30. April - Einmal Franken und zurück


Und das Ganze bitte in zwei Stunden. Das geht in Hamburg in der Pappenheimer Wirtschaft. Und besonders gut geht es zusammen mit Ingo. Der liebt die fränkische Küche und das Bier genau so, wie wir es mögen. Deftig, würzig und doch raffiniert in der Zubereitung. Jedesmal, wenn wir uns in Hamburg zum Essen und vor allem zum Klönen verabreden, fällt die Wahl am Ende doch wieder auf die von uns heiß geliebte Küche. Gerne reservieren wir den Tisch am Tresen, dann ist das erste Getränk schneller bei uns und wie schon bei unserem letzten Besuch gab es auch dieses mal einen kleinen Nachschlag vom Chef persönlich gebracht. Dazu dann ein dunkles, leicht malzig schmeckendes Bier... einfach perfekt, auf diese Art zu reisen.

29. April - An einem Freitag morgen in Hornbek … 

 

… bei schönstem Wetter, trafen wir Günter Böckmann auf der Weide unweit des Elbe-Lübeck-Kanals. Günter ist seit Jahrzehnten Landwirt und aktiv in der Zucht von Angus-Rindern tätig. Bei ihm auf dem Hof ist seit dem Jahr 2016 alles auf Bio umgestellt und deshalb bat uns Jens Witt für die Website seines Betriebes einige Aufnahmen vor Ort zu machen. Jens betreibt seine Firma Wackelpeter in Hamburg seit über zwanzig Jahren und liefert täglich viele tausend Essen für Kitas und das mit ausschliesslich biologisch erzeugten Produkten. Einer seiner Partnerbetriebe ist der Moorweidenhof von Günter Böckmann in Hornbek. Es war für uns beeindruckend, diese schönen, sanftmütigen Tiere aus nächster Nähe zu erleben. Die Strecke zwischen Lauenburg und Güster gehört durch seine Hügeligkeit mit zu den schönsten Abschnitten des Elbe-Lübeck-Kanals und es fiel uns schwer, den Rückweg anzutreten. Zu gerne hätten wir den weiteren Erklärungen von Günter gelauscht und dabei die Ruhe, die seine Tiere ausstrahlen, genossen. Die Zeit mit ihm auf seinem Hof war wie ein kurzer, unerwarteter Urlaubstrip - und das ganz in unserer Nähe. 

www.moorweidenhof.de

28. April - Safety-Shot mit Kombination 2 - 6 auf die 5 … oder so ähnlich

Mareike und Olli kennen sich schon seit vielen Jahr … zehnten. Die beiden treffen sich in unregelmäßigen Abständen zum Billard spielen und diese Partien laufen immer nach einem ähnlichen Muster ab: es wird (natürlich) nach den offiziellen Regeln gespielt und jeder Stoß angesagt. Darauf entsteht eine Spielfolge, die in der Regel zu Mareikes Ungunsten irgendwann 6:0 steht. Gestern schien jedoch alles ein wenig anders. Ein guter Start (mit einem unrühmlichen Ausgang für Mareike) führte zu einer 1:0 Führung durch Olli. Jegliches Bemühen ihrerseits scheiterte und alles schien wie immer, doch nach 1 1/2 Stunden gab es endlich eine Verkürzung des Spielstandes auf 7:1, danach direkt - man kann es kaum glauben - auf 7:2. Dass zu diesem Zeitpunkt die schwarze Kugel schon zwei mal falsch von Mareike eingelocht wurde, bleibt an dieser Stelle mal unerwähnt. Im letzten Spiel gelang ihr eine fulminante Aufholjagd und fast hätte es einen 7:3 Endstand gegeben, doch dann … versenkte sie die 8 erneut im falschen Loch. Aber am Ende war das auch egal, denn was bei diesen seltenen Treffen immer zählt, ist der Austausch untereinander. Und das Gefühl, welches in diesen Billard-Schuppen entsteht: man fühlt sich irgendwie immer wie Anfang 20. Bei Musik von The Police, Tina Turner, Simply Red und Udo Lindenberg ist das aber zugegebenermaßen auch nicht schwer. Selbst die Menschen an den umliegenden Tischen erinnern an die eigenen Jugend, bis man in den Spiegel der hauseigenen Toiletten schaut. Doch all das kann die Freude an der so lange bestehenden Freundschaft nicht trüben.

27. April - Noch steht es in den Sternen 

 

... oder - wie hier auf dem Foto - liegt "es" (oder besser: die Frage der Fragen) hinter dem Schilf verborgen: Wann wird das Tonteichbad dieses Jahr in die Saison starten? In den letzten Wochen war immer wieder von Verzögerungen durch Bauarbeiten zu lesen und in ungewöhnlich scharfer Form taten viele Kommentatoren ihrem Unmut darüber auf Social-Media-Kanälen kund. Als wir heute am Tonteich Fotoaufnahmen gemacht haben, wurden wir uns wieder einmal der Schönheit unserer Umgebung gewahr. Wir leben in der Natur und haben den Vorteil eines kurzen Weges in die Stadt. Wir sind weitestgehend vom Verkehrslärm verschont, können mit unseren Hunden die Natur genießen und trotzdem die kulturelle Vielfalt Hamburgs erleben. Und falls die Prognosen stimmen sollten, ist auch Anfang Juni die Eröffnung des Tonteichbads für alle geplant. Es gibt nicht wenige Gäste, die am Abend nur einmal auf ein Glas Wein und eine Portion Pommes Schranke den Weg dort hin finden.

26. April - Sommer, Sonne, Strand und … 

 

… noch ein klein wenig Geduld, bis es wirklich so weit ist. Bis dahin erfreuen wir uns an dem größtenteils sehr schönen Frühling und genießen die Stunden in der Sonne. So wie heute am späten Nachmittag mit dem frisch gedruckten Exemplar des Torquato Gesamtkataloges. Oft werden unsere gemachten Aufnahmen ja "nur" noch digital genutzt und umso schöner ist es für uns, dann doch mal wieder einen echten Katalog in den Händen zu halten. Ein wenig stöbern, sogar im hellen Sonnenschein, kein Mäusekino am Mobiltelefon, einfach mit Freude am richtigen Blättern und an dem gelungenen Layout.

Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf der Wartburg


Sonntag Mittag, 14 Uhr. Nur noch knapp 30 Minuten, dann geht unsere S-Bahn nach Hamburg-Dammtor. Schönstes Wetter. Und jetzt ab in die Hamburger Staatsoper. Zu "Tannhäuser". Muss das wirklich sein? Monate vorher - bei nasskaltem Wetter - fiel die Entscheidung. Nach einem kurzen Moment des Wartens hat Christian seinen Sohn gefragt: "Würdest Du mich in die Oper begleiten"? "Warum nicht?!" kam als Antwort. Kein weiteres Nachfragen, nur ungläubiges Staunen. Sofort zur Tat geschritten: Karten gekauft und einfach nur noch gefreut. Tage vor der Premiere dann doch die leise innere Stimme: "Ist das wirklich die "richtige" Oper?" Schnell nach einer passenden Einführung gesucht, gefunden und gemeinsam angehört. Die Geschichte ist schnell erzählt. Und dafür über drei Stunden reine Aufführungszeit? Aber es war dann doch soviel mehr: das gemeinsame Erleben. Die Fahrt dorthin. Christians eigene Anspannung, die er jedesmal vor einer Opernaufführung verspürt. Kaum Appetit. Konzentriert sein. Wie wird wohl die Inszenierung gefallen? In der Oper ankommen. Die Überlegung, ob die Einführung noch etwas "bringen" würde. Die eigene Bequemlichkeit. Also doch lieber durch die Foyers schlendern. Leute anschauen. Die Vorfreude steigt. Dann endlich das Läuten zum ersten Akt. Das Licht geht aus und das Stimmen-Wirrwarr verstummt. Kent Nagano geht zum Pult, verbeugt sich, die Sekunden vergehen, dann endlich beginnt das Vorspiel. Es geht - wen wundert es - um die Liebe, um das Verlangen, das Begehren, die reine Lust. Um all das, was uns Menschen seit Jahrhunderten umtreibt. Gesanglich wundervoll dargeboten von Klaus Florian Vogt als Tannhäuser, Georg Zeppenfeld als Landgraf Hermann und (uns bis dahin) unbekannten Sängerinnen und Sängern. Dem fantastischen Chor der Hamburgischen Staatsoper unter der Leitung von Eberhard Friedrich, der auch in Bayreuth seit vielen Jahren für den Chor verantwortlich ist. Dann nach etwas mehr als drei Stunden reiner Aufführungszeit, zwei Pausen, einigen Buhs für die Inszenierung, kommt das erlösende Fazit des Sohnes: "Das war gut! Und die Zeit verging wie im Fluge." Alles war perfekt. Vielleicht fragt Chrsitian im nächsten Jahr mal wieder ganz beiläufig, ob er nicht Lust hätte auf eine …, aber diesmal in Bayreuth. Dort schmeckt das Bier und das Essen nach der Aufführung einfach entschieden besser - und das darf er als gebürtiger Franke durchaus behaupten. Und als eines der nächsten Urlaubsziele ist die Wartburg in Thüringen schon einmal fest eingeplant.

24. April - Im Untergrund


Wer weiß schon, über was für kleine und große Kunstwerke wir jeden Tag in Deutschland mit dem Auto fahren? Auf unserer Wanderung zwischen Ohe und Witzhave kamen wir auch an diesem Freilichtmuseum vorbei. Eine herrliche Fläche für Künstler, die dem grauen Beton etwas Leben einhauchen, ohne dass auch nur ein Autofahrer davon etwas mitbekommt. Zugegebenerweise ist noch lange nicht alles künstlerisch wertvoll, was da so an den Wänden zu sehen ist, aber vielleicht ging dem einen oder anderen Nachwuchstalent auch einfach die Farbe aus.

23. April - Ausflug in den Norden


Samstag früh - der Wecker klingelt um sechs Uhr. Nicht gerade unsere Zeit, um das Wochenende einzuleiten. Ein Frühstück, schnell im Stehen. Kaffee für die Thermoskanne kochen, Fotosachen packen, kurz mit den Hunden raus, ab ins Auto und los in Richtung Kiel. Dort waren wir mit Wiebke und Jahne auf dem Mevs Hof in Schinkel zum Fotoshooting verabredet. Die beiden bewirtschaften dort in 10. Generation über 100ha Land, unter anderem mit Getreideanbau, welches nach der Ernte auch auf ihrem Hof gemahlen und dann an die ebenfalls im Dorf ansässige Vollkornbäckerei Kornkraft geliefert wird. Ihr neuestes Projekt ist eine im Bau befindliche Ölmühle, in der sie ihre selbst angebaute Raps- und Leinsaat zu hochwertigen Ölen weiterverarbeiten wollen. Schon in wenigen Monaten soll die Produktion starten. Wir waren heute dort, um dieses Projekt fotografisch zu begleiten. Nach einer kurzen Führung über den Hof fuhren wir mit den beiden auf eines ihrer Rapsfelder in unmittelbarer Nähe des Nord-Ostsee-Kanals. Während wir fotografierten, lernten wir "so nebenbei" noch so einiges über Böden, Fruchtfolgen, Zeigerpflanzen und die lange Geschichte des Hofes. Im Anschluss ging es dann zurück auf den Mevs Hof, wo Wiebke und Jahne die Aussaat von einem Linsen/Hafergemisch vorbereiteten. So hoch im Norden Deutschlands ist der Anbau von Linsenfrüchten noch sehr neu. Durch den Mischanbau mit Hafer als Stüzupflanze gelingt es den Linsenfrüchten zu gedeihen. Alleine wären diese nämlich zu schwach, würden am Boden liegen bleiben und könnten somit nicht geerntet werden. Nach der Ernte werden beide Arten vor der Weiterverarbeitung wieder getrennt. So haben wir heute wieder einges dazu gelernt.

