht schaden. Gestern Abend wurde der Teig angesetzt - nicht ganz ohne Pannen, aber nun wissen wir immerhin, wie man die Backofentür entriegelt und reinigt... und dann hieß es warten und kneten, kneten und nochmals kneten - es wurde später und später. Als Mareike am Ende die fertigen Brote zum Abkühlen aus dem Ofen nehmen konnte, war es bereits kurz vor vier Uhr morgens - das Ergebnis lag (vielleicht etwas zu stark pigmentiert) heute morgen zum Abkühlen auf dem Rost. Jetzt warten wir noch gespannt ein paar Tage auf die Geschmacksprobe...

03. Dezember - So vertraut und doch immer wieder neu

Heute war Celina bei uns zu Besuch und wir haben die letzten Monate im Schnelldurchgang Revue passieren lassen. Es war schön, sie nach über einem halben Jahr wieder zu sehen und diese Vertrautheit, Offenheit und Zuneigung, die wir füreinander empfinden wieder zu erleben. Wir kennen uns schon seit 13 Jahren und haben von 2014-2019 im Lichtbild Studio zusammen gearbeitet. Dabei hatten wir schöne und lustige, aber auch ernste Momente. Auf jeden Fall haben wir viel voneinander gelernt und tun dies immer noch. Ihren mitgebrachten Kuchen wollen wir auch nicht verschweigen - der war einfach köstlich. So verging die Zeit wieder einmal viel zu schnell und es bleibt der Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen...

02. Dezember - Von Fischstäbchen und Alternativen


Mit über einem halben Jahr Verspätung - durch unsere Auszeit bedingt - steckte heute die Ausgabe der Lebensmittelpraxis mit einem Titelbild, welches wir gemacht hatten, im Briefkasten. Manche Überraschungen sind einfach schön. Anfang des Jahres waren wir bei Iglo in Hamburg, um Antje Schubert zu fotografieren und es war ein sehr interessanter Termin, denn wir erfuhren viel über den Einstieg des Unternehmens in pflanzenbasierte Fleisch-alternativen. Nach wie vor gehören allerdings Fischstäbchen zu dem Kerngeschäft von Iglo, zu denen es, wie wir finden, keine wirklichen Alternativen gibt...

01. Dezember - Total Eisverliebt


Eiskurs, Tag 2. "Warum macht ihr so einen Eiskurs denn zwei Tage lang - reicht da nicht auch ein Tag aus?" Vielleicht... uns aber nicht!
Und so waren wir zwei Tage unter der fachkundigen Anleitung von Günter Single in Bargteheide und wurden heute in einige weitere Geheimnisse der Eisherstellung eingeweiht. Welche Zutaten man benötigt, wie die richtige Zusammensetzung ausgerechnet wird und was man wie tun muss, um die Konsistenz und den Geschmack zu verändern. Kendo und Greta waren bestens untergebracht, während wir viel Neues lernten. Glücklicherweise arbeiteten wir nach extrem leckeren Rezepten, so kam auch der Genuss auch nicht zu kurz. Mareike hatte gleich noch eine Idee für ein Hundeeis, aber das ist eine andere Geschichte...

30. November - Eiszeit in Bargteheide


Heute waren wir mit Günter Single, einem Spezialisten für Speiseeis, der unter anderem auch für die Gelato University der Firma Carpigiani als Dozent tätig ist, in Bargteheide verabredet. Wir erfuhren viel über die Philosophie der Eisherstellung, die verschiedenen Zubereitungsarten und die Komplexität der richtigen Mischung einer einzelnen Eissorte. Für uns ein weiterer wichtiger Bestandteil, um unsere Kompetenz im Bereich der Ernährung zu verbessern. Natürlich hatten wir auch genug Zeit, um die ein- oder andere Sorte zu probieren und festzustellen, dass auch in der kalten Jahreszeit ein Softeis richtig gut schmeckt.

29. November - Treffen in Zeiten der Pandemie


Gerade in dieser Zeit merken wir, wie wichtig uns die Begegnung mit anderen Menschen ist. Was wir früher so manches mal schon aus Bequemlichkeit verschoben haben, nehmen wir jetzt ernster und freuen uns auf das Treffen mit Freunden. Die Verabredungen im kleinsten Kreis sind oft intensiver und irgendwie auch offener im Austausch. Natürlich wird weiterhin über alltägliches gesprochen, doch gleichzeitig kommen vermehrt ernstere Themen auf den Tisch. So wie gestern Abend bei unseren langjährigen Freunden Ralf und Régine, wo wir auf einen Glühwein mit Gulaschsuppe eingeladen waren. Das alles bei 4 Grad auf der Terrasse. Das wärmende Lagerfeuer tat sein übriges und wir verbrachten einige schöne warm-kalte Stunden unter freiem Himmel.

28. November - Die neue Ausgabe des SlowFood-Magazins


Das haben wir heute früh im frisch gekauften SlowFood-Magazin entdeckt: einen Bericht über den Tag der nachhaltigen Gastronomie im Juni dieses Jahres, den wir fotografisch begleitet haben. Wir erinnern uns sehr gerne an den leckeren Abend in der Hamburger Hobenköök mit Gastgeber Thomas Sampl und vielen weiteren Mitgliedern der Slow Food Chef Alliance Deutschland.

27. November - Eine echte Leseratte


Silvia ist schon seit Jahren unsere Steuerberaterin und war wieder einmal bei uns im Studio für ein Jahresgespräch zu Gast. Nachdem wir die sachlichen Themen, inklusive unserer Umfirmierung ab dem 1. Januar 2021, besprochen hatten, erzählte sie uns von ihrer großen Leidenschaft: dem Lesen. Silvia ist eine echte Leseratte und ihr Lieblingsgenre ist eindeutig das der Heimatkrimis. Bevorzugt spielt dabei die Geschichte in der Lüneburger Heide oder im Allgäuhier am besten mit Kommissar Kluftinger. Zum intensiven Lesen nutzt Silvia am liebsten die Urlaubszeit mit ihrer Familie an der Nordseeküste. Wenn einmal nicht das Lesen auf dem Programm steht, dann spielt sie seit einigen Jahren zusammen mit ihrem Mann Golf und das mit zunehmender Begeisterung.

26. November - Musik ist alles - alles ist Musik


Das gilt vor allem für Alexander, den wir gestern in seiner Hamburger Wohnung besuchten. Zuerst fragte er uns, ob wir Lust hätten, ein paar seiner alten Opernarien anzuhören - er hatte gerade einige verschollen-geglaubte Aufnahmen von sich wieder gefunden. Nach einer Arie aus Don Carlos von Guiseppe Verdi schwiegen wir einige Augenblicke, um die Schönheit der Musik in uns nachklingen zu lassen. Danach setzte sich Alexander ans Klavier und wir bekamen zum Schluss noch eine Schallplatte geschenkt. Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi - zuhause gleich von uns auf den Schallplattenteller gelegt und genossen.
Musik ist einfach etwas ganz wunderbares...


25. November - 16 Tage lang „Orange the world“ 

 

Was macht denn Birgit mit diesem orange farbigen Licht in ihrem Sportstudio? Das schien uns keine klassische Weihnachts-beleuchtung zu sein. Unsere Neugierde war geweckt, also gingen wir schnell einmal zu ihr hin und fragten nach. Die fundierte Antwort kam prompt. Kein Wunder, denn Birgit ist Mitglied bei Zonta, einem Club von Frauen, die sich unter anderem für die Rechte von Frauen in den verschiedensten Bereichen einsetzen. Desweiteren weisen sie auf Missstände hin und nehmen daher auch Teil an der Aktion „16 days of activism against gender-based violence“, die 1991 vom Women's Global Leadership Institute ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Orange The World“ hat UN Women 2008 den Ball aufgenommen und seither ist „Orange The World“ Teil der „UNiTE to End Violence against Women“ Kampagne des Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Jahr für Jahr machen Frauen weltweit vom 25. November bis zum 10. Dezember mit orange leuchtenden Aktionen auf das Problem und seine verheerenden Auswirkungen aufmerksam. Und Birgit erklärte uns weiter, dass Zonta auch auf lokaler Ebene Projekte zur Bekämpfung und Verhinderung von Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen unterstützt. 

www.zontasaysno.com

24. November - Auf den zweiten Blick


Es lohnt sich fast immer, ein zweites Mal genauer hinzuschauen. So wie heute, als wir bei diesem Wandmotiv zuerst „Geiz ist geil“ lasen. Es gibt wohl niemanden, der diesen Slogan des Saturnmarkts aus dem Jahr 2002 nicht kennt. Die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt, unter Federführung von Jean-Remy von Matt, hat damals diesen viel diskutierten Werbeklassiker kreiert. Der Spruch ging uns ziemlich schnell auf den Wecker und rückblickend denken wir, dass er eine der größten Dummheiten der Werbewelt war - für die Agentur in finanzieller Hinsicht sicher nicht... 
Es geht uns hier vielmehr um die Fragen der persönlichen Haltung. „Geist ist geil“ gilt ja nun leider auch nicht für jeden - und sicherlich auch nicht für jede Agentur.

