31. Januar – Sogwirkung


Montagmorgen. Die Sonne scheint. Nichts wie raus in die Natur. Die Hunde toben über das Feld. Wir erreichen den Wald. Hören das Zwitschern der Vögel. Sehen den Bummelzug am Horizont auf der Strecke zwischen Dannenberg und Lüneburg fahren. Die Tage werden merklich länger und heller. Die Sonnenstrahlen wärmen schon wieder ein bisschen. Wir erreichen eine kleine Lichtung mitten im Wald. Schauen nach oben und blicken durch die Kieferkronen in den Himmel. Die Anordnung der Bäume übten eine große Sogwirkung auf uns aus. Erst nach einigen Minuten schafften wir es, uns von diesem Ort zu lösen und den Heimweg anzutreten. Ein Moment voller Klarheit.

30. Januar – Spontaneität


Wie schön, dass Peter so spontan ist. Eine kurze Bitte aus dem Studiofenster hinausgerufen genügte, und er erklärte sich sofort zu einem kurzen Fotoshooting bereit. Was für ein schönes und ausdrucksstarkes Gesicht er hat. Dazu sein markanter Hut, der Schalk um die Augen und seine sympathische Art – es macht einfach Freude ihn zu portraitieren. Es folgte noch ein kurzes Gespräch über Paul, den neuen Hund an seiner Seite und über den Gardasee. Heute träumen wir bestimmt von der Zitronenriviera, von dem Ort Gargnano und von dem in diesem Ort gelegenen Hotel Gardenia al Lago. Vor vielen Jahren wollten wir auf der Durchreise in die Toskana dort übernachten und fragten an der Rezeption nach einem Zimmer. Leider hätten sie kein Zimmer mehr frei, es täte ihnen sehr leid , wurde uns gesagt, doch wie von Zauberhand kam glücklicherweise aus dem Hintergrund die Seniorchefin an die Rezeption, sprach kurz zu ihrem Mitarbeiter, lächelte und zeigte uns unser Zimmer für die Nacht. Unvergessen. Wie schön, dass mit Peters Spontaneität auch diese Erinnerung wach gerufen wurden.

29. Januar – Unerfüllbare Aufgabe


Zwei Eier. Aus Glas. Von Bornholm. Vom Glasbläser. Dazu auf Wunsch von Mareike ein poetischer Text. Ich liebe Herausforderungen, auch wenn mir ein Foto ohne Text manchmal vollkommen genügen würde. Statt der Herausforderung liebe ich durchaus die Langeweile oder fröne ein wenig der Faulheit. Vor zehn Jahren fuhren wir das erste Mal nach einer langen Pause wieder auf die kleine Insel in der Ostsee und seitdem sind wir ihr total verfallen. Mareike fing schon bei unserem ersten Besuch an, in einer Glasbläserei eines dieser Eier zu kaufen. Ab diesem Zeitpunkt kam Urlaub für Urlaub ein weiteres Ei dazu. Alle einzigartig, alle wunderschön. Und im richtigen Licht betrachtet, entfalten sie ihren ganz eigenen Zauber. Fast wie eine eingefrorene Lavalampe. Immer noch keine Poesie im Text. Wie in der Schulzeit, wo es auch des Öfteren unter einem Aufsatz hieß: Thema verfehlt.

28. Januar – Körpersprache


Alle Jahre wieder ist Mareike genervt von meiner – scheinbar – nicht so positiven Einstellung zur deutschen Handball-Nationalmannschaft. Ich sei nicht optimistisch eingestellt und müsse mehr an die Möglichkeit eines Sieges glauben. Dann könne es noch gelingen. Ich hingegen sehe nur das, was ich sehe: hängende Schultern, pseudo-mässige Aufmunterungsschreie unter den deutschen Spielern, leere, zweifelnde Blicke. Das reicht, um ein Spiel zu lesen. Natürlich wünschte ich mir auch, dass es einmal anders ausgehen würde. Vor wenigen Minuten ist das Endspiel der Handball-Europameisterschaft zu Ende gegangen. Ich hatte mir Dänemark als Sieger gewünscht. Mareike auch. Die Dänen führten lange – auch aufgrund einer hervorragenden Torhüterleistung. Mein Gefühl war, dass so eine Leistung meistens nicht ein ganzes Spiel anhält. Um das Spiel zu gewinnen, war die Führung zu gering, und als dann in der zweiten Halbzeit der französische Torwart besser ins Spiel kam, war für mich endgültig klar, wer gewinnen würde. Leider nicht mein Wunschsieger, aber darum geht es ja auch nicht. Vor der Verlängerung war ebenfalls die Körpersprache der Franzosen eindeutig positiv: jetzt haben wir sie! So wie im Halbfinale gegen die Schweden, als sie im letzten direkt auszuführenden Freiwurf ein Tor erzielten. Danach musste ich nicht mehr weiter zusehen. Apropos Körpersprache: das Spiel um Platz drei sahen wir heute wieder bei Angelika. Ihr Hund Balu ist nicht einmal halb so groß wie Kendo oder Greta, und doch signalisiert er durch seine Körpersprache eindeutig, wer der Boss ist. Keine Frage und keinen Zweifel lässt er aufkommen. Kendo und Greta fügen sich. Ein beeindruckendes Beispiel, wie weit man es mit der richtigen Einstellung bringen kann. 

27. Dezember – Das Geheimnis der Zufriedenheit


Harald ist ein wunderbarer Mensch. Als seine jahrelangen Nachbarn durften wir im Laufe der Jahre viele seiner  tollen Eigenschaften kennenlernen. Seine Hilfsbereitschaft. Seine Menschlichkeit. Sein handwerkliches Geschick. Seine Herzlichkeit. Um nur einige zu nennen. 
Heute feierte er seinen 90. Geburtstag. Auf unsere Frage, was denn das Geheimnis seines langen Lebens ist, antwortete er – bescheiden wie eh und je – dass er lediglich morgens um fünf Uhr aufstehen und nach dem Frühstück und der Zeitungslektüre einen ausgiebigen Spaziergang machen würde. Außerdem gehe er zwei mal die Woche ins Fitnessstudio mit anschließendem Saunabesuch. Nach einem frühen Mittagessen nehme er keine weitere Mahlzeit mehr zu sich und am Abend gehe er gegen acht Uhr schlafen. Außerdem hat Harald in seinem Leben fünfzig Jahre lang körperlich hart gearbeitet und zum Ausgleich noch Tennis gespielt. Dass ihm dieser Lebenswandel gut tut, hat Harald ganz allein für sich entdeckt. Kein Lifestyle-Coach, kein Ernährungsberater, keine Kurse in Waldbaden oder ähnlichem und auch kein sonst wie gearteter Guru hat ihn dabei beraten, nur er allein mit seinem gesunden Menschenverstand hat vollkommen ausgereicht, um ihn so werden zu lassen, wie er heute ist: zufrieden.

26. Januar – Hoffnung


Zum Beispiel auf ein bisschen Frieden in der Welt. Es wäre so schön, wenn das endlich klappen würde. "Die Hoffnung stirbt zuletzt." wird ja gerne und oft bemüht. Und wie sah es heute in unserer Realität aus? Regen ohne Ende. Der schoss den ganzen Tag im 45 Grad Winkel um das Haus. Die Hunde mussten aber trotzdem raus. Verdammt, doch nicht jetzt, doch nicht heute... Doch! Leider. Nützt ja nix. Es sind Tage wie diese, an denen selbst Kendo und Greta keine Lust haben raus zu gehen. Daraus resultieren für uns dann meistens matschverschmierte Schuhsohlen und sich schüttelnde Hunde im Auto. Der Dreck und das Wasser aus dem Fell verteilen sich dann gerne gleichmäßig im Auto. Danke für nichts. Doch dann geschah ein kleines Wunder: Kurz vor 17 Uhr klarte es kurz auf. Immerhin lang genug, um an "das Gute" zu glauben. Also raus mit uns und den Hunden. Auf zum Michaelshof in den Garten. Und da sahen wir sie plötzlich: die Vorboten des Frühlings. Schneeglöckchen. Schön sind sie. Wir hätten sie am liebsten alle ausgegraben und gleich mitgenommen. Haben wir natürlich, brav wie wir nun einmal sind, nicht gemacht. Doch die Hoffnung auf den nahenden Frühling haben wir mit nach Hause genommen. 

25. Januar – Mit viel Liebe zum Detail


Morgenstund’ hat Gold im Mund. Fast jeder kennt dieses Sprichwort. Getreu diesem Motto waren wir heute Morgen bereits um 8 Uhr im Waldhaus Reinbek zum Fotoshooting verabredet. Heute ging es darum, verschiedene Räumlichkeiten und diverse "gesehene" Details zu fotografieren. Da waren wir ganz in unserem Element. Zuerst haben wir die Räume auf uns wirken lassen, die Lichtstimmungen eingefangen – wenn nötig mit unserem mitgebrachten Licht unterstützt – und außerdem mit viel Liebe zum Detail die vielen liebevollen Details fotografiert. Ein Traumjob in einem Traumambiente.

24. Januar – Graf Dracula lässt grüßen


Sicher ist sicher. Deshalb soll es laut alter Sage von großem Vorteil sein, mindestens dreizehn Knoblauchzehen in der Küche zu haben. Doch Vorsicht ist geboten. Nicht jedem Vampir kann man durch Einsatz dieser Knolle Einhalt gebieten. Bei Dracula hat es allerdings funktioniert, so kann man es zumindest in Bram Stokers Roman Dracula nachlesen. Ansonsten ist Knoblauch, auch Allium sativum genannt, eine extrem vielseitige Knolle, die nicht nur in der Küche für ihren charakteristischen Geschmack geschätzt wird, sondern auch aufgrund ihrer gesundheitlichen Vorteile weltweit beliebt ist. Ursprünglich in Zentralasien beheimatet, wird Knoblauch heute in vielen Teilen der Welt angebaut. Dabei werden der Knolle entzündungshemmende, antibakterielle und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. In verschiedenen Kulturen wird Knoblauch seit Jahrhunderten für seine positiven Auswirkungen auf das Immunsystem geschätzt. Als wir unsere Knolle also heute so betrachteten, konnten wir nicht anders und mussten sie einfach ins rechte Licht rücken.

23. Januar – Bonjour Tristesse


Gestern berichteten wir noch über ein Wunder. Heute eher vom genauen Gegenteil, denn wir wagen zu bezweifeln, dass hier selbst ein Wunder wenig bewirken würde. Es handelt sich hier um einen Teil der größten Einkaufsstraße Dresdens und steht exemplarisch für die Situation in vielen Innenstädten Deutschlands. Überall findet man neben leer stehenden Gewerbeimmobilien dieselbe Langeweile: H&M, Zara, New Yorker, Douglas, Woolworth und so weiter.
Austauschbar. Beliebig. Ob man da nun in Hamburg, Köln, München oder Dresden einkauft, spielt keine Rolle. Überall das gleiche Bild: Hunderttausende von Klamotten, Düfte aller Art und Dekokram. Wo bleiben nur all die nicht verkauften Dinge am Ende der Saison? Vielleicht werden sie als Sondermüll entsorgt oder einfach nur geschreddert. Ob sich die Innenstädte mit dieser Trostlosigkeit am Leben erhalten können? In wenigen Jahren werden wir wahrscheinlich fast ausschließlich virtuell einkaufen, uns selber beim Anprobieren der Kleidung "beobachten" und am Ende die Ware geliefert bekommen. Vorbei ist es dann allerdings auch mit dem (zweifelhaften) Genuss an der Snack Box.

22. Januar – Wunder gibt es immer wieder


Auf die Minute pünktlich. Ja, gibt es denn sowas? Heute, nach vielen erfolglosen Versuchen, hat die Bahn es tatsächlich geschafft, auf die Minute pünktlich zu sein. Wir haben lange gezögert, bevor wir uns auf das Abenteuer Bahn in Richtung Dresden eingelassen haben. Haben dabei stets auf die nächste Streikwarnung geachtet, die sich täglich ändernden Preise beobachtet, dann unseren ganzen Mut zusammen genommen und gebucht. Auf einer direkten Verbindung sollte ja eigentlich nichts schiefgehen. Nur einmal wurden wir heute ein klein wenig unruhig. Der Zwischenhalt in Berlin schien uns doch recht lang. Aber anders als auf der Hintour nach Dresden – da hatte der Zug in Berlin einen fast 40-minütigen Zwangsstopp einlegen müssen – ein Lokführer kam erst mit einem verspäteten Zug angereist – blieb heute alles im zeitlichen Rahmen und wir waren (wie schon gesagt) auf die Minute pünktlich. Dann kann der Streik ja kommen.

21. Januar – 30 Sekunden Stille


Am Ende von Tristan und Isolde herrschte ganze 30 Sekunden lang Totenstille, bevor der Applaus losbrach. Davor lagen vier Stunden Aufführung, unterteilt in drei Akte, hinreißende Musik, zwei Pausen, jede Menge Eindrücke, nicht nur musikalischer Art und wieder einmal die Erkenntnis, dass es einfach schön ist, mit lieben Menschen zusammen ein solches Erlebnis zu teilen. Oder auch zwei. Denn schon heute Mittag gingen wir in die Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger und stellten fest, dass ganz egal wie oft wir auch in den letzten Jahren dort waren, wir wohl nie das Gefühl haben werden, schon alles gesehen zu haben. Zu überfordert sind wir von der schier unendlichen Vielfalt der Sammlung. Uns begeistert bei vielen Gemälden das eindrucksvolle Spiel von Licht und Schatten, das Spiel der Farben beziehungsweise das bewusste Reduzieren von Farbe. Und wir lieben die so oft großartig ausgearbeiteten Porträts von den jeweiligen Zeitgenossen. Der nächste Besuch in Dresden steht auch schon wieder fest, dann allerdings im Sommer und ebenfalls zu einem musikalischen Ereignis der Extraklasse: der Kaisermania am Elbufer. Wir werden berichten ...

20. Januar – Vorspiel


Dresden gegen Mittag. Strahlender Sonnenschein. Zeit zum Flanieren. Auf zum Zwinger und zur Semperoper.  Heute an diesen Orten zu sein, fühlte sich fast wie ein Vorspiel auf das an, was morgen folgt: Tristan und Isolde. Mit Christian Thielemann am Pult, Klaus Florian Vogt als Tristan, Camilla Nylund als Isolde, Georg Zeppenfeld als König Marke vielen weiteren erstklassigen Interpreten. Uns erwartet ein viereinhalb stündiges Opernereignis. Ein ununterbrochener Rausch der Gefühle. Zuweilen schmerzhaft. Am Ende kaum auszuhalten. Und doch letztendlich auch erlösend. Apropos Vorspiel: Im zweiten Takt des Vorspiels zu Richard Wagners Oper erklingt der berühmte Tristan-Akkord wie ein verheißungsvolles Flüstern in den Celli und den Holzbläsern. Ein Klang, so mächtig und gleichzeitig so zerbrechlich, dass er die Musikwelt – laut Aussage vieler Musikwissenschaftler – für immer verändert hat. Die Musik setzt ihre Reise fort, scheinbar ohne Ziel. Genau wie Tristan und Isolde. Die beiden sehnen sich nach einander, quälen sich in ihrer Liebe, die vor ihrem Tod keine Erfüllung finden wird. 

19. Januar – Was ist eigentlich der "Brutalismus"?


"Dresden ist so eine schöne Stadt." ist ein häufig gehörter Satz, wenn es um die Landeshauptstadt Sachsens geht. Meistens meint man allerdings mit diesem Ausspruch sowieso nur die Innen- beziehungsweise den historischen Kern einer Stadt. Deshalb strömen Jahr für Jahr Touristen durch die Gassen von Hamburg, Dresden, Leipzig und Co. und das sicher nicht, um sich den "normalen" Teil einer Stadt anzuschauen, der in der Regel den größten Teil ausmacht.
Heute entdeckten wir auf unserem Fußweg vom Hauptbahnhof in die Dresdner Innenstadt diese Fassade: ein hübsch-hässliches Beispiel für die eben aufgestellte These. In ihrer ganzen Hässlichkeit wirkte sie fast schon wieder schön auf uns, das mag auch dem besonderen Lichtspiel geschuldet sein. Durch die starken Kontraste sah sie sogar ein wenig brutal aus.
Der aus der Architektur stammende Begriff des Brutalismus hat allerdings nichts mit der heutigen Entdeckung zu tun, sondern bezeichnet einen Architekturstil des 20. Jahrhunderts, der durch die prominente Verwendung von Beton als Baumaterial gekennzeichnet ist. Der Begriff Brutalismus leitet sich nicht von dem deutschen Wort brutal oder der Brutalität ab, sondern stammt vom französischen Ausdruck béton brut, was für rohen Beton oder Sichtbeton steht. (Unser Dank für diese Klarstellung geht an dieser Stelle an das Internet.)

18. Januar – Der Baum hat seine Schuldigkeit getan


Antreten zum Abtreten. Schluss mit Lustig. Genug ist genug. Viel zu lange schon. So langsam hört der Spaß auf. Ende. Aus. Nikolaus. Da stehen sie jetzt. Einst mit viel Liebe gekauft (das hoffen wir zumindest), können sie jetzt verbrannt werden. Damit sich die immer  gleiche Geschichte in gut elf Monaten wiederholen darf. Was für ein Luxus. Wir dürfen uns über einen Weihnachtsbaum streiten, freuen oder wundern und am Ende seiner Dienstzeit wird er einfach so in Reih’ und Glied an die Wand gestellt.
Währenddessen stehen nicht weit von unserer Grenze entfernt Soldaten in Reih’ und Glied, haben – genau wie wir – ähnliche Wünsche und Hoffnungen für ihr Leben, haben keine Wahl und würden sich doch so gerne auch nur über die Entsorgung von Weihnachtsbäumen Gedanken machen müssen. 

17. Januar – Wir hoffen das Beste …


… für den "Kumpel", der hoffentlich seine Niere nicht für die Niederlage gegen Frankreich eintauschen musste. Aber der Reihe nach. Dieses Fundstück erblickten wir gestern nach dem hoch spannenden letzten Vorrundenspiel der aktuell laufenden Handball EM – einem Klassiker: Deutschland gegen Frankreich. Die Stimmung in der Halle war nicht zu vergleichen mit der zwei Tage zuvor gegen Nordmazedonien. Bereits zu Anfang war eine Spannung zu fühlen, die diesem Handball-Match nur gerecht werden musste. Die Mercedes Benz Arena in Berlin war erneut ausverkauft und die deutschen Fans sehr deutlich in der Überzahl. Während des Spiels hielt es weder uns, noch die restlichen (etwa 13.569) Zuschauer auf ihren Plätzen, doch leider haben weder die Anfeuerungen, noch die Beschimpfungen der (mäßig pfeifenden) Schiedsrichter oder das (leider ebenfalls auftretende) ausbuhen der französischen Handballer den Endstand von 30:33 zu unseren Ungunsten beeinflussen können. Trotz eines spannenden Spiels verließen wir etwas geknickt die Halle, wo wir am Straßenrand dieses Kartengesuch fanden. Dazu können wir nur – wie eingangs schon erwähnt – nur hoffen, dass der "Kumpel" noch im Besitz all seiner Organe ist. Und zu dem weiteren Verlauf es Turniers sei nur gesagt: Es ist noch alles drin und wir fiebern ab sofort wieder am Monitor von zuhause aus mit.