22. April - Der älteste Hund der Welt


... ist Urmel natürlich (noch) nicht. Aber immerhin der älteste Hund, den wir kennen. Urmel wird im Juli 18 Jahre alt. Das ist in der Tat für Hunde ein biblisches Alter. Urmel ist eine ausgebildete Jagdhündin mit besten Eigenschaften. Ihr Herrchen Ulrich schwärmt immernoch von ihren ausgezeichneten Fähigkeiten. Von der Jagd kann die kleine Dackeldame jedoch nur noch träumen, zumal sie schon im Alter von sechs Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte. Aber sie muss ja im hohen Alter auch nicht mehr auf die Jagd gehen. Sie genießt einfach ihren Lebensabend. Seit ein paar Monaten lebt eine junge Hündin aus dem Tierschutz mit im Haus. Mailin ist ein wahrer Wirbelwind und kommt mit der betagten Urmel bestens aus. Kendo und Greta sind im ersten Moment von Urmels Passivität etwas verunsichert und nähern sich ihr nur zaghaft. Nach eineigen Augenblicken des Zögerns weicht die Berührungsangst und sie begrüßen vorsichtig die "Rentnerin", dann wird mit Mailin getobt und ein paar mal durch den Garten gerannt, nur um kurz darauf im Haus zu verschwinden, um nach etwas Essbaren zu suchen. Aber das lassen wir an dieser Stelle mal unkommentiert ... 

21. April - Am Boden


Was muss diese Getränkemarke in den letzten Jahren an Absatzeinbußen erlitten haben? Oder war sie während der letzten zwei Jahre gar ein heimlicher Pandemieprofiteur? Wir wissen es nicht, mussten aber beim Entdecken dieser Flasche im Gras an die abnehmende Berichterstattung der letzten Tage in den Medien denken. Auch wenn unser Gesundheitsminister geflissentl... äh: gewissenhaft vor dem drohenden Herbst warnt, scheint es dem Thema an sich im Moment so wie dieser Flasche zu ergehen: Leer.


20. April - Auf Entdeckungstour


Ganz in der Nähe von Hitzacker gibt es einen geheimnisvollen Wald, der eine Vielzahl von alten Gebäuden beherbergt. Für immer verlassen, zum Teil verlassen oder saisonal noch nicht wieder belegt, so ganz konnten wir das nicht heraus finden. Zugegeben: es war ein bisschen unheimlich, aber spannend war es allemal. Je weiter wir in den Wald hineingingen, desto schöner wurde es dann allerdings. Nach ein paar Kilometern kamen wir an ein ehemaliges Mineralöllager aus dem 2. Weltkrieg. Doch dazu ein anderes Mal mehr …

19. April - Little Miss Sunshine in Oldenburg in der Göhrde


Heute, als wir zum wiederholten Mal durch den Ort kurz hinter Dahlenburg in Richtung Dannenberg fuhren, mussten wir es einfach fotografieren: Das (ehemalige) Sunshine-Restaurant. Vor wie vielen Jahren dieses Restaurant die letzten Gäste gesehen hat, können wir anhand der ausgeblichenen Speisekarte nur erahnen. Woran wir allerdings sofort denken mussten, war der Film "Little Miss Sunshine" aus dem Jahr 2006. Dieser Film ist so herrlich tragisch-komisch, zutiefst menschlich und seitdem wir ihn zum ersten Mal gesehen haben, hat Christian einen Traum: Einmal mit dem Auto durch eine geschlossenen Schranke eines Parkplatzes zu fahren, so dass diese voll aus ihren Angeln fliegt. Aber: Pssst ... verratet ihn nicht ...

18. April - Das schönste PinUp Girl der Welt


"Das ist mein PinUp Girl" erklärte uns Erwing heute beim Betreten seiner Werkstatt, nachdem er bemerkt hatte, dass wir diesen Zeitungsausschnitt mit dem Foto seiner Frau Barbara an der Wand betrachteten. Liebevoll eingerahmt von diversen Werkzeugen, die der Schauspieler und Theaterregisseur für seinen Bühnenbau braucht, "wacht" sie mit ihrem ansteckenden Lachen über sein Tun. Wir haben Erwing jetzt schon einige Male erleben dürfen und jedesmal war er parallel zu unseren Fotoaufnahmen am Werken für eine neue Theateraufführung oder für die Bühne der "Kastanie". Wir fühlen uns bei Barbara und Erwing stets außerordentlich wohl, was auch daran liegen mag, dass die beiden schon immer nach der Philosophie eines "offenen Hauses" leben. 
Mit Barbara haben wir heute neue Aufnahmen für eine Foodstrecke für die "Landlust" gemacht und in den Pausen die verschiedenen Gerichte probieren können. Wie schön, dass dann immer auch Zeit für ein paar Geschichten und regen Austausch ist.

17. April - Ein bisschen Frieden am Meer


Ach, war das schön! Ostersonntag in Travemünde. Überlebensgroße Ostereier, zum Teil sogar in den Nationalfarben der Ukraine angemalt. Davor ließ es sich gut für ein Selfie posieren. Gleich daneben: eine Erlebniswelt für Kinder - neben Hüpfburg und Karrussel-Eisenbahn, gab es natürlich auch die obligatorischen Fressstände für alle Mamas und Papas und die, die es noch werden wollen. Nur eine 180-Grad-Drehung entfernt davon lag sie friedlich und ruhig vor uns: die Ostsee. Die kann auch anders, aber heute war sie brav. Keine Wellen, nur Sonnenschein. 
Zum Glück waren wir heute morgen früh genug dran und konnten diese Ruhe auch genießen. Die Tour unterhalb des Brodtener Steilufers von Travemünde nach Niendorf war nicht nur für die Hunde eine schöne Abwechslung zu unseren bekannten Spazierwegen. Ruhig und friedlich. Jedenfalls solange wir unten entlang gingen. Auf dem Rückweg oben war es ein einziger Slalomlauf zwischen Familien, verschieden großen Grüppchen und (Elektro-) Fahrrädern hindurch. Mareike nahm diese Gegebenheit eher murrend, doch Christian tauchte sofort ein in die zum Teil skurrile Welt der Bilder. Es gibt halt soviel zu sehen und fotografieren. Und schön war es am Ende für uns alle. 