23. November - Von der Liebe zu den russischen Birken


Die russischen Birken sind in ihrer Größe nicht zu vergleichen mit den hiesigen Exemplaren. Auch haben sie dort einen ganz anderen Stellenwert, erzählte uns Katharina, die ursprünglich aus Nowosibirsk stammt und schon seit vielen Jahren in Hamburg lebt. Wir waren fasziniert von ihrer Art, über die Schönheit ihrer Heimat zu sprechen, von ihrer Liebe zur Musik, speziell der Klaviermusik. Katharina bekam elf Jahre lang Klavierunterricht, sechs davon in Russland und fünf in Deutschland, hatte drei Jahre Balletttraining und danach noch fünf Jahre Unterricht in lateinamerikanischen und Standardtänzen. Sie mag die Musik Tschaikowskys, kennt und spielt die von Skrjabin und liebt Rachmaninow. Wenn Katharina allerdings zuhause am Klavier spielt, kommt ihr dreijähriger Sohn und betätigt den Ausknopf an ihrem elektrischen Klavier. Es wird wohl noch etwas dauern, bis sich auch bei ihm die Liebe zur Musik einstellt.

22. November - Nie wieder Rücken, bitte...


Birgit ist unsere Nachbarin - jedenfalls fast. Unser Fotostudio und ihr TheraSport-Studio trennen nur 30 Meter Luftlinie. Es war eine unserer besten Entscheidungen dort mit dem Training anzufangen, um das leidige Thema Rückenschmerzen anzugehen. Seitdem ist der Verbrauch von Wärmeumschlägen aus der Apotheke gen null gegangen und das ausschließlich durch die Aktivierung unserer Muskulatur. Ohne Birgits motivierende und sympathische Art wären wir aber bestimmt nicht so lange dabei geblieben. In Zeiten von Corona macht so selbst das Online-Training Spaß. Wir freuen uns dennoch schon wieder auf das Gruppentraining in ihrem Studio.

www.therasport-wohltorf.de

21. November - Zuhause bei Genussmenschen


Es war schön, als wir nach längerer Zeit heute einmal wieder bei Heide und Gregor zu Besuch waren. Unser Blick fiel zuerst durch die geöffnete Küchentür direkt auf das Messerbrett an der Wand. Hier leben Genussmenschen, die hervorragend kochen und backen können. Jedes Küchenutensiel findet hier tatsächlich auch eine Verwendung. Wir erfreuten uns bei selbstgebackenem Apfelkuchen vor allem an den interessanten Gesprächen. Gregor wird Anfang kommenden Jahres im Casinopark sein neues Geschäft eröffnen: oxhoft authentic wines wentorf. Darauf freuen wir uns schon heute.

20. November - Familienbande

Wir haben regelmäßig Familien vor der Kamera. Einige von ihnen kennen wir schon seit vielen Jahren. Es ist immer wieder schön, wenn wir Menschen über viele Jahre begleiten dürfen. Letztens wäre uns fast der Satz „Du bist aber groß geworden“ bei einem jungen Mann, den wir vor etwa 10 Jahren zum ersten Mal vor der Kamera hatten, rausgerutscht. Nun war er für ein Bewerbungsfoto bei uns. 
Die Familie von dem Foto war heute zum zweiten Mal bei uns. Nach anfänglicher Unsicherheit tauten die beiden Kinder schnell auf und wir hatten für eine gute Stunde unseren Spaß mit den Vieren. 
Am schönsten ist es für uns, wenn Menschen Fotos für sich selbst haben wollen.

19. November - Jetzt geht es aber tierisch ab 

 

Gestern noch Schwein gehabt und heute schon einen Kater? Moment mal bitte, ganz so ist es nicht, denn Schmusi ist kein Stofftier, sondern war leibhaftig bei uns im Studio mit seiner Familie zu Gast und wurde ausgiebig von uns fotografiert. Er fühlte sich nach wenigen Minuten des Warmwerdens so wohl, dass er genüsslich unser Studio inspizierte. Beim Fotografieren zickte er manchmal ein klein bisschen rum, aber insgesamt war er sehr pflegeleicht und wohl erzogen. Schmusi ist ein englischer Kurzhaarkater und gehört mit zu den ältesten gezüchteten Hauskatzen. Die Rasse Britisch Kurzhaar ist ein ganz besonders gelassener Typ unter den Hauskatzen. Hektik oder Nervosität sind ihr fremd und sie erinnerte uns ein wenig an einen Teddy, dabei verhielt sie sich einfach entspannt und lieb. Wir waren schnell begeistert. 

18. November - Schwein gehabt

Wir lieben unsere beiden Hunde Kendo und Greta sehr und es ist eine Freude, dass die beiden in unserem Leben sind. Wir können uns keine besseren Begleiter vorstellen. Da haben wir einfach Schwein gehabt. Manchmal können die beiden uns aber auch echt auf die Nerven gehen. Wenn sie zum Beispiel aus heiterem Himmel so laut bellen, dass wir fast vom Stuhl kippen. Oder, wenn sie unerlaubterweise mal wieder mit ihren kleinen Sandpfoten in unser Bett springen, wenn wir nicht hingucken. Oder aber, wenn sie ihre Spielsachen zerlegen und den Inhalt auch gerne mal verspeisen... so, wie mit diesem Stofftier gerade geschehen. Es landete also auf dem Friedhof der Kuscheltiere. In diesem Fall könnte man auch sagen: Schwein? Gehabt...

17. November - Jeden Tag genießen

Antje ist schon seit einigen Jahren unsere Kundin und wir sehen uns sporadisch für neue Aufnahmen. Gestern war es wieder soweit und wir kamen nach dem Business-Fotoshooting noch ins Gespräch. Interessant war vor allem, wie nah wir mit unseren Meinungen beieinander waren. Die Themen waren breit gefächert und wir sprachen über die aktuelle Corona-Situation, über die Gesprächsbereitschaft mit anders denkenden Menschen, bis hin zu „Wie möchte ich eigentlich leben?“. Über Allem stand die Lust und Freude am Leben und das Wissen um die dessen Fragilität.
Antje erzählte uns, dass es ihr mehr und mehr gelänge im hier und jetzt zu leben. Wir finden das Beneidenswert.  

16. November - Junges Glück


Birgit und Andreas sind genauso wie wir Bornholm-Liebhaber, begeisterte Wanderer und außerdem gerne in der Natur unterwegs. Sie leben auf dem Land und genießen ausgedehte Spaziergänge mit ihrem Hund Oskar. Für dieses Jahr war ihre Hochzeit im Frühjahr auf Bornholm geplant - wir hatten uns schon sehr mit ihnen darauf gefreut, doch dann kam Corona und machte ihnen - und uns - einen Strich durch die Rechnung. Aber die beiden sind ja flexibel und heirateten dann trotzdem einige Wochen später in Dänemark auf dem Festland. So oft sie können, verbringen Birgit und Andreas ihre Ferien bei unseren nördlichen Nachbarn, sie lieben die Ruhe und Weite des Nordens und entspannen beim Lesen und Saunen. Unsere Treffen sind immer geprägt von einem regen Austausch und guten Gesprächen. Humor und Offenheit sind dabei die hervorstechenden Merkmale. Mal sind Birgits analytischen Fähigkeiten gefragt und dann lachen wir wieder über Andreas' Sprachwitz. Es ist einfach eine herrliche Mischung und wir freuen schon auf das nächste Treffen.


15. November - Gestalten statt verwalten


Maren und André sind Inhaber der Agentur 40knots. Sie sind verantwortlich für die Markenentwicklung, das Design und die Kommunikation für die IT-Branche und Industrie. Die beiden waren bei uns zu Gast und wir verbrachten einen Abend mit Essen, Wein und anregenden Gesprächen über die Fragen: Wie definieren wir Arbeit? Wollen wir mobil leben und mobil arbeiten? Ist uns ein Zuhause wichtig und wenn ja, wo? Ja - und am liebsten am Wasser, das stand für uns alle schnell fest. Maren und André sind begeistere Kiter und wir lieben die dänische Ostseeinsel Bornholm. Wir sprachen über Arbeitseffezienz, über Jahrespläne, über Ziele im Leben und die Wichtigkeit diese Ziele zu erreichen, beziehungsweise ob es am Ende nur wichtig ist, welche zu haben. Es ist schön, solche Menschen wie Maren und André zu kennen, die ihr Leben mit Freude und Zuversicht gestalten.
www.40kts.de

14. November - Menschen aus der Nachbarschaft


Curt ist so ein Mensch aus der Nachbarschaft. Immer interessiert, immer freundlich. Er gehört zu den Menschen, mit denen wir uns gerne austauschen. Meistens geht es um Kultur, genauer gesagt um Musik, gerade aus dem klassischen Bereich. Bis heute haben wir es leider noch nicht geschafft, gemeinsam in die Oper zu gehen, aber das kommt hoffentlich noch.

