30. September - Pssst, streng geheim!


Manchmal muss es einfach etwas Süßes sein. Wer isst denn schon am Mittag Kuchen? Okay, natürlich waren wir das. Und in diesem Fall extrem gerne und dann auch noch mit Vorsatz. Geschmacksexplosion inklusive. In der Vitrine von "In aller Munde" in Bergedorf stehen aber auch lauter Gemeinheiten, denen wir augenscheinlich nicht widerstehen konnten. Unverschämt lecker, diese Tartes und wir verraten nur so viel: da, wo es diese kleinen Gemeinheiten gibt, gibt es noch viel mehr zu entdecken. Aber: pssst, das sollte doch eigentlich streng geheim bleiben ...

29. September - Ein Mann mit einer Vision


"Für mich ist es mit das Schönste, wenn uns ein Kunde mitteilt, dass es ihm mit der Verwendung unserer Produkte besser geht", sagte uns Andrew Kavalec bei unserem heutigen Fotoshooting in seiner Firma LanEsters in Wentorf. Seine Augen leuchteten, als er von seinem Produkt, dem Lanolin, erzählte und dabei auch einige Geschichten seiner glücklichen Kunden erwähnte, denen hiermit endlich geholfen werden konnte. Andrew erklärte uns seine Firmenphilosophie, erzählte von der Herkunft der Produkte und schwärmte von der Rein- und Feinheit der Merinoschafwolle, die wenig mit der oft groben und filzigen heimischen Wolle zu tun hat. Aber was ist eigentlich Lanolin? Lanolin ist ein Wollwachs, das aus der Wolle von Schafen gewonnen wird. Es dient unter anderem als Basisstoff für die Herstellung wundheilender Salben. Andrews Vision ist es, noch möglichst viele Menschen mit seinen Produkten zu helfen und hierbei stets das Tierwohl an oberste Stelle zu setzen. Denn nach seiner Aussage ist es ein Geschenk, was die Schafe uns damit geben und das verdient höchste Achtung und Respekt.

28. September - 2G, 3G oder doch lieber 5G? Oder besser 8G?


Blickt da noch jemand durch? Wir verlieren langsam den Überblick über all die Verordnungen. 
Beim Planen unseres Wochenendes rückte erst einmal der Coronaplan der jeweiligen Unterkunft in unseren Fokus. Wo brauche ich wann was und warum nochmal? Nur bei der Anreise oder auch mal zwischendurch? Alle 24 oder 48 Stunden einen Test oder nur bei der Anreise? 
Mit Maske oder nur teilweise? Und was gilt eigentlich in welchem Bundesland? 
Wie einfach und unkompliziert war es da doch für Mareike noch vor drei Wochen in Dänemark: Ankommen, Ferienhaus beziehen, die Maske zuhause lassen und das Leben verantwortungsvoll genießen. Aber dafür ist hier bei uns in Deutschland doch immer alles so perfekt organisiert. Wir wissen eben, wie die Dinge funktionieren.  Wir sind stets fleißig und zielstrebig. Man möchte fast meinen sogar wahre Lebenskünstler. Wir genießen das Essen, die Kultur und wollen vor lauter Glück unsere Lebensweise gerne auch auf andere Länder übertragen. Tja, wer kann da ernsthaft bei so viel Lebensfreude, wie sie in unserem Land herrscht, schon widerstehen?

28. September - Nachhaltig Shoppen

Das geht nicht? Aber natürlich geht das! Heute waren wir erneut im Zeichen der Lieblingsadressen unterwegs und unser erster Termin führte uns zu Julia in ihren Laden Junes Green Concept in Reinbek.
Wir kennen Julia bereits seit etwa zehn Jahren, nicht zuletzt aus ihrem Reinbeker Geschäft, das von 2014 bis 2021 AfricanSista hieß und erst seit kurzem zu Junes Green Concept wurde. Der Prozess der Umbenennung war eine logische Konsequenz der letzten Jahre, in denen es Julia immer wichtiger wurde, bei ihren beruflichen und privaten Einkäufen auf manuelle Herstellung, faire Arbeitsbedingungen und gute Materialien zu achten. Die möglichst umweltfreundliche Her-stellung, sowie die Verwendung von Recycling-Materialien stehen hierbei für sie an oberster Stelle. Indem Julia kleinen Manufakturen und jungen Firmen, die nach diesen Richtlinien arbeiten, eine Plattform bietet, möchte sie gemeinsam mit ihnen dazu beitragen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Wir finden, das ist ihr absolut gelungen.
www.junes-concept.de

26. September - Die Qual mit der Wahl


Was vor allem Christian quält ist nicht die Wahl an sich, sondern die unfassbar quälende Zeit davor. Warum? Ganz einfach: Seit Monaten wird von der Wahl gesprochen. Von der "Jahrhundert-wahl", die über das große Ganze - über alles und jeden - entscheiden wird. Jetzt oder nie ist der Tenor - es geht immerhin um unsere Zukunft. Alle vier Jahre die selbe Prozedur. In jeder zweiten Meldung ist es bereits fünf Minuten nach zwölf und unterhalb des Begriffs des Weltuntergangs geht gar nichts. Und genau diese Aufgeregtheit, zum Teil auch Aggressivität in der Wortwahl, geht Christian unendlich auf den Sender. "Und wenn wir jetzt nicht richtig wählen, dann …" erinnert ihn zu sehr an die "Alternativlosigkeit" in der Wortwahl Angela Merkels, aber für ihn ist gerade in einer Demokratie das Streiten um die beste Lösung das Herausragende. So gesehen ist es genau genommen keine Qual mit der Wahl, wohl aber mit der Zeit davor. Nun geht es ja erst einmal in die Koalitionsverhandlungen und in spätestens vier Jahren-  aber lassen wir das ...

25. September - Wenn Hände Blumen zu Kunstwerken formen


Im Zuge unseres Kalendershootings für die Dekra Akademie trafen wir vor ein paar Wochen Britta Ohlrogge vom Floristk Projekt in Reinbek Ohe. Seit Jahren schon begeistert sie dort ihre Kunden mit kunstvollen Blumengebinden und besonderen Sträußen. Wir kennen sie und ihre Kreationen ebenfalls schon sehr lange und können dem nur beipflichten. Ihre jährlich stattfindende Advents-ausstellung ist weit über die Grenzen der Heimatregion hinaus bekannt. Beim Anblick dieser floralen Kunstwerke trifft der Begriff "Kunsthandwerk" absolut den Nagel auf den Kopf.

24. September - PHOTOPIA Hamburg – Ein Festival der Bilder


"PHOTOPIA Hamburg ist ein einzigartiges Happening der Fotografie und Videografie. Wir machen die Faszination des Imagings in einem begeisternden Festival erlebbar. Das viertägige Live-Event bietet magische Räume zum Ausprobieren neuer kreativer Ideen und Geräte, schafft vielfältige Möglichkeiten des Austauschs – vom Experten-Know-how vor Ort bis hin zu umfangreichen Online-Inhalten auf der Community-Plattform", so lautet ein Auszug aus dem Pressetext über eine der ersten wieder stattfindenden Messen in Hamburg. Wir wollten uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen und waren heute auf dem Messegelände, um Kollegen unseres Fotografenverbandes BPP zu treffen, die dort gezeigten Ausstellungen anzuschauen und die ein oder andere Neuheit im Kamera- und Lichtequipment in Augenschein zu nehmen. Als der eigentliche Höhepunkt unseres Messeaufenthaltes entpuppte sich dann der einstündige Vortrag von Kristian Schuller, einem deutschen Modefotografen, der nach langjährigen Stationen in Paris und New York seit einiger Zeit wieder in Berlin lebt und arbeitet. Der mittlerweile 50jährige, der vor Jahren in der Jury von GNTM saß, begeisterte mit seinen sehr persönlichen Erläuterungen zu den von ihm gezeigten Bildern. Unser Fazit nach dieser einen Stunde: Der kurzweiligste und inspirierendste Vortrag, an den wir uns erinnern können. Und ganz bestimmt auch ein Vitaminschub für unsere eigene fotografische Arbeit.

23. September - Es ist nicht alles Gold was glänzt


Oh nein, in diesem Falle waren es sogar diverse Edelmetalle. Heute hatten wir Besuch von Alexander Dau bei uns im Studio und staunten nicht schlecht, als vor unseren Augen das Gold und Silber ausgebreitet wurde. Diese Edelmetalle brachte er zu seinem Fotoshooting für die Lieblingsadressen Sachsenwald mit. Und ja, wir haben auch schon mal einen Krügerrand gesehen, aber noch nie so viele auf einmal. Auch ein kleiner Goldbarren war in seinem Sortiment dabei. Alle Achtung, was da für ein Gewicht zusammenkam. Am Ende des Shootings waren wir allerdings froh, als der Schatz wieder unser Studio verließ, denn wo lässt man so etwas wertvolles nur liegen? Und eine Schatzkarte wollten wir nun auch nicht extra zeichnen müssen, auch wenn Kendo und Greta sicher gerne das Loch dafür gebuddelt hätten.  
So blieb uns immerhin ein kurzer Traum vom Reichtum an Edelmetallen ...

22. September - Man, ist uns langweilig!


"Was machen die beiden denn bloß den ganzen Tag vor diesem blöden Ding?" Diesen Satz meinen wir oft in Gretas und Kendos Blick zu lesen, wenn die beiden hinter uns auf dem Sofa liegen, während wir Fotos auswählen, Fotos bearbeiten, Fotos retuschieren, E-Mails beantworten, ein bisschen im Netz surfen, Zeitungen online lesen – und ähnliches am Computer tun. Danach sind wir dann oft zu müde, um uns noch um das zu kümmern, was uns Vieren Spaß bringt: durch den Wald oder die Wentorfer Lohe laufen, Ball spielen, toben und dann - nach dem Fr/Essen natürlich - einfach gemeinsm auf dem Sofa kuscheln. Das kommt momentan leider etwas zu 
kurz ...

21. September - Kurioses Fundstück


Es gibt Dinge - gerade im Dekobereich - die so hässlich sind, dass man sie fast schon wieder gut findet oder, wie in diesem Fall, sogar ein wenig Mitleid mit ihnen hat. Uns erging es jedenfalls heute so: beim Anblick dieser Kochkartoffel. Diese sollte wohl im Altglascontainer entsorgt werden, passte aber vermutlich nicht durch den Einwurfschlitz oder ihr Entsorger hatte erbarmen mit ihr. Wir vermuten, dass sie bestimmt noch eine Tage dort ausharren wird, bis sich jemand ein Herz fasst und sie mitnimmt. Und dann? Vielleicht landet sie auf dem Fensterbrett einer Küche - für uns eine ganz gruselige Vorstellung, aber vielleicht inspiriert sie ja jemanden beim Zubereiten einer Fertigpizza. Für uns war sie heute allerdings nicht mehr als ein kurioses Fundstück.

20. September - Am Ende eines Arbeitstages …


… freuen wir uns oft schon auf einen gemütlichen Abend mit unseren Hunden. Auf das gemein-same Essen und nachfolgende Rumlümmeln auf dem Sofa. Vorher noch den letzten Fototermin wahrnehmen und dann ... - ja, dann kommen Menschen, wie Katja herein, die unseren Tag noch einmal auf's Neue bereichern. Katja hat ihr "Atelier für Perspektivwechsel" in Hamburg-Bergedorf und arbeitet mit dem Werkzeug des Ausdruckmalens. Wir lernen, ohne es bewusst darauf angelegt zu haben, etwas über uns, sprechen auf einmal von unseren Wünschen, von neuen Ideen und vergessen dabei das Hier und Jetzt. Nach etwa einer Stunde freuen wir uns darüber, dass wir neben den Fotos noch soviel Zeit mit unserem Gespräch miteinander verbracht haben. Ein Mallehrer von Katja hat einmal gesagt, dass man trotz eines Malauftrages jedes Bild erst einmal für sich selber malen muss, um Zufriedenheit zu erlangen. Ein schöner Gedanke. Auch für uns.

19. September - Hausbesuch in Bergen an der Dumme


Alfred und Monika leben seit November 2020 in Bergen an der Dumme im Wendland. Der Ort liegt heute in dem Bereich, der "Das grüne Band Deutschland" heißt und war damals eine Grenzstation zwischen Ost- und Westdeutschland. Wenige Kilometer entfernt liegt die größere Stadt Salzwedel in Sachsen-Anhalt und wird von den beiden Künstlern öfter frequentiert - sei es zum Einkaufen oder zum Besuch des dortigen Kunsthauses. Die beiden haben in Bergen an der Dumme ein altes Haus mit großem Grundstück gekauft und werden die nächsten Jahre dort ihren Traum von Leben und künstlerischem Arbeiten verbinden. Im oberen Stockwerk befindet sich ihre Wohnung, im Erdgeschoss sollen Galerieräume, sowie ein Atelier entstehen und im Garten liegt ihre Werkstatt. Es war schön, die beiden nach mehr als zwei Jahren wiederzusehen und ihre Lebensfreude und ihren Schaffensdrang zu genießen. Außerdem haben wir dann noch die leckere Küche des nahegelegenen Hotels kennengelernt und dort einige Stunden im Innenhof gegessen und geklönt. Hoffentlich dauert das Wiedersehen keine weiteren zwei Jahre.

18. September - Heute in der Post


Da reicht unser Briefkasten schon fast nicht mehr aus, wenn der Torquato-Gesamtkatalog (zweimal im Jahr) zu uns kommt. Auf fast dreihundert Seiten findet man unzählige Produkte, die wir seit über zwanzig  Jahren für die in Geesthacht ansässige Firma fotografieren. Mit fast jedem Bild verbinden wir eine Erinnerung an die jeweilige Location, die Models vor der Kamera oder an die vielen Leckereien, die nach den Fotoaufnahmen probiert werden "mussten". Von Beginn der Gründung begleiten wir Torquato fotografisch und freuen uns jedesmal aufs Neue, wenn die Bilder gedruckt im Katalog zu sehen sind. Das Blättern mit der Hand ist einfach schöner als das Scrollen am Bildschirm. Und "echte" Post bekommen ist ebenfalls elektronisch nicht zu toppen.
www.torquato.de

17. September - Unglaublich


Das war Christians erstes Wort, als er die entwickelten Filme heute digitalisierte. Vor zwei Tagen war er bei Bernd Wöhlke und hat ihn mit seinen Oldtimern fotografiert. Neben den digitalen Fotos hat er dabei auch 36 Aufnahmen auf Film gemacht. Nachdem er gestern die Filme entwickelt hat, sie dann über Nacht trockneten, hat er sie heute digitalisiert und siehe da: Die Aufnahmen haben einen Charme und eine Ausstrahlung, wie kaum ein digitales Foto. Warum? Schwer zu sagen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass nicht beliebig oft auf den Auslöser gedrückt wurde, frei nach dem Motto: "Irgendetwas wird schon dabei sein", sondern vor jeder Belichtung hat er erst einmal überlegt und dann auf erst den Auslöser gedrückt. Fazit: Mehr davon! Bewusst fotografieren und wieder gespannt sein dürfen.

16. September - Jahre ist es nun schon her, dass...


… wir unsere Filme selbst entwickelt haben. Filme? Warum denn das noch? Heute ist doch alles so schön digital und damit praktisch. Ja und nein. Praktisch ist es schon, dass wir, noch bevor wir wieder im Studio sind, die Aufnahmen mit unseren Kunden auswählen können – so gibt es hinterher beim Betrachten der Bilder keine unangenehmen Überraschungen. Damit ist aber auch der Zauber verloren gegangen. Bei er digitalen Fotografie heisst es oftmals: "Kostet ja nichts, drücken sie einfach noch ein paar mal drauf, da wird dann schon etwas dabei sein". Gestern bei Bernd kam sowohl die Digitalkamera zum Einsatz, als auch die analoge Mittelformatkamera. Und heute haben wir die drei Filme entwickelt. Das Entwickeln ist für uns fast schon wie eine kleine Meditation. Sich die Zeit nehmen, dabei einen Kaffee genießen und sich nach etwa 20 Minuten über die entwickelten Filme zu freuen, das ist immer wieder ein schönes Erlebnis. Morgen werden dann die Filme digitalisiert und gesichtet. In wenigen Tagen können wir das Ergebnis hier zeigen. Die analog entstandenen Fotos sind nicht besser und auch nicht schlechter, als wenn ihre digitalen "Verwandten", aber sie sind von einem Zauber umgeben, den digitale Fotos nur sehr selten hervorrufen. Und so ganz nebenbei haben wir beim Entwickeln festgestellt: Was wir einmal gelernt haben, geht nicht verloren - nach dem ersten Film waren wir wieder voll "drin" in der analogen Welt.

15. September - Mit einer Isetta fing alles an. 

 

Bernd ist ein leidenschaftlicher Oldtimer-Liebhaber, der durch seine KFZ-Mechaniker-Ausbildung eine Menge Erfahrung bei der Instandsetzung alter Fahrzeuge mitbringt. Neben einer wunder-schönen Isetta hat Bernd in seiner Sammlung noch einen VW 1600 Typ3, einen Deutz Traktor D2505 und ein Motorradgespann. Bernd ist außerdem der erste Vorsitzende des Vereins der "Oldtimer-Freunde Elbtalaue Bleckede". Es war einfach eine Freude, heute bei ihm in seiner Werkstatt-Halle die schönen Fahrzeuge zu fotografieren, über Gott und die Welt zu schnacken, ihm beim Erzählen seiner Oldtimervergangenheit zuzuhören und mit einer Tasse Kaffee in der Hand den Regen zu beobachten. Geplant waren zwei Stunden und am Ende waren es dann fünf intensive Stunden.