16. April - Eine Hasenlänge voraus


Wir wollten auch endlich einmal "Erster" sein und haben - nicht wie alle anderen am Sonntag - schon heute zum vorösterlichen Brunch eingeladen. Das am Sonntag kann ja jeder. Dafür war es heute umso schöner. Zu sechst am Tisch. Alles in Ruhe vorbereitet. Na ja, fast. Die letzten Kleinigkeiten wurden schnell noch heute früh eingekauft (ist ja nur der verkaufsstärkste Sonnabend des Jahres). Nur (Weizen-) Mehl war tatsächlich in zwei Märkten ausverkauft. Was horten die Menschen denn jetzt schon wieder Mehl? Nun gut - immerhin besser als Klopapier. Auch wir Deutschen entwickeln uns halt weiter. So werden wir von Krise zu Krise dann vielleicht doch noch zu Genussmenschen. Und morgen, wenn alle ihre Verwandten zu Besuch haben, fahren wir an die See. Endlich mal wieder das Meer vor Augen und Sand unter den Füßen - das ist die pure Freiheit.

15. April - Ach Du dickes Ei …

… dachten wir uns heute, als wir nach mehr als vier Stunden unsere - vermeintlich - gefärbten Ostereier aus den Schälchen holten.
Dabei schien die Idee so gut: die Lebensmittelfarben, die eigentlich zum Färben von Plätzchenglasuren im letzten Dezember gedacht waren, könnten sich doch auch wunderbar zum Färben von Ostereiern eignen - zumal der Drogeriemarkt unseres Vertrauens diese auch zum Eierfärben anpries. Voller sentimentaler Gefühle und Gedanken an die eigene Kindheit, wurden die frisch hartgekochten Eier in die kräftig leuchtenden Schälchen mit farbigem Wasser gelegt. Doch schon nach kurzer Zeit kam die Ernüchterung: die Farben eignen sich wohl doch eher zum Einfärben von Zuckerguss, als zum Zaubern von bunten Ostereiern. Naja, wieder was gelernt: manchmal darf es auch mal "nicht-bio" sein. Aber wer weiß: vielleicht erleben wir morgen beim Pellen ja die große Überraschung und die Farbe ist durch die Schale hindurch diffundiert und beschert uns darunter die bunten Eier.  

14. April - Einfach einmal Danke sagen


"Esst ihr eigentlich Fleisch?" war eine der ersten Fragen, die uns Daniel stellte. Danach erzählte uns der sympathische Meudelfitzer von seinem Jagdschein, den er erst vor zwei Jahren gemacht hat, und dass er fast alles Fleisch, das er und seine Familie isst, von ihm selbst erlegt wird. 
Die erste Mettwurst, die wir von ihm bekamen, hielt genau einen Tag lang, dann mussten wir weitere zwei Monate auf die nächste Lieferung warten. Der Duft, den diese Wildmettwurst in unserer Küche verströmt, ist einfach köstlich. Ostersonnabend werden wir mit frisch gebackenen Brötchen, allerlei Käsesorten, Salaten, Marmeladen und weiteren Köstlichkeiten unsere Mütter zum Brunch einladen, um einfach einmal Danke zu sagen, dass sie uns in all der Zeit so unterstützt haben und uns immer mit ihren lieben Gedanken auf unseren Fotoreisen begleiten. Und natürlich auch ein dickes Danke an Daniel, der uns mit dieser Köstlichkeit versorgt hat.

13. April - Ein Hoch auf die Vielfalt


"Denn ich will, dass es das alles gibt, was es gibt" sang Andre Heller in den siebziger Jahren in einem Lied über die Vielfalt der Menschen. Und genauso geht es uns auch. Wir lieben tolle Nahrungsmittel, mögen Essen, das stundenlang zubereitet wird und sind gerne auf den Feldern bei Produzenten, die nach Demeter- oder Biolandrichtlinien ihre Produkte erzeugen. Und wir mögen gerne auch mal einen Imbiss aufsuchen. Gerade haben wir Fannys "Neue Imbiss Kultur“ in Wentorf - Auf dem Ralande 10 - bei der Tischlerei Spilker frisch entdeckt. Dort bietet Fanny vom Frühstück bis zum Mittagessen neben bekannten Klassikern wie der Klappstulle, hausgemachten Frikadellen, Currywurst mit Pommes, außerdem einen täglich wechselnden, selbstgekochten Mittagstisch an. Dazu ihr Strahlen, ein bisschen Sonnenschein und schon kann der Frühling kommen.

12. April - Der Herr der nordischen Esskultur


Heute waren wir mit Sebastian Junge und Jens Mecklenburg zu Besuch auf dem Gut Wulfsdorf in Hamburg. Unsere Fotoreportagen über Produzenten von nachhaltiger Nahrung geht in die letzte Runde. Bereits vor mehr als zwei Jahren waren wir auf dem Gut und haben dort Fotoaufnahmen von der Joghurtherstellung gemacht. Für Jens Mecklenburg, dem Herausgeber der nordischen Esskultur mit Sitz in Kiel, ist es ein großes Anliegen, die kulinarische Attraktivität des Nordens bekannter zu machen. Gerade, weil man das Thema Genuss beim Essen und Trinken eher mit dem Süden Deutschlands verbindet und außer Matjes und Labskaus nicht allzu viel in den Norden Deutschlands verortet. Und so ist Jens ein unermüdlicher Forscher: auf den Spuren des guten Geschmacks.

www.nordische-esskultur.de

11. April  - Kuchen aus Kindheitstagen


Wenn Christians Mutter ihre Kinder fragte: "Welchen Kuchen soll ich mal wieder backen?" wurde diese Frage stets mit: "Schoko-Pfuffer!" beantwortet. Dann folgte oft noch ein beschwörendes: "Bitte, bitte! Auf jeden Fall! Wir freuen uns schon so sehr!" Und schon wenige Stunden später gab es endlich den hoffentlich "ungesunden" Kuchen mit ordentlich viel Schokoplätzchen. Warum ungesund? Weil Christian und sein Bruder ihn am liebsten mit "normalem" (also weißen) Zucker und "normalem" (ebenfalls weißen) Mehl aßen. Gerade in einer Zeit, in der ihre Mutter eine gern gesehene Kundin im ersten Reformhaus des Ortes war, war das keine Selbstverständlichkeit. Es wurde des öfteren versucht, den Kindern einen "gesunden" Kuchen schmackhaft zu machen - mit nur mäßigem Erfolg. (Wer kennt ihn nicht - den Karottenkuchen?) Christian und Frank haben heute noch ein Trauma aus dieser Zeit des gesunden Backens, lieben aber dennoch Kuchen, frei nach dem Motto: wenn schon - denn schon. 
Wie wir kürzlich festgestellt haben, eignet sich der Schoko-Puffer auch vorzüglich für unser "Glück im Glas". Das Rezept für diese Köstlichkeit verschicken wir auf Anfrage gerne per E-Mail.