13. November - Wider den tierischen Ernst


Alexandra Wollweber ist nicht nur eine tolle Grafikerin, die Logos, Websites, Prospekte und vieles mehr für ihre Kunden entwickelt, sondern sie ist auch die Herausgeberin des Sachsenwalders, einer für unsere Region unverzichtbaren Infomationszeitschrift, sowie den Lieblingsadressen Sachsenwald, einer regionalen Werbebroschüre mit einem starken gewachsenen Netzwerk dahinter. Außerdem ist sie für viele Späße zu haben. Nachdem wir uns bei einem Kaffee über unsere Erlebnisse der letzten Monate ausgetauscht hatten, baten wir sie im Anschluss für das Blogfoto etwas mit ihrem Schal „anzustellen“. Bitteschön!
www.querformat-design.de

12. November - Am meisten fehlt mir das Reisen

Heute unterhielten wir uns in einer Shooting-Pause mit Linda über die aktuelle Situation und die vergangenen Monate. Linda ist unsere Ansprechpartnerin und Koordinatorin für Fotoshootings in der Firma, für die sie arbeitet. Wir redeten darüber, was sie zurzeit und in den letzten Monaten am meisten vermisst. Das sind für sie ganz klar die Reisen. Die Großen und die Kleinen. So würde sie sehr gerne einmal wieder eine Freundin in Kopenhagen besuchen oder hätte gerne Silvester in Portugal verbracht. Dass das zurzeit nicht möglich ist, bedauert sie sehr. Sehr glücklich ist sie über ihre letzte Reise nach Sizilien, die für sie einen großen emotionalen Wert hat. Für sie bedeutet Reisen Freiheit. Und eine Unterbrechung des Alltags. Linda ist sehr eingespannt in ihrem Job und zusätzlich politisch aktiv, unter anderem im Bereich Klimaschutz. Wir hätten noch eine ganze Weile weitersprechen können, doch da kam schon unser nächstes Fotomodell…

11. November - Der Kameradoktor

Frank Timmann hat über 50 Jahre Erfahrung bei der Reparatur von Fotoapparaten der Firma Olympus. Wer heute noch eine analoge Kamera oder ein Objektiv kaufen oder reparieren lassen möchte, ist bei ihm genau an der richtigen Adresse. In seinem Wohnzimmer liegen unzählige Kameras, teils demontiert, teils schon repariert und für den Kunden versandfertig vorbereitet. Zum ersten Mal in unserem Berufsleben haben wir eine Kamera von innen gesehen, voll von Miniaturbauteilen, Platinen, Schrauben und anderen Kleinstteilen, die von ihm in Sekundenschnelle wieder zusammengesetzt wurden. Noch nie sahen wir ein auseinander gebautes Objektiv, bei dem uns Frank die einzelnen Linsengläser zeigte, um sie dann wieder in Windeseile zusammen zu bauen. Über jede analoge Kamera der Marke Olympus kann Frank detailliert von den Vor- und Nachteilen erzählen, gespickt mit Anekdoten von Fotografen aus aller Welt, die er früher als Reparaturtechniker für Olympus Europa betreut hat, bevor er seine eigene Werkstatt in Hamburg eröffnete. Frank ist ein begnadeter Erzähler mit einer Begabung, schon tot geglaubten Fotoapparaten der Marke Olympus wieder neues Leben einzuhauchen.

10. November - Nach China zu reisen ist einer meiner Träume
 
Das erzählte uns Tim-Lennart heute, der bei uns im Studio für ein Personality-Shooting zu Gast war. Wir sprachen über sein Studium der Informatikwissenschaften, über seinen breit gefächerten Musikgeschmack und landeten schliesslich bei einem seiner Träume: Einer längeren Reise nach China. Tim-Lennart war bis jetzt noch nicht dort, nimmt aber zurzeit Unterricht in Mandarin. Er ist fasziniert von der Unterschiedlichkeit der Kulturen und freut sich darauf, in das Land und die fremde Kultur einzutauchen.

09. November - Ich liebe das Wasser, das Meer und die Weite


Das waren Babetts Worte, als wir uns heute bei Fotoaufnahmen über unsere Urlaubsziele unterhalten haben. Und als Babett dann noch anfing von Bornholm zu schwärmen, konnten wir gar nicht aufhören, uns über unsere Trauminsel auszutauschen. Was hast Du auch schon von der Insel gesehen? Warst Du auch schon auf Christiansø? Kennst du IS Kalas in Sandvig, bist du schon Maries Sandwiches in Hammerhavn erlegen? Kennst du vielleicht Hallegard? Bist schon auf Hellingdoms Klipperne rumgekraxelt, um danach auf dem fantastischen Weg Richtung Gudjhem zu wandern? Magst du die Räuchereien? Und du liebst auch diese unglaublichen Sandstrände im Süden Bornholms? So hätten wir noch ewig weiter schwärmen und fragen können, wäre nicht schon der nächste Fototermin in Vorbereitung gewesen.

08. November - Das beste kommt zum Schluss


Das Beste kommt zum Schluss ist eine Tragikomödie des Regisseurs Rob Reiner aus dem Jahr 2007. Die Hauptrollen spielten Jack Nicholson und Morgan Freeman. Am Ende unseres Treffens mit Tini und Ole machten wir dieses Bild innerhalb von drei Minuten im Studio. Doch der Titel dieses Blogeintrags spiegelt nicht annähernd diesen Nachmittag wieder. Von Anfang an diskutierten wir offen über alle aktuellen Themen, die uns zurzeit umtreiben. Vom Lockdown, über die Erfahrungen auf der Reise, über Persönlichkeitsentwicklung, über 15 Monate Homeoffice und das Gefühl, dass einem bei dieser Art zu arbeiten durchaus die Menschen fehlen. Es ist schön, Menschen wie Tini und Ole zu treffen, die so umsichtig und vorsichtig durchs Leben gehen, aber dabei nicht blind vor Angst sind. Die so interessiert an ihren Mitmenschen sind, dass am Ende des Tages ein intensives Bild in so kurzer Zeit entstehen konnte. Danke für euer Vertrauen.

07. November - Essen unter Freunden


Liebe geht bekanntlich durch den Magen und gestern Abend waren wir in Hamburg bei Friedrun und Annett zum Essen eingeladen. Es gab selbstgemachte Burger, dazu perfekt passend Cidre und auch an die Hunde hatten die beiden gedacht. Friedrun ist ein exzellenter Koch mit der Gabe, nicht nur die leckersten Dinge zu zaubern, sondern auch komplett entspannt beim Zubereiten zu sein. Annett wird von Kendo und Greta geliebt, kein Wunder, ist sie doch von Beruf Hundetrainerin mit klaren Ansagen. Nach langer Zeit mal wieder bei den beiden zu sein, von unserer Reise zu erzählen und auch über neue fotografische Projekte zu sprechen, war einfach schön und inspirierend. Dafür, und für das gute Essen und Trinken, lieben wir die beiden einfach. Kendo und Greta tun dies übrigens auch. Und so fuhren wir glücklich und voller Tatendrang zurück nach Wohltorf.

06. November - Einfach mal abhängen

So wie dieser Handschuh im Baum in der Wentorfer Lohe. Vielleicht dann doch lieber zuhause und etwas bequemer auf dem Sofa - wer möchte das nicht? Im Herbst immer die richtige Motivation zu finden, fällt uns nicht jeden Tag gleich leicht. Allerdings hilft dann fast immer, einmal mit den Hunden raus zu gehen und auf andere Gedanken zu kommen. So auch heute, als wir tagsüber beim Arbeiten an der Website und beim Aus- und Einräumen der letzten Sachen in unserem neuen Zuhause waren und wir kurzfristig genug davon hatten.

05. November - Wieder da, aber noch nicht angekommen

Nun sind wir den dritten Tag zurück in unserem neuen „alten“ Zuhause und es gibt viel zu tun. Neben dem Auspacken der letzten Kartons müssen noch einige Dinge geregelt werden. Waschen, ummelden, Wohnmobil winterfest machen, mit den Hunden raus, Termine machen, uns von weiteren Dingen trennen, damit der Platz reicht, und so weiter…
Und dann sind wir dabei, unser Business neu aufzustellen: neue Firmierung, neues Logo, neue Website, um nur einiges zu nennen. Das macht sehr viel Spaß und Freude und zugleich viel Arbeit. So sind wir zwar in Wohltorf, aber noch nicht so richtig „da“.
Bei einer kurzen Fahrt mit dem Wohnmobil hätten wir heute auch direkt weiter fahren können…

04. November - Der klare Blick


Erik Gehl kam heute zu uns, um über benötigte Fotoaufnahmen für sein neues Business zu sprechen. Wir verbrachten fast drei Stunden mit intensiven Gesprächen über Gott und die Welt, über Corona, die US-Wahl, Robert Betz und die aktuelle Situation der Gastronomie, die natürlich auch Auswirkungen auf sein Küchencoach-Business hat. Und er erzählte uns von seiner Ausbildung zum Transformationscoach nach der Methode von Robert Betz. Uns interessierte vor allem die Frage, wann Menschen ihn um Unterstützung bitten. Nach Eriks Erfahrung muss es gar nicht immer die tiefe Lebenskrise oder Krankheit sein, die jemanden veranlasst, sich an ihn zu wenden. Genauso oft sind es Dinge, wie der Wunsch nach einer Veränderung im Leben oder das Verarbeiten einer Trennung vom Partner. Und da ist es einfach schön und hilfreich, einen Menschen wie Erik an seiner Seite zu wissen, der so viel Freude, Zuversicht und Gelassenheit ausstrahlt und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellt. Danke für das intensive Gespräch.