16. Januar – Frida


Frida Kahlo war (und ist es bis heute) die bekannteste Malerinnen Mexikos. In der interaktiven Ausstellung Viva Frida Kahlo in Berlin wird den Besuchern noch bis zum 7. April dieses Jahres auf sehr moderne und spannende Weise das außergewöhnliche Leben und Schaffen der Malerin näher gebracht. Die Räumlichkeiten sind zwar nicht besonders groß, haben es aber in sich. In den Rausch der Farben kann man zum einen mithilfe einer Augmented–Reality–Brille oder in einer Art "rundum Kinosaal" ziehen lassen und dabei ihrer packenden Geschichte mit visueller und musikalischer Untermalung lauschen. Ein rundum gelungener Besuch, der uns in Fridas Welt eintauchen ließ.

15. Januar – Live is live


Was könnte es für einen Handball-Fan schöneres geben, als gemütlich auf dem Sofa zu sitzen, ein Kaltgetränk in der einen Hand, einen salzigen oder süßen Snack in der anderen, dabei noch einen wärmenden Hund auf dem Schoß zu haben und dann die Handball EM in Full HD inklusive Slow-Mo und Nahaufnahme zu schauen? Richtig: sich mit tausenden von Menschen mit mehr oder weniger lustigen Kopfbedeckungen in eine Sporthalle zu begeben, sich die Fangesänge, Trommeln oder  Schlachtrufe der Anwesenden um die Ohren dröhnen zu lassen und bisweilen mitgröhlen, wenn ein Tor gefallen ist oder die Schiedsrichter eine Fehlentscheidung getroffen haben. Die Atmosphäre in Handball-Hallen ist einfach immer wieder ganz besonders. Und in der Regel auch besonders fair. Selbst gestern, als der Bundeskanzler nach seiner Begrüßung von dem größten Teil der Anwesenden ausgebuht und -gepfiffen wurde, ging es schnell wieder um das rein sportliche und der niemals gefährdete Sieg gegen Nordmazedonien wurde zwar nicht frenetisch, aber für deutsche Verhältnisse recht ausgelassen gefeiert. Jetzt freuen wir uns auf das morgige Spiel gegen Frankreich und den Einzug in die Hauptrunde. Live ist eben immer noch live.

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14. Januar – Nur der Wandel hat Bestand


Die Deutsche Kinemathek ist seit dem Jahr 2000 im Filmhaus am Potsdamer Platz in Berlin ansässig und hat uns in den letzten Jahren schon mehrfach begeistert. Der Eingangsbereich hat es uns dabei besonders angetan. In einem komplett verspiegelten Raum säumen mehrere Großbildschirme links und rechts einen geschlungenen Pfad, auf denen Filmausschnitte der bekanntesten deutschen Filme gezeigt werden, von denen wir sogar den ein oder anderen erkannten. In den folgenden Räumen geht es dann durch die Geschichte des deutschen Films, wobei hier besonders die Zeit des Nationalsozialismus und die Teilung Deutschlands in Ost und West behandelt wird. Hintergrundgeschichten, Briefe, Verträge und Fotos dokumentieren den Wandel des Films von seinen Anfängen bis heute und die Ausstellung wird von detailreich gestalteten Modellbauten sowie ausgestellten Accessoires und Kostümen abgerundet. Es ist schon verrückt zu sehen, welch aufwändiger Kameras es damals bedarf, um – aus heutiger Sicht – qualitativ recht mäßiges Bildmaterial zu erzeugen, wo wir heute hochwertigste Filme mit unseren Mobiltelefonen erzeugen können. Doch so wie der Film einem stetigen Wandel unterzogen ist, geht es auch der Kinemathek, die seit ihrer Gründung im Jahr 1963 bereits drei mal umziehen musste und 2025 ist es wieder soweit, weil der Mietvertrag am Potsdamer Platz ausläuft. Wohin die Reise geht, das konnten wir der Presse bisher nicht entnehmen. Daher wird dieser Besuch der Kinemathek vermutlich unser letzter am Potsdamer Platz gewesen sein.

13. Januar – Einfach, schnell und einfach köstlich


Manchmal muss es einfach schnell gehen und dabei trotzdem lecker schmecken. Die erste Assoziation bei dem Wort Rotkohlpesto geht eher in Richtung: oh, mein Gott! Wir können nach etlichen Selbstversuchen alle Bloßlegenden nur dazu ermutigen, es einmal selbst auszuprobieren.


Rezept Rotkohlpesto:

Den Rotkohl klein schneiden.

In einer Schüssel mit etwas Salz gut durchkneten.

Knoblauch, klein gehackte geröstete Walnüsseund/oder Pinienkerne untermischen.

Olivenöl und/oder Walnussöl dazu geben.
Optional etwas Chili und Zitronensaft und etwas Ahornsirup oder Zucker dazu.

Köstlich zu allen Arten von Nudeln.

Man kann das restliche Pesto in kleine Gläser füllen und mit Olivenöl bedecken – es hält sich dann einige Tage.
Wer das original Rezept haben möchte, kann sich gerne bei uns melden: [email protected]

12. Januar – Von der Schwierigkeit des ersten Schrittes


Heute hatten wir das große Glück Lilja kennenzulernen. Einige Bilder der 19-Jährigen hatten wir bereits im letzten Jahr bei einem Besuch ihrer Eltern gesehen. Lilja malt seit ihrer frühesten Kindheit, widmet sich seit einiger Zeit aber auch der Illustration und entwickelt sich zunehmend auf dem Gebiet der Fotografie. Und das alles in einer Qualität, die uns fast sprachlos machte. Glücklicherweise wird Lilja dabei von ihren Eltern Yvette und Kim unterstützt, darf in fast jedem Raum des Hauses ihre zum Teil großformatigen Bilder malen – selbst im Wohnzimmer – und bei gutem Wetter gerne auch im Garten. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser vielen Begabungen fällt es ihr schwer, sich für einen konkreten Ausbildungsweg zu entscheiden. Dass Lilja ihren eigenen (künstlerischen) Weg gehen wird, steht für uns außer Frage. Auf unserem Heimweg sprachen wir noch über die Schwierigkeit des Festlegens auf eine Sache oder anders formuliert, über die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Dabei vergessen wir nur allzu oft, dass wir eine Entscheidung auch später korrigieren können. Einfach beginnen ist das Geheimnis. Schritt für Schritt.
https://www.instagram.com/liljalynn_/

11. Januar – Das Glück des Beifahrers


Autofahren macht meistens mehr Spaß, wenn man als Beifahrer nur so dasitzen und warten kann, bis das Ziel erreicht ist. Vor allem kann man herrlich in der Gegend umherschauen und Träumen oder Dinge entdecken, die einem entgehen, wenn man selbst fährt. Als Beifahrer gelingen einem dann auch mal solche Aufnahmen wie heute im WinterWunderWendland. Die letzten Kilometer fuhren wir mutterseelenallein über die Landstraße und das lud ein, einfach nur so in den Himmel zu schauen, zu staunen und zu träumen. Der Blick in die von Raureif bedeckten Baumwipfel hatte eine geradezu soghafte Wirkung.

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10. Januar – Die Schönheit der Natur


Wir lieben es, in der Natur zu sein und können es kaum erwarten, dass der Frühling kommt, damit wir endlich sehen können, was in unserem Garten so wächst (Christian freut sich hierbei besonders auf die – hoffentlich – mehreren hundert Krokusse). Im Moment "schlafen" sie aber noch unter der Schneedecke. Aber die Natur hat ja noch so viel mehr zu bieten.
Die Flamingoblüte oder auch Anthurie haben wir heute für einen Kunden in einer Vase fotografiert. Im Anschluss an das Auftragsbild nutzten wir die Möglichkeit, diese eindrucksvolle Blüte in dem vorhandenen Licht noch einmal, aber diesmal solo, in Szene zu setzen. Für uns ist die Flamingoblüte eine der ungewöhnlichsten und zugleich schönsten Pflanzen und vor dem dunklen Hintergrund ein Kunstwerk der Natur. 

09. Januar – Assoziationen


Kann man von Musik in den Arm genommen werden? Ja, man kann. So wie heute. Genauer gesagt, so wie eben gerade. Vor wenigen Minuten kamen wir von einer Geburtstagsfeier, auf der Christians Onkel Thomas auf einer Harmonika einige Stücke spielte. Das Instrument, das einem Akkordeon sehr ähnelt, wird in der Volksmusik in Bayern, Österreich, Südtirol und in weiteren Ländern gespielt. Sofort kamen Assoziationen wie Heimat, Wirtshaus, leckeres Bier, Knödel, Sauerbraten, Wiesen, Wälder, Berge, Kühe, Almen, Kuhglocken, Mundart und … und Sehnsucht … und die Vorfreude auf Bayreuth. Es liegt zwar im Frankenland, aber für uns Norddeutsche ist das auch schon verdammt weit im Süden. Danke, Thomas, für diese schönen "Sehnsuchts-Assoziationen". 

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08. Januar – Das Labyrinth oder die Suche nach dem Weg


Heute morgen brachte Christian die Frage auf, ob ich nicht auch das Gefühl kennen würde, dass  wir – oder vielmehr: die meisten Menschen – so leben, als wenn das richtige, echte Leben erst morgen beginne und das Heute nur eine Vorbereitung auf die vielen Möglichkeiten des Morgen sei? Dass wir quasi alle immer so leben, als wäre das Jetzt nur die Vorbereitung auf das echte Leben, denn dann wüssten wir ja endlich, wie es richtig geht. Ich musste nicht lange darüber nachdenken, um ihm bei dieser Betrachtung voll und ganz zuzustimmen. Christian beschrieb das Bild, was er dazu hat, dass sich das Leben manchmal wie Treibsand anfühlt – trotz unseres Wissens um den Weg (oder vielmehr das "Ziel"), kommen wir gefühlt nicht so recht vom Fleck oder zumindest nicht schnell genug. Ein interessantes Bild. Wir sinnierten noch eine ganze Weile darüber und gingen dann unserem Tagwerk nach. Als wir dann heute Abend den Rotkohl aufschnitten, mussten wir unweigerlich wieder an unser Gespräch vom Morgen denken und hoffen, dass wir morgen nun endlich alles anders machen.

07. Januar – "Wenn ich König von Deutschland wär’"


Ja, dann würde ich, dann würde ich … ja, was denn eigentlich? Was würde ich machen, wenn ich König von Deutschland wäre? Oder zumindest König meines eigenen Lebens? Diese Frage habe ich Christian gestellt, nachdem ich das Foto von ihm mit der Krone in der vergangenen Woche gemacht hatte. Aufgesetzt hat er sie allerdings nur, weil sie ihn auf einem Stuhl liegend beim Fotografieren störte. Wer's glaubt … . Heute beantwortete Christian mir die Frage, nach dem, was er machen würde folgendermaßen: "Ich würde jeden Tag einen Menschen einladen, mich mit ihm unterhalten und dann so fotografieren, wie ich es möchte – ohne jede Vorgabe." 
Jedenfalls einer, der neben Rio Reiser weiß, was er machen würde, wenn er König von Deutschland wär’.

06. Januar – Ein Obstsalat zum Niederknien


Daran mussten wir heute Morgen als erstes denken. Wirklich an Obstsalat? Ja, wirklich. Bevor es allerdings den selbst gemachten Obstsalat – der jedes Mal wieder hervorragend ist – zu Essen gab, hieß es Blitze, Kameras, Objektive, Stative, Kabel, Akkus, Hintergrundaufhängung, Verlängerungskabel, Reflektoren und vieles mehr, ins Auto packen und nach Geesthacht zur Firma Invero zu fahren. Die Firma entwirft und fertigt dort auf über 1.200 qm alles vom Dreieckstuch über Damenoberbekleidung bis hin zum großen Plaid. Heute fotografierten wir die neue Kollektion und am Ende gab es noch das obligatorische Erinnerungsfoto für die Models. Und zwischendurch den schon erwähnten Obstsalat – warum war der eigentlich so schnell leer?

05. Januar – Albert und Hilda 

Wir hatten das Vergnügen, diese beiden bezaubernden Wesen vor der Kamera zu haben. Hilda und ihr Sohn Albert sind Bolonka-Zwednas und waren die Stars des heutigen Familien-Fotoshootings. Die Hunderasse kommt aus Russland und bedeutet übersetzt Schoßhündchen, was die Familie für Hilda auf jeden Fall bestätigen kann. Für Freunde kleiner Hunde noch ein paar Informationen: Diese Rasse gehört zur Gruppe der Gesellschaftshunde und ist bekannt für ihr weiches, lockiges Fell, das in verschiedenen Farben wie Weiß, Schwarz, Braun und Rot auftreten kann. Aufgrund ihrer geringen Größe, die in der Regel zwischen 20 und 26 Zentimetern liegt, eignen sie sich hervorragend als Begleithunde für Wohnungsinhaber oder für Familien mit wenig Platz im Freien. Trotz ihrer kleinen Statur sind Bolonka-Zwetnas lebhaft, verspielt und haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt gegenüber ihren Besitzern. Sie sind in der Regel leicht zu trainieren und anpassungsfähig an verschiedene Lebensumstände, solange sie die notwendige Aufmerksamkeit und Zuneigung erhalten. Insgesamt ist der Bolonka-Zwetna eine liebenswerte und treue Rasse, die sowohl in städtischen als auch in ländlichen Umgebungen gut zurechtkommt und ihre Besitzer mit ihrer fröhlichen Natur und ihrem charmanten Aussehen bezaubert. Auch unsere Herzen konnten die beiden verzaubern, aber wenn wir sie einfach bei uns behalten hätten, hätten wohl nicht nur Kendo und Greta etwas dagegen gehabt.

04. Januar – Hitzacker in der Elbe


2006 stand die Stadt Hitzacker buchstäblich in der Elbe. Der Elbpegel erreichte damals 7,63 m. Das war bereits das zweite Mal innerhalb weniger Jahre. Danach wurde ein neuer Hochwasserschutz geplant und umgesetzt. Die erste Bewährungsprobe folgte 2011. Die Tore des Sielbauwerkes wurden bei einem Pegel von ca. 6,60 m geschlossen und die neu errichtete Hochwasserschutzwand hielt die Fluten der Elbe ab. Für uns war es das erste Mal, dass wir die Hochwassersituation in Hitzacker mit eigenen Augen sahen und es war schon ein beruhigendes Gefühl, auf der trockenen Seite der Schutzwand zu stehen. Ohne die Schutzwand würde das Wasser ansonsten durch die Straßen der Altstadt fließen. 

03. Januar – Lichterspiel


Was macht man an einem freien Tag bei Regenwetter? Entweder im Bett bleiben (was mit zwei Hunden keine echte Alternative ist) oder den Regen vergessen und sich einfach treiben lassen. Und genau das taten wir gestern. Kendo und Greta schauten uns zwar ein wenig widerwillig an, als wir uns nach draußen begaben, haben uns dann aber gnädigerweise begleitet. Zuerst waren wir noch etwas ziellos unterwegs, doch dann führte uns Mareikes Wunsch (aufgrund der guten Erinnerung aus dem letzten Jahr) in die schöne Stadt Eutin. Die Aufgaben waren schnell verteilt: Mareike bummelte ein wenig durch die kleinen Gassen der Altstadt, während die Hunde mit Christian den herrschaftlichen Küchengarten des Schlosses besuchten. Auf dem Weg dorthin sind dann diese Aufnahmen einiger Skulpturen der winterlichen Lichterstadt Eutin entstanden. Und siehe da: Auch im Regen ist die blaue Stunde (fast) immer schön und geheimnisvoll.

02. Januar – Meeresrauschen


Viel zu früh (für uns Langschläfer) gingen wir heute ans Wasser. Bevor der Regen kam. Und vor dem Frühstück. Geht eigentlich gar nicht. Doch was würden wir bloß ohne die Wetter-App machen? Ohne die wären wir wahrscheinlich im Regen mit den Hunden nur einmal kurz hinausgegangen, um dann später am Tag vergeblich auf eine kurze Regenpause zu warten. Versäumt hätten wir dann heute allerdings das Rauschen des Meeres. Dieses sich unzählige Male wiederholende Geräusch, wenn sich die Wellen am Ufer brechen, der Wind den Sand über den Strand fegt (manchmal auch peitscht) und das Kreischen der Möwen. Dazu noch den Geruch von Tang in der Nase und das Knirschen des Sandes unter unseren Füßen. Diese Momente geben uns die Gewissheit, dass das Leben in Bewegung am schönsten ist.

01. Januar – Symphonie in grau


Neujahrsmorgen. 2024 ist da. Heute ging es los mit "Verdammt früh aufstehen". Flugs packen, das Auto beladen und schon starteten wir in Richtung Norden. Unser Ziel für zwei Tage ist die Ostsee. Genauer gesagt: Hohwacht. Wir waren ein paar Stunden zu früh für den Bezug des Apartments, also erstmal etwas frühstücken und dann ab ans Meer. Zuerst noch im Regen, später konnten wir bei Trockenheit am Strand entlanglaufen. Zurück dann durch den Ort. Die Zeit scheint bis auf wenige Ausnahmen in den 70er Jahren stehen geblieben zu sein. Großartig gefiel uns das Pfandsystem am Kiosk. Schon im letzten Jahr war uns das aufgefallen. Es scheint also zu funktionieren. Das gibt Hoffnung. Auf ein tolles neues Jahr!

31. Dezember – Was bewirken Verbote?


Silvester. Am Nachmittag: Die ersten Böller sind in der Ferne zu hören. Kendo zittert. Trotzdem müssen wir rausgehen. Er ist sehr schreckhaft, also geht es nur an der Leine. Wir wählen einen einsamen Weg. Vorbei an einer Jugendfreizeitanlage mitten im Wald. Ein bisschen Ruhe vor dem … lauten Knall. (Und ein bisschen unheimlich ist es irgendwie.) 
Auch wenn Jahr für Jahr die Rufe nach einem Verbot der Knallerei lauter werden, glauben wir nicht daran, dass es etwas ändern würde. Alles Verbotene ist nur noch interessanter. Schade. Für Kendo und alle, die auch darunter leiden. 