10. April - Zu Besuch bei den Austern Jungs 

 

Der Grund für unseren Besuch auf dem Isemarkt am Freitag war ein Fototermin mit Sebastian Junge vom Restaurant  Wolfs Junge bei den Austern Jungs Joost und Marco für ein Kochbuch zum Thema nachhaltige Ernährung. Was für ein Bandwurmsatz. Aber egal: Das Thema ist uns einfach wichtig. Da darf auch schon mal ein Satz, der mehr als drei Sekunden Aufmerksamkeit erfordert, geschrieben, beziehungsweise zum Lesen angeboten werden. Die Austern der Austern Jungs kommen von der holländischen Küste, sind frisch, handverlesen und wild. Nicht zu vergessen: sie sind einfach nur köstlich und das sogar schon am frühen Morgen. 

www.austerregion.de

09. April - Der Blumenmann


Kaum auf dem Isemarkt angekommen, mussten wir an Andreas denken. Ein Wortgewandter, an Geschichte interessierter Mensch, der seine Kunden mit dem (wie wir finden) schönsten Blumenangebot auf den Isemarkt beglückt. Es heisst ja so oft, Männer hätten nicht so viel Gefühl und eher wenig Geschmack - das alles trifft auf Andreas überhaupt nicht zu. Sein Stand ist eines der Highlights auf diesem sowieso schon schönen Markt in Hamburg. Er und sein Team verstehen es nicht nur Blumen anzubieten, sondern den Kunden zusätzlich ein Lebensgefühl mitzugeben. Leicht französisch angehaucht, weit entfernt von den vielbesungenen "Tulpen aus Amsterdam", sind vor allem die schon gebundenen Sträuße ein Versprechen auf reine Lebensfreude. 

08. April  - Nur mal kurz die Welt retten


Fotojob in Hamburg auf dem Isemarkt. Morgens um 8 Uhr Treffpunkt in Hamburg. Keine Lust auf Parkplatzsuche. Dazu Fotoaufnahmen für ein nachhaltiges Thema - also wollten wir einfach ein S-Bahnticket kaufen und umweltfreundlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Ziel fahren. Auf dem Bahnsteig haben wir dann diesen Aufkleber gefunden, auf dem uns vor Augen geführt wurde, dass unter der Rettung der ganzen Welt schonmal gar nichts geht. An diesem Punkt wären wir fast - etwas desillusioniert - ins Auto gestiegen, kamen dann aber zu der Einsicht, dass auch ein ganz kleiner Beitrag helfen kann, unsere schöne Welt zu schonen. Und tatsächlich geht das auch mal mit Bahn und Bus. Man muss sich dazu ja nicht gleich auf Straßen festkleben.

07. April - Marken und was wir mit Ihnen verbinden


Mit den allermeisten Automarken verbinden wir ganz besondere Merkmale. Das kann zum Beispiel die  italienische Spritzigkeit sein und gleichzeitig das (aus den siebziger Jahren stammende) Vorurteil, dass diese Autos den Rost schneller anziehen, als man gucken kann. Oder die freundliche "Knutschkugel", die sich, durch spezielles Tuning, laut unseres Freundes Friedrun, der vor ein paar Jahren genau so ein Tuningmodell fuhr, in "Ein herrlich böses Auto ..." verwandelte. 
Sofort kommen uns in diesem Zusammenhang die Zeilen eines Neue-Deutsche-Welle-Liedes in den Sinn: "Mein Maserati fährt 210 - schwupps, die Polizei hat’s nicht gesehen, das macht Spaß …" Und nicht zu vergessen die französische Lebensfreude, zwar mit nur ganz wenigen Pferdestärken ausgestattet, dafür mit umso mehr Fahrspaß, besonders in den Kurven. Bei einer Ente muss Christian immer an seine Tante denken, die in den siebziger Jahren eine ganze Zeit lang mit ihrem Exemplar von Hamburg über die Alpen nach Verona fuhr, um dort die Festspiele in der Arena di Verona zu besuchen. Ohne ABS, Knautschzone oder Navi und mit äußerst bescheidener Höchstgeschwindigkeit, dafür aber mit ganz viel Spaß. Mareike hingegen denkt bei Autogeschichten oft an ihren Opa, aber die kommen aus einer ganz anderen Kategorie und haben nichts mit den spezifischen Marken zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte.

06. April - Ensueños - Träumereien

Diesen Titel aus dem 2005 erschienenen Film "Man muss mich nicht lieben" (Je ne suis là pour être aimé) haben wir gestern gleich mehrfach bei unserem Fotoshooting mit Tangopianissimo hören dürfen.
Die Tragigkomödie handelt von einem Pariser Gerichtsvollzieher, der sich beruflich als auch privat langweilt und von seinem Fenster aus das Treiben in der gegenüberliegenden Tanzschule beobachtet. Als ihm sein Arzt rät etwas für seine Fitness zu tun, beschliesst er Tangounterricht zu nehmen. Ein großartig spielender Patrick Chesnais kommt ohne viele Worte aus, überzeugt fast nur mit seiner Mimik und Gestik. 
Dank "Tangopianissimo" hatten wir sofort wieder einige der wundervollen Szenen des Films vor Augen. Die argentinisch/deutsche Formation besteht aus fünf Musikern, die vom Quartett bis hin zum Duo in allen möglichen Varianten spielen kann. Und dass sie spielen können, haben wir gestern sowohl bei unserem Shooting, als auch im anschließenden Konzert erleben dürfen. Neben klassischen Tanzstücken des Tango Argentino, wurden auch Kompositionen von Astor Piazzolla gespielt, die die Zuhörer am Ende zu "Standing Ovations" hinriss. Danke an Diego, Amadeo, Christian, Rodolfo und Fernando (v.l.n.r.) für diesen außeregwöhnlich schönen Tag.