03. November - Welcome home


Zuhause ist es doch am schönsten, oder? Na wehe, wenn nicht! My home is my castle... oder doch nicht? Es ist schon komisch: gestern waren wir noch im Wohnmobil unterwegs und heute morgen saßen wir dann im Studio - unserem neuen Zuhause - beim Frühstück. Dabei haben wir erst so richtig realisiert, dass jetzt erst einmal Schluss ist mit dem umher vagabundieren. Nun heisst es Post öffnen, Ausräumen, Aufräumen, sauber machen, Ummelden, Wäsche waschen, das Wohnmobil winterfest machen und - fast vergessen - den Glasschaden noch beheben lassen. Der Alltag hat uns wieder. Tausend Dinge, die erledigt werden wollen, uns anschauen und zu „sagen“ scheinen: "Kümmert euch um uns." 
Gestern morgen sagte gerade noch einer der letzten verbliebenen Menschen auf dem Campingplatz im Gespräch zu uns: „Besitz besitzt einen.“ Das stimmt.
Wie schön ist es da doch, Kendo und Greta einfach beim Toben im Wald zuzusehen...

02. November - Von Zell über Zell nach hause

Heute ist nun also unser vorerst letzter Reisetag. Durch den erneuten Lockdown sind unsere Pläne zum Ende hin noch einmal durcheinander gewürfelt worden, so dass wir noch in der letzten Woche beschlossen hatten, bis heute in Zell an der Mosel zu bleiben, um dann über Zell bei München - wo wir etwas abgeholt haben - nach hause zu fahren. Ja, das ist eine ziemliche Tour - 1355 Kilometer. Vor etwa siebeneinhalb Monaten haben wir etwas mehr als das doppelte dieser Strecke in zwei Tagen zurück gelegt, als wir aus Portugal in den ersten Lockdown fuhren. So wie damals machen Kendo und Greta ihre Sache großartig und verschlafen den größten Teil der Fahrt. Und wir wechseln uns im Stundenrhythmus ab, damit wir die Strecke in einem Rutsch durchfahren können. Auf dieser erneuten Reise - einmal durch ganz Deutschland - passieren wir zahlreiche Orte, an denen wir in diesem Jahr viele tolle Menschen getroffen haben, die uns einen Einblick in ihr (Arbeits-) Leben gegeben haben. Wir denken an die Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Wertschätzung, die uns zuteil wurde, sowie an die wertvollen Gespräche. Und so lächeln das ein oder andere Mal still in uns hinein. Den Rest der Fahrt verbringen wir mit Schweigen oder Hörbuch hören. Ab morgen heißt es dann erst einmal ankommen, auf- und ausräumen und neue Pläne schmieden. 

01. November - Genug ist noch lange nicht genug

Heute vor genau acht Monaten startete unsere "Meerfreiheit".
Acht Monate sind doch nun mal genug. Kommt erst mal wieder im normalen Leben an. Wenn das jeder machen würde. Ist euch nicht langweilig? So lange von zuhause weg sein, das könnte ich nicht. Das ist ein Querschnitt einiger Aussagen, mit denen wir in den letzten acht Monaten konfrontiert wurden. Genauso wie mit der These, dass unsere Reise unter „normalen“ Umständen sicherlich ganz anders verlaufen wäre und nicht - wie geschehen - so oft, aufgrund der Pandemie, unterbrochen. Aber was ist schon „unter normalen Umständen“? Wann gab es die und wie definiert man „normale Umstände“? Kurz vor Reisebeginn starb Mareikes Vater und Christians Mutter wurde 85 Jahre alt. War es nicht egoistisch, trotzdem einfach mit der Reise zu starten und unsere Mütter so lange nicht zu sehen? Fragen, mit denen wir uns mal mehr und mal weniger beschäftigt haben. Genau wie mit der Frage, ob wir eigentlich die Enge über so einen langen Zeitraum im Wohnmobil aushalten würden? Die letzte Frage ist schnell beantwortet: Sehr gut. Mareike hat meistens gekocht und Christian war der Tellerwäscher. Das zwischenzeitliche Chaos im Wohnmobil haben wir stets gemeinsam verursacht - genauso wie wir die Ordnung danach wieder gemeinsam hergestellt haben. Es ist schon erstaunlich, mit wie wenigen Dingen wir auskommen können und wie wenig Dinge wir von zuhause vermisst haben. Werden wir deshalb zuhause alles Überflüssige wegwerfen? Bestimmt nicht. Was sind denn die wichtigsten Voraussetzungen für so eine Reise? Rücksichtnahme, Humor und vor allem: über sich selber lachen können. Das hat geklappt. Und, um zu einer der angesprochenen Fragen am Anfang zurückzukommen: Reicht es uns jetzt mit dem Reisen, beziehungsweise wollen wir wieder im „normalen“ Leben ankommen? Ganz einfach beantwortet: Nein, denn an vielen Orten, an denen wir waren, stand für uns unsichtbar-sichtbar in großen Buchstaben geschrieben: Die Welt ist so schön - sie will entdeckt werden. Und zur erwähnten "Normalität" im Leben kommt uns der Gedanke: Alles im Leben ist Normalität, nicht nur die Phasen des Glücks, sondern jede Phase gehört zum „normalen“ Leben dazu. Wir wollen neben unserem Leben in Wohltorf weiterreisen - egal wann und (fast) egal, wohin. Ob in unseren Träumen, für uns privat oder für unsere Kunden, das ist uns letztlich egal.

31. Oktober - Passt auf eure Katzen auf!

Wir sind schon ein paar Tage an der Mosel und haben auch des öfteren gesehen, dass der Ort Alf hier in unserer Nähe liegt. Uns wurde erzählt, dass nach dem großen Erfolg der Fernsehserie „Alf“, die Ende der 1980er Jahre in Deutschland ausgestrahlt wurde, schon mehrfach das Ortsschild geklaut wurde. Alf liegt von den Ortsteilen Höllenthal und Fabrik aus kommend linksseitig der Mosel. Es hat in der Ortsmitte einen Kreisverkehr mit einer an einen Italo-Western erinnernden Kulisse. Das nasskalte Wetter sowie die aktuelle Corona-Situation und das Ende der Saison an der Mosel verstärkten den Eindruck des Trostlosen. Den rutschigen Weg hoch zur Kapelle ersparten wir uns. Katzen konnten wir - bis auf ein Hinweisschild und eine Katzenfigur aus Bronze - keine entdecken, hoffentlich hat das nichts mit der Fernsehfigur „Alf“ zu tun, denn zu dessen Lieblingsspeise gehörten bekanntlicherweise Katzen.

30. Oktober - Der Weinversteher

Heute hatten wir das große Vergnügen Dennis Lehmen, den Sohn unserer Fotokollegin Doris, kennenzulernen. Dennis wurde bereits 2010 mit nur 27 Jahren Kellermeister bei dem Weingut Albert Kallfelz in Zell an der Mosel. Das Weingut gehört mit zu den größten in der Region und ist spezialisiert auf den Direktvertrieb an Endverbraucher und die Gastronomie. Dennis ist verantwortlich für den gesamten Weinausbau im Keller, das heißt für etwa 50 verschiedenen Weine jedes Jahr. Wir sahen zuerst die Komissionierung und dann die hochmoderne Abfüllanlage im neuen Betriebsgebäude mit einem herrlichem Blick auf die Mosel und die Weinberge. Uns fällt auf, wie aufgeräumt und ordentlich hier alles ist, da bekommt man sofort Lust, dort zu arbeiten. Im Anschluß ging es dann in einen der Weinkeller, der ausschließlich mit Holzfässern ausgestattet ist. Das erste, was uns auffällt ist das Geräusch - ein deutliches Blubbern, das aus den Fässern kommt und von den jeweiligen Gärprozessen herrührt. Dennis erzählt voller Begeisterung von seiner Arbeit: von der Betreuung der Weinstöcke und Reben im Weinberg, dem Lesen, Maischen, der Spontanvergärung und noch vielem, was sonst noch dazu gehört, um  aus der Traube einen guten Wein auszubauen. So richtig beginnen seine Augen zu leuchten als er davon erzählt, was ihm bei seiner Arbeit am meisten Spaß macht: wenn die Weine in die entscheidende Reifephase gekommen sind überlegt er, wie er diese, noch in den Fässern lagernd, vollenden wird. Seine Ideen und Vorstellungen notiert er dann in einer Kladde und setzt sich in dieser Phase auch mit seinen Kollegen und dem Chef zusammen. Bis dann entschieden ist, auf welche Art jeder Wein vollendet wird und er dann schließlich in Flaschen abgefüllt wird, vergehen noch einmal einige Wochen. Wir sind wieder einmal beeindruckt davon, wie viel Arbeit, Wissen und Erfahrung in jeder Flasche Wein stecken. 
Außerdem sprechen wir mit Dennis über Wein-Auszeichnungen, über Weinkritiker und er erzählt uns, dass er besonders viel von Blindverkostungen hält, bei denen die Weine von Albert Kallfelz schon oft sehr gut abgeschnitten haben. Dennis lässt uns am Ende noch einige erst wenige Tage alte, noch als Saft bis hin zum Federweißer zu bezeichnende Weine, probieren - auch heute schon ein Genuss. Nach diesen zwei informativen Stunden verabschieden wir uns von ihm und freuen uns nun um so mehr auf unser nächstes Glas Wein.
www.kallfelz.de

29. Oktober - Wirkt sich Regen positiv auf die Kreativität aus?


Heute regnet es an der Mosel mehr oder weniger den ganzen Tag über. So nutzen wir die Zeit und entwerfen unseren neuen Internetauftritt, machen uns Gedanken über Logo, Briefpapier, etc. Wir sichten die tausende von Fotos, die während unserer Reise entstanden sind, gestalten daraus ein Portfolio, um in den nächsten Jahren mehr und mehr durch Deutschland zu reisen und zu fotografieren. Dass wir dabei mit Kendo und Greta so tolle reiseerprobte Hunde an unserer Seite haben, macht es natürlich einfacher und schöner, an diesem Zukunftstraum zu arbeiten. Das Rausgehen im Regen ist unterwegs allerdings genau so unangenehm wie zuhause...