30. Dezember – Zwergenparadies


Wir staunten nicht schlecht, als wir durch Almstorf an diesem Gartenzaun vorbeifuhren. Etliche Zwerge in den unterschiedlichsten Größen und mit den unterschiedlichsten Posen säumten das Grundstück. Kaum zu glauben, dass es heutzutage immer noch Fans dieser aus der Mode gekommenen Gestalten gibt. Die klassischen Zwerge mögen zwar in den meisten Gärten aus der Mode gekommen sein, doch in dem Städtchen Hitzacker erleben sie schon seit vielen Jahren eine wahre Renaissance. Spätestens seitdem seit 2015 immer mehr hochwertige Bronzeskulpturen in Form thematisch passender Zwerge zu den jeweiligen Häusern und deren Bewohnern in Hitzacker Einzug nehmen, werden auch die größten Zwergenmuffel wieder zu neugierigen Entdeckern, denn diese kleinen Gesellen entlocken fast jedem ein Schmunzeln. 
An diesem Beispiel zeigt sich einmal mehr: Alles kommt irgendwann irgendwo einmal wieder. 
Hier eben in Form einer Zwergenauferstehung.

29. Dezember – Kleine Sternenkunde


"Und wer hat's erfunden?" Am Ende sind es fast immer die Schweizer. Bei unserer heutigen Geschichte allerdings nicht. Entstanden ist das Blogfoto in Dannenberg, wo rund um die Kirche in den Bäumen und an etlichen Geschäften und Häusern der Innenstadt Herrnhuter Sterne hängen. Eine wahre Pracht!


Entstehung des Weihnachtssterns:

Vor über 160 Jahren wurde der Herrnhuter Stern im Schloss der Herrnhuter Brüdergemeinde ins Leben gerufen und gilt als Ursprung aller Weihnachtssterne. Der Name stammt von der Gemeinschaft selbst, die ihren Hauptsitz in Herrnhut in der Oberlausitz hat, einem Ort, der im Jahr 1722 von den Nachfahren der evangelischen Brüder-Unität Mähren gegründet wurde. Die erste Papier- und Pappversion des Sterns leuchtete zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Internatsstuben der Brüdergemeinde. Entstanden im Mathematikunterricht eines Erziehers, sollte er dazu beitragen, ein besseres geometrisches Verständnis zu fördern.

Anfänge der Sternmanufaktur:

Die Sternmanufaktur wurde maßgeblich von Pieter Henrik Verbeek, einem Buch- und Musikalienhändler, vorangetrieben. In seiner Buchhandlung wurden die ersten Sterne verkauft. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfand Verbeek den ersten stabilen, zusammensetzbaren Stern mit einem durchbrochenen Metallkörper und Schienen. Dies ermöglichte erstmals den Versand des Sterns in zusammengelegtem Zustand.

25 Zacken:

Die Bauweise des Sterns wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt, wobei Verbeek die "Stern-Gesellschaft mbH Herrnhut" gründete. Im Jahr 1925 meldete er den ersten körperlosen Stern zum Patent an, der bis heute mit 17 viereckigen und acht dreieckigen Zacken gefertigt wird. Die selbsttragende Konstruktion erleichterte die Serienfertigung, den Versand und den Vertrieb. Die Produktion flachte jedoch Ende 1940 während des Dritten Reiches ab und kam im Frühjahr 1945 zum Stillstand.

Zeit des volkseigenen Betriebs:

Nach der Verstaatlichung im Jahr 1950 wurde die Stern GmbH zum "VEB Oberlausitzer Stern- und Lampenschirmfabrik". Ab 1956 wurden die Sterne auch wieder exportiert. Nach dem Mauerfall im Jahr 1991 startete die Herrnhuter Sternemanufaktur erneut als GmbH. Die Produktion stieg auf rund Hunderttausend Sterne pro Jahr Ende der 90er Jahre.

Nach der Wiedervereinigung:

Mit dem Ende der DDR begann die Herrnhuter Sternemanufaktur mit 23 Mitarbeitern einen Neustart. Im Laufe der Zeit wurden die Arbeitsabläufe optimiert und gleichzeitig in neue Maschinen investiert, ohne dabei den Gedanken der "Handarbeit" aufzugeben. Schnell stieg gegen Ende der 90er Jahre die jährliche Produktion auf rund Hunderttausend Sterne. Heutzutage produzieren um 140 Mitarbeiter jährlich etwa 700.000 Sterne.

28. Dezember – Am Ende gewinnen immer Tim und Struppi


Maren und André waren zu Besuch. Stunden intensiver Gespräche über geplante Projekte, das Leben auf dem Land, die Nachbarschaft, über den korrekten Rückschnitt einer Hecke, über die Unterschiede zwischen Generatoren, Projektoren und dem Imperator (fragt nicht ...) und noch vieles mehr.
Dazu gab es Käsebrote mit Gürkchen und Getränke. Am Ende des Abends kam noch die Idee auf, für unser Grundstück eine zwei Meter große Tim und Struppi Rakete im 3D-Druck selbst zu drucken – in Kindheitstraum wird wahr ...

27. Dezember – Hochwasser


Ein für uns bis heute unbekannter Anblick in Hitzacker: Die Elbe ist über das Ufer getreten. Das Vorland der Stadt ist fast vollkommen überflutet und der Höchstwasserstand ist noch nicht erreicht. Hitzacker hat einige schwere Hochwasser in der Vergangenheit erlebt und ist mittlerweile durch eine spezielle Hochwasser–Schutzanlage, die 2008 fertiggestellt wurde, gegen weitere Pegelhochstände gewappnet. Davor gingen die Bilder aus Hitzackers überschwemmter Altstadt im Jahr 2006 durch ganz Deutschland. Zum Glück ist ein Hochwasser wie 2006 dieses Mal nicht zu erwarten – nicht zuletzt durch die Hochwasser–Schutzanlage.

26. Dezember – Ein Hoch auf die Nachbarschaft


Wetter gut, alles gut. Zumindest mit Hund. Also nichts wie raus in die Natur. Und das, obwohl es noch so früh ist (naja >hüstel< genau genommen bereits 11 Uhr). Geradezu unmenschlich. Egal. Wir waren verabredet, mit Gabi und Hubert zum Spaziergang mit unseren drei Hunden. Lieber jetzt, als später im Regen. Der soll heute auch noch kommen. Was würden wir bloß ohne Wetter-App machen? Also, nichts wie hinaus. Halt, Stopp! Natürlich nicht ohne Kamera. Nachdem wir Gabi schon vor einigen Wochen fotografieren durften, stand uns heute freundlicherweise Hubert vor der Kamera Modell. Ruhig und gelassen, so wie wir ihn bisher kennen und schätzen gelernt haben. Ein Hoch auf unsere Nachbarschaft.

25. Dezember – Geständnis


Der erste Weihnachtstag ist für viele Menschen die Gelegenheit auszuschlafen und gleichzeitig von dem oft emotionalen Weihnachtsabend etwas Abstand zu gewinnen. Ab dem späten Vormittag laufen dann die Vorbereitungen für die Verwandtschaftsbesuche inklusive Gans, Ente oder anderer (meist reichhaltiger) Speisen in häufig überheizten Räumlichkeiten. Spätestens dann sehnen sich viele nach etwas Ruhe und Zeit für sich. Wir haben den ersten Weihnachtstag heute  ganz anders verbracht. Gegen späten Vormittag fuhren wir nach Hitzacker und starteten dort direkt bei zauberhaftem Wetter zu einem ausgiebigen Spaziergang. Vorbei an Kiefer- und Tannenlichtungen entdeckten wir eine Bank mit schöner Aussicht, trafen anschließend Königspudel Hector am Gartenzaun, um dann bei Glühwein und Keksen zum wirwissenauchnichtmehrwievielten Male den ersten und zweiten Teil der Sissi-Trilogie im Fernsehen zu schauen. Jedes Mal wieder eine emotionale Achterbahnfahrt (für Christian). Heute konzentrierten wir uns auf den Burgschauspieler Josef Meinrad, der in der Sissi-Trilogie den Oberst Böckl spielt. Seine Mimik, sein Sprachwitz und die Gestik sind vom Schönsten. Josef Meinrad war von 1959 an Träger des Iffland-Rings, der höchsten Auszeichnung für den bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters, der nach seinem Tod 1996 an Bruno Ganz testamentarisch weitergegeben wurde. Wir freuen uns morgen schon auf Teil drei. Und dann ist Weihnachten auch schon wieder vorbei.

24. Dezember – Balkonbesuch


Heiligabend. 19 Uhr. Auf einen Becher Kaffee bei Karin. Kerzen brennen. Erste Böller sind in der Ferne zu hören. Kurzes Resümee des bisherigen Verlaufs des Tages. Dann die Vorfreude auf ihren morgigen Theaterbesuch in Hamburg. Wir kennen keine größere Theaterliebhaberin. Einfach wundervoll. Frohe Weihnachten.

23. Dezember – Doppelt hält besser


Alle Jahre wieder, allerdings vollkommen unabhängig von Weihnachten, greifen wir auf eines unserer Lieblingsrezepte zurück. Vor vielen Jahren haben wir es einmal bei Volker genossen und er war so nett und hat uns sein Rezept überlassen. Seitdem bereiten wir es immer mal wieder mit großer Freude zu. So auch heute. Neben der guten Qualität der Zutaten ist eine Sache bei der Zubereitung besonders wichtig: dass wir uns ausreichend viel Zeit nehmen. Alles in allem dauert es bis zu drei Stunden (wovon ein nicht unerheblicher Teil Wartezeit ist), bis das Essen fertig ist, inklusive der Viertelstunde, die das schon fertige Roastbeef noch in Alufolie gewickelt ruhen sollte, bevor es dann gegessen werden darf. 

Hier das Original-Rezept von Volker:

Roastbeef:

Das Fleischstück so groß wie möglich wählen. In (m)eine Pfanne passen ca. 1,5 bis 2 kg.

Fett und Sehne kann man dran lassen - ich mach's immer gründlich weg.

Fleisch kräftig salzen und pfeffern und bei sehr starker Hitze sehr kräftig ringsherum anbraten.

Auch die seitlichen Schnittflächen.

Dann das Fleisch im auf 80-85°C (ich nehme immer 85°C) Ober- /Unterhitze vorgeheizten Ofen

in der Mitte auf einen Rost legen, unter den Rost was um Tropfen aufzufangen.

Braten-Thermometer hineinstecken und auf die Zieltemperatur von 56-58°C achten.

Dauert etwa 2,5 bis 3 Stunden.

Wenn die Temperatur erreicht ist, das Fleisch aus dem Ofen holen, in Alufolie wickeln und noch ruhen lassen.


Kartoffeln:

1 Kg kleine festkochende Kartoffeln gründlich schrubben.

In einem breiten Topf mit Wasser bedecken. 120 g grobes Meersalz,

2 Lorbeerblätter und 2 gepellte Knoblauchzehen zugeben. Aufkochen und zugedeckt bei mittlerer Hitze 20-25 Min. garen.

Kartoffeln abgießen, dann im offenen Topf bei mittlerer Hitze aus dampfen lassen, bis alles Wasser verdampft ist und die Kartoffeln eine weiße Kruste bilden.


Remoulade:

1 kleines Glas Miracel Whip (die fette Variante, nicht das Light–Produkt),

1 Becher Sahnejoghurt 10% und

1 Teelöffel Senf verrühren und leicht salzen.

1 hartgekochtes Ei, 1 kleine Zwiebel, 1 säuerlicher Apfel und 2-3 kleine

Gewürzgurken sehr fein schneiden.

2-3 Teelöffel Tiefkühlkräuter (z.B. 8-Kräutermischung oder so was)

1 Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Das alles mit der Mayonnaise gründlich verrühren.

Wenn es dann noch etwas durchziehen kann, tut das ganz gut.

Guten Appetit!

22. Dezember – Geheimnisvoll


Was haben zehn Finger und eine Palme miteinander gemeinsam? Auf den ersten Blick erst einmal nichts und auf den Zweiten genau genommen auch nichts. Der gemeinsame Nenner ist, dass diese beiden Fotos heute während unseres Kartenspiels "Fahrstuhl" entstanden sind, welches wir regelmäßig mit Mareikes Onkel uns Tante spielen. Am Ende des Abends war es nicht einmal wichtig, wer gewonnen und wer welchen Platz belegt hat, weil das zusammenkommen und  gemeinsam reden einen mindestens genau so großen Stellenwert, wie das Spielen hat. Denn was uns in Erinnerung bleibt, sind unsere Gespräche, die uns genau so wichtig sind, wie unsere Spiele.

21. Dezember – Dazu fällt uns auch nichts mehr ein


Heute ist Tag 1391 seit Beginn unseres Logbuchs. 1391 Beiträge. Jeden Tag auf’s Neue. Mal haben wir viel zu erzählen, mal weniger. Und manchmal auch ganz wenig - so wie heute zum Beispiel. Seit Tagen ist es trüb und grau, wird nicht richtig hell und wenn es dann ganz schlecht läuft, regnet es auch noch den größten Teil des eh schon kurzen Tages. Dazu kommt, dass wir durch sind mit unserem Jahresgeschäft und somit auch wenig erleben. Gefühlt sind alle damit beschäftigt, sich auf die Weihnachtsfeiertage vorzubereiten – so wie das Wetter. Vor ein paar Wochen, als hier noch überall Schnee lag, unkte Mareike bereits, dass wir an Weihnachten doch sowieso wieder 12 Grad und Regen haben werden und was sagt die Wetter App für Sonntag voraus? 11 Grad und Regen. Nun gut, immerhin ist heute die Wintersonnenwende und die Tage werden ab morgen so langsam wieder länger. Das ist doch schonmal was! 

20. Dezember – Einfach mal abhängen


Wem gehört eigentlich das Sofa? Das ist eine Frage, die wir  uns jeden Tag aufs Neue fragen. Es gibt nämlich kaum etwas, das unsere Hunde so gerne in Beschlag nehmen, wie eben genanntes Sofa. Dort abzuhängen und gleichzeitig alles im Blick zu behalten gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen von Kendo und Greta. Manchmal fragen wir uns tatsächlich, ob wir nur noch "Dosenöffner" für die beiden sind oder doch noch eine andere Bedeutung für sie haben. Zum Glück merken wir aber oft genug, dass es da noch so einige andere Dinge gibt, die uns verbinden. 

19. Dezember – Zwischengrau

Eben noch Tag. Raus mit den Hunden. Trotziger Regen. Schnelle Schritte. Gedanken im Nebel. Zwielicht. Und schon ist es dunkel. Kein Licht. Dunkle Schatten. Kälte dringt ein. Ein Funkeln in der Ferne. Ein Stern. Ein einziger Stern, weit und breit. Ein Ankerpunkt. Schafft Hoffnung. Zuversicht. Gibt Halt.
Das waren unsere Gedanken heute auf dem viel zu späten und ungemütlichen Spaziergang – wobei: so viel heller war es vorher auch nicht. Wie gut, dass in zwei Tagen die Wintersonnenwende ist, dann werden die Tage endlich wieder länger.

19. Dezember – Der musikalische Genießer


"Dieses Album musst du dir unbedingt kaufen!" ist einer der Sätze, die bei nahezu jedem Treffen mit Ingo fallen, denn es gibt neben gutem Essen auch immer gute Musik, meistens vom Plattenteller. Heute war Ingo wieder einmal ganz in seinem Element: Der Musik. Auf dem von ihm derzeit so geschätzten Album Echoes: Ancient & Modern covert sich der bekannte Produzent und Musiker Trevor Horn durch die Pop-Geschichte. So entstanden unter anderem neue Versionen von Hits wie Personal Jesus, Relax, Steppin’ Out, Slave To The Rythym oder Smells like Teen Spirit.
Dass Ingos Musiktipps Spuren bei uns hinterlassen, wissen wir nicht erst seit einem Besuch bei ihm vor einigen Monaten: Da zeigte er uns in der Arte Mediathek eine Dokumentation über Peter Doherty & Frédéric Lo - The Fantasy Life of Poetry and Crime, die uns sehr beeindruckt hat.
Ingo hat bereits mehrere Male in den letzten Jahren versucht, ein Konzert dieses Ausnahmekünstlers zu besuchen. Erfolglos, denn jedes Mal wurde es kurzfristig abgesagt. Anfang April dieses Jahres war es dann endlich im Mojo Club in Hamburg soweit. Keine Absage, dafür ein großartiges Konzert. Auch für Weihnachten hat Ingo bereits musikalische Pläne: In aller Ruhe das Märchen Peter und der Wolf von Sergei Prokofjew hören. In der Fassung mit David Bowie als Erzähler. Natürlich.

17. Dezember – Crazy People meet Krazy Wordz


Was bitte ist (ein/e) Arszi Mkl? Ein lustiges Partyspiel, eine Kaffeesorte aus Mittelamerika oder der lateinische Name für einen Gesäßmuskel? Oder ist es vielleicht  doch etwas ganz anderes? Dieses und viele andere Fantasie-Worte werden in dem Spiel "krazy WORDZ"  kreiert und müssen von  den Mitspielern richtig zugeordnet werden, damit es Punkte gibt. Um dieses Spiel zu spielen empfiehlt es sich schon, ein klein wenig verrückt zu sein. Das ist natürlich keine Voraussetzung, aber unsere Erfahrung zeigt: je verrückter, desto leichter fällt einem das Spiel. Und desto mehr Spaß macht es. Ganz essenziell ist es im Vorweg die passenden Mitstreiter für dieses Um die Ecke denken zu finden und wenn man die einmal zusammen hat, ist es fast ein Selbstgänger. Selbst ein Spielmuffel wie Christian ist mit Begeisterung dabei, wenn es wieder heißt: Finde aus den (fast immer unpassenden) neun Buchstaben die beste Beschreibung für deinen Begriff, damit dieser von möglichst vielen Mitspielern erraten wird. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach und herrlich kurzweilig. Heute hatten wir erneut großes Glück in der Zusammensetzung der Spielenden: vier von uns kannten das Spiel bereits und zwei waren absolute Neulinge, aber dank der super einfachen Spielregeln konnte nach nur wenigen Minuten "losgespielt" werden. Es  passte alles und war alles in allem ein kurzweiliger  und lustiger Abend. Das schreit geradezu nach einer Wiederholung. 

16. Dezember – Kameraverrückt


Da mussten wir bis nach Bergen an der Dumme fahren, um so einen Kameraverrückten wie Rudolf kennenzulernen. Der gebürtige Österreicher, der sich als Wendlandwiener (Instagram) bezeichnet, ist ein begeisterter Kameraliebhaber. Angetan haben es ihm vor allem die analogen Modelle, mit denen man noch auf Film fotografiert. Und da Christian ebenfalls so verrückt ist, war es nur konsequent, dass sich die beiden während einer Geburtstagsfeier ausgiebig über Fotoapparate austauschten. Das war sicherlich auch der Grund dafür, dass Christian bereits nach zwei Stück Stachelbeerbaiser-Torte das süße Genießen einstellte und das soll schon was heißen!