www.tangopianissimo.com

05. April - Pianissimo


Wir sind platt. Heute morgen starteten wir um kurz nach sechs in Richtung Rostock und sind gerade erst wieder zuhause angekommen. Dazwischen lagen nicht nur etliche Kilometer Autobahn, sondern auch der Genuss von live gespielter Tangomusik. Heute also hier nur soviel: Menschen zu fotografieren macht uns eh' schon großen Spaß, doch wenn es dann noch Musiker sind, die dazu eines unserer liebsten Genres spielen, dann kann der Tag nur gut werden. Außerdem lieben wir die Probenatmosphäre: Dieses zuerst zaghafte Einsetzen der Instrumente, was dann oft zu einer Improvisation wird, die aus einer reinen Spielfreude entsteht, lässt uns manchmal sogar (fast) vergessen auf den Auslöser zu drücken. Danke an die fabelhaften Jungs von Tangopianissimo. Morgen gibt es mehr zu sehen.

04. April - Regentage


Es ist draussen einfach verdammt ungemütlich. Grau, regnerisch, windig und kalt. Die erste Runde mit den Hunden liegt schon ein paar Stunden zurück und wir haben uns immer noch nicht komplett wieder aufgewärmt. Vor uns liegen noch unzählige Bilder, die bearbeitet werden wollen. Retusche ohne Ende. Bitte jünger, schlanker und hübscher sowieso. Wie schön, wenn man bei all diesen Alltagsdingen den Blick für die natürliche Schönheit nicht verliert.

03. April - Der Liebling aller Hunde 

 

Plötzlich stand Lothar da. Scheinbar aus dem Nichts kommend und schwer zu sehen durch die tiefstehende Sonne, bemerkten zuerst Kendo und Greta, dass da jemand auf uns zukam, den sie kennen und von dem sie fast jedesmal die schönsten Leckereien bekommen. Heute hatte Lothar leider nichts für die beiden dabei, denn er war gerade auf dem Weg zum Einkaufen. Es dauerte eine ganze Weile bis sich unsere beiden Vierbeiner beruhigt hatten und wir weitergehen konnten, denn sie haben sich zumindest ihre Streicheleinheiten abgeholt. Lothar versprach noch eine bessere Bevorratung für die Zukunft und dann ging der Liebling aller Hunde weiter seines Weges.

02. April - "Du Lauch"


Wer kennt diesen Ausspruch nicht? Hier zitieren wir einmal aus dem Wikipedia-Eintag: Die mit dem Schimpfwort "Lauch" bezeichnete Person ist demnach - in der ursprünglichen Bedeutung - schmächtig / nicht muskulös und dabei ggf. hochgewachsen, ähnlich einer Stange Lauch oder Porree. Es ist ähnlich konnotiert wie der Spargeltarzan oder die Bohnenstange.
Spätestens hier sind deutliche Parallelen zu Christian zu erkennen.

Damit zusammenhängend kann "Lauch" auch einen schwächlichen, körperlich oder in der Sozialgruppe unterlegenen Menschen meinen, ähnlich dem Schimpfwort Opfer. Lauch wird im deutschsprachigen Rap regelmäßig verwendet. Der Rapper Haftbefehl bezeichnete mit den Worten "Du kleiner Lauch" den Moderator Jan Böhmermann.

Somit eröffnen sich vollkommen neue Aspekte der Foodfotografie. Mal schauen, worauf wir in Zukunft noch so stoßen werden.

01. April - Grinsebacken 

 

Manchmal ist es einfach zuviel des Guten. Warum meinen Menschen auf Fotos nur, sie müssten lachen, lächeln oder grinsen? Liegt das an dem zunehmenden Selfie-Wahn, der die Grenze zum Debilen oft schon überschritten hat? Verbinden wir damit automatisch gute Laune? 
Besonders nervig ist es, wenn zu Wahlzeiten von jedem Laternenpfahl ein Politikergesicht (kombiniert mit einem Slogan, bei dem man sich fragt, was dieser Politiker eigentlich die letzten vier, beziehungsweise fünf, Jahre so gemacht hat) übertrieben lächelnd um Wählerstimmen wirbt. Man möchte sich bei dem ein oder anderen fragen: "Lacht er oder sie da etwa über mich?" 
Wie wohltuend ist da doch das ein oder andere Foto, auf dem ein Mensch einfach nur freundlich und aufmerksam in die Kamera schaut - und das gilt nicht nur für Politiker-Fotos ...

31. März - Ballett im Schnee


Wir trauten unseren Augen kaum, als wir heute morgen aus dem Fenster sahen. Schnee, Schnee und nochmal Schnee. Ein tolle Stimmung, nicht nur für unsere beiden Hunde, die sofort draussen umher tobten. Alles war bedeckt und eingehüllt in ein reines Weiß, dazu eine leicht diesige Lichtstimmung - fast ein wenig mystisch. Auf unserem Weg zum Kunden sahen wir dann dieses Arbeitsbühnenballett - ein surreal anmutender Anblick, der mit einer gewissen Eleganz daher kam.

30. März - Darf man einen Schlächter beim Namen nennen?

Diese Frage stellten sich vermutlich viele, als Präsident Biden in der letzten Woche Wladimir Putin als solchen bezeichnete. Macron rügte diese Ausdrucksweise gar als nicht brückenbauend, beziehungsweise nicht gesprächsfördernd. Es mag schon sein, dass ein Diplomat solche Wörter nicht verwenden sollte. Aber als was soll man Putin dann bezeichnen? Als Mörder? Als Tyrann? Als Diktator? Als Menschenverächter? Als wir heute für Fotoaufnahmen in den Hamburger Vier- und Marschlanden unterwegs waren, fuhren wir im Anschluss an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme vorbei. Dabei kamen uns sofort die Bilder in den Sinn, die Christian dort vor einigen Jahren bereits im Rahmen eines selbst gewählten Fotoprojektes ("Die Imagination des Unfassbaren") gemacht hat. Damals hat er die acht größten KZ-Gedenkstätten Deutschlands besucht und dort fotografiert.
Im Angesicht unserer eigenen Geschichte können wir froh sein, dass es zu Zeiten des NS-Regimes Menschen, selbst außerhalb Deutschlands, gab, die eindeutig Position gegen Nazideutschland und dessen Schlächter Adolf Hitler bezogen haben. Keiner mag sich ausdenken, ob und wie lange das Tausendjährige Reich ansonsten noch bestanden hätte.
Dagegen empfinden wir viele unserer heutigen, eher technokratisch geprägten, Politiker wie zum Beispiel Scholz, Steinmeier und Tschentscher als beschämend, da sie sich scheinbar lieber über den "schlechten Stil", beziehungsweise die "unverhältnismäßigen Forderungen" des ukrainischen Botschafters in Deutschland aufgeregen, als dass sie etwas tun. Was fällt denen eigentlich ein? Im Angesicht des Sterbens gibt es keine richtige oder unangebrachte Sprache, sondern nur ein beherztes Handeln. Nicht nur leere diplomatisch-korrekte Worthülsen. Gerade, damit sich Geschichte eben nicht immer und immer wiederholt.