28. Oktober - Personality mit viel Herz

Nach einigen Wochen der „Fotografen-Abstinenz“ haben wir heute endlich wieder eine Kollegin unseres Fotografenverbandes, dem bpp (Bund professioneller portraitfotografen), im schönen Zell an der Mosel besucht. Doris Schnorbach ist mit Leib und Seele Personality-Fotografin. Seit einigen Jahren liegt ihr Hauptaugenmerk auf dem Zusammenarbeiten mit Menschen, die sich gerne so zeigen möchten, wie sie wirklich sind. Ohne - oder mit nur  wenig - Photoshop-Retusche. Menschen, die sich gerne in ihre geschulten Hände und vor ihre Linse begeben. Doris sprüht vor Energie und Begeisterung, als sie uns von ihren Tun erzählt. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann in einem Haus mit Moselblick und verriet uns, dass sie jeden Morgen gerne aufsteht und voller Freude und Dankbarkeit in den neuen Tag geht - kein Wunder, wenn man jeden Morgen auf die Mosel und die gegenüberliegenden Weinberge schauen kann, finden wir. Die Zeit bei und mit ihr vergeht wie im Fluge. Unser kleines Interview wird zu einem zweistündigen Gespräch, weil wir immer wieder abschweifen und weil es eine tolle Melange aus Leichtigkeit und Tiefe war. Wir sprechen über Doris’ Werdegang, über gute und nicht so gute Zeiten und über die aktuellen Entwicklungen in ihrem Business. Das Sprechen mit ihr macht Lust auf Menschen und die Fotografie. Nach insgesamt viereinhalb Stunden „erlösen“ wir Kendo und Greta aus unserem Wohnmobil und gehen erst einmal eine große Runde spazieren. Danke, Doris, für diesen tollen Vormittag!
www.dorisschnorbach.de

27. Oktober - Im Rausch der Farben

Selten, ganz selten sind wir so berauscht von einem Farbenspiel in der Natur. Das Farbspiel, welches sich uns heute auf dem Weg von Zell nach Reil bot, war berauschend. Dieses intensive Gelb gepaart mit dem Blau des Himmels und das zusammen vor der Kulisse der Marienburg, machte uns schier sprachlos vor Glück. Lange radelten wir einträchtig mit Kendo und Greta den Weg an der Mosel entlang, kamen gegen Mittag in Reil an und wurden dort von - zum großen Teil - tristen Grautönen begrüßt. Etliche Gebäude stehen leer und zeugen allenfalls noch von einer belebteren Vergangenheit. Auch hier hat sich, wie in vielen Orten Deutschlands, das Geschäftesterben in den letzten Jahren beschleunigt und nach einem kurzen Aufenthalt machten wir uns wieder auf den Heimweg Richtung Zell. Hinein in die erneut betörende Atmosphäre der Weinberge.

26. Oktober - Eine Glaubensfrage

Auf unseren Wanderungen, die auch immer wieder durch Weingegenden führen, sehen wir oft Jesusfiguren, Marienstatuen oder Szenen aus dem Kreuzweg. Wir fragen uns dann jedesmal, warum diese biblischen Bildnisse gerade an den Wanderwegen durch den Wein zu finden sind. Es heißt ja, dass Kinder und Betrunkene Schutzengel hätten - braucht man in Weingegenden also besonders viele Schutzengel? Oder benötigen die Winzer besonders große Aufmerksamkeit von "oben"? Eine kurze Recherche ergab, dass sich Jesus selbst mit einem Weinstock verglichen hat. Er kam unscheinbar daher, wie ein Weinstock im Winter, verfügte aber über ungeahnte Reserven in der Tiefe. Er sah sich selbst als die Verbindung zwischen Gott und denen, die an ihn glaubten. Er verglich die Gläubigen mit den Reben eines Weinstockes, die ihre Kraft aus ihm ziehen.
Ohne diesen biblischen Hintergrund zu kennen, haben uns die Bildnisse am Wegesrand schon immer fasziniert und beschäftigt. Sie regen uns zum nachdenken an und so wandern wir mit einer gewissen Demut weiter. Sehr deutlich wurde es heute mal wieder bei dem Spruch, den wir am Fuße eines gekreuzigten Jesus fanden: Wachet und betet, denn ihr wisset weder den Tag, noch die Stunde, wann der Herr kommt! 
Mit diesen Worten gingen wir schweigend die nächsten Kilometer nebeneinander her...

25. Oktober - Nichts als Regen… 

 

…begleitet uns heute den Tag über an der Mosel. Was soll's!? Einfach raus aus dem Wohnmobil und mit den Hunden die Gegend erkunden. Zuerst geht es Richtung Zeller Innenstadt, dabei stellten wir fest, dass wir unseren einzigen Regenschirm verloren haben. Durch ihre Weinlage "Zeller Schwarze Katz" ist die Stadt, die an der engsten Schleife der Mosel liegt, sehr bekannt geworden. Wir entscheiden uns für den „Collis“ Rundwanderweg, der zuerst über einen steilen Forstweg zum Aussichtsturm hoch führt. Oben angekommen, bietet sich uns ein toller Ausblick über Zell auf die Mosel in Richtung Marienburg. Das Farbenspiel der herbstlichen Weinberge ist selbst bei diesem Wetter einfach wunderschön. Der Regen ist Kendo und Greta sowieso egal und die beiden rennen und jagen sich die ganze Tour über. Am Ende unserer Wanderung sehen die Zwei aus wie kleine Dreckschweine und müssen erst einmal unter fliessendes Wasser. Und wir freuen uns schon auf einen weiteren Doris Day Film im Wohnmobil und den frisch aufgesetzten Kaffee.

24. Oktober - Die steilste Weinlage Europas


Mit seiner Höhe von fast 380 Metern und einer Neigung bis zu 68 Grad gilt er als der steilste Weinberg Europas. Der Bremmer Calmont steht optisch vor uns wie eine Wand. Die Weinreben ranken sich am Berg hoch und wenn man wie wir heute nach oben kraxelt und ab und an nach unten schaut, dann kann man sich kaum vorstellen, hier Wein anzubauen und zu lesen. Ein Weg hoch zum Gipfelkreuz geht über einen Kreuzweg und spätestens nach einigen hundert Metern weiß man, warum dieser Weg so benannt ist. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal in Bremm, im Rahmen einer mehrtägigen Moselwanderung mit Freunden. Als wir damals gegen späten nachmittag dort ankamen, führte uns unser erster Weg zu einer Straußwirtschaft an der Uferstraße - so wie heute auch. Der Wein und der raue Charme des Winzers haben es uns einfach angetan. Schon öfter haben wir von dort unseren Riesling bestellt und werden dies nun wohl wieder aufnehmen. Wir träumen uns dann beim Trinken an diesen magisch Ort, schauen in Gedanken vom Gipfelkreuz auf die Moselschleife und staunen, wie schön es dort ist.

23. Oktober - Liebe in Gelb


»Morgens um sieben ist die Welt noch in Dortmund«, soll angeblich einmal der legendäre Bayerntorwart Sepp Maier gesagt haben. Für diesen Borussen-Fan aus Zell an der Mosel gilt das sicherlich für die gesamten 365 Tage im Jahr. Noch nie sahen wir so viele „Liebesbeweise“ für einen Verein wie hier und dieses Foto zeigt dabei nur einen kleinen Ausschnitt. Farblich ein gelungener Kontrast zu dem in dieser Region vorherrschenden Grüntönen des Weinanbaus. Und auch eines der Fanlieder des Vereins deutet eine neue Form der Farbenlehre an:


Es war Liebe auf den ersten Blick,

nur für dich Borussia verpass’ ich keinen Kick.

Ich erinner’ mich noch an das erste Mal,

ich war jung und trug voller Stolz deinen Schal.

Durch meine Adern da fließt anstatt rot,

schwarz und gelbes Blut und zwar bis in den Tod.

Du bist meine Liebe, mein Stolz, mein Verein,

für dich schwenk ich Fahne, hau’ auf Trommel und stimm’ ein.

22. Oktober - Wenn alle an einem Strang ziehen…

…dann kann großes entstehen. So wie im Fall der Familie Diem im schwäbischen Krumbach. Seit acht Generationen betreibt die Familie eine Metzgerei und einen Gasthof direkt in der Innenstadt dieses malerischen Städtchens von knapp 13.000 Einwohnern. Mittlerweile hat sich noch ein Hotelbetrieb, ein Feinkostangebot, sowie ein Catering-Service dazu gesellt. 