15. Dezember – Lebende Weihnachtsbäume


Da mussten wir erst nach Lübeck fahren, um diese Weltpremiere zu erleben. Lebende Weihnachtsbäume! Echt jetzt! Na gut, wir sahen sie in Form einer uns bis dahin vollkommen unbekannten weihnachtlichen Kopfbedeckung und waren mindestens genau so begeistert, wie deren Trägerinnen. Aber die Bäume waren nicht der Grund für unseren Besuch dieser schönen Hansestadt, sondern Claudia. Seit über einem Jahr haben wir uns nicht mehr gesehen und irgendwie ist die Vorweihnachtszeit genau für diese Art der Wiedersehen gut: wir erinnern uns an Menschen, die wir lange nicht gesehen haben und setzen den schon lange gehegten Wunsch einer Begegnung in die Tat um. Alles andere – vom Lübecker Holstentor über einen leckeren Glühwein am Wasser oder die originellen Kopfbedeckungen – war da nur schmückendes Beiwerk. Unser Wiedersehen haben wir dann noch abseits des Trubels in aller Ruhe fortgesetzt. Dass uns dabei die ein oder andere schier unglaubliche Geschichte zu Ohren kam, ist nur einer der vielen Gründe, warum wir die Treffen mit Claudia so genießen. Und zu Lachen gibt es ebenfalls  immer reichlich.

14. Dezember – Gute Beratung gibt es am besten offline
  

Einkaufen über das Internet ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Aber was, wenn es sich um erklärungsintensive Produkte handelt, wie zum Beispiel einen Motorradhelm, bei dem es auf die optimale Passform ankommt? Wer klärt einen über die Vor- und Nachteile von Textil- beziehungsweise Lederjacken auf? Natürlich können wir heute auch über diese Fragen die wichtigsten Informationen aus dem Netz beziehen, dafür gibt es unzählige Menschen, die dort über ihre Erfahrungen bereitwillig Auskunft geben. Die "ganz Schlauen" informieren sich im Fachhandel, um dann zu Hause im Internet zum günstigsten Preis zu bestellen, aber das ist eher extrem armselig, als besonders clever. Wenn wir allerdings unsere Zeit der Internetrecherche mit in den Kaufpreis einpreisen würden, müssten wir feststellen, dass unter dem Strich oftmals die preiswerteste, fachlich beste und vor allem schnellste Kaufentscheidung in einem Fachgeschäft fällt. 

13. Dezember – Schöne Bescherung


So ist das, wenn man nicht rechtzeitig zur Tat schreitet. Über eine Stunde hatte Mareike mich aufgefordert in die Küche zu kommen, um die Kekse zu probieren. Meine Faulheit siegte und als ich mich dann doch aufraffte, war es zu spät. Eine gähnende Leere empfing mich. Der Anblick machte mich sprachlos und ich konnte die Kekse förmlich "schmecken", hatte ich doch den verführerischen Duft aus der Küche schon eine ganze Weile genossen. Mareikes treffender Kommentar dazu war kurz und knapp: "Wer nicht hören will, …". Zum Glück habe ich die Kekse dann später doch noch wiedergefunden. Sorgfältig verpackt in der Keksdose. 

12. Dezember – Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen


Und nicht nur da – LED sei Dank. In Zeiten von Inflation und Preiserhöhungen an allen Ecken und Enden wäre diese Beleuchtung mit der alten Technologie vermutlich der private Ruin, heute, dank moderner LED-Technik, geht vielleicht nur ein Monatslohn durch die Steckdosen. Hier wird die Nacht zum Tag gemacht und das alles nur, damit der Weihnachtsmann auch garantiert am 24. Dezember den Weg zur Bescherung findet. Oftmals ist weniger mehr, doch hier heißt es nicht kleckern, sondern klotzen. Irgendjemand muss den ganzen Kram am Ende dann wieder eintüten und für das nächste Jahr wegpacken – wir möchten nicht tauschen. Aber auch bereits vorher nicht. Wie schön, dass Geschmäcker verschieden sind.

11. Dezember – Ein Ausflug in die Stadt des Baumkuchens


Regen. Nichts als Regen. Was könnte man an so einem Tag schöneres machen, als Salzwedel zu erkunden? Uns fiel jedenfalls nicht besseres ein. Menschenleere Innenstadt. Ein Kinderkarussell ohne Kinder. Auch Rehkitze können finster schauen. Einsame Lebkuchenherzen warten auf Liebende, die nicht mehr kommen werden. Der Highlander Pub als Treffpunkt der letzten Raucher. Evi hat ein Herz für Autofahrer und Haare. Ein paar Häuser weiter sind drei Weihnachtsmänner auf der Flucht. Zwischendurch verzauberte uns das Café Kruse mit seinem Baumkuchen. Stiller Protest ein paar Häuser weiter gegen die deutsche Rüstungsindustrie und die Kinderkrippe Bummi gibt es wirklich. 

10. Dezember – Ausgeliebt

Da helfen auch die schönsten Wortschöpfungen nicht mehr. Wenn zu Ende, dann zu Ende. Vor wenigen Monaten entlockte uns dieser Ort noch ein wohliges Ooh und Aah. Doch nun ist es vorbei mit der Glückseligkeit. Unser Einkauf dort hat nicht gereicht, um diese Stöberstube am Leben zu erhalten. Platz für etwas Neues werden die einen sagen, Platz für Nichts, die Pessimisten unter uns. Wir selbst sind gespannt auf die Kreativität von den Menschen, die an diesem Ort etwas Neues erschaffen werden. Hoffentlich wieder verbunden  mit vielen Oohs und Aahs von uns. Ach, da fällt uns gerade ein, dass wir noch nicht einmal die dort erstandene antike Zinkwanne in unserem Garten platziert haben. Das wird dann hoffentlich im Frühjahr passieren.

09. Dezember – Ist das noch Kunst oder schon Politik?


Auf dem Weg nach Gartow  – kurz vor Splietau–  sahen wir heute auf einem Feld am Straßenrand einige hundert Steinkreuze. Wir dachten sofort an eine Kriegsgedenkstätte, hielten an und gingen der Sache auf den Grund. Unsere Überraschung war groß, als wir auf der dazugehörigen Infotafel folgenden Text lasen:

Ehrenfriedhof für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau

Zu Ehren der allzu großen Bemühungen des Deutschen Bundestages einen möglichen Supergau zu verhindern wurde für den Fall des Scheiterns bereits 2001, im Rahmen einer Installation von Franz Hartmann ein Ehrenfriedhof für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau errichtet, um den Abgeordneten so im gegebenem Fall eine würdevolle Ruhestätte bieten zu können.

Dieses Mahnmal stammt von Franz Hartmann und nach einer kurzen Recherche im Internet (man findet nicht wirklich viel über ihn), fanden wir den folgenden Text:

Der gelernte Steinbildhauer Franz Hartmann (Jahrgang 1980) ist als freischaffender Künstler tätig; er lebt und arbeitet derzeit im oberbayerischen Issing.
In dem 2001 verwirklichten Projekt Gewissensruhe, "Ehrenfriedhof für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau", widmet er dem Deutschen Bundestag wie er sagt " zu Ehren seiner allzu großen Bemühungen einen möglichen Supergau zu verhindern für den Fall des Scheiterns bereits jetzt einen Ehrenfriedhof".
Dieser besteht aus 738 Betonkreuzen, welche nach Fraktionen geordnet je einen Namen und das Geburtsdatum eines der 669 Bundestagsabgeordneten sowie der 69 Mitglieder des Bundesrates tragen.
Es wurde ein Denkmal für die eventuelle Zukunft geschaffen, welches fortan als Mahnmal dient – Ein Mahnmal welches davor warnt ein Denkmal zu werden.
Seither steht und lebt Hartmanns Mahnmal an der Castortransportstrecke zwischen Verladekran Dannenberg und Zwischenlager Gorleben. Es wurde schon bald eine Art Pilgerstätte, welche nach wie vor für Aufsehen, aber auch für Unruhe sorgt.
 

An diesem Beispiel sieht man deutlich, dass Kunst oft viel mehr ist, als "einfach nur dekorativ".
Kunst ist und war immer schon auch politisch und wird es auch hoffentlich immer sein.

08. Dezember – Trist und schön zugleich


Geht das überhaupt zusammen? Nicht immer, aber heute passte es. Es gibt Tage, an denen wir am liebsten gar nicht aus dem Bett möchten und der Morgen uns schon kalt und nass begrüßt. Besonders heute, wo zwischen Sprühregen und Schneegeriesel alles vertreten war. Aber raus mussten wir ja allein schon wegen Kendo und Greta. Und da geschah dann das klitzekleine Wunder: Wir entdecken die Schönheit im Unperfekten. Hier eine Weide. Da ein paar Zwerge. Unsere Hunde blieben ohne jede Ermahnung an unserer Seite. Das Weinbistro hatte schon geöffnet. Wir schauten von drinnen bei den letzten Vorbereitungen des morgigen Weihnachtsmarktes zu und freuten uns über diesen Moment.

07. Dezember – These boots were made for walkin'  


4 Jahre, 2 Monate und 13 Tage liegen zwischen diesen beiden Schuhsohlen. Und natürlich  hunderte, ach, was schreiben wir: tausende von gelaufenen Kilometern. Aber wer schaut sich  denn schon seine Schuhsohlen an? Wir. Heute. Und das dann auch noch im direkten Vergleich mit einem neuen Exemplar. Abgelaufen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mikroabrieb, der in die Natur gelangt ist. So wie es täglich milliardenfach auf der ganzen Welt passiert. Genau wie bei Fahrrad- oder Autoreifen spielt der Grip auch beim Schuhwerk eine große Rolle. Nicht erst, seitdem es im Norden kalt und rutschig geworden ist, war in diesem Fall  genau der fehlende Grip der Auslöser, der zu dem neuen Paar Schuhe führte. Vor dem Kauf waren aber einige Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit da: Muss das wirklich sein? Tun es die Alten nicht auch noch etwas länger? Wie fair, beziehungsweise ressourcenschonend werden diese Schuhe gefertigt? Alles Dinge, um wir uns vor wenigen Jahren wohl keine Gedanken gemacht hätten. Doch nicht nur, wie hier bei den Schuhen, tut so ein Perspektivwechsel einfach gut.  

06. Dezember – Wo bitte geht’s hier zum nächsten Weihnachtsmarkt?


Jetzt wird es aber höchste Zeit. In wenigen Tagen ist das Fest der Liebe schon wieder passé, und hier warten noch einige Buden auf ihren Vorweihnachtseinsatz zum Wohle der Menschheit. Auf unserem gestrigen winterlichen Spaziergang erblickten wir diese einsatzbereiten Buden und dachten über die herannahenden Festtage und die damit verbundene Vorweihnachtszeit nach.
Weihnachtsmarkt. Eine Grillbratwurst für sechs Euro – da kann einem schon warm ums Herz werden. Senf und Ketchup gibt es gratis dazu. Immerhin. Ein bisschen Spaß und Freude vor dem Fest ist erlaubt und so strömt all zur Krippe herbei. Naja, das mit der Krippe (oder Kirche) hat auch nicht mehr die Bedeutung von früher, dann frönen wir doch lieber ein wenig dem Kommerz. Am Heiligen Abend ist es dann endlich so weit: das Erklingen der Aahs und Oohs beim Geschenkaustausch. "Das hätte doch gar nicht Not getan …", ein Blick zum Weihnachtsbaum, das Festessen, ein kurzes Überschlagen der erhaltenen Geschenke, ob sich der Abend auch finanziell gelohnt hat und ab vor die Glotze. Oder in die Kneipe.  Na dann: Frohes Fest alle miteinander. OK, ganz so unromantisch ist Weihnachten nun auch nicht, immerhin läuft wieder einmal die Sissi-Trilogie im Fernsehen. Und darauf freut sich besonders Christian schon sehr.

05. Dezember – Leben hinter einem Meter achtzig


Betreten verboten. Endlich Ruhe. Niemanden mehr sehen. My home is my Castle. Und ist mein Grundstück auch noch so klein, ich lasse keine fremden Blicke rein. Das wäre ja noch schöner, dass mich irgendwo ein Depp in meinem Garten anquatschen könnte. Am liebsten würde ich einen Stacheldrahtzaun errichten – das darf man nur leider nicht mehr. Eine der wenigen Fragen bei der Gartengestaltung ist: Was wächst wie schnell und kostet wie viel? Eine der häufigsten Heckenlösungen sind Thujen, auch bekannt unter dem Namen Lebensbaum, die pro Jahr bis zu einem Meter an Höhe gewinnen. Da bleiben die doofen Nachbarn außen vor und ich habe das Steak für mich alleine. Der Garten hinter der Hecke ist schnell skizziert: Roll-Rasen mit dem dazugehörigen Mähroboter, ein kleines Beet – automatisch bewässert – eine Terrasse, wahlweise mit und ohne Wintergarten, auf jeden Fall mit einem Gasgrill (ist ja besonders praktisch) und fertig ist die Gartenidylle.

04. Dezember – "Du machst mich peinlich!"


Diesen Ausspruch bekam ich heute von Mareike zu hören, nachdem ich erfolglos den Wildgänsen hinterhergelaufen war. Ich muss dabei schon ein extrem komisches Bild abgegeben haben, stolperte ich doch mehr, als dass ich lief. Natürlich war ich zudem zu langsam, um ein wirklich "dichtes" Foto hinzubekommen. Naja – ehrlicherweise flogen die ersten Gänse schon los, als ich begann mich ihnen zu nähern. Währenddessen versank Mareike auf dem Fahrersitz des Autos, in der Annahme, es könnte jeden Moment ein Wildhüter oder Vogelkundler aus dem Gebüsch springen und in einer langen Tirade erklären, warum man die Gänse auf keinen Fall stören darf. Nun gut – das ist nicht passiert und die Gänse ließen sich etwa hundert Meter entfernt wieder nieder und wir sie in Ruhe. Als ich dann wieder im Auto saß und den Spruch "Du machst mich peinlich" zu hören bekam, inspirierte es uns augenblicklich dazu, etliche Folgen unserer heiß  geliebten Radio-Comedy-Serie "Wir sind die Freeses" zu hören. Wir lieben diese Serie einfach ob der dort so gut beobachteten Alltagsszenen mit den Hauptakteuren Oma Rosi, Helikopter-Mama Bianca mit Sohn Svenni und dem stets präsenten Untermieter Heiko Postel. Vor uns hin lachend setzten wir unsere Fahrt fort und ließen die Gänse Gänse sein. Wozu so eine Hatz über ein Feld nicht alles gut sein kann.

03. Dezember – Schneegestöber


Romantik pur in Meudelfitz. Draußen rieselte der Schnee. Drinnen gab es gemütlich Gebäck und Kaffee. Gabi und Hubert waren spontan zu Besuch. Der Adventskranz brannte – natürlich nicht im Ganzen – Neuigkeiten wurden ausgetauscht und dann ging Mareike ans Werk: Plätzchen backen. Aber nicht irgendwelche, sondern unsere absoluten Lieblingsplätzchen: Engelsaugen (oder Husarenkrapferl). Traumhaft. Nachbacken absolut empfohlen. Hier das Rezept (kann jeder machen, wie er/sie will, wir haben es so gemacht – und zwar gleich in der doppelten Menge):

200 g Butter, 100 g Zucker, 2 Eigelbe, 1 Vanilleschote, 1 Prise Salz, 300 g Mehl, 80 g geriebene Haselnüsse, ca. 3 EL Puderzucker zum Bestäuben und ca. 150 g Gelee (am besten Johannis- oder Himbeere) für die Füllung.


Butter, Zucker, Eigelbe, Salz und Vanille verrühren, danach Mehl und Haselnüsse einkneten. Den Teig in Frischhaltefolie eingewickelt für 1 Std. kühl stellen.

Teig aus dem Kühlschrank nehmen und Stück für Stück zu einer langen Rolle formen und daraus ca. 80 gleich große Portionen à etwa 9 Gramm einteilen. Den Backofen in der Zwischenzeit auf 200 Grad Ober- und Unterhitze oder 180 Grad Umluft vorheizen.  Aus jeder Teig-Portion eine kleine Kugel formen und auf einem mit Backpapier belegten Blech setzen. Mit einem Kochlöffel jeweils eine Vertiefung in die Kugeln drücken.

Die Plätzchen im vorgeheizten Ofen ca. 12 – 20 Min. backen (je nach Ofen unterschiedlich – also behaltet die Plätzchen ab Min. 12 im Auge), dann etwas auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Das Gelee in einem Topf erhitzen, bis es flüssig ist. Mithilfe eines Teelöffels das Gelee in die kleinen Vertiefungen der Plätzchen füllen. Dann für ein bis zwei Tage auskühlen lassen und im Anschluss am besten in einer Blechdose lagern. Hier sollen die Plätzchen mehrere Wochen haltbar sein, dazu können wir aber nichts sagen, weil sie bei uns nie mehrere Wochen gehalten haben, denn kaum jemand kann diesen Plätzchen wiedersehen.

02. Dezember – Oh du Fröhliche ...


Lüneburg im Dezember ohne Weihnachtsmarktbesuch ist wie Apfelkuchen ohne Schlagsahne. Haben sie gesagt. Wir schweigen an dieser Stelle lieber dazu, wer uns alles diesen Besuch  nahegebracht hat. Denn wir waren heute in Lüneburg. Allerdings war unser Ziel das SCALA Programmkino, wo es heute anlässlich des 100. Geburtstag von Maria Callas mit "Callas – Paris, 1958" diesen legendären Konzertauftritt komplett restauriert und koloriert gab. Und schon vor Kinobeginn hätten wir es besser wissen müssen, wären wir doch fast zu spät gekommen – ob der ganzen Menschen- und Automassen. Doch die unglaubliche Stimme und das beeindruckende Mienenspiel der Callas hat uns so beeindruckt (Hoffnung, Liebe, Leid, Hass, Trauer, Verzweiflung und Wut), dass wir die Menschen da draußen ganz vergaßen. Wir fragten uns, wieviel von Maria Callas gespielt war und wieviel davon autobiografisch gewesen sein mag. Ganz beseelt verließen wir nach gut eineinhalb Stunden das Kino und da machten wir den entscheidenden Fehler: wir gingen doch noch kurz über den Weihnachtsmarkt. Besser gesagt: wir sind gegangen worden. Ein so dichtes Gedränge zu gar nicht besinnlicher Musik, gepaart mit fettigem Essen und furchtbarem Glühweinfusel, trieb uns in Windeseile zurück zu unserem Auto und von dort aus nach Meudelfitz. Noch viele Kilometer später saßen wir kopfschüttelnd (vor allem über uns selbst) im Auto und fragten uns, wie auch nur irgend jemand dieses Gedränge schön und besinnlich finden kann.  