14. September - Stippvisite


Schon seit einigen Wochen wollten wir zu Gregor in seinen Weinladen "Oxhoft Authentic Wines" in Wentorf, um uns einfach mal wieder mit ihm auszutauschen und den ein oder anderen leckeren Wein zu kaufen. Wir hatten uns schon wieder viel zu lange nicht gesehen und heute hat es dann endlich geklappt. Natürlich war eines unserer Themen die bevorstehende Bundestagswahl. Vor keiner anderen Wahl haben wir in unserem Umfeld so eine große Verunsicherung über das Thema "Was soll ich bloß wählen?" gehört wie in diesem Jahr. Es ging in unserem Gespräch unter anderem um die "Erosion" der großen Volkspartei CDU, sowie um das Erstarken der SPD - oder viel mehr um ihren Spitzenkandidaten Olaf Scholz - und welche Rolle die Grünen auf Bundesebene spielen. Dabei wurde kurz und durchaus kontrovers diskutiert, aber mit wem könnten wir das besser tun, als mit Gregor. Neben all dem Sprechen hatten wir dann aber noch genügend Zeit, um uns bei ihm für die kommenden Tage mit ein paar Weinen einzudecken.

13 .September - Mit allen Sinnen genießen


Christoph von Have ist Genießer, Erfinder, Geschichtenerzähler und sympathischer Gastgeber zugleich. Heute waren wir bereits zum zweiten Mal für die Lieblingsadressen Sachsenwald bei ihm im Einsatz. Christoph zeigte uns mit großem Vergnügen die Katakomben - oder besser - ein Herzstück seines Betriebes in Bergdorf, der ältesten im Familienbesitz befindlichen Weinhandlung und Weinkellerei Hamburgs. Dort werden unter anderem Gin, Whisky, Rum und diverse Liköre hergestellt, oft nach uralten Rezepten. Und genau diese Handarbeit ist es, die auch heutzutage immernoch geschätzt wird. Für uns boten sich dabei natürlich zahlreiche Motive zum Fotografieren an und es fiel uns am Ende nicht leicht, uns auf ein Foto zu einigen.

12. September - Für die Musik geboren


Diese Hände gehören Andrej. Und diese Hände spielen Werke von Rachmaninow, Mussorgsky, Tschaikowski und die vieler anderer  Komponisten klassischer Musik. Sie können genauso kraftvoll wie einfühlsam die Tasten eines Klaviers anschlagen. Können das fulminante Finale in "Bilder einer Ausstellung" so ausdrucksstark, wie auch das Lyrische in der Musik von Schumann zum Klingen bringen. Andrej ist Konzertpianist und Musikforscher, lebt seit Jahren mit seiner Familie in Wohltorf und ein Treffen mit ihm ist immer eine Bereicherung. Sein Wissen, gepaart mit seiner Liebe für die klassische Musik, begeistert uns immer wieder aufs Neue und hat unsere Ohren auch für nicht so "leichte" Komponisten, wie zum Beispiel Skrjabin, geöffnet.

11. September - Meudelfitz


Das ist kein Witz. Ein Ortsteil von Hitzacker heisst wirklich so. Und genau da waren wir heute und konnten heute zum ersten Mal auf unser Grundstück gehen. Denn bis vor wenigen Tagen war es noch vollkommen zugewachsen. Sozusagen unbegehbar. Aber Dank der Arbeit eines Garten- und Landschaftsbauers aus der Region kamen nach dreißig Jahren Wildwuchs zum ersten Mal wieder Licht und Luft auf den Boden des Grundstücks. Unser Traum ist es, dort ein kleines Holzhaus bauen zu lassen, ein wenig Gemüse anzubauen und neben einer kleinen Rasenfläche möglichst viele Wildkräuter und -blumen auf dem Grundstück wachsen zu lassen. Wir freuen uns darauf, öfter mal in dieser wirklich schönen und ruhigen Gegend abzutauchen. Kendo und Greta haben sich dort auch sehr wohl gefühlt, nicht zuletzt, weil jede Menge Birnen am Boden lagen, von denen sie sich die ein oder andere einverleibt haben. Wir wären heute auch gerne schon über Nacht dort geblieben, aber dafür ist es noch ein wenig zu früh.

10. September - "Immer eine Sünde wert"


So lautet der Werbeslogan des Kiezbäckers in der Silbersackstraße auf St. Pauli in Hamburg. Thomas verziert dort - für die Kalender-Fotoaufnahmen - einige Törtchen und erzählt aus seinem Berufsleben. Zuerst hat es den gelernten Künditormeister nach München und erst später nach Hamburg gebracht. Dort arbeitete er zuerst im Café Möller, bevor er in einem Delikatessen-geschäft, welches in früheren Zeiten mal ein Pornokino war, als Geschäftsführer fungierte. Jahre später übernahm er dann das Geschäft auf St. Pauli und seitdem ist es eine Institution. Auch beklagt er nicht die Verwandlung, die der Kiez seit Jahren schon erlebt. "Was sollte es mir auch nützen, so wie der Kiez in den 50er und 60er Jahren war, wird er nie mehr werden." 
Thomas sprüht nur so vor Ideen und Energie und erzählt uns zum Schluss noch, dass es nur einen Tag im Jahr gibt, an dem die Bäckerei nicht geöffnet hat und das ist am ersten Weihnachtstag.

09. September - Scheisse, war das lecker!


Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, aber mir fiel beim gestrigen Essen von Mareike einfach nichts anderes ein. Genau aus diesem Grund habe ich sie heute gebeten, genau dieses Essen noch einmal zu kochen. "Kartoffelpüree mit Spitzkohl und Kräuterseitlingen" klang gestern für mich erst einmal nicht so überzeugend. Um so größer war die Überraschung und ich konnte beim Essen nicht eine einzige Pause einlegen. Ich dachte nur: noch ein Bissen und noch ein Bissen und … Suchtfaktor einhundert. Neben den zuvor genannten Lebensmitteln waren lediglich etwas Muskatnuss, Salz und Pfeffer, sowie Rapsöl, Zitronensaft, Ahornsirup und ein wenig Schnittlauch im Spiel, dazu ein Weisswein von der Mosel vom Weingut Kallfelz - wo wir gerne wieder hin fahren möchten - und das hat gereicht, um diesen Geschmack heute noch einmal erleben zu wollen. 
In Zukunft werde ich dann auch versuchen, an meiner Ausdrucksweise zu arbeiten ...

08. September - Auf eine Zigarre mit…


Stefan ist Zigarrenmacher aus Leidenschaft. Sein Geschäft liegt in Hamburg Altona und seine Kunden nehmen auch die weitesten Wege in Kauf, um sich vor Ort ein Bild seiner erlesenen Auswahl an Zigarren zu machen oder sie werden per Post beliefert. So häufig kommt Stefan nicht mehr selber zum Zigarren machen, um so begeisterter waren wir, ihm beim Entstehen einer Zigarre zuschauen und dabei zu fotografieren zu können. Laut seiner Aussage gibt es einen gleichbleibende Anzahl an Zigarrenliebhabern in Deutschland und auch jüngere Menschen begeistern sich für diesen Genuss.

07. September - Sorgen haben noch nie jemanden geholfen


Auf dieses Thema kamen wir gestern mit Erik im Gespräch, den wir im Studio für die nächste Ausgabe der Lieblingsadressen Sachsenwald fotografiert haben. Wir alle haben uns vermutlich mit diesem Thema schon einmal auf die ein oder andere Weise auseinandergesetzt. Sei es, dass wir diejenigen waren, die sich um jemanden gesorgt haben, oder dass wir zu hören bekamen, dass sich jemand um uns sorgt. Was jedoch scheinbar so liebevoll gemeint ist, ist für denjenigen, um den sich gesorgt wird, eher beschwerend. Und wirklich hilfreich oder verhindernd sind diese Sorgen auch nicht. Ganz im Gegenteil: sie implizieren immer, dass die "umsorgte" Person nicht selbst auf sich achten kann und hinterlässt sowohl bei den Sorgenden, als auch bei den Umsorgten niemals ein gutes Gefühl. Danke Erik, dass Du uns das einmal so schön klar erklären konntest.

06. September - Wie man (s)einen Mann wirklich glücklich machen kann


Mitbringsel aus dem Urlaub finden viele von uns schön. Die einen bringen gerne etwas mit und andere bekommen gerne etwas mitgebracht. Mal sind es Muscheln in einem Weckglas, ein anderes Mal Süßigkeiten oder ein landestypisches Kunsthandwerksobjekt. Christian gehört eigentlich zu keiner dieser Kategorien. Eigentlich. Es gibt da jedoch eine Ausnahme: Hundekotkbeutel made in Danmark. Es sind laut seiner Aussage die einzigen Beutel, die man ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden auseinander bekommt und sie reißen außerdem nicht einfach beim Abtrennen von der Rolle ein. Und so kaufte ich im Laufe meiner Bornholm-Woche einen Dreierpack nach dem anderen und wurde von meiner Familie mit jedem neuen Paket noch ein wenig schräger angeschaut. Die Überraschung war allerdings gelungen und nun reicht unser Vorrat grob geschätzt für über ein Jahr aus, aber so lange wollen wir sowieso nicht warten, bis wir das nächste Mal wieder nach Bornholm fahren …

05. September - Entschleunigung oder doch lieber Schnelligkeit?


Die ganze letzte Woche war ich mit Karl-Heinz für Fotoaufnahmen in Norddeutschland unterwegs. Während unser Tour zu den verschiedenen Fotolocations gab es immer mal wieder die Gelegenheit, meine alten 6x6 Kamera aus der Fototasche zu nehmen, um ein paar Erinnerungsaufnahmen zu machen. Am Ende dieser Woche war dann der Film mit zwölf Belichtungen voll. Ich hab mich einmal dabei ertappt, wie ich gleich nach dem Auslösen auf den nicht vorhandenen Monitor zwecks Bildkontrolle schauen wollte. Gestern habe ich den Film dann entwickelt, über Nacht trocknen lassen und ihn heute morgen digitalisiert. Vier von den zwölf Belichtungen haben es geschafft, in die engere Auswahl zu kommen. Insgesamt war es bis zum fertigen Bild ein langsamer Prozess, eine gute Übung das Auge zu schulen und nicht einfach wahllos drauf los zu fotografieren. Ich denke, dass ich mit meiner Fotografie irgendwo zwischen der digitalen Schnelligkeit und damit manchmal auch Beliebigkeit und analoger Entschleunigung bin. Beide Möglichkeiten haben für mich ihren Reiz.

04. September - Treffpunkt Genuss 

 

Mit Ingo traf ich mich gestern Abend in der Pappenheimer Wirtschaft in Hamburg. Für mich ein Stück Heimat. Die Küche dort ist fränkisch. Es gibt zum Beispiel original fränkische Landbrat-würste, serviert mit Sauerkraut und fränkischem Landbrot, echte Nürnberger Bratwürste, sowie weitere Wurstspezialitäten wie Pressack und Stadtwurst für deftige Brotzeitteller. Um mein Glück perfekt zu machen, hat die Pappenheimer Wirtschaft verschiedene Sorten fränkischer Landbiere. Das alles bildet für uns aber nur den Rahmen, um, wie so häufig bei unseren Treffen, über Politik zu sprechen und manchmal auch zu streiten. Ingo kann z.B. meine Freude über das Ende von Kanzlerin Merkel nicht so ganz verstehen. Einigen konnten wir uns am Ende aber immerhin darauf, dass es besser wäre, wenn es eine maximale Dauer von zwei Legislaturperioden geben würde. Und das Schäufele mit Kartoffelkloß und Dunkelbiersauce war einfach köstlich.

03. September - Manchmal braucht es nur einen Blick in den Himmel

... um für ein paar Momente herunter und auf andere Gedanken zu kommen. Der Himmel ist immer und überall über uns und dieser Perspektivwechsel hilft uns, für eine Weile innezuhalten. Er hilft uns, von unseren Bildschirmen aufzuschauen, unsere Akten beiseite zu legen und unsere sonstigen Alltagsbeschäftigungen zu unterbrechen. Wir können unseren Gedanken nachhängen und schon kommt uns das, was uns eben noch bewegt oder vielleicht belastet hat, um einiges unbedeutender vor. Wenn dann beim herunterschauen auch noch das Meer auftaucht, fällt es um so leichter, für ein paar weitere Momente auzuharren, dem Rauschen des Wassers zuzuhören und den Schreien der Möven zu lauschen und noch eine Weile zu träumen.

02. September - Wie ein Fels in der Brandung


Karl-Heinz gehört zu den wenigen Menschen, mit dem neben der "normalen" Unterhaltung auch das Schweigen ein Vergnügen ist. Wir waren schon zusammen auf der Zugspitze, beim deutschen Wetterdienst, haben die Bechstein Pianofortefabrik in Sachsen besucht, sind gemeinsam im Hubschrauber in der Schweiz geflogen, waren im Schnee mit der Raupe in den Alpen unterwegs, sind gemeinsam im Spreewald in einem typischen Spreewaldkahn stundenlang über das Wasser geglitten, haben in einem der letzten Bergwerke Kumpel in der Weißkaue und darüber hinaus noch so einiges mehr fotografiert. Jedesmal waren die Termine von ihm perfekt durchgeplant, mit der richtigen Balance zwischen Arbeit und Pausen und - ganz besonders schön - mit seinem einmalig trockenen schwäbischen Humor. Und jetzt, nach vier viel zu schnell vergangenen Tagen, vermissen ihn nicht nur Kendo und Greta.

01. September - Wenn die Zeit wie im Nu vergeht

Heißt es eigentlich der, die oder das Nu? Laut Duden kann man "der" oder "das" sagen, aber wen schert das schon, wenn man bei Katharina und Ihrem Team im Café nu in Bruchhausen-Vilsen zu Gast sein darf? Vermutlich niemanden - uns jedenfalls nicht. Wir hatten vor zwei Wochen das Vergnügen dort fotografieren und auch Gast sein zu dürfen. Bei Katharina und ihrem Team im nu kann man sich einfach nur wohlfühlen. Hier treffen Geschmack und die Lust am Genuss auf die Liebe zum Detail. "Ein Stück vom Glück" ist Motto und Programm gleichermaßen. Drei Tage lang haben wir geschaut, gestaunt und probiert, genossen, uns wohl gefühlt und jede Menge Bilder gemacht. Angefangen hat unser Aufenthalt mit drei Besuchen bei Katharinas Lieferanten, zu denen sie einen engen Kontakt pflegt. Wir waren mit Vienna und Kai von Moorstück auf der Weide bei ihren Angus Rindern, bei Tina und Kay Trinler und ihren Schafen und außerdem bei Marko Seibold, bei dem wir eine Menge über Wildkräuter erfahren durften. Die kommenden zwei Tage verbrachten wir im Café nu, wo wir uns begeistert den schönen Dingen des Lebens widmen durften. Es gab dort so viel Schönes zu sehen und zu probieren. Hier ist alles mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und auf dem Teller angerichtet. Neben den kulinarischen Köstlichkeiten, die mit viel Sorgfalt ausgesucht und zubereitet werden, können (fast) sämtliche Einrichtungs-gegenstäde des Cafés sogar käuflich erworben werden. Auch hier ist alles mit Bedacht und viel Geschmack ausgewählt und arrangiert. Als krönenden Abschluss haben wir das wöchentliche Abendbrot fotografisch und kulinarisch begleiten dürfen und wir haben uns riesig gefreut, hier eine "alte Bekannte" zu treffen: Barbara Stadler war an diesem Abend Gastköchin und hat uns mit ihrem fast ausschließlich vegetarischen Menü verzaubert. Ganz beseelt fuhren wir am Abend noch nach Hause und ließen die vergangenen Tage nachklingen. Und bei der Durchsicht und Bearbeitung der Bilder bekamen wir sofort Lust, wieder dort hin zu fahren und die Zeit wie im Nu vergehen zu lassen.

31. August - Damals im Starclub …


… spielte die Jimi Hendrix Experience und Jürgen war im Publikum mit dabei. Es war einer dieser Abende, die man nicht vergisst und der sympathische Anfang 70-jährige erzählte uns ganz begeistert davon. Und genauso begeistert zeigten er und Kumpel Heino uns ihre noch zu restaurierenden Oldtimer. Wir waren heute zu Gast in ihrer Oldtimer-Werkstatt, um für das Kalenderprojekt "Hände bei der Arbeit" zu fotografieren. Als Fotomotiv dienten uns der Motorraum einer Corvette und Heinos Hände mit einem Schraubenschlüssel. Als Jürgen uns dann noch von seiner beruflichen Vergangenheit als Stilllife Fotograf in Hamburg erzählte, verging die Zeit in Nullkommanichts. Er hat früher in einem Hamburger Werbestudio gearbeitet und dort viel für die großen Versandhäuser fotografiert. Noch mit der Großbildkamera auf 8x10 inch Diafilm. Nach anfänglicher Zurückhaltung konnten wir ihn dann doch noch zu einem Foto von ihm in einem der Oldtimer überzeugen. Er selbst besaß in der Vergangenheit neben einem MG und  einem Jaguar XJ6 auch noch einen Chevrolet 55, doch wie er zum Abschluss sagt: "Diese Zeiten sind vorbei, geblieben sind nur noch die langen Haare aus meiner Starclub Zeit."

30. August - Vollkommen unkomplizert ...


... erlebten wir heute zum Auftakt der Fotoserie für den DEKRA Akademie Kalender 2022 den Hufschmied Mark Skubatz aus Wohltorf. Das Thema des Kalenders für das kommende Jahr lautet: "Hände bei der Arbeit" und was liegt da näher, als einen Hufschmied beim Schmieden eines bis zu 1200 Grad heißen Hufeisens zu fotografieren. Mark hatte für die Aufnahme schon alles perfekt organisiert und so konnten wir schon nach wenigen Aufnahmen wieder einpacken. Allerdings nicht ohne vorher noch ein Foto von diesem sympathischen Wohltorfer zu machen.