Johannes ist gelernter Koch und Mitglied der Slow Food Chef Alliance. Er ist für die Küche verantwortlich, aber wie es in einem Familienbetrieb oft vorkommt, macht jeder vieles und so fotografiert Johannes unter anderem die hauseigenen Produkte des Feinkostgeschäfts für die eigene Website und erdenkt sich so manche Werbemaßnahme, die dann von einem Freund des Hauses grafisch umgesetzt wird. Überhaupt ist im Hause Diem alles einheitlich „gebrandet“. Das Logo zieht sich durch den gesamten Betrieb - eine Wohltat für das Auge. Johannes ist seit diesem Jahr mit Christiane verheiratet und nach seiner Aussage ist es gut, dass seine Frau nicht aus dem selben Business kommt. So ganz nebenbei hat Johannes auch seinen eigenen Gin entwickelt, der unter dem Namen „Ginseblümchen“ erfolgreich vermarktet wird. 

Sein jüngerer Bruder Benedikt ist für die Buchhaltung und Konservenproduktion zuständig und wir lernen ihn und die Mutter Ulrike gleich am ersten Abend beim Etikettieren im Produktionsgebäude kennen.

Ulrike ist die gute Seele des Hotels und des Restaurants - herzlich und zupackend - schnell im Entscheiden und Umsetzen, wie wir erfreut beim Fotografieren erfuhren. Ihr Mann Karl ist gelernter Metzger, ebenfalls überall im Betrieb zu finden und ein herzensguter Mensch mit einer tollen positiven Ausstrahlung. Wir haben zwei Tage bei Familie Diem in Krumbach fotografiert, gewohnt, geschlemmt und viel von dieser inspirierenden Kraft der Familie miterleben dürfen, wo schnell Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden - einfach nur schön...
www.gasthof-diem.de

21. Oktober - Kaiserwetter beim Kaiser

Endlich! Endlich spielt das Wetter mal mit. Kaiserwetter. Sonne, Wärme und Glück. Nach Tagen des Nieselregens und der Kälte endlich ein Licht am Horizont. Wir besuchten Simon Kaiser in Mittelbiberach im Schwabenland. Der ursprünglich gelernte Informatiker führt dort seit 2013 zusammen mit seiner Frau Sarah, die früher einmal Kunsttherapeutin war, das Restaurant Esszimmer. Mitten im Industriegebiet neben der Sportfabrik liegend, haben wir kaum glauben können, was wir sahen: einen großzügigen, sehr geschmackvoll eingerichteten Raum mit einem feinen Angebot an Speisen und Getränken, die man so nicht neben einem Sportpark vermuten würde. Von Anfang an wollten die beiden ihren Kunden die besten Produkte im nachhaltigem Sinn anbieten. Und das klappt. Mit großer Überzeugung und mit viel Liebe.
Nach einem Gespräch bei einem Kaffee fuhren wir gemeinsam zum Demeter Biohof Schelkle nach Uttenweiler. Simon wird seit einigen Jahren mit erstklassigen Produkten des Hofes beliefert und wir sind hier, um mit ihm zusammen die Entstehung eines seiner Desserts zu fotografieren. Doch zuerst trafen wir Annette, die zusammen mit ihrem Mann Ulrich den landwirtschaftlichen Betrieb führt. Wir zitieren von ihrer Website: „Inmitten der oberschwäbischen Landschaft zwischen Riedlingen und Biberach erhebt sich der Schupfenberg – ein schönes Fleckchen Erde. Auf den Wiesen weiden Kühe, Kälber, Ziegen und Jungziegen; aus der Milch werden vielfältige Sorten Käse hergestellt... Mensch, Tier und Natur wirken auf unserem Biohof im Einklang zusammen. Wir wollen nicht nur schmackhaften Käse produzieren – sondern auch Butter und weitere Produkte. Unsere Produktion wollen wir so gestalten, dass unsere Tiere möglichst natürlich aufwachsen und die Natur, die uns umgibt, bewahrt wird. (...) Unser Hof ist zwar klein, bietet aber nicht nur uns Arbeitsplätze, sondern auch für andere.“
Es ist beeindruckend, was wir sehen und hören. Mit Spaß, Humor und Geschmack. Nachdem wir gemeinsam den Hof und eine Weide mit Rindern besucht haben, kreiert Simon in der hofeigenen Käserei eines seiner aktuellen Desserts mit Quark vom Hof. Und dazu noch das schöne Wetter. Mehr geht kaum...
www.restaurantesszimmer.de

20. Oktober - Im Einklang mit der Natur und mit viel Handarbeit

Bei Adelheid und Jürgen Andruschkewitsch in Vellberg in ihrem Restaurant Rose wurden wir erst einmal ganz ruhig. Warum? Weil die beiden eine große innere Ruhe, Gelassenheit und Klarheit ausstrahlten. Bevor wir mit den beiden zum Äpfel auflesen auf eine ihrer Streuobstwiesen fuhren, haben wir viel länger als gedacht über ihre Philosophie gesprochen, die sie schon seit jahrzehnten leben - nicht erst seit Jürgens Mitgliedschaft bei der Slow Food Chef Alliance. Es war so spannend, dass wir später als gedacht los kamen.

Danach ging es noch mit Jürgen zu seinem Gemüsefeld, aus dem er viele der Zutaten für sein Restaurant bezieht. Etwas anderes als Bio würde ihm niemals in die Töpfe kommen. Heute erntete er Baumspinat, den wir noch nie zuvor in unserem Leben gesehen, geschweige denn, davon gehört hatten und er zeigte uns unter anderem, wie Topinambur wächst.

Im Anschluss ging es wieder zurück ins Restaurant. Wir lernten uns beim Abendessen besser kennen, sprachen über unsere jeweiligen Wünsche für's Fotografieren, ihre Einstellung zur Nachhaltigkeit in der Küche und die Erwartungen der Kunden im Allgemeinen. Eine nicht in Worte zu fassende Aura umhüllt die beiden. Jedes Wort, jeder Satz regt zum Nachdenken an. Ihre seit jahrzehnten gelebte nachhaltige Lebensart ist für uns definitiv eine Anregung zum Überdenken unserer eigenen Lebensweise.

Am nächsten Morgen ging es dann mit Jürgen in die Küche, wo wir unter anderem beim Zerlegen eines kleinen Wildschweins dabei waren. So neu es für uns ist, beim Zerlegen ganzer Tiere zuzuschauen, so dankbar sind wir doch für diese Momente, die uns vor Augen führen, wie kostbar die Lebensmittel sind, die wir täglich zu uns nehmen. Jürgen hat uns viel über die Philosophie der Slow Food Chef Alliance erzählt, die besagt, dass man das Tier im Ganzen verarbeiten und sich nicht nur die besten Stücke herauspicken soll. Später waren wir mit ihm noch im hauseigenem Kartoffelkeller, in dem die unterschiedlichsten Kartoffel-Sorten lagern. Außerdem zeigte uns Jürgen die hauseigene Brennerei, beziehungsweise die Ergebnisse der letzten Jahre, die dort in großen Glasflaschen lagern. Sobald der Brennkessel wieder repariert ist, wird der Sohn von Adelheid und Jürgen das Brennen der eigenen Obstsorten übernehmen. Adelheid hat derweil in ihren Blumengarten frische Blumen geschnitten, um diese in den Vasen des Gastraumes zu verteilen.

Zum Mittagessen gab es für uns vier als Vorspeise eine Variation aus drei Bete-Sorten, die geschmacklich und optisch an arabische Mezze angelehnt waren, dann Kaninchenkeulen mit einer Senfsahne-Soße, dazu verschiedene Betesorten und Einkorn - einem heimischen "Reis-Ersatz" (wobei es kein wirklicher Ersatz, sondern vollkommen eigenständig ist und uns darüber hinaus sogar besser als Reis schmeckte) - und zum Schluss noch auf unseren Wunsch hin Kartoffelpuffer mit Apfelmus - natürlich alles selbstgemacht. Es war super lecker. Man schmeckt einfach die frische der Zutaten und die Liebe zu den Produkten. Nach zwölf kleinen Puffern musste Christian dann doch leider passen...

Ein Kollege der beiden, der ebenfalls Mitglied der Slow Food Chef Alliance ist, erzählte uns einige Tage später: „Wenn mich jemand fragt, wo man denn mal richtig "klassisch" und natürlich essen gehen kann? Dann sage ich immer: Bei Adelheid und Jürgen Andruschkewitsch in Vellberg.“ 
Wir können uns diesen und den Worten der sehr jungen Verehrerin von Jürgens Küche nur anschließen.
www.eschenau-rose.de

19. Oktober - Blöde Ziege? Von wegen!

Wir finden Ziegen großartig! Sie sind neugierig, robust und verfressen und dabei doch wählerisch und unberechenbar. Heute haben wir gemeinsam mit Simon Kaiser den Demeter Biohof Schelkle auf dem Schupfenberg besucht. Von diesem Hof bezieht Simon einige Produkte für sein Restaurant Esszimmer in Mittelbiberach. Annette, die Haus- und Hofherrin, empfing uns sehr herzlich und führte uns zur Begrüßung über ihren Hof. Zuallererst fiel unser Blick auf die Ziegen, die uns neugierig beäugten. Doch da unsere Geschichte über Simon und warum wir auf dem Hof waren in diesem Fall nichts mit den Ziegen zu tun hat, zeigen wir heute einfach mal ein paar Bilder dieser so gar nicht blöden Tiere.