01. Dezember – Ein Leben ohne Druck?


Jahrelang hingen hier vier verschiedene Tageszeitungen. Bei unserem letzten Besuch mussten wir mit Entsetzen feststellen, dass diese dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Print ist aus nachhaltigen Gründen auf dem Rückzug – egal wie schön das haptische Erlebnis beim Durchblättern der Zeitungen im Vergleich zum Scrollen auf einem Bildschirm auch sein mag. 
Die Druckkosten sind aufgrund der extrem gestiegenen Energiepreise ebenfalls in schwindelerregende Höhen geklettert und so ist der Weg zu leeren Zeitungshaltern schon seit langem vorgezeichnet. Fairerweise müssen wir jedoch noch erwähnen, dass in diesen vier Zeitungshaltern seit Jahren dieselben Exemplare hingen, so dass wir auf dem Örtchen noch vor wenigen Wochen über Kanzlerin Merkel lesen konnten. Nostalgie pur – für jeden, der es mag zumindest.

30. November – Die Sprossen sind los


Heute kam die neue Ausgabe der LandLust mit einer schönen Fotostrecke, die wir mit der Köchin und Rezeptentwicklerin Barbara Stadler vor einiger Zeit fotografiert haben. Damals konnten wir uns wieder einmal von dem großartigen Geschmack ihrer Kreationen überzeugen. Das ist für uns übrigens einer der schönste Nebeneffekte bei Fotoaufträgen rund um das Thema Food: Am Ende des Tages kann und darf alles gegessen werden. Und ein paar Monate später erfreuen wir uns dann noch einmal an den – nun gedruckten – Fotos und kochen auch gerne das ein oder andere Rezept nach.

29. November – Die aus der Reihe tanzen


Menschen mit Ecken und Kanten, mit einer eigenen – oft auch zum Mainstream konträren – Meinung, bleiben uns in Erinnerung. Es sind Menschen, die nicht dem Zeitgeist hinterherhecheln, die zuhören können, die aus einem Gespräch, einer Diskussion einen Erkenntnisgewinn erzielen wollen, die in der Lage sind, auch einmal eigene Fehler einzugestehen. Eben die, die aus der Reihe tanzen. Also, lasst uns mehr tanzen. Und das am besten kreuz und quer. 

28. November – Mord im Schnee


Es war ein furchtbarer Anblick, der sich uns heute Mittag bot. Jede Hilfe kam zu spät. Ein eiskaltes Opfer lag vor uns im Schnee, hinterrücks niedergestreckt, kein Puls und somit auch keine Hoffnung mehr. Nach anfänglicher Schockstarre erkannten jedoch, wen – oder vielmehr was – wir da vor uns hatten und unsere Lebensgeister erwachten schnell wieder, so dass wir uns angenehmeren Dingen zuwenden konnten. Dazu gehört  für uns zweifelsohne das Essen und unser "Opfer" hat uns direkt inspiriert. Wozu? Zu einem himmlischen Dessert: Mord im Schnee. Das ist eine unserer Lieblingsnachspeisen aus der Kindheit, rasend schnell zubereitet und einmalig lecker. Die Zutaten sind Magerquark, Schlagsahne, Vanillezucker, Rohrzucker, Baiser und Tiefkühlhimbeeren. Andere Früchte gehen auch, aber mit Himbeeren ist es besonders lecker. Die Himbeeren in eine große Schale oder mehrere kleine Schälchen geben. Die Sahne schlagen den Quark mit dem Zucker und Vanillezucker verrühren, die geschlagene Sahne unterheben. Dann wird die Crème über den Beeren verteilt und kalt gestellt. Kurz vor dem Servieren (am besten, wenn die Himbeeren noch ganz leicht gefroren sind) werden die Baisers zerkleinert und die Brösel auf der Crème verteilt. Nach Belieben mit weiteren Himbeeren verzieren und dann genießt man sozusagen "eine Leiche zum Dessert".

27. November – Wintereinbruch


Vor drei Tagen haben wir noch mehrere Büsche und Obstbäume in unseren Garten in Meudelfitz eingepflanzt. Es herrschten Temperaturen um 11 Grad Celsius mit ein wenig Nieselregen. Das waren somit beste Bedingungen für die Gartenarbeit. Und heute? Kälte. Nässe. Und dazu noch Schneeregengegriesel. Vollkommen ungemütlich und gleichzeitig perfekt für einen gemütlichen Abend auf der Couch. Passend zu der einsetzenden Kälte haben wir die Fernsehserie Polar Park (die am angeblich kältesten Ort in Frankreich – in Mouthe – spielt) in der Arte Mediathek gesehen. Frösteln ließen uns dabei nicht nur die heutigen Temperaturen, sondern vor allem die vielen geheimnisvollen Morde, denen ein Kriminalroman–Autor in Zusammenarbeit mit einem Ortspolizisten auf die Spur kommt. Und dazu die einsetzende Kälte draußen – herrlich gruselig.

26. November – So viel Zeit muss sein

Wir waren unterwegs zu Kaffee und Kuchen, als ein "Oh, halte doch bitte eben einmal hier an." vom Beifahrersitz erklang. Gesagt, getan und schon war Christian aus dem Auto gesprungen.
Das Licht war perfekt. In genau diesem Moment. Nachdem es morgens noch neblig war, brach die Sonne gegen Mittag durch und bescherte uns einen herrlichen Weitblick über die Elbe und auf dem Weg ins Café Hofliebe in Walmsburg, legten wir einen kurzen Zwischenstopp am Fähranleger in Neu Darchau ein. Hier steht eines der zahlreichen Pegelhäuser, die bereits seit über einhundert Jahren entlang der Elbe den jeweils aktuellen Wasserstand und die Durchflussmenge messen. Diese Werte kann man stündlich aktuell auf der Seite https://undine.bafg.de/elbe/pegel/elbe_pegel_neu_darchau.html abrufen und des Weiteren die extremen Hoch- und Niedrigwasserstände an dieser und anderen Messstellen der großen Flüsse. 

25. November – 1000 Orte, die man gesehen haben muss, bevor …


... man das dringende Bedürfnis hat, sich in die Elbe zu stürzen. Dieser Ort gehört auf jeden Fall dazu. Wahnsinns-Ausblick. Reiselust. Freundlichkeit. Wärme. Wohlfühlfaktor. Badespaß. Horizonterweiterung. Das sind Attribute, die uns beim Anblick dieser kleinen Ecke sofort in den Sinn kamen. Nicht. In einer Welt, in der man (schenkt man den sozialen Netzwerken Glauben) mindestens schon auf allen Achttausendern umher geklettert sein, in den Tiefen der Weltmeere nach geheimnisvollen Seelebewesen getaucht haben oder mindestens drei mal mit dem Fahrrad um die Welt gefahren sein muss, besinnen wir uns lieber auf die Schönheit in unserem unmittelbaren Umfeld. Und was liegt da näher, als bei einem Zwischenstopp in Lauenburg diese kleine kuschelige Raucherecke aufzusuchen? Nur so recht entscheiden konnte sie sich aber anscheinend doch nicht – ist es jetzt eine (der Aschenbecher ließe darauf schließen) oder, wie auf dem Schild zu lesen, doch keine? Nun gut, dieses Ensemble hat uns definitiv zum Lachen gebracht und fairerweise wollen wir nicht verschweigen, dass die Altstadt von Lauenburg wirklich ein wunderschöner Ort ist, den wir im Anschluss auch noch aufgesucht haben.

24. November – Ab in den Süden


Bornholm ist ja bekanntermaßen unsere Lieblingsinsel und liegt ein paar Kilometer weiter nördlich von uns. Dorthin zieht es uns eigentlich immer, doch bei so einem scheußlichen Wetter wie heute, hat es uns mal in den Süden geführt und so landeten wir in Bergen an der Dumme. Weit entfernt vom schönen Mittelmeer mit seinen gemäßigten Temperaturen (und vor allem dem Dolce Vita) machten wir bei Monika und Alfred Halt, nur um festzustellen, dass das süße Leben dort stattfindet, wo man liebe Menschen trifft. Natürlich spielten auch die Kekse und der Kaffee eine Rolle, doch entscheidend waren die Gespräche, die Offenheit und die gegenseitige Befruchtung in unseren Gesprächen. Der Austausch von Ideen, Anregungen und Tipps rund um Kunst, Kultur uns Essen waren mindestens genauso erfrischend, wie unsere Gespräche rund um unsere Gärten. Wir können kaum unser Wiedersehen im Dezember anlässlich Alfreds Geburtstag erwarten – nicht nur, aber auch wegen, der angekündigten Stachelbeer-Baiser-Torte im Antik-Café in Bergen an der Dumme. Dolce Vita im Wendland.

23. November – Manchmal denkt man anders, als es kommt.


Wir wollten heute nachmittag gegen 17 Uhr nur kurz auf eine Pizza und ein Glas Wein ins Weinkost Bergmann nach Hitzacker und dann den Abend gemütlich, Serien schauend, ausklingen lassen. Erst sechs Stunden später waren wir wieder zu Hause. Was war in der Zwischenzeit passiert? Zuerst verlief noch alles nach Plan: Wir bekamen die letzten beiden freien Plätze in der Weinbar, die Pizza war ein Traum, der Wein lecker und es ergab sich ein netter Smalltalk mit unseren Tischnachbarn. Die beiden waren extra aus Hamburg angereist. Allerdings nicht für Pizza und Wein, sondern für eine Vorstellung im Kulturzentrum Verdo: Mehr Nutten, mehr Koks – scheiß auf die Erdbeeren, mit Mary Roos und Wolfgang Trepper. Mareike war sofort Feuer und Flamme, sie hatte nämlich schon öfter von dem Programm gehört und wollte es gerne einmal sehen. Unsere Neugierde war geweckt. Wir ließen uns auch nicht von abschrecken, dass es vermutlich ausverkauft sein könnte. Gesagt, getan: 30 Minuten später hatten wir zwei der wenigen Restkarten an der Abendkasse erstanden, 90 Minuten später saßen wir zusammen mit 750 Menschen im ausverkauften Saal und erlebten einen unterhaltsamen Abend mit einer bezaubernden Mary Roos, einer tollen Begleitband und einem Wolfgang Trepper, der mit seinem Ruhrpott-Dialekt herrlich unkorrekt durch den Abend führte. 


22. November – Geheimnisverrat


Heute lüften wir eines der am besten gehüteten Geheimnisse der modernen Zivilisation.
Oder doch lieber nicht? Na gut: Frauen können alles besser. Oder nicht? OK, noch eines: Männer sind zu doof für die Hausarbeit. Oder stellen sie sich manchmal einfach nur extra dämlich an? Weit gefehlt! Der moderne Mann von heute kann genau so gut bügeln oder die Wäsche steamen. Oliver hat es bewiesen. Aber bitte nicht zu häufig und wenn, dann lieber im Job, als zu Hause. Und so legte er gestern liebevoll Hand an, um die Wäsche für Fotoaufnahmen zu perfektionieren. Es hatte etwas Beruhigendes, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Am Ende lagen vier astrein gesteamte Boxershorts vor der Kamera und räkelten sich auf dem Untergrund, bereit für ein aufregendes Shooting. Liebe Männer, wir hoffen, dass wir hiermit nun kein Geheimnis ausgeplaudert haben ...

21. November – Übertreibung – oder nicht?


Wir Menschen neigen nicht selten zu solchen Übertreibungen wie zum Beispiel: Das war das beste Konzert aller Zeiten, der spannendste Film ever, das luxuriöseste Hotel Europas, die Wahnsinns-Kreuzfahrt, meine Zugverbindungen sind immer pünktlich – und so weiter. Okay, Letzteres ist in der Tat vollkommen unglaubwürdig, alles andere dagegen oftmals Ansichtssache. Deshalb machen wir es heute einmal eine Nummer kleiner und wollen einfach nur von Fannys Pommes Frites schwärmen – die gehören für uns definitiv zu den leckersten Exemplaren, die wir in unserer Umgebung finden können. Dazu noch die liebevolle Art von Fanny, einen Becher Filterkaffee (natürlich schwarz und ohne Zucker), eine Currywurst und der Tag ist trotz des Nieselregen wunderschön.

20. November – Grenzenlose Liebe


Die Hunde? In Dänemark. Christian? In Meudelfitz. Und ich? In Amersfoort in den Niederlanden. 

So sah unser letztes Wochenende aus. Was vielen wie eine nicht so schöne Erfahrung des Getrennt-Seins erscheinen mag, war für uns an diesem Wochenende genau das Richtige. Jeder von uns konnte seinen ganz eigenen Bedürfnissen und Interessen nachgehen, ohne Rücksicht auf die anderen, ohne raus gehen oder auf jemanden warten zu müssen. 

Während sich Christian in Meudelfitz um sich selbst und um unseren Garten gekümmert hat und Kendo und Greta die Strände der dänischen Nordseeküste unsicher gemacht haben, war ich in Amersfoort in den Niederlanden und habe an einer Human Design Emsersion teilgenommen. In einer kleinen Gruppe von 11 Neugierigen konnten wir unter der so sensiblen wie fachkundigen Anleitung von Hiske und Maya nach Herzenslust sein wie und wer wir sind, fühlen, was immer gefühlt werden wollte und tiefer in unser Design eintauchen. Den Rest der Zeit konnten wir tun und lassen, was wir wollten. Maya und Hiske sind bereits seit einigen Jahren mit dem "Human Design" vertraut, lernten sich im letzten Jahr in Stockholm kennen, wohnen in Deutschland und den Niederlanden und haben gemeinsam diese Emersion ins Leben gerufen. Auch hier sieht man den Beweis dafür, dass, wenn eine echte Verbindung besteht, die räumliche Trennung kaum eine Rolle spielt. Das konnten wir in unserer kleinen Gruppe deutlich spüren. 
Für Christian und mich war eines der schönsten Gefühle an diesem Wochenende die enge Verbindung, die wir spüren konnten, obwohl uns nicht nur viele Kilometer trennten, sondern außerdem drei Landesgrenzen. Ob die Hunde es ebenso empfinden, können wir natürlich nicht sagen – nur hoffen. Vermutlich empfinden sie nicht so, denn Hunde sollen ja angeblich immer im Hier und Jetzt leben, aber wer weiß – vielleicht denken sie ja gerade auch an uns, denn wie heißt es so schön: "Alles ist mit allem verbunden." Ja, das konnten wir an diesem Wochenende deutlich spüren, aber jetzt ist es auch wieder schön zuhause zu sein.

19. November – Aber dieses Jahr nur eine Kleinigkeit!


So ein Blödsinn. Denn alle Jahre wieder wird gekauft, verschenkt, umgetauscht und Gutscheine nicht eingelöst, was das Zeug hält. Außerdem werden etwa 30 Millionen Weihnachtsbäume Jahr für Jahr alleine in Deutschland gekauft, nach Hause gebracht, manchmal sehr – oft auch weniger – geschmackvoll behängt und die Allermeisten spätestens am 6. Januar wieder entsorgt. Wenn man einmal einen Stapel Tannenbäume gesehen hat, dazu hunderte von ach so liebevoll gefertigten Adventskränzen zum Sonderpreis von bis zu 89,- Euro (von dem ganzen anderen Weihnachtsgedöns einmal abgesehen), dann ist die Frage: "Muss das wirklich so sein?" durchaus berechtigt. Was ist denn daran bitte noch besinnlich? Und uns beschlich der leise Verdacht, dass das Wort Sonderpreis ja durchaus auch in beide Richtungen gelten kann. Aber das ist natürlich nicht nur auf Weihnachten beschränkt.

18. November – Die Hoftiere baten zum Besuch ...


... und hunderte von Menschen kamen, sahen, staunten und schmunzelten. Im Anschluss daran wurde dann rund um die Feuerstelle auf dem Michaelshof in Sammatz etwas gegessen, denn Tiere bestaunen macht hungrig – in so einem Moment vielleicht nicht unbedingt Appetit auf Fleisch, da ist schon ein bisschen Abstand vonnöten, oder? Zum Glück gab es aber genug Vegetarisches zu essen, so dass selbst die größten Fleischliebhaber satt wurden. Wir reduzieren unseren Fleischkonsum seit ein paar Jahren deutlich, doch zu Veganern werden wir vermutlich nicht mehr. Denn anstelle von Käse, Butter oder Sahne zu hoch verarbeiteten Ersatzprodukten zu greifen fühlt sich für uns nicht besonders verlockend an – wer möchte schon von morgens bis abends Chemie essen? Auf dem Michaelshof erfreuten uns heute vor allem die Angler Rinder (alte Zuchtrichtung) und die Angler Sattelschweine mit ihren Nachkommen. Beide Sorten zählen zu den gefährdeten Nutztierrassen. Eine sehr gute Übersicht über diese seltenen Rassen findet man auf der Website der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.
www.g-e-h.de

17. November – Farbenspiel im November

 

Wann immer es uns gelingt, den eigenen Blick auf die kleinen Dinge zu lenken, dann entdecken wir die Schönheit im Detail. So wie heute in unserem Garten. Zuerst wurde ein Ilex gepflanzt – wunderschön mit seinen roten Beeren – danach noch ein paar Zaungäste wie Kletterrosen und Clematis, die hoffentlich schon im kommenden Jahr den Zaun bewachsen werden, um dann zum Abschluss noch einmal die Augen schweifen zu lassen. Und siehe da, überall sind noch kleine Blüten zu entdecken. Eine Blumen-Aussaat, die wir vor einigen Monaten "einfach mal so" verstreut haben, trägt jetzt noch Blüten. Nicht mehr so üppig wie noch vor ein paar Wochen, trotzdem schön zum Erfreuen. Wir sind jetzt schon wir gespannt auf den kommenden Februar und März, denn da hoffen wir, dass viele von den eintausend Krokussen, die wir vor einiger Zeit in die Erde gepflanzt haben, den Frühling einläuten werden – als erste Farbtupfer des Jahres. 

16. November – Ente gut ...


Was für ein turbulenter Tag. Zuerst reisten Kendo und Greta nach Dänemark in den Urlaub, dann waren Fotoaufnahmen im Studio zu machen, bevor Christian zu seiner Fahrstunde für den Führerschein B196 losfuhr und erst Stunden später stark begeistert zurückkam. Wollte er doch schon seit Jahren mal das Vergnügen haben, eine Vespa oder einen Piaggio-Roller mit maximal 125 cm³ Hubraum zu fahren. Seit dem Jahresbeginn 2020 können Inhaber der Fahrerlaubnisklasse B nach dem Absolvieren einer theoretischen und praktischen Fahrerschulung auch Krafträder der Klasse A1 in Deutschland fahren. Und das, ohne die komplette Motorrad-Ausbildung absolvieren zu müssen. Parallel dazu brachte Mareike das geliehene Auto zu ihrer Mutter zurück, nur um im Anschluss von ihr aufgrund des Bahnstreiks wieder nach hause gefahren zu werden. Am Ende des Tages kamen dann noch zwei Pflanzen für den Garten auf dem Postweg an und zur Feier, oder besser gesagt aus Zeitmangel, gingen wir einfach zu unserem Chinesen um die Ecke, um Ente nach Art des Hauses zu essen. Ente gut – alles gut.