29. August - Um die Ecke gedacht oder wofür Querdenken auch gut sein kann

"Querdenker" ist in der heutigen Zeit ein eher negativ besetztes Wort. Doch es gibt immer wieder Momente, in denen es eine gewünschte und gute Eigenschaft ist quer zu denken. Zum Beispiel bei dem Spiel "Krazy Wordz". Hier geht es darum, völlig neue Wortkreationen zu erschaffen, um damit die meisten Punkte zu erspielen. Wir haben dieses Spiel nun schon mit den verschiedensten Personen gespielt und es ist faszinierend zu beobachten, wie anders wir alle "um die Ecke" denken - oder eben auch nicht. Auf jeden Fall ist es ein Spiel für die unterschiedlichsten Altersklassen und sogar für den ein oder anderen Spielemuffel geeignet. Bis heute denken darüber nach, ob wir uns "Baco Qwamz", "Frozed Kat" oder "Hopteum" patentieren lassen sollten, wissen aber immer noch nicht genau, wofür eigentlich.

28. August - Egal wie alt - am Ende bleibt man immer das Kind

"Bist Du warm genug angezogen? Isst Du auch genug? Fahr vorsichtig!" Wir alle kennen diese oder ähnliche Fragen und meistens kommen sie von unseren Eltern. Da spielt es auch keine Rolle, wie alt wir sind. Selbst mit 60 ist man immer noch Kind und kaum eine Mutter kann sich von ihren Sorgen und Gedanken um den Nachwuchs frei machen. Manchmal nimmt diese Eltern-Kind-Beziehung aber auch sehr lustige Züge an. So wie zum Beispiel heute: Mareike ist gerade für einen kurzen Urlaub mit ihrer Mutter und Schwester auf Bornholm und bat ihre Mutter, ihr einen Bettbezug für ein Einzelbett mitzubringen. Was dabei rauskam? Die ca. 40 Jahre alte Garfield-Bettwäsche. Das spricht natürlich irgendwie für die Qualität der Bettwäsche, aber vor allem hat es für große Erheiterung gesorgt. Und mal wieder ein klein wenig Kind sein, ist ja auch ganz schön.

27. August - Muss das wirklich sein und wenn ja: warum?


Analog zu fotografieren ist heute kaum noch verbreitet. Es gibt für uns hierbei den schwer zu erklärenden Reiz, nicht sofort die Kontrolle über das Bild auf dem Kameradisplay zu haben. Bei diesem SW-Portrait von Oliver haben wir den Film nach der Belichtung erst einmal entwickelt – für Kenner der analogen Fotografie: in Kodak D-76 in der Verdünnung 1:1. Da der Film unterbelichtet wurde (auf 1600 ASA), mussten wir ihn ganze 16 Minuten in der Dose alle 60 Sekunden kippen, anschliessend stoppen, dann fixieren und zum Schluss noch wässern, bevor wir überhaupt sehen konnten, ob und was auf dem Film zu sehen ist. Nach erfolgter Trocknung haben wir den Film digitalisiert, gesichtet, die besten Bilder ausgewählt und uns über das Ergebnis gefreut. Von zwölf Aufnahmen haben es zwei "geschafft" und eines der beiden zeigen wir hier. Die Reaktionen darauf gingen von "das wirkt einfach so echt" bis hin zu "wundervoll". Die analoge Fotografie hat einen ganz eigenen Charme und wir freuen uns schon auf die nächsten Aufnahmen auf Film. Manchmal muss es einfach Film sein.

26. August - 80+

Manch einer möchte gerne mindestens so alt werden, jemand anderes schafft es nicht einmal in die Nähe. Mit dem Alter hat unsere heutige "80+ - Überschrift" aber erst einmal nichts zu tun. Heute haben wir in Itzehoe für einen unserer Kunden Mitarbeiter fotografiert und am Ende des sehr früh beginnenden Tages hatten wir mehr als 80 Menschen vor der Kamera. 80 mal die selben Anweisungen geben, 80 mal auf den Sitz der Haare und der Kleidung achten, 80 mal innerhalb weniger Minuten auf eine uns völlig fremde Person einstellen mit dem Ziel, gemeinsam mit jeder/jedem ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Geht nicht? Geht doch! Aber auch nur, weil alle sehr diszipliniert und mit guter Laune mitgemacht haben, wir beide ein eingespieltes Team sind und zusammenaddiert bereits über 65 Berufserfahrungsjahre zurückblicken können. Nun gut, am Ende des Tages fühlten wir uns dann auch ein wenig wie 80+ und die Kraft reichte gerade noch, um eine TK-Pizza in den Ofen zu schieben, aber ein bisschen stolz sind wir auch.

25. August - Münster - die lebenswerteste Stadt in Deutschland


Ob das wirklich die lebenswerteste Stadt Deutschlands ist, konnten wir auf die Schnelle nicht herausfinden, sie wird aber in vielen Medien so beschrieben. Aufgefallen sind uns die Schönheit der Altstadt, die vielen Fahrradfahrer und die sehr entspannte Stimmung der Menschen, was natürlich auch an dem guten Wetter liegen mochte. Heute morgen starteten wir ganz in der Frühe, noch voll der vielen schönen und bewegenden Eindrücke, die wir gestern bei unserem fotografischen Besuch auf dem Weingut Prinz Salm in Wallhausen gesammelt hatten, und kamen gegen Nachmittag in Münster bei herrlichem Wetter an. Direkt in der Innenstadt, ganz in der Nähe des katholischen St. Paulus Doms, liegt eine Filiale eines unseres Kunden "Torquato - Dinge mit Seele" und unsere Aufgabe war es, sie von innen und aussen zu fotografieren. Wir wurden herzlich empfangen, alles war perfekt organisiert und nach rund zwei Stunden und etlichen Aufnahmen, machten wir uns dann endgültig auf den Heimweg. Kurz vor Hamburg fing es dann noch typisch norddeutsch an zu regnen und spätestens da wussten wir, wir sind wieder daheim.

24. August - Zu Gast bei einem der ältesten privaten Weingüter Deutschlands

Heute besuchten wir mit einem unserer Kunden das Weingut Prinz Salm in Wallhausen unweit der Nahe in einem Seitental gelegen. Seit 1219 wird dort Wein in hervorragender Qualität angebaut und aktuell von Prinz Felix und seiner Ehefrau Prinzessin Victoria bereits in 32. Generation geführt. Wir wurden von den beiden sympathischen Winzern durch ihren Betrieb geführt und im Anschluss ging es dann in die Weinberge, die auch an der Nahe recht steil sein können. Ihr Weingut gehört nicht nur dem renommierten "VDP. Die Prädikatsweingüter" an, sondern ist auch Mitglied bei "Fair & Green", einem Zusammenschluss nachhaltiger Weinbaubetriebe, die mit hohen Anforderungen ebenfalls die Bereiche Betriebsführung, Umweltschutz und gesellschaftliches Engagement einschliessen. Bei all den Informationen rund um das Thema Wein genossen wir zum Abschluss den Ausblick vom Wallhäuser Johannisberg auf den Ort mit Schloss und Kirche und am Abend noch ein hervorragendes gemeinsames Abendessen.

23. August - Ein Mensch hat viele Gesichter…

… aber nur ein Paar Augen. Und genau die waren es, die uns bei Ralf sofort innehalten ließen, um ihn nach einem Foto zu fragen. Angefangen hatte alles gestern früh auf dem Weg zum Abwaschen auf dem Campingplatz Lindelgrund. Ralf sprach uns auf Kendo und Greta an, kam sofort mit den beiden in Kontakt und dann kreuzten sich unsere Blicke. Selten haben wir in so liebe Augen gesehen. Heute nachmittag trafen wir uns bei ihm und seiner Familie auf ihrem Ganzjahresplatz, den sie seit etwa zehn Jahren meistens von März bis in den September hinein bewohnen. Nicht so weit entfernt von ihrer eigentlichen Wohnung in der Stadt, aber doch inmitten der Natur. Ralfs Frau Daniela erzählte bei einer Tasse Kaffee: "Wo kann man ansonsten schon beim Frühstücken die Rehe beobachten?" Ralf war von Beruf Fernfahrer und viel im deutsch-, belgisch- und holländischen Raum unterwegs. Er liebte seinen Beruf, dem, wie er uns erzählte, vor allem in Belgien und in den Niederlanden eine wesentlich höhere Wertschätzung entgegen gebracht wurde, als in Deutschland. Seit einigen Jahren ist er Frührentner und jetzt auf dem Campingplatz aktiv. Vieles von dem, was diesen Platz so besonders macht, trägt zum Teil seine Handschrift und wir merkten, dass ihm und seiner Familie dieser Ort sehr ans Herz gewachsen ist. Und dann kamen wir auf seine Hobbies zu sprechen: Zum einen ist es das Diamantpainting, was er gemeinsam mit seiner Daniela macht: "Dabei vergesse ich alles um mich herum und entspanne total", und zum anderen - und das fügte er mit noch leuchtenderen Augen hinzu - ist es der Modelleisenbahnbau im Maßstab HO Märklin gemeinsam mit seinem Schwiegervater. Das macht einen großen Teil seiner Freizeit, bevorzugt in den Wintermonaten, aus. Die beiden arbeiten schon seit Jahren an einer Anlage über mehrere Etagen mit einer Gesamtfläche von rund 40 Quadratmetern. Ralf zeigt uns davon ein Video, erzählt von dem einen oder anderen Flohmarktschnäppchen. Nur die einbrechende Kälte konnte unser Gespräch heute abend unterbrechen. "Wir sehen uns bestimmt mal wieder", waren seine Worte, bevor wir uns auf den Weg machten. Immer noch tief beeindruckt von seinen Augen …  

22. August - Auf den Spuren des Eremiten

Heute wandelten wir auf besagten Spuren und kamen dabei an Orten mit Namen wie den "Wandelgängen", dem "Tor in die Welt", dem "30-Dörferblick", dem "Weg der Entschleunigung", dem "Kraftfeld" oder einfach dem "Ort der Geborgenheit" vorbei. Zuerst ging es einen kurvigen, steilen Anstieg durch den Wald. Oben angekommen eröffnete sich ein wundervolles Panorama über die Weinberge hinweg in das Nahetal, nach Bad Kreuznach und über viele kleine weitere Ortschaften hinweg. Nach einigen Kilometern entlang der Reben ging es wieder bergab, nur damit wir ebenso schnell wieder in die Höhe hinauf kraxeln durften - naja, an Mosel und Rhein gab es für uns Flachländer mehr zu kraxeln, aber für heute reichte es uns. Vorbei an einem alten Sandsteinbruch, auf dessen Fläche heute ebenfalls Wein angebaut wird, kamen wir dann zur alten Bretzenheimer Felseneremitage. Nördlich der Alpen ist sie das einzige Felsenkloster und wird aber schon lange nicht mehr bewohnt. Danach konnten wir einfach zur Entspannung die letzten Kilometer im flachen Gelände an den Anfangspunkt dieser schönen kleinen Wanderung zurück kehren. Neben Kendo und Greta "begleitete" uns der Eremit, den wir in der Überschrift erwähnten, auf vielen kleinen Tafeln entlang des Weges. Nun liegen unsere vierbeinigen Begleiter im Wohnmobil und geben keinen Laut mehr von sich und wir wohl auch bald ins Bett.

21. August - Denn das Gute liegt so Nah(e) oder wie schön es ist, im "Vario 545" unterwegs zu sein


Unser "Pössl Vario 545" macht seinem Namen alle Ehre. Gestern stand er noch brav auf unserem Studioparkplatz, aber schon heute verweilt er für ein paar Tage mit uns an der Nahe. Warum denn das? Etwa Landflucht? Nein, eher die Lust die unterschiedlichen Weinregionen in Deutschland zu entdecken und dabei das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Am Dienstag werden wir das Weingut Prinz Salm in Wallhausen in der Nähe von Bad Kreuznach besuchen, um dort für einen unserer Kunden zu fotografieren. Das Weingut, das heute in 32. Generation von Prinz Felix und Prinzessin Victoria geführt wird, ist das älteste private Weingut Deutschlands und gehört dem Weinverband VDP an, der für sein kompromissloses Qualitäts-streben bekannt ist. Bis dahin schauen wir uns in dieser sehr lieblichen Weinanbauregion um, denn für uns ist neben dem zu fotografierenden Weingut genauso wichtig: ein Gefühl für die unmittelbare Umgebung zu bekommen. Erst das macht unser Erlebnis und somit auch das fotografische Ergebnis komplett. Auch dafür lieben wir unseren Vario 545. Dass Kendo und Greta uns dabei begleiten, müssen wir doch eigentlich gar nicht mehr erwähnen, oder?

20. August - Seemann Ahoj


Das Ahoj Brausepulver - in den verschiedenen Geschmacksrichtungen - ist untrennbar mit unseren Kindheitserinnerungen verbunden. "Gib nicht dein ganzes Taschengeld für diesen Mist aus", wurden wir damals von unseren Müttern ermahnt und doch half alles nichts: Hin zum Kiosk und unter den Augen des strengen Kioskbesitzers, der für uns durch seinen Reichtum an Süssigkeiten wie ein König war, das ganze Geld in Naschkram angelegt. Oft gehörte eben genau dieses Brausepulver dann zu unseren Schätzen. Heute waren wir zu Gast auf einer Hochzeit und nach dem  Entdecken des Brausepulvers gab es kurzfristig kein Halten mehr: nach sechs Packungen war dann aber doch erst einmal genug mit unseren Kindheitserinnerungen.

19. August - Und es hat Muh gemacht 

 

Junge Kälber auf der Hauskoppel. Frisches Gemüse im Hofladen. Dazu selbstgemachte Quiche und vieles andere mehr – das ist für uns die Domäne Fredeburg. Einkaufen, was die Natur zu bieten hat. Vieles regional, fast alles saisonal. Und für die Augen ein Erlebnis. So war es heute eine Ausnahme, dass nur Mareike in den Hofladen ging und Christian lieber draussen bei den Kälbern fotografierte. Denn selbst für überzeugte Unlustkäufer ist die Warenpräsentation der Domäne ein echter Hingucker. Nur heute eben nicht, denn die kleinen Kälber waren einfach ein Erlebnis - ihre Neugierde ließ sie immer wieder zur Kamera kommen, nur um bei kleinsten Bewegungen erst einmal das Weite zu suchen. Und was für tolle Augen diese imposanten Tiere haben.

18. August - Der wilde Mann

Was macht ein waschechter Schwabe im niedersächsischen Hensted? Und was macht ihn bei den besten Köchen bis über die Grenzen Deutschlands hinaus so bekannt? Und warum haben wir uns diese Überschrift für ihn ausgedacht? Die Antwort auf diese Fragen lautet: Wildkräuter sind einfach sein Ding. Mit viel Liebe, Leidenschaft und jeder Menge Fachwissen hegt und pflegt er seine Wildkräuter und macht vor allem eines: einfach mal wachsen lassen. Und genau das macht Marko seit Jahren auf seinem Hof in einer bis in die Spitzengastronomie geschätzten Qualität. Streng nach ökologischen Anbaukriterien mit einem Fachwissen, das er auf seine unterhaltsame Art und Weise vermittelt. Er erklärte uns die verschiedenen Anbaumöglichkeiten von Wildkräutern, sprach unter anderem über die Möglichkeit auch hier mit Substratlösungen im großen Stil zu arbeiten, aber viel lieber natürlich darüber, wie es einzig und allein für ihn infrage kommt: in "echtem" Boden im Einklang mit den Jahreszeiten und der Natur. Und da kann es auch schon mal etwas "wilder" zugehen. Wir waren fasziniert und werden in Zukunft (Wild-)kräuter noch einmal mit ganz anderen Augen ansehen.

17. August - Der will doch nur kuscheln

Kay und der Schafbock Paul sind miteinander in tiefer Freundschaft verbunden und zwei wirkliche Charakterköpfe. Überhaupt schwingt, wenn Tina und Kay über ihre Schafe erzählen, eine ganz besondere Liebe zu diesen Tieren mit. Zu fast jedem ihrer Schafe können die beiden eine Geschichte erzählen. Auf ihrer Bioland-Schäferei in der Nähe von Bruchhausen-Vilsen stehen zur Zeit die Schafböcke und warten darauf, dass die Deckzeit anbricht. Wir durften mit auf die Weide und während Tina ein, zwei aufmüpfige Böcke im Blick hatte, damit diese nicht die Kniescheiben argloser Fotografen zertrümern, holte sich Paul seine Kuscheleinheiten bei Kay ab. Über zweihundert Schafe, darunter das Bentheimer-Landschaf, Moor- und Heidschnucken, betreuen die beiden rund um das Jahr. Alle Lämmer werden auf ihrem Hof geboren und aufgezogen. Die Herden werden auch zur Landschaftspflege auf Naturschutzflächen eingesetzt und wenn einmal ein Tier geschlachtet wird, dann ist es den beiden wichtig, das Tier zu einhundert Prozent zu verwerten – ganz nach den Grundsätzen der Slow Food Chef Alliance.

16. August - Red and Black - und doch vereint

Einträchtig stehen die imposanten Rinder zusammen auf einer Weide in der Nähe von Sulingen. Sie genießen den einsetzenden Nieselregen und beäugen uns zuerst misstrauisch - bis sie den orangen Eimer mit Kraftfutter entdecken und innerhalb kurzer Zeit sind wir umringt von den neugierigen und immer hungrigen Rindern.
Die schottischen Red und Black Angusrinder gehören zu einer der Herden von Vienna und Kai. Über ihren Nebenerwerbshof „Moorstück“ vermarkten sie zusätzlich zu dem Rind- noch selbst erlegtes Wildfleisch und legen großen Wert auf die natürliche Haltung ihrer Rinder. Für unsere Kundin Katharina vom Café nu in Bruchhausen-Vilsen gehören die Produkte des Moorstück-Hofes fest zu ihrem Sortiment. Zum einen wegen der natürlichen Haltung und zum anderen wegen der hohen Qualität und dem ausgezeichneten Geschmack.