18. Oktober - Wissen ist…

…lecker. Das gilt jedenfalls für das Restaurant erasmus in Karlsruhe. Das erasmus hat seinen Namen nach Erasmus von Rotterdam, dem die Vermittlung von Bildung extrem wichtig war. Dieser Meinung sind auch Andrea und Marcello Gallotti. Die beiden betreiben das Restaurant seit Juni 2014 in einem im Jahr 1928 von Otto Haussler unter der Regie von Walter Gropius entworfenen, denkmalgeschützten Gebäude. Ihr Credo: Je mehr die Kunden über ihr Essen wissen, desto mehr können sie es genießen - die entsprechende Qualität natürlich vorausgesetzt. Und die beiden halten, was sie versprechen. Sie bieten ihren Kunden eine tatsächlich nachhaltige und gleichzeitig genussintensive Produktqualität, die mit entsprechendem Handwerk und Wissen über die Küche auf den Teller gelangt.

Bei unserem ersten Treffen waren wir sofort begeistert von dem Gebäude im Bauhaus-Stil und dem geschmackvoll eingerichteten Restaurant. Das machte Lust auf mehr. Nach einer Besprechung und den ersten Fotos gab es das tägliche gemeinsame Team-Essen, bei dem wir gleich in den Genuss einer Kostprobe der hervorragenden Küche kamen. Wir verabredeten uns für zwei weitere Termine. 

Zuerst besuchten wir gemeinsam mit Marcello die bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall in Wolpertshausen und dann waren wir ein weiteres Mal bei ihm im Restaurant. So konnten wir anhand eines Gerichtes die nachhaltige Philosophie vom erasmus nachvollziehen. Hier wird der Slow-Food-Gedanke gelebt. Die Verarbeitung bester Zutaten hat höchste Priorität. So werden wir wenige Tage nach unserem Besuch auf der Schweine-Weide Zeugen der Anlieferung der bestellten Tiere. Diese werden nach der Slow Food Philosophie „from nose to tail“ also „von der Schnauze bis zum Schwanz“ verarbeitet. Und das durften wir dann unter anderem auch als fertiges Gericht auf unserem Teller probieren. Hausgemachtes „lado“ vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein mit Ricottamousse, feinem Weißbrot und Bio-Stör-Kaviar - einfach himmlisch! 

Wir haben das erasmus von Andrea und Marcello mitsamt ihrem Team als einen Genussort kennen gelernt, wo mit viel Handarbeit, größter Sorgfalt und Wertschätzung für die Produkte gearbeitet wird. Wie schön, dass es solche Orte gibt.

17. Oktober - Der Wilde Westen liegt im Süden


Genauer gesagt: in Krumbach in Schwaben. Wir sind gestern dort bei Johannes Diem und seiner Familie angekommen. Johannes ist ebenfalls Mitglied der Slow Food Chef Alliance und leitet die Küche im Gasthof Diem. Heute nachmittag ging es für uns in die Küche, um dort einige Gerichte zu fotografieren. Begeistert hat uns dabei besonders das Tomahawk-Steak vom Land Schwein aus Billenhausen. Nach dem Essen ging es dann ans Bilder aussuchen. Aber dazu in den nächsten Tagen mehr.


16. Oktober - Liebe geht durch den Magen


Zärtlich und voller Ehrfurcht streichelte Marcello Gallotti von dem Restaurant erasmus in Karlsruhe über einen Laib Parmigiano Reggiano der Firma Santa Rita aus Italien. Er hat ihn erst vor kurzem geliefert bekommen und wir durften dabei sein, als er ihn öffnete und zerlegte. Ein Mal im Jahr bekommt Marcello einen dieser ganz besonderen Parmesan-Laiber in exzellenter Bio-Qualität geliefert. Das fachgerechte zerlegen wird von ihm regelrecht zelebriert. Und das kommt nicht von ungefähr: Für einen Laib des Parmigiano Reggiano Santa Rita von 40 Kilogramm Gewicht benötigt man um die 600 Liter Milch. Die Kühe stammen aus streng ökologischer Haltung und werden nicht mit Silage oder genverändertem Futter gefüttert, so dass der Käse schon nach kurzer Zeit laktosefrei und reich an verwertbaren Kalzium ist. Wir bekamen eine Kostprobe direkt aus dem Herzen des Laibes  - mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein!
...na ja, vielleicht noch ein Glas Wein und ein Stück Brot dazu, dann wäre der Genuss (noch) perfekt(er).

15. Oktober - Streuobst mit Aussicht


Wir waren auf einer Streuobstwiese in Vellberg-Eschenau mit Adelheid und Jürgen Andruschkewitsch zum Fallobst sammeln verabredet. Die beiden betreiben seit vielen Jahren ihr Restaurant Rose, das zu einer der führenden Adressen nachhaltiger Gastronomie in der Region Schwäbisch-Hall zählt. Aus dem Obst machen die beiden unter anderem eigenen Most, Apfelmus und verschiedene Brände. Adelheid und Jürgen erzählten viel über alte Obstsorten, die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die genau wie beim Weinanbau, von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit abhängen. In dieser für uns „Flachlandtiroler“ schon relativ steilen Hanglage fühlten sich vor allem auch unsere Hunde Kendo und Greta sehr wohl, konnten die beiden doch endlich einmal fernab des Straßenverkehrs nach Herzenslust umher toben und buddeln.

14. Oktober - Schwein muss man haben

Was haben wir wieder einmal für Schwein gehabt. Mit Marcello Gallotti vom Restaurant erasmus aus Karlsruhe waren wir bei Rudolf Bühler, dem Gründer und Vorsitzenden der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und Wiederentdecker des Schwäbisch-Hällischen Landschweins, das noch vor wenigen Jahrzehnten vom Aussterben bedroht war. Nach einem kurzen Gespräch in Wolpertshausen fuhren wir zusammen im Land Rover zu den Schwäbisch-Hällischen Landschweinen, die dort nach strengen Demeter Regeln auf einer großen Weide gehalten werden. Marcello bezieht seine Schweine für das erasmus direkt von der bäuerlichen Gemeinschaft und kann so seinen Kunden die allerbeste Qualität von der Schnauze bis zum Schwanz anbieten. Bei der Verarbeitung achtet er stets darauf, möglichst alles von den Tieren zu verarbeiten. Im Anschluß an den Weidebesuch zeigte uns Rudolf Bühler noch seine BIO-Gewürzmanufaktur "Seeds of Hope“, wo wir in die intensive Duftwelt verschiedenster Gewürze - unter anderem aus Hohenlohe, Serbien, Indien und Sansibar - eintauchen konnten. Apropos "HRH Prince Charles Schweineweide" - der britische Thronfolger war vor ein paar Jahren zu Besuch bei den Hohenloher Bauern, um sich vor Ort über den ökologischen Landbau auszutauschen.

13. Oktober - Schwein gehabt: Prince Charles und die Landwirtschaft - Prolog


Was Prince Charles mit dieser Schweineweide zu tun hat, erfahrt ihr morgen auf unserem Blog - derzeit sind wir noch mit dem Reinigen unsere Schuhe beschäftigt...
Spaß beiseite - unsere Schuhe sind schon wieder sauber, aber wir hatten einen ereignisreichen Tag. Zuerst besuchten wir zusammen mit Marcello Gallotti von dem Restaurant Erasmus in Karlsruhe einen seiner Lieferanten. In Wolpertshausen durften wir mit den beiden auf eine Weide mit Schwäbisch Hällischen Landschweinen. Danach ging unsere Tour weiter zu Adelheid und Jürgen Andruschkewitsch und ihrem Restaurant Rose. Jetzt werden Fotos gesichtet und Eindrücke verarbeitet.

12. Oktober - Von Familienbanden und Stammtischfreuden

Wenn man die Weinstube und Café "Zum Bäckerhaus" in Ebersbach-Roßwälden betritt, wird man unweigerlich in einen Gasthof wie aus Großmutters Zeiten zurück versetzt. Dabei ist es hier aber alles andere als verstaubt. Die beiden urgemütlichen Gasträume sind fast komplett im Original erhalten, lediglich die Stühle und Sitzbänke wurden neu beszogen und die Holztischplatten abgeschliffen und geölt. Hier ist die Verbindung zwischen Nostalgie und Moderne absolut gelungen. Und der Clou bei der Sache ist, dass die ehemalige Wirtin, die "Uri", heute selbst Urgroßmutter von drei Urenkeln ist, noch mit im Hause lebt. Das "Zum Bäckerhaus" ist nämlich, genau wie die angrenzende Bäckerei, in Familienbesitz.

2011 übernahmen Priska und Joachim Speißer die Gaststätte, seit 2017 mit tatkräftiger Unterstützung in der Küche durch Markus Eberhardinger - Slow Food Chef Alliance Mitglied und Ehemann von Christina, die zusammen mit Mutter Dorothea die weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannte Backstube betreibt. Die große Auswahl an selbstgebackenen Kuchen und Torten ist weit und breit einsame Spitze.