15. November – Abschied oder Neuanfang?


Schwer, sehr schwer war es für uns, als wir heute gegen 18 Uhr unser Wohnmobil verkauft haben. Was vor vier Jahren als Abenteuer begann, endete heute aus rein rationalen Gründen. Die Auszeit im Jahr 2020 gestaltete sich anders als erhofft und wir mussten damals Hals über Kopf aus Portugal abreisen. Einige Wochen später setzten wir dann die Reise fort, ohne jedoch die europäische Atlantikküste noch einmal zu sehen. Genossen haben wir danach die vielen Aufenthalte bei einigen Köchen der Slow Food Chef Alliance, da war das Wohnmobil ein wertvoller Begleiter und wir wussten zudem Kendo und Greta stets gut aufgehoben, während wir fotografierten. In den folgenden Jahren nutzten wir – trotz gegenteiliger Beteuerungen – das Wohnmobil so gut wie gar nicht mehr, gaben stattdessen Ferienhäusern den Vorzug und merkten ebenso schnell, dass wir keine Wochenend-Camper sind. Leicht haben wir uns den Abschied nicht gemacht und dennoch macht es auch Platz für etwas Neues. Wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit und hoffen, dass es nun die neuen Besitzer glückliche Fahrten beschert. Und wir schauen mal, was da so kommt ...

14. November – Kreuz und quer durch Berlin – Kalender die Zweite


Der DEKRA Akademie Kalender für das Jahr 2024 ist fertig und wir freuen uns über das sehr gute Druckergebnis. Es lässt uns noch einmal in den Sommer zurückreisen. Nach Berlin mit seiner ganzen Tristesse, aber auch zum Teil hochinteressanten Ecken. An die vielen Menschen und Orte, die wir in dieser Woche kennengelernt und haben. An unsere Laienmodelle, die nach anfänglicher Zurückhaltung mit großem Spaß und Einsatz dabei waren. Und an einen der liebsten Menschen, der nicht nur ein perfekter Organisator ist, sondern den wir im Laufe der letzten Jahre fest in unser Herz geschlossen haben: Karl-Heinz. Und bei all der Freude über das schöne Ergebnis des Kalenders ist das das Wichtigste.

13. November – Spannung pur


Seit Tagen fieberten wir gemeinsam mit der Nachbarschaft dem heutigen Apfelbestimmungstag entgegen. Aber der Reihe nach: Letztes Wochenende bekamen wir ein paar Äpfel geschenkt – wir kochten draus Apfelmus und waren begeistert von dessen Geschmack. Auf unsere Nachfrage nach der Sorte bekamen wir nur ein Kopfschütteln und schon war unser Entdeckergeist geweckt. Wir vermuteten eine bis dato unbekannte Sorte. Sozusagen eine Weltneuheit. Oder eine sehr seltene, in Vergessenheit Geratene. Glücklicherweise war der Weg zum Apfelexperten nicht weit und der erfahrene Pomologe Hermann Stolberg begutachtete die mitgebrachten Schätze, halbierte sie, schnitt eine Scheibe ab und probierte das Stück. Andächtiges Schweigen folgte. Unsere Spannung wuchs. Dann, nach einem kleinen Seufzer, sein Urteil: Jona Gold. Kurzfristig machte sich bei uns ein klein wenig Enttäuschung breit. Doch keine bisher unentdeckte Sorte. Kein Apfelschatz, den wir gehoben haben. Am Ende blieb das Fazit: Lieber ein Allerweltsapfel, der fantastisch schmeckt, als eine Seltenheit, die ungenießbar ist.

12. November – Jäger und Sammler


Als wir vor einiger Zeit mit jemandem in Gespräch kamen, der gerade mit einer Haushaltsauflösung beschäftigt war, stellten wir uns die Frage: "Was treibt uns Menschen eigentlich dazu an, im Laufe unseres Lebens möglichst viele Dinge anzusammeln?" Dabei ist es egal, worum es sich handelt. Dinge begleiten uns durch unser Leben. Schenken uns für einen Moment (oder auch für länger) Glück. Geben uns das Gefühl, etwas Einzigartiges zu besitzen. Mal handelt es sich dabei um Einzelstücke und mal um ganze Sammlungen. Nicht selten stellen diese Dinge dann aber am Ende eines Lebens die Nachkommen vor die emotional schwierige Frage: "Wohin nur damit?" Man schaut zuerst, was man selbst gebrauchen kann oder als Erinnerung behalten möchte, fragt dann bei Verwandten, Freunden und in der Nachbarschaft nach, ob jemand etwas davon haben möchte, nur um dabei festzustellen, dass wir alle (fast) alles haben. Es wird nicht weniger in den Schränken und die eigentliche Aufgabe des Aufräumens und des Wegwerfens wird dabei nur aufgeschoben. 
Wenn wir uns selbst umschauen, wie viele Dinge wir besitzen, können wir kaum glauben, dass es Menschen (in den westlichen Ländern) geben soll, die ihr Leben mit nicht mehr als 50 Gegenständen bestreiten. Zu diesen selten Exemplaren gehören wir nicht. Da zählen wir vermutlich eher zum Durchschnitt der Menschen in den westlichen Ländern, die etwa 10.000 Dinge pro Kopf besitzen. 
Wir müssen dringend mal wieder ausmisten ...

11. November – "Nachtarbeit" im Flutlicht


Im Dunkeln lässt sich gut munkeln. Oder – wie heute bei uns: Im Dunkeln lässt sich – mit Flutlicht – gut arbeiten. Wie gut, dass wir mittlerweile eine akkubetriebene Leuchte haben, denn so steht dem Nachteinsatz unter Flutlicht nichts mehr im Wege. Konkret haben wir heute vormittag die bestellten Liguster und Eiben von Eberhard Parnitzke – unserem Staudenflüsterer – bekommen. Weiter ging es dann bei schönstem Regenwetter mit dem Ausheben der Pflanzlöcher, dem Einschlämmen, Düngen und Festbinden am Pflanzstab. Dann wurde es auch schon dunkel und unser ursprünglicher Zeitplan für den Tag (inklusive Hochbeet aufstellen) war für die Tonne. Den Rest der Arbeit erledigten wir dann unter Kunstlicht und am Ende des Tages stromerten wir mit einem Bier in der Hand noch ein wenig am Gartenzaun entlang und ließen die getane Arbeit auf uns wirken.  

10. November – Teamwork oder: Vier Augen sehen mehr als zwei


"Wie habt ihr uns eigentlich gefunden?" "Über die Google-Suche." lautete die prompte Antwort. "Wir haben uns verschiedene Fotografen angesehen und bei euch gefielen uns die Bilder am besten. Die Natürlichkeit der Menschen, die ihr fotografiert, kommt auf euren Bildern einfach sehr gut rüber."

Und so waren wir heute Vormittag in der Wäscherei und Reinigung von Maria Westerhoff in Büchen, um den Betrieb mit seinen Mitarbeitern und verschiedene Detailfotos für die neue Website zu fotografieren. Es bringt uns großen Spaß zu zweit zu fotografieren. Die Möglichkeiten, nicht nur das offizielle Bild zu machen, sondern auch Fotos vom selben Geschehen zusätzlich aus einer anderen Perspektive zu fotografieren hat schon zu vielen tollen Ergebnissen während unserer Slow-Food-Chef-Alliance-Tour 2020 geführt. Seitdem arbeiten wir bevorzugt als Team und freuen uns über die vielen positiven Rückmeldungen unserer Kunden.

09. November – Lieblingsadressen im Forsthaus


Es ist wieder soweit. Die Herbst-/Winterausgabe der Lieblingsadressen Sachsenwald wurde heute Abend im mein.sachsenwald – Forsthaus Friedrichsruh vorgestellt. Über 130 Personen kamen im lockeren Rahmen dieses geschichtsträchtigen Hauses zusammen, sahen zum ersten Mal die fertige Ausgabe, klönten und genossen dabei die Leckereien des Buffets. Am Ende des Abends wurde wieder einmal das Fazit gezogen, dass die Zeit viel zu schnell vergeht und bei den schönen Dingen vergeht sie einfach noch schneller.

08. November – Ein Zeichen, ein Zeichen.


Die Welt ist voller Wunder. Und voller Zeichen. Jetzt, so kurz vor Weihnachten, geht es auch schon wieder los: Sterne, Lichterketten, Pyramiden und vieles mehr wird hervorgeholt, es wird dekoriert, Glühwein getrunken und das Weihnachtsessen geplant. Mit oder ohne Tante Gerti. Eigentlich lieber ohne, aber das bringen wir nun schon seit Jahren nicht übers Herz. Und so kommt sie Jahr für Jahr: die mehr oder weniger geliebte Verwandtschaft. Es folgt der "Gegenbesuch" (manchmal geht die Reise sogar kreuz und quer durch Deutschland) und dann das Völlegefühl... Danach folgen die guten Vorsätzen fürs neue Jahr, die spätestens Anfang März wieder ad acta gelegt werden. Wir halten Weihnachten dieses Jahr eher schlicht und freuten uns heute über dieses Zeichen in einer Tiefgarage: so haben wir gleich unseren Tannenbaum. Wenn das mal nicht extrem nachhaltig ist!

07. November – Ein lieb gewonnenes Ritual


Es gibt so Tage wie heute, da ist so viel "auf dem Zettel", dass wir uns am Abend kurz anschauen, mit dem Kopf schütteln (das bedeutet dann, dass keiner von uns mehr Zeit und Lust verspürt zu kochen), nur um dann das erlösende Wort auszusprechen: "Chinese?" "Oh ja!" ist dann meist die prompte Antwort und schon geht es zum West See Palast, nur wenige Meter von unserem Studio entfernt. Die Hunde werden mitsamt ihren Decken unter den Arm geklemmt, wir steuern unseren Lieblingstisch in der Ecke an, teilen die Vorspeise und der Rest folgt dann automatisch. In der dunklen Jahreszeit gefällt es uns sogar noch etwas besser und auch der Heimweg ist so herrlich kurz. Nur den „Hügel“ hinunter und ab aufs Sofa – das darf auch mal sein. Morgen wird dann wieder gekocht ... oder …?

06. November – Kneipenquiz


Allein schon der Teamnamen wegen lohnt sich so ein Kneipenquiz. Wo sonst trifft man schon auf so schöne Bezeichnungen wie: Die Glücksritter, Die Grundverwirrten, Die Hexa-Quizzer, Die Planlosen, Flower-Power oder Gegen uns hätten wir auch gewonnen? Wir als Meudelfitzer Köthler hatten am Ende leider keine Chance aufs Siegertreppchen zu kommen. Zwei Punkte ließen wir unglücklicherweise liegen. Wir lagen falsch bei der Anzahl der Spielfelder beim Mensch ärgere Dich nicht – was uns sehr geärgert hat, denn kurz nach Abgabe des "Quiz-Scheins" hatten wir die richtige Antwort – und ließen uns von der zuerst getroffenen Antwort dummerweise wieder abbringen, als es darum ging, ob in Nord Korea Weihnachten gefeiert werden darf oder nicht. So blieb uns ein geteilter fünfter Platz und die Gewissheit, beim nächsten Mal (noch) mehr auf unser Bauchgefühl zu hören.

05. November – Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit


So heißt es doch, oder? Wenn man mit 20 Jahren (neben seinem Studium) einen Verein gründet, um die musikalische Entwicklung im Wendland zu fördern, dann muss man schon ein wenig verrückt sein. Mal ganz abgesehen davon, dass so ein Studium kein Spaziergang ist und es viele Mitstreiter gibt, muss man vor allem bereit sein mit anzupacken. Und das ist neben dem ganzen üben auch oft  nicht nur spaßig. Genau das erlebten wir am Samstag in Hitzacker. Gegen Mittag wurde tatkräftig vorbereitet. Stühle, Tische, Dekoration, Rednerpult, Technik, Essen und Getränke mussten bewegt werden. Der Ablauf des Abends wurde noch einmal durchgegangen, die Technik und das Licht eingerichtet, immer verbunden mit dem Hoffen auf ein möglichst zahlreiches Publikum. Um 18 Uhr war es dann soweit. Der Saal der freien Schule Hitzacker füllte sich und der Verein Zukunftsmusik Wendland stellte sich der Öffentlichkeit vor. Als 1. Vorsitzender moderierte Aaron Greese souverän und charmant durch den Abend. Höhepunkte waren die musikalischen Darbietungen der jungen Künstlerinnen, nur unterbrochen von einigen kurzen Redebeiträgen. Am Ende gab es nicht nur viel Applaus, sondern auch ein von einigen Helfern angerichtetes Büfett, das uns (fast) genauso begeisterte, wie der Rest des Abends.
www.zukunftsmusik-wendland.de

04. November – Wunderbare Gefährten


Dass wir einmal so eine Freude an Hunden hätten? Das war nicht unbedingt vorhersehbar. Obwohl: doch! Ein Leben ohne Kendo und Greta ist für uns kaum vorstellbar. Manchmal können uns die beiden zwar auch zur Verzweiflung treiben, dennoch überwiegt eindeutig die Freude, die wir mit und an den beiden haben. Wie oft haben wir über sie schon gelacht, uns auf sie gefreut, ihre Lebensfreude genossen oder sie dafür beneidet, dass sie immer im Hier und Jetzt sind. Nicht wie wir Menschen, die oftmals nur im Gestern oder Morgen leben und dabei leider das Heute nicht sehen. Zur Erinnerung daran haben wir ja zum Glück die beiden.

03. November – Kalenderzeit, die Erste


Alle Jahre wieder ist Kalenderzeit. Nicht digital, sondern zum Aufhängen, Umblättern und Genießen. Seit vielen Jahren dürfen wir für die DEKRA Akademie mit Sitz in Stuttgart die Motive für den jährlichen Kalender fotografieren. In diesem Jahr waren wir außerdem für ein weiteres Kalenderprojekt für die Firma Metacom in drei Tierarztpraxen in Deutschland fotografisch unterwegs. Unter dem Motto Ein Händchen für Tiere porträtierten wir nicht nur die Hunde von den Mitarbeitern der Tierarztpraxen, sondern auch Katzen und Meerschweinchen. Und Hände. Der entscheidende Faktor bei diesem Fotoprojekt war die Ruhe und Entspanntheit, die wir den Tieren entgegengebracht haben. Denn genau wie Kinder, machen Tiere nur das, was sie wollen und kein Bitten, Betteln oder Meckern hilft beim Fotografieren. Die Hände wurden im Nachgang von einer Agentur nachträglich hineinretuschiert. Wir finden das Ergebnis kann sich sehen lassen.

02. November – Grautöne

"Das ist mein absolutes Lieblingswetter!" Mit diesen Worten empfing uns Aaron gestern zum Portrait-Fototermin in Hitzacker. Der angehende Pianist und erste Vorsitzende des Vereins Zukunftsmusik Wendland begeisterte uns und weitere gut hundert Zuhörer vor eineigen Tagen bereits zusammen mit seiner Freundin Oksana Goretzka mit einem tollen Klavierabend auf Gut Dötzingen, bereitet außerdem gerade die Eröffnungsveranstaltung des Vereins Zukunftsmusik Wendland am kommenden Samstag vor und fand dennoch die Zeit, mit uns zusammen Bilder von sich in seiner Heimatstadt Hitzacker zu machen. Und das auch noch bei seinem Lieblingswetter. Obwohl wir normalerweise durchaus etwas trockeneres Wetter bevorzugen, war es für die Porträtaufnahmen von Aaron einfach perfekt. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
www.zukunftsmusik-wendland.de

01. November – Früh übt sich, wer ein Meister werden will.


Man kann gar nicht früh genug anfangen, wenn man es auf einem Gebiet zur absoluten Meisterschaft bringen will. Der FC Bayern-München ist schon wieder auf dem Weg dorthin – vielleicht bleibt diese Saison aber auch etwas länger spannend. Der Verfasser dieser Tafel ist ebenfalls noch auf dem Weg zur (grammatikalischen) Meisterschaft. Denn eines gilt für alle Bereiche des Lebens: Sich einer Sache hingeben, einem Vorbild nacheifern oder in einen Themenbereich komplett abtauchen schafft große Zufriedenheit und führt unter Umständen zur Meisterschaft in einem speziellen Bereich. Und wo die Spitzenleistung nicht weit ist, ist meistens auch der Neidfaktor groß. Daher kommt wohl auch das Sprichwort: Neid muss man sich erarbeiten.