15. August - Sonnenblumen - so weit das Auge reicht

Gegen 19 Uhr kamen wir heute in der Mitte Niedersachsens auf dem "Lüttsche Hoff" - umgeben von wundervollen Sonnenblumen im Abendlicht - in der Nähe von Bruchhausen-Vilsen an. Hier erschaffen sich Niña und ihr Partner auf dem Hof ihres Vaters den Traum vom eigenen Campingplatz. Seit Mitte dieses Jahres gibt es hier bereits einige Stellplätze und die Planungen für eine Erweiterung laufen mit Hilfe von Niñas Eltern auf Hochtouren. Kendo und Greta können nach Herzenslust umher toben - denn weil wir im Moment die einzigen Gäste sind, gibt es zurzeit keinen Leinenzwang und auch uns steht das ganze Areal zur Verfügung. Wir werden die nächsten Tage abends genug Zeit zum Genießen haben, während wir tagsüber für das Café nu von Katharina Meindertsma tagsüber fotografieren werden.

14. August - Alster Ahoi!

Das hätten wir uns auch nicht träumen lassen: einen echten Käpt’n mitten auf der Hamburger Alster zu treffen. Aber genau so war es - und das ist kein Seemannsgarn. Am letzten Wochenende haben wir Harald auf der Hamburger Binnenalster kennengelernt. Er ist hier Skipper und geht für Hamburg City Sailing regelmäßig auf Alster-Törn auf das schöne Binnengewässer mitten in der Stadt. Aber das ist nur eine Episode, die Harald in seinem Leben auf dem Wasser erlebt hat, denn er ist ein echter Kapitän. Während seines Berufslebens hat er die ganze Welt gesehen und seine Lieblingsroute war der Sankt-Lorenz-Strom in Kanada. Harald hätte garantiert noch viele Geschichten erzählen können, doch die Leichtmatrosen-Besatzung ließ ihn nicht so recht. Denn trotz des eher seichten Windes gelang es Harald die Jolle so zu steuern, dass mal die eine Seite fast einen nassen Hintern bekam und mal die andere Seite - da wurde durchaus viel gekreischt. Als sich dann noch ein Regenschauer die Ehre gab, war für uns Landratten das Glück perfekt. Ein Gefühl, fast wie auf hoher See. Für Harald sind diese kleinen Ausflüge eine willkommene Beschäftigung, denn seine Frau bekommt er partout nicht auf’s Wasser. So erfreut er sich an netten Gästen und hatte von Touristen, Familien oder Freunden und Arbeitskollegen bis zu Junggesellinnenabschieden so ziemlich alles an Bord, was Hamburg so zu bieten hat. Seine Freude war unsere Freude und das war sicher nicht unser letzter Ausflug dieser Art.
www.hamburg-city-sailing.de

13. August - Benzin im Blut 

 

Bernd haben wir vor einigen Jahren bei einem Kunden in Geesthacht kennengelernt und heute bei einem Geschäftsführer-Fotoshooting in Lauenburg nach langer Zeit wiedergesehen. Er hatte freundlicherweise eine historische BMW-Maschine mit Beiwagen organisiert, die definitiv den zu fotografierenden Personen die Show gestohlen hat. Nahezu jeder der zahlreichen Touristen, die an uns vorbei kamen, blieb stehen, um das ehrwürdige Gespann aus einer längst vergessenen Zeit zu bestaunen. Bernd besitzt diverse Fahrzeuge und ist der 1. Vorsitzende der Oldtimer-Freunde Elbtalaue Bleckede e.V. . Was vor über 20 Jahren als reine Interessengemeinschaft begann, dient heute hauptsächlich der Unterstützung seiner Mitglieder bei der Restaurierung und Pflege alter Kraftfahrzeuge. Außerdem möchte der Verein interessierten Menschen die Entwicklungs-geschichte der Motorisierung näher bringen. Und als Bernd uns von seinen Oldtimern erzählte, merkten wir, wie viel Herzblut für ihn in diesem Thema steckt. 

www.oldtimer-bleckede.de

12. August - Die Trauer hat viele Gesichter


Und eines davon gehört dem sympathischen Benjamin. Er ist der Inhaber der Firma "Engelsinfonie - Dekorationen, die bewegen" und wir hatten heute nachmittag das Vergnügen für ihn fotografieren zu dürfen. Warum das ein Vergnügen war? Ganz einfach: Weil der ausgebildete Bestatter sich trotz des meist traurigen Umfeldes seinen Humor bewahrt hat. In einer kleinen Kapelle in Hamburg wurden die verschiedensten Trauerdekorationen in Windeseile auf- und wieder abgebaut. Es wurden Pflanzen ausgetauscht, Urnen umgestellt, Kerzen angezündet, um dann nach wenigen Belichtungen schon wieder eine vollkommen neue Dekorationslinie aufzubauen. Das alles war vor allem seinen motivierten Mitarbeitern zu verdanken, die außerhalb der Kapelle bei schweißtreibenden Temperaturen den Transporter erst entluden, um ihn dann kurze Zeit später mit den bereits fotografierten Gegenständen wieder zu beladen. Uns blieb somit nur die Aufgabe, in einer für uns eher ungewohnten Umgebung, das entsprechende Licht zu setzen, um eine würdevolle Atmosphäre für die Bilder zu erzeugen.

11. August - Die Sache mit der Eigenwahrnehmung

"Sehe ich wirklich so aus?" - mit diesem erstaunt-ungläubigen Satz werden wir des öfteren konfrontiert und nur selten haben wir darauf eine adäquate Antwort parat. Wir werden immer wieder mit den Befindlichkeiten der unterschiedlichsten Menschen konfrontiert und es fällt nicht immer leicht, diese Aussagen nicht persönlich zu nehmen. Ja, es gibt gute und nicht so gute Perspektiven und ja, es gibt vorteilhaftes und unvorteilhaftes Licht. Aber es gibt nur diesen einen Körper, dieses eine Gesicht, mit dem nun einmal jeder von uns auf diese Welt gekommen ist und leben darf. Es ist für uns traurig zu erleben, wie hart wir Menschen mit uns selbst ins Gericht gehen. Selbst wir können uns davon ebenfalls nicht immer frei machen. Da hilft es doch enorm, dass wir beide Fotografen sind und uns oft gegenseitig fotografieren. In diesem Jahr sogar häufiger denn je: seit dem ersten Januar 2021 machen wir jeden Tag ein Bild voneinander - meistens entstehen diese Bilder sogar erst nach 23 Uhr, was der fotogenität nicht gerade zuträglich ist. Manchmal zeigen wir uns das ein oder andere Bild, meistens aber nicht. Und so sind wir schon ganz gespannt auf das Ergebnis, welches wir uns im nächsten Jahr gegenseitig präsentieren werden.

10. August - Manchmal muss man es einfach knallen lassen


So wie heute zum Beispiel, als wir uns kurzfristig zu einem kleinen Umtrunk trafen, um auf die vielen bisherigen Ausgaben der Lieblingsadressen Sachsenwald anzustossen und die "neue Runde" einzuläuten. Denn jetzt geht es wieder von neuem los. Die Herbstausgabe steht in den Startlöchern, das heisst Kunden werden angerufen, Termine abgestimmt, Fotoshootings gemacht. Die Struktur der Ausgabe nimmt somit langsam Formen an und die ersten Fotos sind auch schon im Kasten. Zweimal im Jahr ist diese spezielle Lieblingsadressen-Zeit, eine Zeit voller Termine mit netten Gesprächen und interessanten Begegnungen. Und das darf dann auch mal mitten in der Woche gefeiert werden.

09. August - Wilde Zeiten

Waren diese sogenannten "wilden Zeiten" eigentlich wirklich so wild oder waren sie einfach nur anders? Wild? Vielleicht. Aber anders waren sie auf jeden Fall. Damals war zum Beispiel der Besuch auf dem Hamburger Dom für uns etwas ganz besonderes. Die Fahrgeschäfte, die Lichter, die Zuckerwatte, der Ausflug in die "großen Stadt". Als Kind oder Jugendlicher war es jedenfalls ein aufregendes und sehr seltenes Erlebnis. Für Mareike konnte es gar nicht wild genug sein. Höher, schneller, weiter war die Devise. Und je mehr es über Kopf ging, desto besser. Christian fand vor allem die Atmosphäre spannend - das Licht, die Schausteller und die geheimnisvollen Ecken, die es abseits von der Wilden Maus und der Currywurst zu entdecken gab. Geschossen haben wir beide gerne. Dann war es für uns viele Jahre still um den Dom geworden, doch heute gab es endlich einmal wieder einen Anlass dort hinzufahren. Welchen, das verraten wir Euch morgen. Auf jeden Fall kann man zusammenfassend sagen, dass sich die heutigen "wilden Zeiten" eher auf die Vorbereitungen, die man treffen muss, um den Dom überhaupt besuchen zu können, beziehen …

08. August - Die kleine Raupe Nimmersatt …


… frisst doch tatsächlich jedes Blatt. Und das leider von unserem ersten selbst gepflanzten Blumenkohl. Eine bodenlose Unverschämtheit. Unsere ganzen Selbstversorgerträume sind löchrig geworden. Ohne jedes Schamgefühl arbeiten sich diese kleinen Biester durch ein Paradies von besten Gemüsepflanzen. Hätten wir doch nur auf den Rat von Barbara gehört. Sie hatte uns nämlich vor über einem Jahr mit den Worten: "Ich habe von den Raupen die Schnauze voll" vor dem Anbau von Kohl jeglicher Art eindringlich gewarnt. Oder wie formulierte schon Reichskanzler Otto von Bismarck einst so treffend: "Nur ein Idiot glaubt, aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Ich ziehe es vor, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, um von vorne herein eigene Fehler zu vermeiden." Das werden wir in Zukunft bei unserer Gartenplanung hoffentlich berücksichtigen.

07. August - Na dann: "Prost"

 

Was so einladend aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Die Weine des Weingutes Sermann haben wir vor eingen Jahren bei unserer ersten Wanderung durch das Ahrtal kennengelernt und sind dabei nicht nur ihnen verfallen, sondern auch dem ausgezeichneten Rieslingbrot, das dort im Ausschank neben weiteren kleinen Speisen angeboten wird - wobei es zurzeit heissen muss: wurde. Denn das Weingut Sermann in Altenahr wurde, wie so viele andere auch, extrem schwer von der Hochwasserkatastrophe getroffen. Zur Unterstützung des Wiederaufbaus wurde daher dieses Weinpaket geschnürt und da konnten und wollten wir nicht widerstehen. Nun warten diese beiden Weine auf eine besondere Gelegenheit, um geöffnet zu werden. Das ist natürlich Quatsch, denn jeder Tag ist besonders und so öffneten wir die erste Flasche gleich heute und dachten an all die schönen Tage im Ahrtal zurück: An den Campingplatz in Kreuzberg, das Weingut Sermann, das Hotel Ruland, das Jagdhaus Rech mit der wundervollen Familie Bitzen, die wir im letzten Jahr im Zuge unserer Reise zu den Mitgliedern der Slow Food Chef Alliance kennengelernt haben, und an die vielen anderen Menschen, die dort außerdem unsere Wege gekreuzt haben. Wir hoffen, dass die Menschen aus dem Ahrtal nicht so schnell in Vergessenheit geraten, sondern auch in  den kommenden Monaten des Wiederaufbaus weiterhin unterstützt werden.

06. August - Sommer adé?

Zurzeit scheiden sich hier bei uns die Geister: Christian findet es schon sehr herbstlich und Mareike will davon noch nichts hören. Doch die Temperaturen und der Regen sprechen heute eine deutliche Sprache. Aber was hat es eigentlich auf sich mit dem ganzen Gerede über das Wetter? Warum sprechen wir so gerne und darüber, obwohl wir es ja doch nicht beeinflussen können? Eine kurze Recherche im Internet hat ergeben, dass das Sprechen über das Wetter der ideale Einstieg für einen Smalltalk ist. Psychologen erklären, dass man so sehr gut erspüren kann, ob der Gesprächspartner bereit für eine Unterhaltung ist oder aber nicht. Des Weiteren bietet das Thema „Wetter“ weitaus weniger Konfliktpotenzial als z.B. die Themen Politik oder Wirtschaft. Es ist ein optimaler „sozialer Kitt“, denn über das Wetter kann man mit jedem sprechen, unabhängig von Herkunft, Alter oder Bildungsgrad, weil es uns alle betrifft. Und außerdem wechselt es ja auch permanent, so dass der Gesprächsstoff nie ausgeht. Wir hoffen auch auf einen Wetterumschwung und einen schön Hochsommer. 

05. August - Sehnsucht nach Stille


Alles ist oft einfach nur laut. Die Autos die Menschen die Nachrichten im Fernsehen oder im Radio der Wahlkampf die Klimakrise die Olympiade in Japan die Coronapolitik die Talkshows Nena Karl Lauterbach Jens Spahn... Diese Aufzählung könnte man ewig so weiter führen – ohne Punkt und Komma. Und dann ist da ja auch noch unser eigener Alltag. Oft sehen und sprechen wir über den Tag verteilt viele verschiedene Menschen. Mal sind es rein technisch fotografische Anweisungen, mal Flosklen und dann wieder tiefer gehende Gespräche. Am Nachmittag wird dann die digitale Post erledigt. Und manchmal erfahren wir dann noch, dass Menschen ganz leise gegangen sind.
Spät am Abend bleibt dann häufig nur der Wunsch nach Ruhe. Nach etwas Besinnung. Den eigenen Gedanken nachgehen und dabei die Stille genießen.

04. August - Immer wieder überraschend

Es gibt so Tage von denen wir denken, dass wir schon ziemlich genau wissen, wie sie verlaufen werden. So wie heute, als wir um 7.15 Uhr unsere Geräte ausräumten und ca. 40-50 Mitarbeiter-portraits vor uns hatten. Solche Tage ähneln sich oft im Ablauf: die ersten zwei Stunden vergehen meistens sehr schnell, denn gleich morgens wollen möglichst viele schon mit ihrem Portrait durch sein. Die Zeitfenster zwischen 8 und 10 Uhr sind sehr begehrt und es bleibt kaum Zeit für ein paar persönliche Worte. Gegen Mittag wird es etwas ruhiger und am Nachmittag entstehen auch mal kleinere Lücken - und die haben so ihre Tücken. Es kommt vor, dass sich die letzen beiden Stunden an solchen Tagen sehr ziehen können, weil es immer wieder zu kleineren und größeren Pausen kommt und es uns machmal schwer fällt, die Konzentration aufrecht zu erhalten. Und genau das hätte heute passieren können - ist es aber nicht, denn an so einem Punkt kamen wir ins Gespräch mit Kerstin. Wir hatten in den vergangenen Jahren schon öfter das Vergnügen, sie vor der Kamera zu haben, doch zu so einem Gespräch ist es bisher nicht gekommen.
Kerstin ist begeisterte Läuferin und wandert für ihr Leben gerne und schnell waren wir "unterwegs": in Bergen, an Flüssen, im Wein. Außerdem ging es um Freundschaft, Herzens-menschen und wie heilsam es in manchen Situationen sein kann, auch einmal die Contenance zu verlieren. Wir hätten uns sicher noch eine ganze Weile weiter Unterhalten, wären da nicht noch ein paar Personen zu fotografieren gewesen. Und so erleben wir an diesen scheinbar vorherseh-baren Tagen doch immer wieder Überraschungen, die unser Leben bereichern.

03. August - Der Weg ist das Ziel oder von der Vorfreude auf das nächste Mal 

 

Wir lieben den Weg am Abend mit Kendo und Greta zu Niemann's Gasthof. Nur eine gute Viertelstunde zu Fuß vom Studio entfernt, wartet dort auf uns nicht nur eine stets freundliche Begrüßung, sondern auch der so geliebte Holsteiner Gurkensalat, das Bauernomlette, ein Schnitzel mit Bratkartoffeln, Birnen, Bohnen und Speck oder ein anderes der vielen weiteren leckeren Gerichte. Auch Kendo und Greta kommen dort oft auf ihre Kosten, zumindest, wenn die Chefin die beiden entdeckt.  Auf dem Rückweg freuen wir uns dann schon auf den nächsten Besuch. Es heißt zwar immer: "Der Weg ist das Ziel", aber  in diesem Fall ist es dann doch am Ziel am schönsten. 

02. August - Morgens um 9 Uhr …


… trafen wir vor einigen Wochen Ute Marohn-Miesner zum Fotoshooting für den aktuellen Titel des Sachwalders. Sie ist im Golfclub Dassendorf Head-Marshal und unter anderem für einen reibungslosen Spielverlauf auf der Anlage verantwortlich. Sie wird mit den Worten "sportlich, menschlich und fair" beschrieben und schon nach der Begrüßung wissen wir, dass all diese Begriffe zutreffend sind. Es war ein großes Vergnügen mit ihr im Golfcart über den wundervoll angelegten und gepflegten Golfplatz zu fahren und dabei etwas über ihr Ehrenamt zu erfahren. Ein toller Fototermin mit einer vor Lebensfreude strahlenden Frau. 

01. August - Schicksalsdoraden


Eben noch schwammen sie glücklich im Wasser und nun sind sie in der Auflaufform und warten darauf, in den Ofen geschoben zu werden. Vier freundliche Doraden, die sich ihren Tag bestimmt ganz anders vorgestellt hatten. Vielleicht einen Besuch im Kino, einen Plausch zum Kaffee unter Freunden, den Besuch beim freundlichen Italiener um die Ecke, wer weiss das schon. Für die vier wurde es jedoch nichts mehr damit. Stattdessen wurden sie an Land gezogen, daraufhin erfolgte die Verschiffung mit Ziel Hamburg, um nach einigen Irrungen in dieser Auflaufform zu landen. Dazu gab es Pellkartoffeln und Kräuterquark.