Die zahlreichen Besucher der Weinstube und Café „Zum Bäckerhaus“  kommen aber längst nicht nur wegen der hervorragenden Backstube, sondern vor allem wegen der Spitzen-Küche von Markus. Markus' Augen beginnen zu leuchten, wenn er davon erzählt, wie er und sein Team kochen. Die Speisekarte ist bewusst klein gehalten und es wird dabei stets saisonal variiert. Wichtig ist ihm dabei vor allem die Zero-Waste-Philosophie, und dass alles selbst zubereitet wird: Zero-Waste und Zero-Convinience.
Sogar der Apfelmost wird selbst hergestellt. 

Vorne in den beiden Speiseräumen sorgen Priska, Joachim und ihr Team für die ruhige und persönliche Atmosphäre. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen und am Abend auch schon mal das 5-Gänge-Menü.

Eine weitere Besonderheit für uns Nordlichter ist die hohe Stammtischdichte hier. Schon kurz nach dem Betreten des Lokals fallen uns diese diversen "Stammtisch-Pokale" auf.
Was bei uns höchstens noch als eine Legitimation zum "Saufen" genutzt wird, ist hier ganz anders: hier wird sich noch zum Essen, moderaten Trinken und Klönen getroffen.

Wir haben zwei intensive, ereignisreiche, fotografisch spannende Tage erlebt - sind glücklich, satt und zufrieden weiter gefahren und freuen uns darauf, dort einmal wieder Gast zu sein.
www.zumbaeckerhaus.jimdofree.com

11. Oktober - Hier wird an nichts gespart


Dass Schwaben als besonders sparsam gelten, davon haben wir schon mal gehört. Aber ein 7-Gänge-Menü in 5 Gängen... das geht doch nicht! Doch - das geht! Die "Weinstube und Café - Zum Bäckerhaus" in Ebersbach-Roßwälden in der der Nähe von Göppingen macht es möglich. Und hier wird an nichts gespart. Der Besondere liegt darin, dass die ersten drei Gänge in einem zusammengefasst werden.
Priska und Joachim Speißer sind zusammen mit Koch Markus Eberhardinger die kreativen Köpfe und fleißigen Hände im Hinter- und Vordergrund. Sie sind wunderbare Gastgeber, aber dazu morgen mehr.  
Heute durften wir das gesamte Menü fotografieren und im Anschluss auch genießen. Wir waren begeistert und schließen uns den Worten eines Gastes an: „Einfach geil, oder“? Damit hat er ganz einfach recht. 


10. Oktober - Ein Mann mit Herz und Verstand

Martin Ernst aus Seelbach ist gelernter Metzger und Schäfer. Seine Herde Merinoschafe steht im Bliesgau im Saarland und wir besuchten ihn zusammen mit Theresia und Markus Keller von der Wern's Mühle und auch Holger Gettmann vom Slow Food Convivium Saarland war dabei. Martin erzählte uns einiges über diese spezielle Schafrasse. Uns war gar nicht bewusst, wie arbeits-intensiv die Haltung von Schafen ist. Wir dachten bisher, dass diese sich fast alleine versorgen könnten... Martins Fachwissen hat uns mal wieder fasziniert und wir hätten noch stundenlang zuhören können, aber die Arbeit in der Metzgerei rief, denn die macht sich auch nicht von alleine.
Die hauseigene Metzgerei ist weit über die Grenzen bekannt und an dieser Stelle zitieren wir einmal aus einer Online-Rezension: „…alles von bester Bio-Qualität - dazu noch ein schmackhaftes Angebot von Würstchen, Lyoner - die Lämmer grasen auf Kräuterwiesen und das schmeckt man auch. Unsere Burger machen wir am liebsten vom Rinderhackfleisch von der Bliesgau-Schäferei. Die Patties sind saftig und mit vollem Fleischgeschmack. Der Service ist sehr fachkundig und gewissenhaft...“
Dem können wir nichts mehr hinzufügen.

09. Oktober - Klein und fein
 
Es gibt Orte und Menschen fern der Heimat, an und bei denen man sich so wohl wie zuhause fühlt. Die „Wern’s Mühle – Landhaus im Ostertal“ ist so ein Ort. Es ist unser erster Aufenthalt im Saarland und wenn es nach uns geht, bestimmt nicht der Letzte. Deutschlands kleinstes Bundesland - nach den drei Stadtstaaten -  empfängt uns zwar mit nicht so berauschendem Wetter, aber das war es dann auch schon mit Verbesserungswünschen unsererseits. Alles andere war einfach fantastisch. Wir wurden sehr herzlich von Theresia und Markus Keller, den Betreibern vom Landgasthof Wern’s Mühle im Ostertal empfangen.

Nach dem Kennenlernen und der Besprechung, was in den nächsten Tagen fotografiert werden soll, ging es am Nachmittag zu Gerd Volz und seinen English-Longhorn-Rindern auf die Weide. Tochter Anna, die wie ihr Vater in der Küche des Lanhauses arbeitet, hat uns ebenfalls begleitet.
Es war wunderbar zu erleben, wie liebe- und respektvoll Gerd von seinen Tieren sprach. Im Anschluss gab es in seiner Reithalle noch Kaffee und Kuchen.

Den Abend ließen wir in Wern's Mühle zusammen mit der Familie ausklingen, nun auch mit Tochter Luisa, die uns vor dem Essen von Markus und Anna mit einem selbst kreierten Cocktail verwöhnte.

Am nächsten morgen fingen wir nach einem ausgiebigen Frühstück mit dem Fotografieren an. Theresia, die stets um unser Wohl bemüht war und sich rührend um uns gekümmert hat, zeigte uns dann ihren „Schatz“, das Mühlenlädchen. Hier können Kunden ausgesuchte und zum Teil selbst produzierte Produkte rund um die Walnuss, sowie andere Öle und Leckereien erwerben. Zwischendurch bekamen wir dann noch eine Mühlenführung von Willi Wern, einem der Nachfahren der Gründerfamilie. Diese Mühle war einer der bedeutesten Produktionsstandorte für wichtige Öle im gesamten Saarland und auch heute liegt das Wasserrecht zum Betreiben der Ölmühle bei den jetzigen Eigentümern, der Familie Keller. Markus' und Willis Augen glänzten beim Erklären der Funktionsweise der Mühle und sogar noch mehr, als sie über die erstklassige Qualität der gewonnenen Öle sprachen. Ein entscheidendes Kriterium ist auch hier das Tempo - in diesem wie in vielen anderen Prozessen ebenfalls - ein besonders langsames Verfahren. Es wird mit einer Stempelpresse gewonnen im Gegensatz zu einer Schneckenpresse ein wesentlich schonender Prozess zur Gewinnung des Öls. Genauso wenig wussten wir, dass kaltgepresste Öle bis zu einer Temperatur von 90 Grad Celsius verarbeitet werden dürfen, um dann immer noch offiziell als kaltgepresst deklariert zu werden - kein wirklich schonender Umgang mit dem Lebensmittel. 

Danach fotografierten wir im Landgasthof die Familie Keller, die Belegschaft und einige ausgesuchte Gerichte. Am Abend gab es dann noch ein tolles Menü mit korrespondierenden Weinen. Später setzte sich auch Küchenchef Markus zu uns an den Tisch und verriet gemeinsam mit Theresia noch eine Überraschung: Wern's Mühle nimmt an einem Wettbewerb teil, bei dem eines von 10 "Weltraummenüs" aus dem Saarland im komenden Jahr - zusammen mit dem ersten Saarländer - ins All fliegen soll... und wir hatten es heute sogar schon auf den Tellern. Wir sind gespannt und drücken die Daumen. Das ganze Projekt kann man sich auf der Website des Landhauses anschauen. Am darauffolgenden Tag ging es dann noch zu einem von Markus' Lieferanten, dem Schäfer Martin Ernst aus Seelbach im Bliesgau. Dazu morgen mehr. 
www.werns-muehle.de

08. Oktober - Die Stadt ist auch nur ein großes Dorf

Die Adresse „Alte Gasse 27“ liegt unweit der Touristen-attraktionen in Frankfurt und ist die Heimat von Katharina Bäckers Restaurant „beetroot“, das sie seit 2011 betreibt. Katharina ist gelernte Köchin und Mitglied der Slow Food Chef Alliance Deutschland. Während unseres Besuches an einem Sonntag haben wir so viel mit ihr über interessante Dinge diskutiert, dass das Fotografieren fast in den Hintergrund gerückt ist. Katharina ist ein kluger, blitzgescheiter Mensch mit dem Herz am rechten Fleck - keine überflüssigen Worte getreu ihrem Arbeitsmotto: „wir arbeiten gut, sauber und fair“. Während unseres gemeinsamen Essens erzählte sie von ihren Stammkunden, die oft schon seit Jahren wöchentlich, manche auch täglich, zu ihr ins Restaurant kommen. So machen sie das beetroot zu einem Treffpunkt, bei dem es neben dem Essen auch um die soziale Funktion des Zusammenkommens geht. Man kennt und hilft einander - da wird dann auch Frankfurt manchmal zum Dorf. Zum Schluss gingen wir mit Katharina noch ein Eis essen und sie zeigte uns dabei  Frankfurts „neue“ Altstadt, ebenso wie ihren Lieblingsplatz am Main. Wir hatten einen spannenden, lustigen und zum nachdenken anregenden Tag, der noch lange nachklingen wird. Danke, liebe Katharina.
www.beet-root.de