31. Oktober – Eine Herbstsinfonie


Wozu so ein Herbstspaziergang doch gut ist. Bis heute kannten wir weder Eine Herbstsinfonie noch hatten wir je etwas von dem österreichischen Komponisten Joseph Marx gehört, den der Dirigent Wilhelm Furtwängler einmal als den großen österreichischen Komponisten bezeichnet hat. Joseph Marx lebte von 1882 bis 1964, wurde vor allem durch seine umfassenden Lieddichtungen anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, die von allen großen Sängerinnen und Sängern der damaligen Zeit vorgetragen wurden. Zwei Zitate von Joseph Marx passen dazu noch ganz wunderbar zu seiner Sinfonie und der heutigen Stimmung beim Wandern durch den Herbstwald: "Das echte Kunst­werk ist naturhaft wie ein Baum, der sich aus einem Keim ent­wi­ckelt, wächst, blüht; all­täg­lich und doch wieder unbe­greif­lich in seiner Pracht, aus tausend Teilen gefügt, und doch eine einzige unbe­schreibli­che Schön­heit.“ In der Natur fühlt der Mensch das eigne Herz schla­gen, wenn er sor­genschwer am trüben Herbst­abend durch den Park geht."

www.joseph-marx-gesellschaft.org

30. Oktober – Der Staudenflüsterer


Heute wollten wir einmal den Wünschen von Kendo und Greta nachkommen. Unsere beiden Vierbeiner hatten sich einen Ausflug nach Dahlem gewünscht. Dort gibt es bekanntermaßen die besten Feldmäuse weit und breit und so herrlich viele Gelegenheiten zum Buddeln und Schnüffeln. Schön für die beiden. Dass wir am Ende des Ausflugs eine ganze Weile damit beschäftigt waren, die Löcher wieder zuzuschaufeln, die sie in Windeseile gebuddelt hatten lassen wir an dieser Stelle einmal außen vor – was macht man nicht alles für die lieben Kleinen? So ganz uneigennützig war unser Ausflug aber natürlich auch nicht. Wir waren bereits zum zweiten mal bei Eberhard Parnitzke auf seinem Feld und wurden von ihm erneut mit guten Tipps rund um den insektenfreundlichen Garten und mit Pflanzen für den unsrigen versorgt. Das i-Tüpfelchen wären nach getaner Arbeit noch ein Becher Kaffee und ein Stück Apfelkuchen gewesen, aber wir waren ja wie gesagt zum Arbeiten und nicht (nur) zum Vergnügen dort.
www.obstbau-und-gartenbau.de

29. Oktober – Hauskonzert vom Allerfeinsten


Nach den letzten Tagen mit viel Arbeit im Garten, gefühlt nur unterbrochen vom Essen und zu Bett gehen, gab es heute Abend zum Ausgleich Balsam für die Ohren. Im wunderschönen Ambiente des Gutshauses Dötzingen in Hitzacker, kamen über 100 Klassikliebhaber zusammen, um Aaron Greese und Oksana Goretska – beide studieren Klavier an der Musikhochschule Rostock – unter anderem bei ihren Interpretationen von Bach, Beethoven, Skrjabin zuzuhören. Aaron, den wir bereits vor ein paar Tagen in Hitzacker kennengelernt haben, ist der 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Zukunftsmusik Wendland, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, junge Talente im Bereich der Musik im ländlichen Raum zu fördern. Am 4. November ist die offizielle Eröffnungsfeier des Vereins in Hitzacker und wir freuen uns schon auf weitere musikalische Leckerbissen.

www.zukunftsmusik-wendland.de

28. Oktober – HSV-Fan? Elefantenliebhaber?


Oder gar beides und einfach ein bisschen gaga? Egal. Hauptsache schön schrill. Und von weiteren HSV-Bekundungen konnten wir auch nichts entdecken. Vielleicht wohnt hier auch ein ehemaliger Großwildjäger mit Hang zu Elefanten und spezieller Blauliebe. Anderswo wird über die einheitliche Dachneigung in einer Siedlung diskutiert, die Farbe des Klinkers festgelegt und auch noch die Pflasterung reglementiert. Als Bewohner sieht man ja eh nach draußen und nur bei An- und Abfahrt das eigene Gebäude. Das können wir sogar mit einer kleinen Anekdote bestätigen: Es ist bereits viele Jahre, dass uns ein Bewohner einer Wohnung im Maritim in Travemünde Folgendes erklärte: "Das Gebäude finde ich sehr hässlich, aber mein Ausblick auf die Ostsee ist einfach himmlisch!" 

27. Oktober – Der Staudenflüsterer


Eberhard Parnitzke ist eine Institution. Seit Jahren ist er den heimischen Stauden und Wildpflanzen verschrieben, ist weit über das Wendland hinaus bekannt, hält Vorträge zur Artenvielfalt sowie zum Baumschnitt und schreibt Bücher – unter anderem über die Wildstaudenvermehrung und den Lebendigen Garten.  Uns hat er schon mit so manchem Rat und der ein oder anderen Pflanze bei der Neuanlage unseres Gartens zur Seite gestanden. Wie auch heute, als er ohne zu Zögern – lediglich mit einem leckeren Apfelkuchen gelockt – zu uns kam, unsere bisherigen Bemühungen wohlwollend in Augenschein nahm, um uns dann mit wertvollen Tipps den Weg zu weisen, damit es in den nächsten Jahren im Garten nur so summt und brummt. Morgen werden wir von ihm mit solch schönen Pflanzen versorgt, wie zum Beispiel der Wiesen-Flockenblume, dem gewöhnlichen Natternkopf, der Acker-Witwenblume oder der Wilden Karde, um nur einige zu nennen. Wenn das nicht die reine Gartenpoesie ist! Ein wenig traurig gestimmt hat uns jedoch seine Aussage, dass er das Gefühl hat, dass das allgemeine Interesse an insektenfreundlichen Gärten in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Wie schade. Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft vielen Wildbienen und anderen Insekten in unserem Garten ein Zuhause bieten können. Christians Toleranzgrenze den Insekten gegenüber ist allerdings begrenzt oder wie es so treffend und knapp formuliert: "Drinnen hört der Spaß auf!" 
www.obstbau-und-gartenbau.de

26. Oktober – Es steht ein Rad im Nirgendwo


... oder besser gesagt: an der Elbe bei Dömitz. Dort fanden wir dieses herrenlose Fahrrad. Zuerst ein ungläubiges Staunen: "Was steht denn da?",  gefolgt von der Frage: "Und wo ist der Fahrer?"  All unser Suchen nach dem Halter des Zweirades blieb erfolglos. Angeschlossen war es auch nicht – vielleicht ein Flüchtling, der in den Westen "rübermachen" wollte? Nein, natürlich nicht, denn diese Zeiten sind glücklicherweise schon lange vorbei und wir können heute dank der Wiedervereinigung die Elbe beidseitig genießen. Jedes Mal, wenn wir Dömitz besuchen und den Weg auf dem Deich einschlagen, sind wir überwältigt von dem 360 Grad Panorama, das sich uns dort bietet. Einen ähnlich weiten Rundblick kennen wir ansonsten nur aus St. Peter-Ording. Nach einem ausgiebigen Spaziergang saßen wir keine halbe Stunde später glücklich im Vielanker Bauhaus. Die dortigen Speisen und Getränke entführten uns dann augenblicklich in den Süden Deutschlands – auch keine schlechte Wahl.

25. Oktober – Nebel in the morning


Wie ihr seht, seht ihr nichts. Oder zumindest wenig. Und genau das ist das Schöne am Nebel – zumindest wenn man nicht gerade mit dem Auto unterwegs ist – alles wird in visuelle Watte gepackt. Grenzen verschwimmen, der Hintergrund löst sich auf, Geräusche bleiben unsichtbar, Gedanken verlieren sich im Nichts, ein Sonnenstrahl bricht durch den Nebel, verschwindet Sekunden später, ein Zauber legt sich über die Landschaft, verhüllt alles in Watte – ähnlich wie bei Neuschnee und Kälte, dämpft die Hektik und steigert die Abenteuerlust. Für uns begann heute jedoch die Arbeit, nachdem sich der Nebel verzogen hatte. Ein neuer Zaun möchte gebaut werden.

24. Oktober – Déjà-vu


Zeitreise: 40 Jahre in der Zeit zurück. Rommékarten, After Eight und die Zeitung lagen neben der Lesebrille stets auf dem Tisch, wenn meine Großmutter aus dem bayerischen Wald zu Besuch war. Ständig wurde ich beim Kartenspielen ermahnt, nicht auf Rommé-Hand zu sammeln, aber was gab es schöneres, als mit einem Mal alle Karten abzulegen und schnell in die After-Eight-Packung zu greifen, bevor der Ärger bei meiner Großmutter einsetzte. Und wenn mein Bruder und ich mal keine Zeit zum Spielen oder Klönen hatten, dann wurde von ihr das Kreuzworträtsel gelöst. Darin war Oma Geisler stets eine Klasse für sich, verbat sich jede Störung und war erst zufrieden, wenn alles komplett gelöst war. Geblieben ist die Erinnerung an den bayerischen Wald, genauer gesagt an den Ort Drachselsried, an Eisstockschießen, an Lametta, an Knödel mit Schweinsbraten, an viele Feierlichkeiten, an den netten Vermieter Baptist Hirtreiter, der stets zu einem Spaß mit uns Kindern aufgelegte Bauunternehmer vor Ort, an den schwer verständlichen Dialekt und an die vielen Zeitschriften mit ihren Kreuzworträtseln, bei denen wir nie ganz verstanden haben, was ihren Reiz ausmachte. Und dann sehe ich vor einigen Tagen Mareike beim Lösen eben genau so eines Kreuzworträtsels. Das weckte gleichermaßen meine Erinnerung und die Lust auf eine Reise in den bayerischen Wald.

23. Oktober – My home is my castle


Das muss man schon zugeben: So einen Stellplatz fast ganz für sich alleine zu haben, ist in Deutschland selten geworden. Außer in Dömitz zu dieser Jahreszeit. Doch eigentlich sind diese "Abenteuerzeiten" schon lange vorbei, wo man als Camper noch echter Individualist war. Selbst wenn man heute verbotenerweise in einen Waldweg hineinfährt, um dort "wild" zu stehen, wartet hier garantiert schon ein anderes Wohnmobil auf einen oder die Ordnungshüter sind schnell zur Stelle. Vorbei die Zeiten, als echte Geheimtipps noch sorglos weitergegeben werden konnten. Zum einen, weil es dank Instagram und Co. schon lange keine echten Geheimtipps mehr gibt und zum anderen, weil die Bullifahrer der ersten Generation heute alle schon steinalt sind. Alles, was danach kam, sind eher Warmduscher und Schönredner, die ihre Individualität feiern und in Wirklichkeit mit ihrem Hintern bereits am Nachbarcaravan kleben und ihren Camping-Stellplatz bereits ein Jahr im Voraus buchen. Für eine Gruppe von Reisenden bietet diese Art der Urlaubsunterbringung allerdings einen großen Vorteil: Hundebesitzer gehören bei weitem nicht zu den beliebtesten Feriengästen in Hotels, Pensionen und Appartements, oftmals leider auch zu Recht. Im Campingmobil können sie ihre Vierbeiner viel besser am gemeinsamen Urlaub teilhaben lassen, auch wenn es bereits erste Campingplätze gibt, die Hunde in der Hauptsaison nicht mehr dulden. Vielleicht gibt es in naher oder ferner Zukunft ja einmal kleine Hundemobile, mit denen die Vierbeiner alleine in den Urlaub fahren können. Dann können wir endlich wieder in jedes Hotel oder Appartement – so eine richtige Dusche und ein bequemes Bett haben nämlich auch ihre Vorzüge.

22. Oktober – Immer ein bisschen zu spät


Oft haben wir das Gefühl, immer ein wenig zus spät dran zu sein. Heute ging es jedoch "nur" um die verpasste Heideblüte in Nemitz – seit Jahren verpassen wir (trotz anders lautender Beteuerungen) immer wieder den richtigen Zeitpunkt im August / September. Doch das Gefühl, immer ein wenig spät dran zu sein, zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Leben. Zu spät am Tag, zu spät im Jahr, zu spät im Leben? Nehmen wir zum Beispiel unsere Urlaube: meistens starten wir unsere Tagesaktivitäten so spät, dass sich die verschiedenen gastronomischen Betriebe entweder gerade in der "Nachmittags-Pause" befinden oder bereits geschlossen haben. Oder unsere erste Wanderung durch die Fränkische Schweiz. Sie war von der Jahreszeit her etwas unglücklich (zu spät) gewählt, so dass die wenigen noch vor Ort ansässigen Gasthöfe bereits ihre Pforten zum Jahresende hin geschlossen hatten. Genauso haben wir vielleicht zu lange mit unserer lang ersehnten Auszeit gewartet. Denn etwa zeitgleich begann die Corona-Pandemie. Danach wollten wir eigentlich das eigens dafür angeschaffte Wohnmobil wieder verkaufen, stattdessen steht es jetzt herum und produziert unnötige Kosten durch das Nicht-Nutzen und derlei Beispiele hätten wir noch einige auf Lager. Doch glücklicherweise sind das alles Luxusprobleme. Kommen wir lieber auf den heutigen Tag zurück. Denn der war, trotz der bereits verblühten Heide, beeindruckend. Die Nemitzer Heide ist erst Mitte ab 1975 entstanden. An dieser Stelle wütete damals nämlich einer der größten Waldbrände Norddeutschlands und vernichtete innerhalb weniger Stunden circa 2000 ha Waldfläche. Man entschied sich, das Gebiet nicht wieder aufzuforsten, sondern überließ es sich selbst. Heute erstreckt sich die Heidelandschaft, die übrigens an diesem Ort bereits vor der forstwirtschaftlichen Nutzung vorhanden war, auf einer Fläche von 550 ha, umgeben von dichten Kiefernwäldern und, nicht zu vergessen, einigen schönen Einkehr-Möglichkeiten, die wir heute ausnahmsweise rechtzeitig aufsuchen konnten.

21. Oktober – Traurig und wahr


"Schuld sind meiner Meinung nach die Medien und das Elternhaus. Die einen schreiben ständig von der sogenannten Work/Life-Balance und der Vier-Tage-Woche und die anderen verhätscheln ihre Kinder derart stark, dass sie schon bei kleinsten körperlichen Belastungen herumjammern und in sich zusammenklappen." Das war mal eine Ansage von einem Mitte 30-jährigen, der seit vielen Jahren in der Gastronomie arbeitet und uns heute erklärte, warum die Jobs, trotz zum Teil sehr guter Bezahlung, so schlecht besetzt sind. Auf unsere Frage hin, wie das denn sein könne, da ja viele junge Menschen heutzutage in Fitnessstudios gehen und schon deshalb so eine Tätigkeit kräftemäßig bewältigen könnten, erwiderte er nur kurz: "Da fehlt es dann leider oft oben herum, so ein klein wenig rechnen können wäre schon ganz hilfreich, eine Bestellung entgegennehmen, jemanden nach seinen Wünschen fragen, etwas über die Speisen und Getränke erzählen können ebenfalls." Wir fühlten uns an ein Shooting in einer Firma erinnert, bei dem uns ernsthaft erklärt wurde, warum es schwer war, zwei Auszubildende als Hilfen dazuzubekommen: Es schien zu anstrengend, dabei ging es nur darum, bei eventuell fehlendem Zubehör für die Aufnahmen, einmal schnell ins Lager gehen zu müssen, um dort die Teile zu holen. Geglaubt haben wir die Erklärung damals nicht. Nach vielen Beobachtungen in der letzten Zeit und unserem Gespräch heute allerdings schon. Die gute Nachricht ist: wer heute einen Job sucht und nicht ganz unbegabt  ist, wird sicher schnell fündig. Trotzdem irgendwie traurig, diese Entwicklung.

20. Oktober – Ab ins Kino


Es gibt kaum bessere Tage, an denen man ins Kino gehen sollte, als den heutigen – bei so einem Schietwetter. Wenn dann noch der richtige Film läuft, das Kino so schön wie das Scala in Lüneburg ist, die Süßigkeiten gekauft, die Plätze in der letzten Reihe gewählt sind, dann heißt es: Film ab. Anselm von Wim Wenders stand auf dem Programm. Wenders' Filme Paris Texas, Pina und Das Salz der Erde hatten uns schon sehr begeistert – wir mögen seine fotografische Bildsprache – und so waren unsere Erwartungen an den Film über Anselm Kiefer ebenfalls sehr hoch. Zugegeben, den Namen Anselm Kiefer kannten wir schon, aber eben nur den Namen und nicht sein umfassendes Werk. Unfassbar gewaltig ist es. Geradezu monumental. Mittlerweile in eine Stiftung übergegangen auf einem in Südfrankreich gelegenen Gelände von 80 ha Größe. Im Ausland hochgeachtet, in Deutschland oft auch missverstanden, befasst Kiefer sich umfänglich mit der Aufarbeitung der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Auf dem Heimweg sagte Mareike einen Satz, der noch nachhallt: "Künstler werden kann man nicht planen oder darauf hinarbeiten. Man ist es oder man ist es nicht – mit Haut und Haar." Anders gesagt, auch wenn wir gute Fotos, die manchmal sogar künstlerisch sind, machen, hat es noch lange nichts mit der wahren Kunst zu tun – eher mit einem guten Kunsthandwerk – und das ist ja auch schon ganz schön, oder? Wir waren jedenfalls begeistert von dem Film und blieben auf dem Heimweg mal wieder an der Frage hängen: "Und womit verbringen wir den Rest unseres Lebens?"

19. Oktober – "Gib mir ein E"


So viele Es wie heute haben wir lange nicht mehr gesehen. Zwischen Tießau und Hitzacker nahmen wir den Elb-Höhenweg und waren trotz des miesen Wetters – es gibt unserer Meinung nach tatsächlich mieses Wetter, trotz entsprechender Kleidung und des anders lautenden Sprichwortes – gut gelaunt. Denn dafür sorgen Kendo und Greta stets zuverlässig und heute auch der Ausblick über die Elbe in Richtung Osten. Warum allerdings alle zwanzig Meter ein weißes E auf Bäume gesprüht wurde, hat sich uns nicht erschlossen. Eine Wegmarkierung kann es nicht gewesen sein, denn es gab so gut wie keine Möglichkeit, einen anderen Weg zu nehmen. Da war wohl noch ein großer Rest weißer Farbe in der Dose. Und weil diese Es nicht einmal gut aussahen, gibt es davon heute auch kein Foto. Lieber von der Elbe.

18. Oktober – Bauchgefühl

Man sollte ja immer seinem Bauchgefühl folgen – OK, vielleicht sollte man nicht unbedingt mit leerem Magen einkaufen gehen, das geht dann meistens nach hinten los, aber bei allen anderen Dingen zeigt uns unser Bauch sehr zuverlässig an, was gut für uns ist und wo und mit wem wir uns wohlfühlen. So ging es uns auch mit der neuen Leitung des Begegnungszentrums Haus im Park in Bergedorf. Schon bei unserem ersten Treffen mit Kerstin Andresen und Johann Berz hatten wir ein gutes Bauchgefühl und freuten uns sehr darüber, dass wir von den beiden beauftragt wurden, die Stimmungen der verschiedenen Bereiche des Hauses mit der Kamera einzufangen und diese sichtbar zu machen, denn genau das gehört zu den Dingen, die uns an unserem Beruf am meisten begeistern: das Spürbare sichtbar machen. Und so fotografierten wir vor einigen Tagen die dortigen Räumlichkeiten, einen Großteil der Mitarbeiter und verschiedene Angebote des Hauses, wie zum Beispiel das Schwimmbad, verschiedenen manuelle Therapieformen, den Literaturkreis und die Schachgruppe. Wir genossen im Restaurant einen leckeren Snack bei Klaviermusik und hatten neben der Fotografie das ein oder andere anregende Gespräch. Es hat uns gleichermaßen erstaunt wie erfreut, dass die verschiedenen Angebote des Begegnungszentrums so gut angenommen werden und das alles in einer entspannten, gelösten Atmosphäre. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt, nicht zuletzt, weil auch der fotografische Ablauf so klug und charmant organisiert war und freuen uns darauf, wenn die Ergebnisse schon bald auf der Website zu sehen sind.
www.bip-bergedorf.de

17. Oktober – Zwischen Glückseligkeit und Verlustangst


Auch wenn es scheinbar nur noch um das Große und Ganze in der Welt geht, wollen wir uns den Blick auf die kleinen Details nicht nehmen lassen. Details der Schönheit, der Schlichtheit und der Kuriosität. Mareike fragt mich häufig, ob mich mein tägliches Nachrichten-Schauen (z.B. zu dem Ukraine-Krieg oder jetzt ganz aktuell dem Hamas-Terror und der israelischen Antwort darauf) in irgendeiner Weise glücklicher macht, als wenn ich nichts von jeder aktuellen Veränderung wüsste. Meine Antwort darauf lautet stets, dass ich nicht anders handeln könne, auch wenn ich keinen Einfluss auf das tägliche weltpolitische Geschehen habe. Dankbar über das Glück, in diesem Land zu leben und von den unmittelbaren Auswirkungen verschont zu bleiben, genießen wir beide die Natur, die Spaziergänge mit unseren Hunden, unser Leben ohne Raketenalarm (nicht vorstellbar, wie es anders wäre) und erfreuen uns an so kleinen Dingen, wie hier auf unserem Foto des Tages: einem Pilzarrangement auf einem abgesägten Baum. Ungewöhnlich und schön zugleich. 
Nur wenige Augenblicke später, sicherlich auch aufgrund unserer Abgelenktheit, verschwand Greta im Wald und konnte erst eine Weile darauf wieder aufgefunden werden – bester Stimmung im Kreise einiger Eisenbahnarbeiter. In den Minuten dazwischen wurde uns schlagartig bewusst, was es bedeutet, nicht über den Verbleib eines geliebten Lebewesens Bescheid zu wissen.