31. Juli - "Ein Mann sieht Rot"


Das ist der Titel eines Films mit Charles Bronson aus den 1970er Jahren und er hat eigentlich gar nichts mit unserem heutigen Ausflug zum Mitmachgartenbau zu tun, bis auf, na ja, dass Christian bei Tomaten einfach "Rot" sieht und erst wieder mit dem Ernten aufgehört hat, als der Korb so voll, dass er kaum noch zu tragen war. Warum Tomaten in allen ihren Facetten so eine Anziehungskraft auf ihn ausüben, konnten wir bis heute nicht genau klären, können aber vielleicht heute Abend nach dem Zubereiten einer Tomatensuppe doch die ein oder andere Antwort dazu liefern. Ein Grund ist vielleicht - zumindest bei den Tomaten von Jantje, dass es an der Erde liegt, in denen diese im Mitmachgartenbau wachsen dürfen und nicht, wie sonst oft üblich, in einem Substrat gezogen werden, wo Wasser und Nährflüssigkeit computergesteuert zugeführt werden. Für uns war die Fahrt zu Jantje auf jeden Fall wieder einmal ein kleiner Ausflug ins (Tomaten-) Paradies.

30. Juli - Der Wandteller


Bei unserem heutigen Besuch in Hamburg stach uns dieser Teller mit der Aufschrift "Liebe Dich selbst, bevor Du stirbst" ins Auge und regte uns zum Nachdenken an. Die reflexhafte Entgegnung mag hierauf oft sein: "Natürlich liebe ich mich selbst!"  und nach einiger Zeit der Stille "... oder vielleicht doch nicht ...?" Tja, was denn nun: lieben wir uns eigentlich wirklich und gehen entsprechend fürsorglich mit uns um oder sind wir eher hart und streng mit uns? Es ist auf jeden Fall eine interessante Aussage, die da auf dem Teller geschrieben steht und die Menschen, die den Blick nicht nur auf ihr Mobiltelefon gerichtet haben, durchaus zum Innehalten und Nachdenken anregen kann. Wenn wir in dieser Frage selbst nicht weiterkommen, kann ja immer noch ein Gang zum Psychologen oder Coach hilfreich sein und vermutlich ist es kein Zufall, dass gerade in diesem Stadtteil die Dichte an den verschiedensten Lebensberatungsdienstleistern extrem hoch ist. Wir nehmen diese Aussage erst einmal mit und werden uns am Wochenende eingehender damit befassen. 

29. Juli - Wenn die Zeit wie im Fluge vergeht


... dann war es meist ein besonders schönes Treffen. So ging es uns mit Tornado Rosenberg. Eine Stimme wie ein Reibeisen, Augen, denen man alles verzeihen würde, seine Gedanken so klug, dass man ihm einfach zuhören möchte. Tornado kam mit Tippelschritten zu unserem Treffen am Hamburger Michel – ein Hexenschuss machte ihm gerade schwer zu schaffen. Während der nächsten zwei Stunden lauschten wir seinen Geschichten über Musik. Er stand schon in den siebziger Jahren unter anderem mit Konstantin Wecker, Joan Baez und Harry Belafonte auf der Bühne – damals mit Protestsongs der Antikriegsbewegung. Wir erfuhren von seiner Herkunft und in diesem Zuge, dass es in der Sprache der Sinti und Roma weder ein Wort für Krieg noch für das Wort Altersheim gibt: "Als Sinti und Roma lebt man bis zum Schluss in der Familie – es ist der natürliche Kreislauf des Lebens". Tornado, der als Vollblutmusiker in Hamburg lebt und arbeitet, interessiert sich für die Herkunft von Sprache und betreibt zurzeit eine intensive Ahnenforschung über die Familie Rosenberg. Über diese Nachforschungen schreibt er ein Buch und zeigte uns diverse Fotos seiner Vorfahren. Wir spürten, dass er ein Menschenfreund mit einem großen Herz ist. Neben den frühen Protestliedern spielt er heute die Musik der Sinti und Roma, erzählte uns nebenbei von der großen Bedeutung Django Reinhards für seine heutige Musik und stimmte dann spontan vor der Kulisse des Hamburger Michels ein Liebeslied an seine Frau an. Was für eine Musikalität und Spontaneität. Tornado erzählte uns später noch bei einem Bier von seiner Liebe zur deutschsprachigen Musik, besonders im Zusammenhang mit seiner Heimatstadt Hamburg. Keine Frage, er ist ein echter Hamburger Jung, wuchs in Eimsbüttel auf, besuchte zusammen mit seinem Vater als Knirps zahlreiche Kneipen und liebt schon seit seiner Kindheit den Hamburger Hafen. Wenn es nicht zu regnen angefangen hätte, wer weiss, wann wir aufgebrochen wären …

28. Juli - Manche Dinge ändern sich nie


Und bei anderen Dingen geht es ganz schnell. Aber dazu später mehr. Heute wollten wir uns einfach einen faulen Lenz machen. Und wo kann man das besser als in Lenzen? Ach, wie lustig. Nein, Spaß beiseite, wir sind natürlich nicht zum Faulenzen dort gewesen. Wir haben einfach das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Zuerst haben wir uns die Mobilhausfertigung von Serge Kokorin angeschaut. Es war einfach interessant zu sehen, was auf kleinem Raum alles möglich ist und mit welcher Liebe und großem Ideenreichtum dort gearbeitet wird. Anschliessend ging es dann weiter für uns in den Ort und dort entdeckten wir das gerade neu eröffnete ahead Burghotel. Es ist laut eigener Aussage das größte vegane Hotel Deutschlands mit dem rein pflanzlichen und ökologischen Restaurant Place to V. Wir waren beeindruckt von der geschmackvollen Einrichtung und dem nachhaltigen Gedanken der Hotellerie, der sich konsequent und mit einem Augenzwinkern bis zu den auf den Gästetoiletten befindlichen veganen Kondomen fortsetzt. Und was für Dinge haben sich jetzt für uns geändert? Ganz einfach unser Vorurteil, dass nur echtes Fleisch wie Fleisch schmecken kann. Denn sowohl die vegane Currywurst als auch der Burger schmeckten so gut, dass wir lange überlegen mussten, wann wir das letzte Mal so eine leckere Currywurst beziehungsweise Burger mit echtem Fleisch gegessen haben. Wir wären gerne noch etwas länger geblieben.

27. Juli - Eine Frage der Perspektive

"Ich kann, weil ich will, was ich muss" - diesen Spruch haben wir heute während unseres Fototermins auf der Fensterbank unseres Kunden entdeckt und er hat uns zum Nachdenken angeregt. Können, wollen oder müssen, ja was denn nun? Legt man den Schwerpunkt des Spruches auf das "Müssen", kommt man schnell zu dem Schluss, dass dieser Spruch eher negativ gemeint sein könnte, denn das "Wollen" unterliegt somit dem „Müssen“. Legt man den Schwerpunkt auf das "Wollen", sieht es schon wieder ganz anders aus. Aus dieser Perspektive betrachtet scheint es als eine logische Konsequenz, dass man etwas tut, weil man sowieso nicht anders kann, da es dem eigenen Willen unterliegt. Verzwickt - nicht wahr? Unsere schnelle Recherche heute Abend hat ergeben, dass dieser Spruch seit 2000 fälschlicherweise Immanuel Kant zugesprochen und oft in Ratgeberbüchern für Manager und Führungskräfte verwendet wird, doch dem scheint nicht so, denn er steht so in keiner von Kants Schriften. Vollkommen egal, wem dieser Spruch wann und warum zugeschrieben wird, hat er doch großen Einfluss auf unser tägliches "Tun". Also kann es durchaus hilfreich sein, sich diese Worte einmal durch den Kopf gehen zu lassen und selbst ein Urteil darüber zu fällen. 

26. Juli - Wo selbst Einkaufsmuffel gerne hingehen


Das ist kein Scherz, sondern unsere eigene Erfahrung. Wir meiden den "normalen" Supermarkt-einkauf, wo wir nur können und Christian ist hierbei eindeutig der größere Muffel. Etwas anderes ist es jedoch, wenn es um Frickes Ess- und Genusswaren in Aumühle geht. In dem Laden von Constanze und Jan-Phillip bringt selbst ihm das Einkaufen einfach Spaß. Hier stehen nicht zehntausende verschiedene Artikel in den Regalen, sondern eine kleine und feine Auswahl an Lebensmitteln und auch die Obst- und Gemüseauswahl ist beeindruckend. Da das Auge ja bekanntlicherweise mitisst und hier die Warenpräsentation an sich schon ein Blickfang ist, hat das zumindest für Christian den Vorteil, dass er sich nicht zwischen unzähligen Varianten eines Produktes entscheiden muss. Somit kann er sich auf das Wesentliche, nämlich den Genuss, konzentrieren. Ach ja, und was uns immer wieder auffällt: die ausgesprochen gute Musikauswahl - jedes Mal.

25. Juli - Abschied


Abschiede können vielfältiger Natur sein. Der Tod eines geliebten Menschen, der Auszug der eigenen Kinder, eine Trennung oder, wie in diesem Fall, der Wegzug unserer Nachbarn. Curt und Hella wohnen seitdem wir hier sind in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Studio und wir sind uns oft begegnet. Dabei wechselten wir häufig ein paar Worte, doch erst Jahre später haben wir uns etwas besser kennengelernt und jetzt, wo die beiden wegziehen - auch wenn es fast um die Ecke ist - fällt es uns schwer uns vorzustellen, diese so vielfältig interessierten Menschen nicht mehr in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu wissen. "Abschied ist kein kleiner Tod, Abschied ist etwas Riesiges", sang vor vielen Jahren André Heller und ein bisschen so fühlt es sich auch an.

24. Juli - Es kann so schön unkompliziert sein

Als wir letztens in Heiligenhafen waren und an der Ostsee entlang gingen, stach uns dieser Baldachin am Strand ins Auge. Wir wurden Zeugen einer freien Trauung direkt am Wasser, nur umrahmt vom Meeresrauschen, dem Lachen der Gäste und einigen wenigen Musikstücken.  Diese Zeremonie mit dem Brautpaar und seinen Gästen machte einen so fröhlichen und entspannten Eindruck. Die Szenerie erinnerte uns an damals, als wir selbst noch Hochzeiten fotografiert haben. Oft waren es Feierlichkeiten im klassischen Sinn: Standesamt, Kirche mit Orgelmusik, manchmal auch mit einer Kutsche, seltener mit Tauben. Danach Sektempfang mit anschließender Feier im Restaurant oder Hotel, Essen mit diversen Gängen oder Buffett, nicht zu vergessen die Reden, die Spiele, der Eröffnungstanz und die Hochzeitstorte. Oft sagten uns die Brautleute im Nachhinein beim Betrachten der Fotos, dass sie von der Feier gar so nicht viel mitbekommen hätten, weil alles so stressig war. Diesen Eindruck hatten wir bei der Strand-hochzeit  überhaupt nicht. Hier spielten sogar die Kinder während der Zeremonie im Sand und hatten auch ihren Spaß. Nur wir schlenderten nach einiger Zeit weiter und erfreuten uns an unserem freien Abend.

23. Juli - Wir sollten öfter Bäume umarmen

Ein Trend, der schon seit vielen Jahren anhält, kommt aus Japan und heißt Shinrin Yoku, hierzulande "Waldbaden". Schon Otto von Bismarck wusste offenbar um die Kraft des Waldes. Es heißt, er sei vor schwierigen Entscheidungen oft in den Wald gegangen. 
Heute vormittag waren wir jedoch weder zum Waldbaden verabredet, noch hatten wir schwer-wiegende Entscheidungen zu treffen. Wir hatte einen Fototermin mit Kathrin, mit der wir gemeinsam neue Fotos für ihre Website erstellen wollten. Nach vielen Jahren in der Gastronomie wagte Kathrin vor einigen Monaten den Sprung in ein völlig neues Metier. Sie ist nun ausschließlich in beratender Tätigkeit aktiv und profitiert hier von ihrer jahrelangen Berufserfahrung. Mitten in unserem Fotoshooting kam es dann zu dieser Baumumarmung und wir alle waren uns einig: wir sollten öfter einen Baum umarmen.

22. Juli - Druckfrisch auf den Tisch 

 

Heute kam die erste Ausgabe unseres Magazins "GenussLiebe" aus der Druckerei zu uns ins Studio. Nach wochenlanger Vorarbeit, dem Sichten der Fotoaufnahmen, die wir im letzten Jahr für die Slow Food Chef Alliance gemacht haben, dem Schreiben der Artikel zu den jeweiligen Protagonisten und dem professionellen Layouten lassen, war es ein besonderer Moment, als wir das erste gedruckte Exemplar endlich in unseren Händen hielten. Nun geht die Arbeit erst richtig los: die Anschreiben ausdrucken, Magazine eintüten, etikettieren und dann zur Post bringen. Danach beginn dann das Kribbeln im Bauch, bis die ersten Reaktionen bei uns eintreffen.

21. Juli - "Positive Vibration"


Maike würde nichts anders machen, auch wenn sie um ein vielfaches mutiger wäre, als sie ohnehin schon ist. Träume hat sie allerdings und einer der für Maikes bedeutesten Träume ist es, eines Tages für einen längeren Zeitraum in Afrika für "Ärzte ohne Grenzen" zu arbeiten. Maike ist Zahnärztin, liebt ihren Beruf und ihre Patienten und hatte eine Strahlen in den Augen, als sie uns davon erzählte, wie erfüllend ihr Beruf für sie sei. Maike ist in ihrer Freizeit unter anderem im Förderverein für den Jugendtennisbreich des TUS Aumühle/Wohltorf aktiv, wandert mit ihrer Familie bei jeder sich bietenden Gelegenheit, war zuletzt begeistert im Harz unterwegs und ist ein spontaner Mensch, der die meisten Entscheidungen aus dem Bauch heraus fällt. Einen speziellen Reisewunsch offenbart Maike uns dann doch noch: für einige Wochen im Wohnmobil durch Neuseeland zu reisen, das ist auch einer ihrer großen Träume. Und wir sind uns sicher, dass dieser Traum in Erfüllung gehen wird. Nach unserem Besuch bei Maike fühlten wir uns an den Song "Positive Vibration" von Bob Marley erinnert, hörten ihn direkt auf der Rückfahrt und drehten das Autoradio ganz laut auf.

20. Juli - Mit den Füßen voran … 

 

… möchte Stefanie eines Tages aus ihrem Zuhause getragen werden. Sie und ihr Mann leben in Wohltorf in ihrem Traumhaus, das auch gleichzeitig Stefanies Elternhaus war und für sie ihr Glücksort ist. Hier leben die Beiden zusammen mit vier Katzen, zwei Hunden und vier Meerschweinchen in einem Menschen- und Tierparadies. In ihrer Kindheit hatte sie Hühner, Wellensittiche und Kaninchen, durfte aber keine eigenen Katzen und Hunde haben. Das änderte sich schlagartig 2016. Alles fing mit zwei Katzen an und schon bald wurde Stefanie "Crazy Cat Lady" genannt. Über die Frage: "Was machen Menschen eigentlich mit ihren Haustieren, wenn sie in den Urlaub fahren?" kam sie auf die Idee, einen mobilen Betreuungsservice für Katzen, Hunde, Nagetiere und Pferde anzubieten. Stefanie ist mit ihrer Selbstständigkeit erfolgreich und glücklich und strahlt dabei eine Zufriedenheit aus, die fast unsere Frage nach "Was würdest Du machen, wenn Du sehr viel mutiger wärest?" erübrigt. Und dennoch kommt ihre Antwort spontan mit einem Lachen über ihre Lippen: "Dann würde ich gerne Fallschirm springen, einfach um einmal das Gefühl des freien Falls zu erleben."