www.christiangeisler.com/kz-gedenkstätten

29. März - Was kann man denn schon aus Sellerie machen …?!?

Zugegeben, wir sind keine großen Sellerie-Fans, aber gerade dieses Gemüse soll ja sooo gesund sein. Und dann ist diese Knolle auch noch ab und zu in unserer grünen Kiste - da ist guter Rat teuer. Oder naja sagen wir mal: ein gutes Rezept gefragt. Zum Glück fällt es uns leicht, uns immer wieder neue Zubereitungsformen auszudenken. Dieses mal ist es eine Apfel-Sellerie-Suppe geworden. Und die wurde sogar so gut, dass sie es als "Glück ins Glas" geschafft hat. Wer Interesse an dem Rezept hat, kann uns gerne eine E-Mail schreiben.

28. März - Nicht nur für Schönwettergolfer


Ungläubig standen wir vergangene Woche erst vor und dann in der Halle von Eisen7 in Glinde. Von außen eher unscheinbar, eröffnet sich im Inneren eine moderne High-Tech Indoor-Golfanlage, die mit viel Liebe zum Detail nicht nur die Herzen von eingefleischten Schönwetter-golfern höher schagen lässt. Geschäftsführer ist der Ex-Fussball-Profi Martin Harnik, der uns erst einmal eine Führung durch die gerade erst im Februar eröffnete Anlage gab. Auf etwa 600qm Fläche gibt es acht Trackman-Boxen zum Golfen, ein 50qm großes Puttinggreen und eine Etage höher eine Bar, von der aus man das Spielgeschehen aus der Vogelperspektive werden kann. Virtuell gespielt werden kann auf vielen ausgesucht schönen Plätzen rund um den Globus, vollkommen unabhängig von Wind und Wetter. Hier können sowohl Laien als auch Profi-Golfer einfach nur Spaß haben oder ihr Spiel intensiv verbessern. Also wir wissen schon, wo wir uns ganz demnächst mal rumtreiben werden ...

www.eisen-sieben.com

27. März - Kindheitsträume


Als wir jung waren gab es bei uns im Dorf einmal im Jahr Schützenfest mit einem großem Umzug und einem kleinen Jahrmarkt mit Waffelbude, Schießstand und Kettenkarussell. Daneben gastierten jedes Jahr noch einige kleinere Wanderbühnen und für uns war das jedesmal ein Abenteuer - eine irgendwie geheimnisvolle Welt. Oder der Scherenschleifer, der auf seinem Fahrrad zweimal im Jahr eine Runde durch den Ort drehte und seine Dienste anbot. All diese kleinen Ereignisse haben jedesmal die Neugierde in uns geweckt geweckt: es war spannend darüber nachzudenken, wie Reiseschausteller leben und was für Abenteuer sie in der großen weiten Welt erleben. Heute fragen wir uns eher, ob sie von ihrem Beruf auch leben können. Heute ist zum letzten Mal in diesem Frühjahr das Kaspertheater Sonnenstern am Dorfteich in Wohltorf zu Gast und beim Vorbeifahren am Abend stellten sich die selben Gefühle wir damals ein: "Auf geht’s, auf zu unbekannten Ufern."

26. März - Irren ist menschlich und manchmal auch sehr schön


Heute hatten wir einen Fototermin im Lütt Hus in Reinbek. Das Lütt Hus gibt es seit 1903 und ist eine Kneipe am Schmiedesberg. Irgendwie hatten wir hatten Gerd und Erika erwartet. Empfangen wurden wir jedoch von Max und Jan und ihren Frauen. Die beiden Schwager führen die Raucherkneipe seit September 2021 und haben großen Spaß daran. Wir waren zuerst sprachlos und dann total begeistert vom Ambiente, dem Team und der guten Laune, die die vier austrahlten. Und dann liegt die Kneipe auch noal ganz in unserer Nähe. Bequem mit der Bahn zu erreichen. Großartig, da kommen wir gerne mal auf ein (oder zwei) Bier vorbei ...

25. März - Zu Besuch im Studio 

 

Jana war bei uns zum Fotoshooting für die "Lieblingsadressen Sachsenwald". Wir haben Jana vor etwa einem halben Jahr kennengelernt und fotografiert und sie sofort in unser Herz geschlossen. Damals trafen wir uns in Ohe an einer Brücke, die über die Bille führt. Das Herbstlaub bot eine wundervolle Kulisse und es sind zauberhafte Fotos entstanden.  Jana hatte uns da schon von ihren Plänen erzählt und ist nun tatsächlich dabei, ihr eigenes Business aufzubauen. Sie liebt es, Hochzeiten und andere Events zu planen, Reden zu schreiben und zu halten, auf Events oder Hochzeiten zu singen und überhaupt alles rund um so ein Ereignis nach den Wünschen der Ausrichter zu gestalten. Und etwas, das bei diesen Dingen wichtig ist, bringt Jana mit: die Fähigkeit zuhören zu können und mit dem Herzen dabei zu sein.