16. Oktober – Lange nicht gesehen


Bereits vor einigen Wochen versuchten wir einen gemeinsamen Termin für einen Besuch bei uns in Meudelfitz zu finden, verloren eine konkrete Absprache aber aus den Augen. Wir hatten uns den Termin zwar im Kalender vorgemerkt, es aber irgendwie nicht weiter verfolgt. Als Celina dann aber vor wenigen Tagen nachfragte, ob es bei der Verabredung bliebe, ging alles ganz schnell. Sie hatte sich den Termin nämlich ebenfalls notiert – sie kennt uns eben gut. So kam sie gestern zu uns und fuhr nach drei Stunden des intensiven Austausches wieder nach Hause. Was wir bei unseren Treffen mit ihr immer wieder sehr schätzen, ist die Vertrautheit, die wir von Anfang an miteinander haben. Wir sprechen vollkommen offen und frei – ohne Netz und doppelten Boden, ohne jegliche Anlaufschwierigkeiten, offen und ehrlich. Ganz einfach, weil wir am Ende unseres Treffens immer ein bisschen schlauer sein wollen, als zuvor. Im besten Sinne ist Celina unser und wir ihr Spiegel. Wir sprechen mit ihr und sprechen gleichzeitig zu uns. Hören dem Gesagten zu, denken darüber nach, fallen uns nicht ständig ins Wort, lassen und Zeit, helfen uns gegenseitig und schätzen diesen Raum, den wir einander geben. Wir sind glücklich darüber, dass wir Celina kennen.

 15. Oktober – Was es nicht alles gibt ...


"Warte mal bitte! Hast Du das auch gesehen?" "Nein, was denn?" "Na, die beiden Schilder da eben am Straßenrand, die müssen neu sein." Nach dieser kurzen Konversation sind wir heute auf unserem Weg nach Meudelfitz umgehend umgedreht und trauten unseren Augen kaum, denn "irgendwo im nirgendwo" diese Schilder aufzustellen, zeugt schon von einer großen Frustration oder diverser Erlebnisse der "besonderen" Art. Seit Corona (offenbar eine neue Zeitrechnung, ähnlich "Christi Geburt"), nehmen wir vermehrt wahr, dass Menschen ihre Notdurft in der Natur verrichten. Wir beobachten Männer, die kaum versteckt in der Natur urinieren und selbst in unmittelbarer Nähe unseres Studios in Wohltorf fanden wir (oder besser Kendo und Greta) Hinterlassenschaften im Gebüsch. Es scheint, dass sämtliche Hemmschwellen gefallen sind und vieles zunehmend egal ist. Vielleicht geht es auch um das Sparen des häuslichen Klopapiers in Zeiten diverser weltweiter Krisen. Dieser Trend scheint unaufhaltsam, wenn schon an so einsamen Stellen wie dieser solche Schilder auftauchen.

14. Oktober - Die Nibelungensage


Beim Anblick dieser Dekoration in einem Auto am Wegesrand, fiel uns eine Begebenheit von dieser Woche ein. Auf dem Rücken einer Kundin entdeckten wir während eines Fototermins ein Birkenblatt und entfernten es mit dem Ausspruch: "Das erinnert ja irgendwie an die Nibelungensage, in der Siegfried von Hagen mit dem Speer getötet wird." Laut der Sage badete Siegfried in dem Blut des von ihm getöteten Drachen und wurde unverwundbar, bis auf die eine Stelle, wo ein Lindenblatt auf seinem Rücken kleben blieb. Die Sage entstand um das Jahr 1200 und wurde von einem unbekannten Dichter geschrieben. Manche Forscher vermuten Walther von der Vogelweide als Urheber. Für den englischen Autor J. R. R. Tolkien diente die Sage zum Vorbild seines Romans "Herr der Ringe" und Richard Wagner nahm die Nibelungensage als Grundlage zu seiner Opern-Tetralogie "Der Ring der Nibelungen" und schuf um Wotan, Brünnhilde, Siegfried und Co. ein circa 16 Stunden langes Opernereignis, das uns schon selbst des Öfteren in seinen Bann gezogen hat.

13 . Oktober – Der Sieg über die eigene Bequemlichkeit


Unsere heutige Einkaufstour für Lebensmittel war für unsere Verhältnisse ungewöhnlich lang. Sie führte uns nach "Downtown–Aumühle", das seit einiger Zeit von der Außenwelt quasi abgeschnitten ist (zumindest der direkte Weg zwischen Wohltorf und Aumühle). Wie bequem wir mittlerweile geworden sind merken wir daran, dass wir es bisher nur zweimal geschafft haben, eines unserer Lieblingseinkaufsziele anzusteuern, Fricke's Ess- und Genusswaren. Stattdessen steuern wir aus reiner Bequemlichkeit einen anonymen Supermarkt an, nur um ja schnell wieder zu Hause sein zu können. Heute packte uns die Verzweiflung über unsere eigene Faulheit und wir machten uns auf eine kleine "Einkaufs–Erlebnistour", die auch nicht länger als eine Stunde gedauert hätte, wären wir nicht in ein interessantes Gespräch mit Jan-Phillip gekommen, natürlich bei einem Espresso, einem Latte Macchiato und viel guter Laune. Und für ein starkes Charakterportrait hat er sogar noch einen Kopf hingehalten. Erst als Kendo und Greta flehentlich durch die Scheiben nach drinnen schauten, machten wir uns auf den kurzen Heimweg – zu Fuß. Es geht also doch, wenn doch nur die Bequemlichkeit nicht so oft siegen würde.

12. Oktober – Zuluftnachströmöffnung


Als wir heute dieses Schild entdeckt haben, haben wir augenblicklich versucht, es zehn mal in Folge fehlerfrei auszusprechen und sind krachend gescheitert. Die deutsche Sprache ist einfach wundervoll. Nicht einfach, aber wundervoll – eben einfach voller Wunder und dazu gehören beispielsweise auch solche Wortschöpfungen wie Zuluftnachströmöffnung. Was verbirgt sich denn nun hinter diesem Begriff aus der Brandschutztechnik? Dazu ein kleiner Auszug: "Nachströmöffnungen sind Öffnungen, die dem Nachströmen der für die Entrauchung notwendigen Zuluft aus dem Freien dienen." Wir sind dankbar, dass die Fotografie unser Beruf geworden ist und wir unser Geld nicht mit dem Schreiben solcher Texte verdienen müssen. Bei dieser Gelegenheit haben wir uns gefragt, welches eigentlich das längste Wort der deutschen Sprache ist und fanden dieses hier: Grundstückverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung. Die Erläuterung zu diesem Wort ersparen wir dem geneigten Leser an dieser Stelle. Aber es einmal bei "Scrabble" zu legen, weckt in uns den Sportsgeist.

11. Oktober – Ein tolles Ergebnis


Das war eine anspruchsvolle und gleichermaßen vergnügliche Arbeit: Vor ein paar Wochen haben wir in der Zahnarztpraxis von Dr. Morteza Goudarzi in Hamburg-Lohbrügge für den kompletten Relaunch seiner Website fotografiert und gefilmt. Der Tag war gut organisiert und wir hatten einen straffen Zeitplan. So sind in wenigen Stunden viele Fotos und Filme entstanden und seit kurzem ist das Ergebnis online zu sehen. Wir sind super glücklich über das Ergebnis:
https://www.zahnikum.de

10. Oktober – Warten


Heute Vormittag in einem Treppenhaus in Hamburg-Bergedorf: Einsam und verlassen saß dieser Hund, festgebunden am Geländer und wartete auf die Rückkehr seiner Bezugsperson. Derweil spielten sich nur wenige Meter hinter einer Treppenhaustür Szenen ab, die auf die Zukunft im deutschen Gesundheitssystem hindeuten: Eine Schlange von Wartenden stand am Eingang einer Arztpraxis für Allgemeinmedizin und Orthopädie, unterteil in "mit" und "ohne Termin" und es ging nur im Schneckentempo voran. Schon nach wenigen Minuten erreichte die Wartenden die Auskunft, dass für heute Annahmestopp für Menschen ohne Termin erlassen wurde. In der Praxis lautete jeder zehnte Satz der Mitarbeiter, dass man chronisch unterbesetzt und keine Besserung in Sicht sei. Ganz besonders der eine Satz stimmte uns nachdenklich: "Für die Grippeimpfung können Sie frühestens mit einem Termin Ende November rechnen und wir sind froh, dass wir eine Kollegin dafür gewinnen konnten, die eigentlich schon in Pension ist." Keine schönen Aussichten. 

09. Oktober – Wenn die Weinkönigin mit dem Heidebock ausgeht, dann ist Karneval an der Elbe


Was passiert, wenn Jahrmarkt, Flohmarkt und Weinfest an einem Tag stattfinden, konnten wir hautnah am gestrigen Sonntag in Hitzacker miterleben. Nun gut, es ist nicht gerade der "Karneval in Rio", aber immerhin waren zahlreiche Menschen in der Altstadt unterwegs, es herrschte eine ausgelassene Stimmung, für Essen und Trinken war gesorgt und mittendrin: die amtierende Weinkönigin. Eine Weinkönigin so hoch im Norden? Natürlich, denn Hitzacker hat einen eigenen Weinberg mit 99 Reben, die gestern – im Rahmen einer feierlichen Proklamation der neuen Weinkönigin – gelesen wurden. Bis einschließlich 99 Reben darf man ohne weitere Genehmigung Wein anpflanzen und so ist der Weinanbau in Hitzacker auch mehr als touristisches Aushängeschild gedacht, denn als ernstzunehmende Weinproduktion. Wenige Kilometer weiter nördlich in der Nähe des Ortes Thomasburg sieht das schon ganz anders aus. Hier gibt es einen echten Winzer. Auf dem Weinhof Wiecheln baut Hannes Lecht auf mittlerweile 1,4 ha Land eher seltene, pilzwiderstandsfähige Weinsorten an wie Solaris, Rinot und Sauvignon Soyhières (weiß) und Cabaret Noir und Cabernet Jura (rot) an und plant in den kommenden Jahren die Anbaufläche auf insgesamt 8 ha zu erweitern.
Aber zurück zum Gallusmarkt in Hitzacker. Dort war die Stimmung gegen 18 Uhr über ihren Zenit hinaus und die zufriedenen Flohmarkt-Betreiber bauten nach und nach ihre Stände ab. Beim Autoscooter war noch was los, die restlichen Besucher scharten sich um Bier- und Wurststände und in dieser Stimmung liefen uns die amtierende Weinkönigin Hitzacker mit dem Westerweyher Heidebock von 2022 vor die Kamera. Was ein "Heidebock" ist, war uns bis dahin nicht klar, doch das Internet konnte helfen. Und hier wurde uns nun auch endlich der Zusammenhang zwischen Bock und Königin klar:
Ohne Böcke keine Herden, ohne Herden keine Heide, ohne Heide keine Königin. Und weiter:
Wenn das Böckchen nicht mehr kann muß das Reserveböckchen ran!
Aha. Wieder was gelernt.

08. Oktober – Der irre (sympathische) Lackierer


Michael Ganser ist "Der irre Lackierer" aus Barförde. Jedenfalls bezeichnet sich der sympathische Niedersachse selbst so und betonte im Gespräch, dass das auch nicht unbedingt übertrieben sei. Das hat uns natürlich neugierig gemacht. Also haben wir ihn gestern besucht und ihn als einen Menschen kennengelernt, der seinen Beruf – oder besser gesagt: seine Berufung – lebt und liebt. Großartig war, dass wir uns mit ihm bestimmt eine halbe Stunde unterhalten haben, bevor es überhaupt zum ersten Foto kam. Er betreibt sein Geschäft als One-Man-Show und ist mit seiner Lackierwerkstatt auf allen großen Social-Media-Kanälen sehr erfolgreich vertreten. Er gewährt fast täglich Einblick in seine Arbeit und gewinnt so auch viele seiner Neukunden über Instagram und Co. "Die Menschen wollen einen authentischen Eindruck von dir und deiner Arbeit bekommen, es muss gar nicht immer alles perfekt dargestellt werden. Es interessiert auch, wie du zum Beispiel mit Fehlern, die jedem von uns passieren, umgehst, wie du sie behebst – das macht sympathisch und hinterlässt einen ehrlichen Eindruck." Und genau das haben wir im Gespräch mit ihm ebenso empfunden. Was nun tatsächlich so "irre" an ihm ist, war uns auch nach der guten Stunde unseres Besuches nicht ganz klar, außer vielleicht, dass er irre sympathisch, irre offen und irre gut informiert, was Social-Media-Arbeit angeht, ist. Ach ja, eine Gemeinsamkeit konnten wir auch feststellen: So wie für uns Kameras als Werkzeug oft auch eine leidenschaftliche Bedeutung haben (und wir – oder besser: Christian – bestimmt die ein oder andere Kamera zu viel hat), so ist die Lackierspritzpistole das schönste und wichtigste Werkzeug für Michael. Mit guter Laune und einigen guten Tipps für unsere eigene Social-Media-Arbeit fuhren wir zurück nach Hitzacker, nicht ohne uns auf dem Weg dorthin noch einmal richtig den Nieselregen um, die Nasen wehen zu lassen. Kendo und Greta sollten ja auch noch etwas von unserem Ausflug haben.
www.derirrelackierer.de

07. Oktober – Bonnie und Clyde, nur ohne Bonnie und "Blaue Bohnen"


Gallusmarkt in Hitzacker. Der 426. Anderswo auch als Jahrmarkt benannt, findet in der Altstadt an der Elbe alljährlich, rund um den Kranplatz, das örtliche Budenleben mit Kettenkarussell, Schießbude und Autoscooter statt. Früher war alles größer, schöner, besser – hörten wir des Öfteren am Rande des Rummels. Mehr Pomp. Mehr Buden. Mehr Menschen. Und heute? Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Ein paar Buden waren aber immerhin noch da (sogar mehr, als wir erwartet hätten)  und als wir an der Schießbude vorbeikamen, stießen wir zuerst auf Clyde, einen geretteten Hund aus Spanien, der jetzt von Markt zu Markt mitreist und einer der entspanntesten Hunde ist, die wir seit langem gesehen haben. Würdevoll saß (oder lag) er neben den Luftgewehren und ließ sich nicht einmal von Kendo und Greta aus der Ruhe bringen. Noch dazu sah er einfach umwerfend aus und ist anders als der "echte" Clyde ein ganz friedlicher Bursche. Eine Bonnie soll es ebenfalls geben. Hierbei handelt es sich um eine schwarze Katze, die gemeinsam mit Clyde in einem Haushalt lebt. Ja, und anstelle der "Blauen Bohnen" gab es immerhin Luftgewehrmunition, mit der Mareike eine Rose für Christian geschossen hat.

06. Oktober – So schön kann schlicht sein


Wir lieben Design und wir lieben es schlicht (meistens jedenfalls). Und wenn dann beides aufeinandertrifft, sind wir begeistert. Und das geschah heute, als wir die neue Website eines unserer Kunden zum ersten Mal aufriefen. Steffen kam auf persönliche Empfehlung vor einigen Wochen zu uns und dank eines sehr klaren Briefings und des angenehmen Kennenlernens im Vorwege, entstanden innerhalb kurzer Zeit Fotoaufnahmen für den neuen Webauftritt von Dr. Steffen Görres. Der promovierte Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht mag – ebenso wie wir – die Schwarzweiß-Fotografie und hat ein Faible für skandinavisches Design. Wir verneigen uns vor der grafischen Umsetzung seiner Website. Pur. Klar. Schlicht.
www.goerres-arbeitsrecht.de

05. Oktober – Kraterlandschaft


Heute um 14 Uhr in Bergedorf am Sachsentor. Die Sonne scheint und wir fragen uns: Stand an dieser Stelle nicht bis vor wenigen Monaten eines der beiden Karstadt-Häuser? Jetzt entsteht dort in dem Bau-Krater ein kleiner See, in dem sich die Bergedorfer Skyline widerspiegelt. Passiert hier noch mal etwas oder bleibt das jetzt eine Ruinenlandschaft? Vielleicht hat diese lange Phase des "hier passiert nichts mehr" ja etwas mit den stark gestiegenen Baukosten zu tun? Wie sehen wohl unsere Innenstädte in ein paar Jahren aus, wenn mehr und mehr online eingekauft werden wird? Trostlos oder lebenswert? Trostlos sicherlich dann, wenn es keine Wohnungen und nur wenig Grün dort geben wird und lebenswert, wenn wieder mehr Menschen in die Innenstädte ziehen und dort gleichzeitig eine kulinarische und kulturelle Vielfalt vorfinden können. Wir sind gespannt.

04. Oktober – Die Ruhe weg


Mareike hat die Ruhe weg. Da kann es stürmen, regnen oder schneien, einmal mit dem Trimmen angefangen, gibt es kein Halten mehr. Stunde um Stunde, nur mit einem Hörbuch und einem Ohrstöpsel als Unterhaltung versorgt, wird Greta schöner und schöner. Wenn dann von mir aus dem Off ein anerkennendes: "Das sieht aber schon richtig toll aus!" kommt, lautet ihre Antwort stets: "Da ist trotzdem noch so viel zu machen." Nun denn, diese Aufmerksamkeitsspanne habe ich selber leider nicht, so dass ich mir eher kürzere Beschäftigungen suche. Übrigens sieht Greta wieder richtig schön aus – auch wenn noch der ein oder andere Zipfel Fell weg getrimmt wird – das sehen aber nur Experten oder eben Mareike.

03. Oktober – Niederschmetternd


Der Tag begann so schön. Die Sonne schien. T-Shirt-Wetter im Garten. Hunde glücklich. In aller Ruhe fr