19. Juli - Wenn Leidenschaft auf Geschmack trifft ...

… dann kann etwas so Schönes entstehen, wie der Kräutererbe Bacherhof in Südtirol. Hier in Nals, inmitten des Etschtals, haben sich Jutta und Hubert Ebner einen Traum erfüllt. Sie haben sich mehrere Jahre lang Zeit gelassen, um das Mehrgenerationenhaus, in dem sie auch selbst leben, mit viel Bedacht und noch mehr Geschmack um drei Ferienwohnungen für je zwei Personen zu erweitern. Bei der Planung war den beiden besonders wichtig, dass sie selbst gerne auch genau so in den Urlaub fahren würden. Ihr besonderes Augenmerk lag bei der Durchführung auf der Verwendung von natürlichen Materialien, wie Stein, Holz und Lehm. Das Credo, von dem sie sich haben leiten lassen, lässt sich in einem einfachen Satz zusammenfassen: Der Luxus im Einfachen. Und all das ist den beiden gelungen. Die verwendeten Materialien, sowie die ausgewählten Farben, sind eine Wohltat für das Auge und Feinheiten, wie das Einarbeiten von Kräuter-mischungen in den Lehmputz, sorgen für ein so außergewöhnliches und angenehmes Raumklima, das jetzt im Sommer mit den üppigen Lavendelsträuchern, die überall auf dem Hof blühen, um die Wette duftet. Wir wussten manchmal gar nicht, worein wir unseren Nasen als nächstes stecken sollten. Überall duftete, summte und brummte es, denn der Lavendel zog etliche Bienen-, Hummel- und Schmetterlingssorten an.
Jutta, die ursprünglich gelernte Sozialpädagogin ist, vermittelt ihr Wissen heute als Kräuter-pädagogin und Kneipp-Gesundheitstrainerin und ist darüber hinaus eine überaus herzliche und aufmerksame Gastgeberin. Ihre Liebe gilt vor allem den Rosen und den Kräutern. Ihr Mann Hubert, dessen Herz neben dem Hof und der Bewirtschaftung der Apfelfelder für die Musik schlägt, tüftelt außerdem an einem pflanzenstärkenden Mittel aus Mikroorganismen und erzielt damit ganz erstaunliche Erfolge ganz ohne den Einsatz von Chemikalien.  Anna, die Tochter der beiden, hat soeben ihre zweite Sommelierprüfung bestanden - da war es geradezu bedauerlich, dass wir sie in dieser Woche nicht zu Gesicht bekommen haben. 
Wer an diesem Ort viel wissen möchte, bekommt viele fundierte und interessante Antworten, wer Ruhe möchte, kann sich in der Sauna, dem Kräuterbadl oder dem Naturpool entspannen und auch die sportlich Aktiven kommen in dieser Gegend voll und ganz auf ihre Kosten. Etliche Wanderwege warten nur darauf entdeckt zu werden. Die Woche dort verging wie im Flug und noch längst ist nicht alles erkundet, erfragt oder erwandert, so dass ein erneuter Besuch quasi unausweichlich ist und wir freuen uns schon jetzt darauf. 
www.krautererbe.info

18. Juli - Vom Genuss der freien Zeiteinteilung


"Unsere Selbstständigkeit ist auch gleichzeitig unsere Lebenseinstellung. Mal ist unheimlich viel zu tun und dann gibt es wieder Phasen, wo es ruhiger zugeht." erzählen uns Constanze und Marcus in ihrem Garten. Die beiden können sich einfach nicht mehr vorstellen, in einem Angestellten-verhältnis zu arbeiten. Constanze ist gelernte Damenschneiderin und Bekleidungstechnikerin und hat sich ihren Traum einer eigenen Kreativ-Werkstatt erfüllt. Dort näht sie zusammen mit ihren Kundinnen und Kunden unter dem Begriff "Upcycling mit Herz" aus bereits vorhandener Bekleidung oder Bettwäsche neue Kleidungsstücke, Kissenbezüge oder Kinderpuppen. Zusätzlich bietet sie Freihand- und Maschinenstickerei an und stellt aus Bienenwachs in Handarbeit Bienenwachstücher her, die dann im Haushalt Alu- und Frischhaltefolie ersetzen können. Der Weg zu dem Bienenwachs ist dabei extrem kurz, denn Marcus ist Imker und beliefert mit dem Bienenhonig seines Imkerhofes Reinbek bereits viele Märkte bis weit über Hamburgs Grenzen hinaus. Dabei bietet er eine große Vielfalt an Honigsorten an, wie z.B. Raps- und Weißdornhonig, den Reinbeker Gartenhonig und den dunklen Waldtrachthonig, der einen malzigen Geschmack hat. Auf unsere Frage, was sie machen würden, wenn sie noch mutiger wären antwortet Marcus im Spaß: "Alles fünf mal so groß." und fügt dann nach einigen Augenblicken hinzu, dass er sich mehr Mut zur Gelassenheit wünschen würde. Constanze wünscht sich mehr Vertrauen, um sich voll und ganz der Kreativ-Werkstatt widmen zu können.

17. Juli - Weniger ist seit einger Zeit mehr 

Liane kennen wir schon seit vielen Jahren, haben gemeinsam diverse Fotoprojekte umgesetzt und mögen ihre klare, verbindliche Art. Auf unsere Frage: "Was würdest Du tun, wenn Du mehr Mut hättest?" antwortet sie wie aus der Pistole geschossen: "Mehr reisen, zum Beispiel nach Skandinavien" und als Erklärung dazu: "Die haben so tolle Bands, wie zum Beispiel Sólstafir" (eine isländische Alternative-Rock-Band aus Reykjavík). Musik ist für Liane, die in der Zollverwaltung arbeitet, ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Vor der Pandemie waren wöchentliche Konzertbesuche die Regel, heute merkt sie, dass sie in Zukunft wohl nicht mehr diesen Bedarf haben wird. In den letzten Monaten hat sie an sich sogar leicht misanthropische Züge entdeckt. Zuhause lesen und sich intensiv um ihre Eltern kümmern sind jetzt die Dinge, die ihr viel bedeuten. Ganz aktuell verschenkt Liane Zeit an Menschen. Diese schreiben sie zum Beispiel über Facebook an und treffen sich dann mit ihr zu Kaffee und Kuchen oder machen einen gemeinsamen Spaziergang. Und so bedeutet Liane heute das vermeintlich wenige viel, viel mehr. 

16. Juli - Dagegen ist kein Kraut gewachsen

Ist es doch! Gestern Abend gab es auf dem Kräutererbe Bacherhof - über den wir in den kommenden Tagen etwas ausführlicher berichten werden - in Nals in Südtirol eine Führung durch den hauseigenen Kräutergarten. Gastgeberin und Kräuterexpertin Jutta gab uns eine exklusive Führung durch ihr Rosen- und Kräuterparadies und erzählte uns so mach Nützliches über die Heilkräfte der heimischen Wildkräuter. Und diese haben es in sich. Wir lernten den Einjährigen Beifuß, den Ackerschachtelhalm, sowie die Weiße Melisse als überaus kraftvolle Heilkräuter kennen, doch das besondere Augenmerk galt an diesem Abend der Brennnessel. Schon beim Ernten taten wir uns etwas, doch auch schmerzhaftes Gutes, denn die Brennhärchen, die diese fiesen Schmerzen auf der Haut verursachen, haben auch eine heilende Wirkung und sind gut zur Vorbeugung von Gicht und Rheuma. Innerlich angewendet kann die Brennnessel aber noch viel mehr. Auch hier wird sie zur Behandlung von Rheuma und Gicht eingesetzt und hat darüber hinaus viele andere heilende Kräfte, sowie einen außerordentlich guten Einfluss auf unser Blut. Aber der gestrige Abend drehte sich nicht nur um die reine Theorie, es sollte auch um den Genuss gehen. So gab es nach der Führung einen Smoothie mit Brennnessel und Ackerschachtelhalm, danach ein Brennesselbrötchen mit Kräuterquark und zum Schluss eine Brennesselpraline mit Mandelmehl und Honig. Juttas Begeisterung für die Kräuter ist in jedem Handgriff, in jeder Erzählung zu spüren und davon ist definitiv etwas auf uns übergesprungen. Seitdem betrachten wir die Wildkräuter, die uns umgeben, mit ganz anderen Augen.

15. Juli - Das Leben spüren


Heute trafen wir Jule in Aumühle zu unserem ersten "Speedfototermin". Wir kannten uns vorher nicht. Das Treffen kam durch unseren Aufruf über Facebook zustande. Jule ist Ärztin, genauer gesagt Anästhesistin in einem Hamburger Krankenhaus, arbeitet oft in der Nachtschicht und liebt die Natur. Auf die Frage, was sie denn machen würde, wenn sie fünf mal mutiger wäre als sie ist, antwortete Jule spontan: "Dann würde ich gerne für ein paar Jahre aussteigen oder einmal zehn Tage am Stück allein durch die norwegische Wildnis wandern, ohne einem anderen Menschen zu begegnen." Ihre Liebe zu Norwegen wurde Jule schon von ihren Eltern mit auf den Weg gelegt. 
In ihrer Kindheit fuhr die Familie im Urlaub mit der Bahn dort hin und ab da verlor Jule ihr Herz an die Schönheit dieses Landes. Von ihren Eltern hat Jule ebenfalls die Begeisterung für den Fussball übernommen, so spielte sie selbst Fussball in ihrer Kindheit und Jugend, war oft im HSV-Stadion zu Gast und machte später ihren Trainerschein. Es ist gar noch nicht lange her, dass Jule an einen Amrumer Wattführer geschrieben hat, um ihn um eine Praktikantenstelle zu bitten. Kurze Zeit später war sie für eine Woche vor Ort und erzählte von den Sonnenaufgängen im Watt, die zu den beeindruckendsten Momenten in ihrem Leben zählen. Hier spürt Jule das Leben.

14. Juli - Die Sache mit der Zeit

War nicht gerade erst Weihnachten oder steht es schon wieder vor der Tür? Hatte der Urlaub nicht gerade erst angefangen und ist nun fast schon wieder vorbei? Wieso ist das Wochenende immer so schnell um? Als Kind hat es doch damals eine Ewigkeit gedauert, bis endlich wieder Weihnachten war oder wir Geburtstag hatten. Bis zum nächsten Treffen mit den Freunden zog es sich ewig hin und musste nicht selten mit einem langen Telefonat nach der Schule überbrückt werden und die Sommerferien schienen endlos. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Seit Jahren scheint die Zeit immer und immer schneller zu verfliegen und zwar unabhängig davon, ob wir viel oder wenig machen, etwas Neues oder Altbekanntes sehen oder Dinge langsam oder schnell erledigen. Manchmal gibt es so viele Termine im Kalender, dass jedes Treffen mit Freunden schon zu viel sein kann. Liegt es an den immer wiederkehrenden Tätigkeiten oder haben wir schlicht und ergreifend zu viele Termine? Die ständige Erreichbarkeit und die Tatsache, dass wir fast alle durch die Smartphones auch unsere Arbeit quasi mit uns herumtragen, scheinen ihr übriges zu tun. 
Was hilft, ist das Sein im Hier und Jetzt. Es gibt eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus, in der die Schüler ihren Lehrer fragen, warum er so zufrieden und glücklich sei. Seine Antwort fällt überraschend einfach aus und ist doch erschreckend schwer umzusetzen. Er sagt - zusammengefasst - seinen Schülern: „Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, gehe ich und wenn ich esse, esse ich. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann geht ihr schon und wenn ihr geht, dann seid ihr schon am Ziel.“ 
Und so geht es uns in den allermeisten Momenten des Tages auch. Wir denken oft schon beim Frühstück an die Aufgaben des Tages oder daran, was es zum Abendessen geben wird, anstatt den Duft des ersten Kaffes am Morgen zu genießen, jeden Bissen des Frühstücks bewusst zu schmecken oder einfach für ein paar Momente aus dem Fenster zu schauen und wirklich wahrzunehmen, was sich dort vor unseren Augen abspielt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass wir alle in der Lage sind, für wenige Momente im Hier und Jetzt zu sein und wo es uns wenige Momente lang gelingt, da kann es uns auch immer häufiger gelingen. 

13. Juli - Auf frischer Tat ertappt


"Halt, Stopp, was machen Sie da? Fotografieren Sie etwa mein Fenster? Sind Sie von einer Zeitung, sogar von der Boulevardpresse?" So wurde ich heute morgen in Hamburg von einer älteren Dame angeschnauzt und brauchte einige Augenblicke, um ihr mein Anliegen zu erklären: "Nein, ich bin Fotograf und wollte nur diese Legebatterien fotografieren." Kurz bevor sie daraufhin etwas erwidern konnte, klärte ich die Situation auf und zeigte ihr das Bild auf dem Kameradisplay. "Ach so, Sie fotografieren einen größeren Teil des Hauses. Wozu machen Sie das denn?" Ich erzählte ihr von unserem Blog. Von den unterschiedlichen Themen, die wir abbilden und über die wir schreiben und warum wir das tun. Als ich wieder im Auto saß dachte ich darüber nach, dass immer mehr Menschen auf eine Kamera in der Öffentlichkeit angestrengt reagieren, manchmal geradezu aggressiv. Vor über zwanzig Jahren wurde ich beim Fotografieren oft nur gefragt: "Oh, komme ich jetzt in die Zeitung?" Und das war mehr als Aufforderung und Wunsch zu verstehen, denn als Bedrohung oder Verunsicherung. Das Fotografieren in der Öffentlichkeit rief selten Furcht hervor. Unser Bewusstsein von öffentlicher Darstellung hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

12. Juli - Nicht nur der Teufel steckt im Detail


Manchmal steckt dort auch etwas gänzlich Unerwartetes. Seit über zwanzig Jahren fahren wir nun schon an der Hohenhorner Kirche vorbei und bis heute sind wir nicht ein mal ausgestiegen, um uns dieses imposante Gebäude näher anzusehen. Im Vorbeifahren bemerkte ich einen Lichtstrahl, der eine Inschrift an der Kirchenwand in ein magisches Licht tauchte. Als ich drei Minuten später an der Stelle stand, war die Sonne schon um die entscheidenden Zentimeter hinter der Mauer verschwunden, dass das, was ich eben noch fotografieren wollte,  in ein fahles Grau getaucht worden war. Direkt daneben schaute dann aber auf einmal Jesus aus dem Kirchenfenster, klein, fast unscheinbar, und doch war es genau dieses Detail an der Kirche, was mich innehalten ließ, um das Bild zu machen.

11. Juli - Am Ende bleiben die Erinnerungen oder Ein Hoch auf die Gastfreundschaft


Was wären wir ohne unsere Erinnerungen? Da könnte man die schönsten Dinge gesehen und erlebt haben, aber ohne unsere Erinnerungen daran, wären sie schon am nächsten Tag vergessen. So verblassen viele Erlebnisse im Laufe der Zeit, werden von anderen Dingen überlagert und geraten damit ins Abseits. Zum Glück gibt es die Fotografie, das geschriebene Wort und natürlich das Erzählen, um uns anderen Menschen mitzuteilen, oder um uns die Erlebnisse wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. Heute, als wir die fertigen Fotos an den Landgasthof Keller in Lippertsreute geschickt haben, gerieten wir bei der Durchsicht aller Bilder erneut ins Schwärmen von diesem Ort, dem Zauber der Bodenseeregion, der Landschaft, den Obstplantagen, den Begegnungen mit den Menschen und natürlich der Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die die Familie Keller ausstrahlt. All das wurde beim Anblick der Fotos wieder lebendig und nahm uns in der Erinnerung mit auf die nächste Reise, die uns gerne wieder zu diesem schönen Flecken Erde mit ihren Menschen führen darf.
www.landgasthofkeller.de

10. Juli - Reiselust


Mit den Worten: "So, ich fahre dann jetzt" wurde ich heute morgen um kurz vor 5 Uhr von Mareike geweckt. Zu dieser nachtschlafenden Zeit wollten Mareike und ihre Freundin Birgit in Richtung Südtirol starten, um dort zwischen Meran und Bozen für eine Woche die Berglandschaft in einem Kräuterhotel zu genießen. Als Birgit dann wenige Minuten später bei uns in Wohltorf ankam, konnte ich sofort dieses herrliche  Reisefieber spüren, diese Abenteuerlust und gleichzeitig das Organisationstalent von Frauen bewundern, die - im Gegensatz zu mir - auch an den Reiseproviant denken und nicht schon nach wenigen Stunden einen schlecht schmeckenden Kaffee und dazu eine traurige Laugenbrezel auf einer dieser trostlosen Autobahnraststätten kaufen müssen. Bei aller Reiselust ist es aber durchaus auch mal schön, für eine Woche alleine mit Kendo und Greta zuhause zu sein ...

09. Juli - Klare Kante zeigen


Sebastian Baiers neuste Idee, die er umsetzen möchte, ist ein Onlineshop mit seinen aus-gesuchten Fischspezialitäten, wie zum Beispiel dem Dry Aged Fish. Diese und andere Köstlichkeiten werden ab Mitte August unter dem Dach von AbHof unter www.abhofladen.at angeboten. Das österreichische Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wege zwischen Produzenten, Händlern und Kunden zu verkürzen, eine echte Alternative zum Super-Markt-Sortiment zu schaffen und zusätzlich dazu beizutragen, dass weiterhin regional und hochwertig konsumiert werden kann. Alles Ansätze, denen Sebastian Baier sich ebenfalls verpflichtet fühlt und das auch mit klarer Kante vorantreibt.

www.fischfeinkost-baier.de

08. Juli - Höchstleistung in den Seilen


Nach Monaten der Pause waren wir heute endlich mal wieder für eine Stunde bei Birgit in ihrem RedCord Studio in Wohltorf in den "roten Seilen". Eine Stunde Konzentration, Muskulatur an-spannen, Balancieren, dabei die Körpermitte "fest machen", das Atmen nicht vergessen und am Ende das Abrollen auf der Faszienrolle und dann das Dehnen – all das tat und tut verdammt gut und hilft uns schon seit Jahren, den Verbrauch an Wärmepflastern für unsere Rücken auf Null zu senken. Nebenbei genießen wir Birgits Humor und ihren Sinn für gutes Essen - ein rundum schöner Termin am Abend.

07. Juli - Immer wieder spannend

 

Wir bekommen die unterschiedlichsten Menschen vor unsere Kameras. Bei den Titelfotos für das Magazin "Der Sachsenwalder", die wir seit einigen Jahren Monat für Monat fotografieren, wissen wir vorher so gut wie gar nichts über die Personen, die wir dann für das jeweilige Titelbild an einem passenden Ort ablichten. Wir lernen die Menschen und ihre Geschichten unmittelbar vor unserem Fototermin kennen und geraten dabei oft ins Klönen, so dass das Fotografieren fast zur Nebensache wird. Es gibt so viele spannende Geschichten, und wenn wir wie hier auch noch eine Landschaft wie die Wentorfer Lohe als Kulisse haben, ist so ein Termin wie ein kleiner Urlaub.

06. Juli - Hoffen auf bessere Zeiten


Unser heutiger Ausblick bei einem Kunden in Bad Oldesloe fiel direkt auf diese Deutschlandfahne, die vermutlich ein Überbleibsel des unfassbar langweiligen EM-Auftritts von "Die Mannschaft" ist. Schmerzlich wurden wir durch die Fahne an die Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft erinnert und natürlich auch an das blamable Ausscheiden im Achtelfinale gegen England. Verlieren gehört zum Spiel, aber es kommt immer darauf an, mit welchem Einsatz, und ob mit Leidenschaft gespielt wird. Dass Fussball auch begeistern kann, haben wir in vielen anderen Partien dieser Europameisterschaft gesehen, nicht zuletzt bei dem gerade beendeten erste Halbfinale zwischen Italien und Spanien. So hoffen wir beim Anblick dieses Bildes auf bessere Zeiten unter Hansi Flick.

05. Juli - Schnüsch zum Mittag


Schnüsch? Was soll das denn bitte sein? Kann man das essen? Ja, man kann. Heute gab es Schnüsch mit mit kleinen Kartoffeln, viel Petersilie und zwei Frikadellen zum Mittag im Gasthaus Heimathäppchen in Reinbek. Aber was bitte ist Schnüsch? Das ist ein Gericht der norddeutschen Küche: In Milch gegartes, frisches Gemüse. Und dazu gab es himmlische Frikadellen. "Essen wie zu Omas Zeiten" trifft bei Gudrun und Arne in ihrem Gasthaus genau den Kern ihres kulinarischen Angebotes. Bei den beiden gibt es ehrliche norddeutsche Esskultur ohne viel Schnickschnack, aber mit ausschließlich frischen Zutaten. Unser Interesse hat die Speisekarte jedenfalls schon einmal geweckt und das Essen heute machte Lust auf mehr.  Und abgesehen von dem leckeren Essen, war es eine Überraschung Arne, den wir schon von früher aus der Riepenburger Mühle kannten, heute zum ersten Mal hier zu treffen und zu erfahren, dass er zusammen mit seiner Mutter Gudrun der neue Eigentümer des ehemaligen Reinbeker Imbisses in der Nähe des St. Adolf-Stiftes ist. Arne ist genau wie wir gelernter Fotograf, spezialisiert unter anderem auf das Bebildern von Brett- und Kartenspielen der großen Spielverlagshäuser, außerdem Foodstylist und -fotograf und ein hervorragender Koch mit großer Liebe zur norddeutschen Küche. So wurde aus einer kurz angedachten Mittagspause am Ende dann doch ein über 90 Minuten dauerndes Genusserlebnis - übrigens ist auch der Kaffee ein Gedicht - mit Gesprächen über Heimat, Esskultur und die uns bis dahin wenig bekannte Brett- und Kartenspiel-Szene in Deutschland. Dass Nixa, die Hündin der Chefin, unsere Herzen im Sturm erobert hatte, versteht sich ja fast von selbst. Wir freuen uns jedenfalls schon auf unseren nächsten Besuch. 

04. Juli - Camminando – über das Voranschreiten in schwierigen Zeiten


Es war im Jahr 2004, als unsere Freundin Karin uns eines Tages von einem italienischen Liedermacher namens Pippo Pollina erzählte, der gerade in Hamburg ein Konzert geben wollte und zeigte uns eines seiner Musikvideos mit dem Titel "Il giorno del Falco". Das war der Auslöser für den Besuch des Konzertes, welches wiederum der Beginn einer langjährigen Freundschaft mit dem in Zürich lebenden Liedermacher war. Pippo singt seine sehr poetischen Text sowohl auf Deutsch als auch auf Italienisch und nicht selten fließen Spanisch, Französich oder Englisch mit ein. Nur wenige Wochen nach dem Hamburger Konzert begleitete Christian Pippo und seine damalige Band auf einer 6-tägigen Tour durch Italien und es entstand dabei ein Musik- und Reisevideo. 3600 Kilometer später waren aus den Fremden Freunde geworden und in den darauf folgenden Jahren folgten zahlreiche Aufenthalte auf Sizilien in Palermo – der Geburtsstadt von Pippo. Oft wurde uns die Wohnung von Pippos Bruder Massimo direkt im Zentrum der historischen Altstadt als Unterkunft zur Verfügung gestellt und wir lernten neben der Schönheit Palermos die italienische Gastfreundschaft genauso kennen, und dass es immer auch einen "Plan B" gibt, der ebenso zum Ziel führt. Gestern gab es nun nach langer Zeit endlich ein Wiedersehen von Christian und Pippo in Zürich und dazu am Abend auch das erste Konzert nach über 18 Monaten ohne kulturelle Veranstaltung. In der Schweiz sind aktuell Open Air Veranstaltungen mit maximal 300 Personen zugelassen. Im ersten Moment war es ein ungewohntes Gefühl ohne Abstand und ohne Maske neben anderen Besuchern zu sitzen, aber wie befreiend, sie nicht als tödliche Bedrohung anzusehen, sondern einfach als das was sie sind – als Mitmenschen. Das Konzert war toll, die Stimmung fröhlich, Pippo und Roberto spielfreudig und am Ende des Abends gab es mehr Umarmungen, als in der ganzen Zeit seit März des letzten Jahres. Danke an Pippo, Roberto, Estefania, Christina, Gianni, Marco und all die anderen, die diesen Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

03. Juli - Ja, wo denn sonst…?!?

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Dass wir die Hinterlassenschaften unserer Hunde aufsammeln, versteht sich ja seit vielen Jahren von selbst. Gerade in der Stadt oder in der Nachbarschaft sorgt dies für gute Stimmung. Aber ein Baum auf dem Land? Hier soll Hund nicht einmal mehr sein Bein heben dürfen? Gesehen haben wir dieses "Gebotsschild" vor einigen Tagen in Lippertsreute und waren erst einmal etwas irritiert. Sollte dies nur ein weiteres Schild im so schilderverliebten Deutschland sein oder gibt es hier gar einen triftigen Grund, der diese Bitte rechtfertigt? Neugierig - oder interessiert - wie wir sind, haben erst einmal recherchiert, was das hiermit auf sich hat und wurden tatsächlich fündig. Hundeurin kann sehr schädlich für Gräser, Büsche und Bäume sein und weil dieser Baum offenbar sehr schützenswert  für den Ort ist, hat Kendo dies natürlich respektiert und sich eine andere Stelle gesucht, um sich zu erleichtern.

02. Juli - Viele Wege führen zur Fotografie


Gleich heute morgen ging es für Christian per Tram nach Zürich Oerlikon. Pünktlich um 11 Uhr öffnete dort die größte Schweizer Werkschau photoSchweiz ihre Pforten. In den ehemaligen Fabrikhallen, die inzwischen zu einer vielseitigen Eventlocation umgebaut wurden, stellen jährlich mehr als 250 - überwiegend Schweizer - Fotografen ihre Werke aus. Von der klassischen Reportagefotografie, über Portrait-, Food-, Mode-, Landschafts-, sowie experimenteller Fotografie, reichte das Repertoire bis hin zur Lichtmalerei und Dunkelkammerexperimenten. Es war alles vertreten, was das Feld der Fotografie so interessant macht. Neben einigen wenigen Aufnahmen, die nicht überzeugen konnten, zeichnete sich der weit überwiegende Teil durch hochklassige Arbeiten aus. Ein Genuss und Inspiration zugleich.


www.photo-schweiz.ch


Inhalte von Vimeo werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Vimeo zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Vimeo Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Zustimmen & anzeigen

01. Juli - Fokussierung auf das Wesentliche


Das sagt sich so einfach und ist doch oft schwer umzusetzen im Alltag. Wie oft lassen wir uns nur allzu gern davon ablenken, ein Ziel zu verfolgen. Dabei wissen wir ganz genau, was gut für uns ist, was wir wollen und wonach wir streben sollten, doch auf dem Weg dort hin vertrödeln wir oft viel Zeit. Gerade heute, als Mareike mit Kendo und Greta wieder nach Wohltorf fuhr und Christian sich in den Zug nach Zürich setzte, um einen Freund zu besuchen, wurde uns bewusst, wie wichtig es für uns ist, gemeinsame Ziele zu definieren und sie konsequent und ohne Ablenkung zu verwirklichen. Noch mehr Zeit auf Bornholm zu verbringen ist dabei nur eines unserer Ziele ...

30. Juni - Es sind stets die Begegnungen


Was wäre das Leben ohne die Begegnungen mit anderen Menschen? Wir erleben häufig, dass uns die Menschen sehr berührende Geschichten erzählen. Als wir am Montag Abend die Mitarbeiter des Landgasthofs Keller in Lippertsreute fotografierten, fiel und Sanela auf. Sie schaute öfter auf ihr Handy und nach kurzer Rückfrage erzählte sie uns, dass sie gerade das EM-Spiel zwischen Kroatien und Spanien verfolgte. Die gebürtige Kroatin fieberte die gesamte Zeit über mit und durchlebte die ganze Achterbahnfahrt dieses denkwürdigen Spiels, was leider mit dem Aus für Kroatien endete. An diesem Abend fiel uns auch Sanelas Tattoo auf: ein großes schwarzes Kreuz auf ihrem Rücken. Heute hatten wir die Gelegenheit, sie nach seiner Bedeutung zu fragen, nachdem wir bei genauerem Hinsehen noch meinten, einen Namen hindurchschimmern zu sehen. Sanela erzählte uns zuerst von ihren Kindern, dann von ihrem jetzigen Mann, mit dem sie sehr glücklich ist, und schliesslich von ihrer letzten Beziehung, die sie sinnbildlich unter diesem Kreuz "Begraben" hat, weil sie hier viele unschöne Dinge erleben musste. Das sind genau die Geschichten, die unseren Horizont Stück für Stück erweitern. Danke für das intensive und bewegende Gespräch, liebe Sanela.

29. Juni - Vollkommen unerwartet


Da mussten wir erst durch ganz Deutschland fahren, um so etwas Verrücktes zu erleben: Gestern Abend - wir fotografierten gerade die Mitarbeiter des Landgasthofs Keller in Lippertsreute vor dem Hotel - näherte sich uns plötzlich ein Auto, das abrupt abbremste, die Person im Inneren schaute uns verdutzt an, die Augen weiteten sich und als die Scheibe runtergelassen wurde, gab es nur ein ungläubiges "Was macht ihr… das gibt es doch nicht…!" Und nun erkannten wir ihn: Konrad Müller, den wir unter anderem durch unseren Fotografenverband, den bpp kennen, hatte uns hier im Süden am allerwenigsten erwartet - wir ihn allerdings auch nicht, wohnt er doch eigenlich in der Mitte Deutschlands. Er war selbst gerade auf einer Tour zu seinen Kunden und hatte sich für die Nacht ebenfalls im Landgasthof Keller eingemietet. Heute morgen hatten wir Gelegenheit gemeinsam zu frühstücken und über all unsere gemeinsamen Themen zu sprechen. Dabei verriet er uns auch, dass er uns schon bei unserem letzten Besuch im September 2020 im Vorbeifahren gesehen hatte, damals fand er die Idee aber so abwegig, dass er nicht angehalten hat, um seinen Verdacht zu bestätigen. Wir schätzen Konrad als einen tiefgründigen Gesprächs-partner. Er ist ein kluger Beobachter, ein charmanter Plauderer und vor allem ein Genussmensch, der ins Schwärmen kommt, wenn er von den Besuchen auf dem Weingut in der Toskana erzählt, auf dem sein Sohn als Betriebsleiter lebt und arbeitet. Mal sehen, wo wir uns das nächste Mal über den Weg laufen. Vielleicht ja mal bei uns im Norden. Wir freuen uns jedenfalls auf ein Wiedersehen mit ihm.

28. Juni - Nun lass aber mal die Kirche im Dorf!


Heute morgen hörten wir um sechs Uhr die Glocken der katholischen Kirche "Unsere Liebe Frau" in Lippertsreute läuten und als dann kurze Zeit später auch noch ein Hahn krähte, war an Schlafen nicht mehr zu denken. Kurzerhand entschieden wir uns, getreu dem Motto "Morgenstund hat Gold im Mund", welches wir allerdings bis heute nicht in Gänze verstanden haben, mit Greta und Kendo auf den Weg zu machen, um die Gegend zu erkunden. Es war zauberhaft: Die Hunde waren entspannt, wir erfreuten uns an der Kühle des Morgens und vor allem an dem tollen Licht. So kamen wir dann nach einem herrlichen Spaziergang glücklich zum Frühstück im Landgasthof Keller an, nicht ohne uns vorher hoch und heilig zu versprechen, in Zukunft öfter mal früh aufzustehen – doch bis dahin liegt noch ein langer Weg vor uns. Heute hatten wir eindeutig den Vorteil, dass hier die Kirche noch im Dorf steht und vor allem regelmäßig läutet, für uns Protestanten keine Selbstverständlichkeit …

27. Juni - Und wir haben es wieder getan ...

Nach einer annähernden Komplettdurchquerung Deutschlands, tauchten heute Abend nach über zehn Stunden Fahrt im fahlen Licht der hereinbrechenden Nacht die Alpen auf. Dann schon bald  der Bodensee. Abfahrt Überlingen und dann Richtung Lippertsreute. Unser Ziel: Das Gasthaus Brauerei Keller. Dort erwartete uns schon Lukas Keller mit einem frisch gezapften Bier und einer Brotzeit. Nachdem wir uns im letzten Herbst kennen und schätzen gelernt haben, werden wie hier die nächsten drei Tage wieder Fotoaufnahmen für verschiedene Werbezwecke machen. Das nennt man dann wohl Wiederholungstäter im besten Sinne und wir sind glücklich wieder hier zu sein.

26. Juni - Bewegte Bilder in bewegten Zeiten


"Die Ziege ganz denken" – unter diesem Motto stand der Tag der nachhaltigen Gastronomie 2021. Wir waren in der Hamburger Hobenköök von Slow Food Chef Alliance Mitglied Thomas Sampl und Martin Schneider zu Gast, um diesen Abend fotografisch und mit einem Video zu dokumentieren. Ziegenkäse ist in Deutschland keine exotische Delikatesse mehr, sondern überall verfügbar und voll im Trend, weil viele Menschen Kuhmilch nicht mehr vertragen und wegen der Vorstellung, dass es bei Ziegen keine Massentierhaltung gäbe. Aber ohne Muttertiere, die lammen, gibt es keine Milch und somit auch keinen Käse. Wo Milch entsteht, entsteht auch Fleisch - denn etwa die Hälfte der Kitze sind männlich. Hierzulande wird viel zu wenig Ziegenfleisch konsumiert und so hatten es sich die Slow Food Chef Alliance Mitglieder an diesem Abend vorgenommen, die Ziege "ganz" zu denken, dass heißt, dass es in jedem Gang etwas von der Ziege - und zwar nicht nur das Filet oder die Keule. Es war ein gelungener Abend mit tollen Persönlichkeiten.
www.slowfood.de/was-wir-tun/slow_food_chef_alliance/tag-der-nachhaltigen-gastronomie-2021-die-ziege-ganz-denken

Inhalte von Vimeo werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Vimeo zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Vimeo Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Zustimmen & anzeigen

25. Juni - leni, vidi, vici


Heute haben wir das erste Foto für die kommende Ausgabe der "Lieblingsadressen Sachsenwald" im Studio gemacht, doch die vier zu fotografierenden Personen spielten zeitweilig nur eine Nebenrolle, denn sie hatten Leni dabei, eine Französische Bulldogge, die unser Herz im Strum erobert hat. Sie war einfach hinreissend charmant und verspielt und hatte uns im Nu um den Finger gewickelt. Die Französische Bulldogge kommt, wie der Name schon sagt, aus Frankreich, stammt aber ürsprünglich von der deutlich größeren Englischen Bulldogge ab. 
Französische Bulldoggen sind überwiegend schlechte Schwimmer und als Begleithunde für Ausdauersportler denkbar ungeeignet. Dafür sind sie anhängliche und freundliche Familienhunde und es würde schon sehr großer Boshaftigkeit bedürfen, um aus diesen sozial sehr verträglichen Hunden üble Beisser zu machen. Eine der schlimmsten Strafen für die Französische Bulldogge ist die Einsamkeit, so dass ein längeres Alleine bleiben vermieden werden sollte. Dieses Los ist Leni (nicht nur heute) jedoch erspart geblieben und so konnte sie sich von ihrer besten Seite zeigen. Leni, vidi, vici - sie kam, sah und siegte.


24 .Juni - GenussLiebe 

 

Liebe und Genuss zusammenzuführen gehört für uns zu den schönsten Dingen in der Fotografie. Im letzten Jahr haben wir viele Gelegenheiten gehabt, diese Symbiose fotografisch umzusetzen, und daraus ist ein Magazin entstanden. Heute hielten wir endlich die Andrucke der ersten Ausgabe von "GenussLiebe" in der Druckerei Alsterwerk in Hamburg in den Händen, um das endgültige Okay für den Druck zu geben. Bei Christian löste der Besuch Erinnerungen an eine über 25 Jahre zurückliegende Faszination für die Druckvorstufe und Druckereien aus, die er in seiner damaligen Tätigkeit in einem Verlag kennengelernt hat. Davon profitieren wir heute noch, weil wir mit Ausdrücken wie "4-Farbdruck" oder "Sonderfarbe aus dem Pantonefarbfächer" etwas anfangen können und um die Bedeutung von Punktzuwachs im Druckprozess wissen. Der Geruch von Druckerfarbe, die Haptik der unterschiedlichen Druckmaterialien, die Weiterverarbeitung, all das sind auch bei der voranschreitenden Digitalisierung nach wie vor wichtige Bestandteile der Erstellung von Werbematerialien, die der Sichtbarkeit von Unternehmen dienen. Und wie schön ist es, in einem Katalog, einer Broschüre oder einem Flyer zu blättern und das auch mal an Orten, wohin man keinen Laptop oder Tablet nehmen möchte …
www.alsterwerk.com

23. Juni - Wilde Zeiten


Was waren das für Zeiten, als wir uns auf dem Hamburger Dom mit Freunden verabredeten, um für ein paar Stunden Spaß und Spannung an den unterschiedlichsten Fahrgeschäften, Schieß- und Genussbuden aller Art zu haben. Und heute? Heute fuhren wir über Land und entdecken auf einmal ein Relikt aus diesen Zeiten: Die "Wilde Maus", die zurzeit vermutlich zur Wartung auf einem Gelände in Niedersachsen aufgebaut ist und nun wieder sehnsüchtig auf ihren Einsatz wartet. Für uns war das ein Anlass, mal wieder an einen Besuch des Hamburger Doms nachzu-denken: Mexikanerhut, Pferderennen, Achterbahn, Schiffsschaukel, Entenangeln, Kettenkarussell und noch so einiges anderes Wildes ...

22. Juni – Nur der Wandel hat Bestand

Wir meinten Kathrin schon seit vielen Jahre zu kennen und gestern endlich haben wir sie nach langer Zeit wiedergesehen. Im letzten Jahr erfuhren wir durch einen Facebook-Post, dass sie, die für uns aus ihrem Restaurant, dem Waldesruh am See in Aumühle, nicht wegzudenken war, eine Nachfolgerin gefunden hätte und somit das Waldesruh verlassen würde. Den Ort, in dem sie ihre Kindheit und fast ihr gesamtes Leben verbracht hat. Für uns kam diese Nachricht aus dem Nichts und es war ein kleiner „Schock“, verbanden wir ihr Gesicht doch untrennbar mit einem unserer Lieblingsrestaurants aus der Region. Dann hörten wir erst einmal einige Monate nichts. Und nun war sie wieder da und unsere Verbindung auch. Es war schön, sie bei uns im Studio zu treffen und von ihren Plänen zu hören. Im Gespräch gingen wir die letzten Monate durch und erzählten uns von unseren gesammelten Erfahrungen. Dabei entstanden auch die Ideen für neue Fotos von ihr. Zusammenfassend können wir festhalten: Beständig ist eben doch nur der Wandel.  

21. Juni - Erntezeit für Leseratten 

 

"Wer lesen kann, ist klar im Vorteil" sagt ein altbekanntes Sprichwort und in der Tat ist diese Fähigkeit im Mitmachgartenbau von Jantje Schumacher von großem Nutzen, aber dazu später mehr. Heute besuchten wir sie nach über einem Jahr endlich mal wieder in ihrem Gemüsegarten in den Vier- und Marschlanden. Jantje selbst beschreibt ihre Idee mit folgenden Worten: "Gemüse selber ernten können Sie in dem Gemüsebaubetrieb auf den Feldern und in den Treibhäusern. Zusätzlich gibt es Obst, Blumen und Kräuter. Besser kann man sich doch von der Qualität und Frische gar nicht überzeugen. Und Spaß macht es außerdem. Wann haben Sie zuletzt Kartoffeln ausgebuddelt, Blumenkohl geschnitten, Johannisbeeren gepflückt, in einem Feld voll Wassermelonen gestanden? Oder mitten zwischen riesengroßen Sonnenblumen? Vielleicht brauchen Sie noch einen schönen Thymianbusch, einen wirklich großen und haltbaren Basilikum oder einen Arm voller Minze? Haben wir alles für Sie auf den Feldern stehen. Den Spaten, das Messer und Hilfe, soviel Sie benötigen, bekommen Sie von uns. Es sind alle Gemüsesorten mit Schildern versehen. So können Sie immer sofort sehen, was Sie "unter dem Messer" haben. An Reihen, an denen keine Schildchen stehen, darf auch noch nicht geerntet werden. Hier sind die Kulturen wohl erst später erntereif. Sie sehen, es ist ganz einfach, bei uns zum Gärtner zu werden. Sie brauchen keine Vorkenntnisse, nur vielleicht Schuhe, mit denen man auch auf das Feld kann"

Es ist wirklich einfach, wenn man die Erntetipps auf den Schildern befolgt und Jantje hat für jedes Gemüse - und sogar für dessen Blattgrün - jede Menge hilfreicher Rezept- oder Haltbarkeits-Ideen. Es macht uns einfach einen riesen Spaß dorthin zu fahren und für einige Zeit auf den Feldern abzutauchen, mit Jantje zu klönen, nach den Hühnern, Gänsen, Kaninchen zu schauen, an den Kräutern zu riechen, den Bienen zuzuschauen und noch einen letzten Blick auf die Tomatenpflanzen im Gewächshaus zu werfen. Die brauchen allerdings noch ein wenig bis zur Ernte. Hier gibt es alles zu seiner Zeit. Auch neue Interessenten müssen sich noch ein wenig mit dem Ernten gedulden, denn seit diesem Jahr kann nur ernten, wer im Besitz einer Jahreskarte ist. Viele Infos zu diesem tollen Ort gibt es auf www.mitmachgartenbau.de.

20. Juni - Zu Besuch im Irgendwo 

 

Heute morgen folgten wir einer Einladung nach Irgendwo in Niedersachsen. Irgendwo? Ja, weil das, worum es heute ging, überall sein könnte und somit an keinen festen Ort gebunden ist: Das Zinipi. Zini… was? Zinipi ist abgeleitet von Zirbenholz und dem indianischen Wort für Hütte. Die Firma Zinipi aus Amberg baut seit ein paar Jahren diese Modulhäuser, die auch nach vielen Jahren noch transportabel sind. Ein Haus zum Mitreisen, nur nicht ganz so leicht wie ein Reisegepäck, denn es braucht einen Kran, einen oder zwei Tieflader, aber dann steht dem Umzug beziehungs-weise "Mitzug" nichts mehr im Wege. Als wir das kleine Holzhaus betraten, fiel uns sofort das fantastische Raumklima auf. Genau wie die große Fensterfront, die eine Trennung des Wohnens zwischen drinnen und draussen vollkommen aufhebt. Ansonsten ist es ein im besten Sinne "normales" Haus mit allen Dingen, die man zum täglichen Leben braucht, nur eben auf kleinerem Raum. Unser Fazit: Minimalismus, Entschlackung, Reduktion auf das Wesentliche, und das im Irgendwo, hat uns außerordentlich gut gefallen.

19. Juni - Vorfreude


Heute hatten wir nach etlichen Monaten mal wieder gute Freunde zu Besuch und haben uns schon den ganzen Tag darauf gefreut. Mit Friedrun und Annett Zeit zusammen zu verbringen ist für uns einfach ein Vergnügen. Friedrun, als Fotograf, und Annett, als ausgebildete Hunde-trainerin, sind für uns wertvolle Gesprächspartner, denen wir auch die verrücktesten Ideen präsentieren können und immer eine konstruktive Antwort erhalten. Da gerät das Essen - es gab Roastbeef mit Kartoffeln auf spanische Art und Remoulade -  schon fast zur Nebensache ...

18. Juni - Der Tag, mit dem alles begann

Heute waren wir zum zweiten Mal beim Tag der nachhaltigen Gastronomie in der Hobenköök in Hamburg. Im letzten Jahr war dieser Tag der Auftakt unserer Deutschlandreise zu den unterschiedlichsten Köchen und Köchinnen der Slow Food Chef Alliance.  Es war schön, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Bei dem Menüabend, der aus 5 Gängen bestand, drehte sich in diesem Jahr alles um die Ziege. Die Chef Alliance möchte anlässlich dieses Aktionstages auf die Chancen eines zukunftsfähigen Lebensmittelsystems hinweisen. Ein System, das im Einklang mit Mensch, Tier und Natur steht und die planetaren Grenzen respektiert. Die Mitglieder verstehen sich als Multiplikatoren zwischen Erzeugung, Verarbeitung und Gast. Wir finden, das hat mit dem heutigen Menü hervorragend funktioniert und wir freuen uns jetzt schon auf viele neue Gesichter.

17. Juni - Leinen los


Vor einiger Zeit hieß es für uns "Leinen los" und auf ging es in den Hafen der Hansestadt Wismar, um dort das neue Kreuzfahrtterminal für unseren Kunden KMT Architekten und Ingenieure aus Hamburg zu fotografieren. Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt. Dadurch sind die Passagiere innerhalb kürzester Zeit an allen Sehenswürdigkeiten aus den Zeiten der Backsteingotik und der Schwedenzeit, die Wismar zum UNESCO-Weltkulturerbe machen. Wir waren zum ersten Mal in Wismar und waren begeistert von der Atmosphäre am Hafen und von der Nähe zur gemütlichen Altstadt. Dadurch, dass unser Kunde den Wunsch nach Tageslicht- und Nachtstimmungsaufnahmen hatte, waren wir in der glücklichen Lage, den Tag mit einigen Pausen sehr angenehm zu gestalten. Genauso interessant wie die Stadt Wismar waren für uns die Erklärungen des Architekten Oliver Hagemann, der über Sichtachsen, die Auswahl der speziellen Baumaterialien, sowie über die Geschichte der Planungs- und Bauphase erzählte. Als wir gegen 22.30 Uhr mit dem letzten Bild fertig waren, wären wir am liebsten sofort in See gestochen.

16. Juni - Immer wieder schön

Heute haben wir nach mehreren Monaten Celina wiedergesehen. Zur Abwechslung einmal nicht bei uns im Studio, sondern bei ihr zuhause auf der Terrasse. Die Gespräche mit Celina sind immer geprägt von einer großen Nähe und Offenheit und das genießen wir sehr. Und jedes Mal können wir etwas voneinander lernen. Heute hatten wir uns besonders viel zu erzählen, so dass die Stunden gefühlt wie im wie im Fluge vergingen. Wir empfinden es als eine große Bereicherung, dass diese Verbindung schon seit vielen Jahren besteht und wir freuen uns schon auf unsere nächsten Treffen.

15. Juni - Was ist eigentlich Pommoissel und was sind das für Pflanzen?


Als wir heute auf dem Weg nach Hitzacker hinter Dahlenburg in Richtung Elbe fuhren, kamen wir durch den klitzekleinen Ortsteil Pommoissel, der umgeben war von blau-violett farbenen Phacelia-Feldern. Bei den etwa 60 Zentimeter hohen Pflanzen mit feingliedrigen, behaarten Blättern handelt es sich um ein Wasserblattgewächs, das Landwirte im April zur Begrünung ihrer Stilllegungsflächen aussäen. Es ist für Insekten, besonders für Bienen, eine wertvolle Nahrungsquelle, weshalb sie auch unter anderem Bienenfreund und Bienenweide genannt wird. Wunderschönes gibt es überall zu entdecken.

14. Juni - Gartenträume am Meer


Wir sind zwar schon seit zwei Tagen wieder zu Hause, doch bei der Durchsicht unserer auf Bornholm entstandenen Fotoaufnahmen waren wir sofort wieder in Gudhjem. Die kleine Hafenstadt an der Ostküste Bornholms hatte zu ihrer Blütezeit über 30 Räuchereien, ist mit einem extrem milden Klima gesegnet und schmiegt sich malerisch an einen Hang. Neben der schönen Lage am Wasser und der direkten Fährverbindung nach Christinasø, den Schifffahrten nach Hellingsdomklipperne und einem besonders leckeren Softeis, zeichnet dieses kleine Städtchen vor allem seine liebevoll angelegten Gärten aus. Für uns sind es Plätze zum Träumen - und das alles direkt am Meer ...

13. Juni - Zimmer mit Aussicht 

 

So leer wie heute haben wir die Fähre auf unserer Rückfahrt von Bornholm nach Sassnitz noch nicht erlebt. Wir schätzten, dass mit uns etwa 200 Personen heute morgen um 8 Uhr im Hafen von Rønne an Bord der Fähre MS Hammershus gingen. Kein Wunder, denn die Fährverbindung ist nach siebenmonatiger coronabedingter Pause erst vor zehn Tagen wieder aufgenommen worden und der Reisestrom von Deutschland nach Bornholm deutlich stärker. Als wir dreieinhalb Stunden später in Sassnitz wieder an Land gingen, waren sämtliche Wartespuren für die Überfahrt nach Bornholm mit Autos besetzt. Viele lachende Menschen warteten freudig auf ihren Urlaub auf "unserer" Insel. Wir hätten uns am liebsten sofort wieder an Bord geschmuggelt, aber das muss nun noch ein bisschen warten ...

12. Juni - Und wieder etwas gelernt


Kurz vor der Inselhauptstadt Rönne sind wir heute an einem besonders schön blühendem Feld vorbeigefahren. "Was ist das denn für eine Pflanze?", haben wir uns gefragt. Zuhause haben wir dann schnell unsere alten Biologieschulkentnisse aufgefrischt und festgestellt: Es ist Schnittlauch. Und den kann man nicht nur in den Quark mischen, auch die Blüten sind essbar und werden gerne durch ihren leicht süsslichen Geschmack zum Verfeinern von Salaten oder für die Herstellung von Blütenbutter genommen. Die Insel steckt eben voller kleiner Wunder.

11. Juni - My home is my castle 

 

Wo einer schon steht oder liegt, da wollen alle hin. So in etwa funktionieren wir Menschen. Ob im Urlaub am Strand, im Stadtpark auf der Wiese oder im Freibad: Dort, wo sich schon die meisten Menschen drängeln, da wollen alle hin. So, wie auf diesem Foto: Wo ein Wohnmobil steht, da lassen weitere nicht lange auf sich warten. Es gibt natürlich auch immer die Individualisten unter uns, die am liebsten dort sind, wo noch nie zuvor jemand anderer war, und das dann auch stolz vor sich hertragen. Am Ende wird von diesen Abenteuerreisen dann doch wieder in einer Gruppe erzählt, denn ansonsten bekommt es ja niemand mit. Besonders bemerkenswert ist es, wie sich zum Beispiel Dachzeltnomaden oder Kastenwagenreisende über die so genannte "Weißware" (die klassischen Wohnmobile) lustig machen, ohne dabei zu merken, dass sie ebenfalls einer Gruppe angehören und dabei genauso spiessig oder auch nicht-spiessig sind. Wir mögen die Mischung. Mal alleine, mal auf einem Campingplatz, mal eine Ferienwohnung oder ein Hotel - hauptsache, wir haben einen Ausblick auf das Meer. Das ist das Schönste.

10. Juni - Nächte, fast zu schade zum Schlafen

Wenn es im Juni Nacht wird auf Bornholm, dann ist hier fast noch schöner, aber auf jeden Fall noch geheimnisvoller. Wir lieben diese Zeit um die Sommersonnenwende herum, wo der Nachthimmel über Nordbornholm nie ganz dunkel wird. Bei klarer Sicht verschwindet dieser schmale orange Streifen bis tief in die Nacht hinein nicht und schon wenige Stunden nach Sonnenuntergang wird es auch schon wieder hell. Nicht selten wachen wir zwischen 3 und 4 Uhr auf und denken, dass es schon Morgen sein muss. Dann gehen wir entweder ans Meer, um von den Klippen aus den Sonnenaufgang zu genießen oder drehen uns einfach noch einmal um. Auf jeden Fall sind diese Nächte so schön, dass sie fast zu schade zum Schlafen sind. 

09. Juni - Schiff Ahoi

Heute vormittag sind wir in Gudhjem an Bord des historischen Passagierschiffs M/S Thor gegangen, um nach knapp 30 Minuten unterhalb von Helligdomsklipperne wieder an Land zu gehen und den Fußweg entlang der Küste zurück nach Gudhjem anzutreten. Wir wurden durch fantastische Ausblicke auf das Meer belohnt und kamen ein wenig sonnentrunken nach ein paar Stunden wieder an unserem Ausgangspunkt an, nicht ohne zwischendurch die eine oder andere Pause einzulegen.  Schöner kann es in der Südsee auch nicht sein ...

08. Juni - Unglaublicher Farbgenuß 

 

Kaum etwas leuchtet so stark und intensiv wie blühender Mohn. Kurz vor Beginn des Sommers sind die Farben auf Bornholm besonders intensiv. Ob Raps, Ginster oder Mohn, alles leuchtet so intensiv, dass wir bei unseren Wanderungen aus dem Staunen kaum heraus kommen. Und so müssen Kendo und Greta oft Geduld mit uns haben, wenn wir zum x-ten Mal stehen bleiben, um zu fotografieren oder einfach nur um zu Genießen.

07. Juni - Das späte Nachmittagslicht 

 

Manchmal ist es einfach von Vorteil, nicht gleich am Morgen unterwegs zu sein, sondern erst dann loszugehen, wenn die meisten anderen Urlauber schon wieder in ihren Ferienunterkünften sind. Diese Ruhe und dazu das schöne Nachmittagslicht mit seinen intensiven Farben. Wir können uns daran gar nicht satt sehen, möchten diese Eindrücke am liebsten konservieren und mit nach Hause nehmen.

06. Juni - Platz ist in der kleinsten Hütte


Oder: Warum Bornholm in jeder Beziehung ein Ort der Superlative ist. Die Bewohner der Insel geizen nicht mit blumigen Worten, um die Vorzüge ihrer Heimat zu beschreiben. Das beste Eis, die beste Lakritz, der einzige Skilift Dänemarks, die höchste Erhebung, das größte zusammenhängende Waldgebiet Dänemarks und so weiter. Jetzt haben wir noch so einen ungewöhnlichen Ort auf dieser an Kuriositäten reichen Insel entdeckt: Den wohl kleinsten Minigolfplatz der Welt, unmittelbar an der Küste in Sandkås gelegen. Es hätte uns nicht gewundert, wenn hier mit den Worten "Verlaufen unmöglich" geworben würde.

05. Juni - So ein Zirkus


Als wir heute in Soldalen die verschiedensten Artisten aus mehreren europäischen Ländern bei ihren Auftritten beim jährlichen Zirkusfestival "Circus i soldalen" fotografiert haben, war eines allen gemein: sie begrüßten ihr Publikum jeweils mit den Worten: "Es ist so schön, nach 12, 13, 15 Monaten wieder einmal vor Publikum aufzutreten". Und genau so ging es auch den Besuchern des Zirkusfestivals auf Bornholm. Auch sie waren froh und dankbar, nach so langer Zeit einmal wieder einer Live-Darbietung beizuwohnen. Andere Menschen treffen, in Gemeinschaft einen Kaffee zu trinken und einfach zu klönen, das hat auch den Besuchern am meisten gefehlt. Wir waren begeistert von dem kleinen, feinen Festival, das mit viel Liebe organisiert und durchgeführt wurde. Wie schön, dass wir diesen Zirkus heute erleben durften.