24. März - Nachdenklich im Angesicht der Erinnerung


Beim Anblick dieser Figur, die in dem Brunnen im Innenhof des Hamburger Rathauses steht, mussten wir plötzlich über den Sinn unserer Tätigkeit in Zeiten des Ukraine-Krieges nachdenken. Gebaut in den Jahren 1895/96, hat dieser Brunnen nicht nur den Ersten, sondern auch den Zweiten Weltkrieg überstanden, die Gründung der Bundesrepublik sowie die Wiedervereinigung miterlebt und jetzt diesen - sehr nahe - stattfindenden Krieg. Wie können wir so weitermachen, als würde all das gerade nicht geschehen, beziehungsweise als würden gerade keine Raketen in Kiew und anderswo einschlagen? Wie funktioniert unser natürlicher Verdrängungsmechanismus? Ist er gar überlebenswichtig? Vielleicht würden wir ansonsten krank werden von all dem Leid in der Welt. Denn neben dem Krieg in der Ukraine gibt es weltweit noch zahllose andere Gewaltausbrüche, Hungersnöte und Klimakatastrophen. Also sollen wir einfach weiter machen wie bisher oder doch innehalten und über unsere Lebensgestaltung nachdenken?

23. März - Hamburg kann so schön sein


An einem Dienstagmorgen um 9 Uhr an der Hamburger Binnenalster: nur ganz wenige Touristen, eine herrliche Ruhe und es ist nicht zu kalt. Langsam erwacht der Jungfernstieg. Getränke werden an Restaurants geliefert. Die Alsterschiffe liegen am Ufer vertäut und warten noch auf ihren täglichen Einsatz. Und dann spiegeln sich die Schiffsnamen im Wasser, versprechen ein Abenteuer. Hamburg kann so schön sein. Doch wenige Stunden später, beim Betreten des Hamburger Hauptbahnhofs, fallen uns die vielen ukrainischen Flüchtlinge in der Wandelhalle auf, die soeben mit der Bahn angekommen sind und von Helfern in Empfang genommen werden. Wir sehen in ihre erschöpften Gesichter. Kinder mit ihren Müttern, fern der Heimat in einem fremden Land. Werden sie jemals ihre Heimat wiedersehen? Was bedeutet uns eigentlich Heimat? Tränen steigen in unsere Augen. Böse Gedanken in Richtung des russischen Diktators kommen auf. Dann kommt die S-Bahn und wir fahren in unser beschauliches Wohltorf.

22. März - Wer rastet, der rostet

Wie jetzt - was hat das denn mit dem Foto zu tun? Ganz einfach: gestern trafen wir uns mit Maya, einer befreundeten Fotgrafen-Kollegin, in den Boberger Dünen für gegenseitige Portraitaufnahmen. Es ist für uns elementar wichtig, immer mal wieder die Rollen zu tauschen und auf die andere Seite der Kamera zu wechseln um zu spüren, wie sich das anfühlt. Außerdem nutzen wir diese freien Arbeiten, um neue Perspektiven oder Techniken auszuprobieren und ohne Schranken im Kopf zu fotografieren. Die zwei Stunden waren herrlich inspirierend und wir haben jetzt wieder einige neue Ideen und aktuelle Bilder von uns. Also: immer schön wach bleiben.

21. März - Woher kommen eigentlich Biofische?


Das ist ja an sich schon komisch: Biofische. Oder Biowild. Wie geht das denn? Bei Wild ist das ja so eine Sache. Zertifizieren kann man frei lebendes Wild natürlich nicht - das schaffen selbst die regulierungswütigen Deutschen nicht. Also kann nur im Gatter gehaltenes Wild biozertifiziert sein. Frei lebendes Wild hingegen nicht - da kommt auch keine Beamter hinterher gerannt, um es zu überprüfen. Beim Fisch ist es ähnlich. Nur nach Öko-Standard gehaltene Fische dürfen auch als Bioware gehandelt werden. Wir waren heute für ein Kochbuch über nachhaltige Ernährung beim Forellenhof Benecke in der Nähe von Lüneburg zum Fotografieren. Dort werden Fische sowohl konventionell, als auch nach Biorichtlinien aufgezogen und einige davon zusätzlich geräuchert. 
Als Hamburger kommt man zum Beispiel jeden Freitag auf dem Isemarkt in den Genuss dieser Delikatessen. Gute Ernährung ist ein so spannendes und komplexes Thema, über das wir jeden Tag neu nachdenken, mehr und mehr danach handeln und zum Glück auch noch genießen.

20. März - Kaum zu glauben


Nach über einem Jahr waren wir endlich mal wieder mit unserem Wohnmobil unterwegs - sogar über Nacht - und es war einfach himmlisch. Fast lag ein Hauch von Abenteuer in unserer sonst so durchgeplanten Welt in der Luft. Unser Ausflug führte uns in das schöne Hollen bei Martfeld. Noch nie  gehört? Dabei liegt dort (fast) die geografische Mitte Niedersachsens. Verdanken konnten wir diesen Kurzurlaub Barbara und einem gemeinsamen Auftrag. Sie wohnt und arbeitet dort gemeinsam mit ihrem Mann Erwing und wir hatten neben den Foodaufnahmen für ein Magazin ausgiebig Zeit, die Gastfreundschaft der beiden zu genießen.

19. März - Ein guter Plan

Minutiös geplant ist oft schon die halbe Miete. Was hier aussieht wie der Strategieplan der Fußball-Nationalmannschaft oder das Storyboard einer Fernsehserie im Vorabendprogramm, ist in unserem Fall die Planung für 16 Rezepte von Barbara Stadler. Wir sind am Wochenende zu Gast, um zwei Rezeptstrecken zu fotografieren und da geht es nicht ohne einen perfekten Ablaufplan. Hilfreich sind auch die kleinen Skizzen, die den Bildaufbau erheblich erleichtern. Das Arbeiten im Garten bei strahlendem Sonnenschein ergibt Bilder von einer Natürlichkeit, die mit Kunstlicht nur schwer zu erzeugen ist. So ganz nebenbei haben wir das Glück, alle Gerichte auch zu probieren und freuen uns schon auf den heutigen gemeinsamen Abend mit Barbara und ihrem Mann Erwing.

18. März - Kat mag Raubkatzen


Und ganz besonders liebt sie Luchse. Sie sieht ihr Tattoo am Hals als Beschützer in ihrem Leben und hat sich das Tattoo in Geesthacht bei Caro und Mali im Atelier in der Rathausstraße stechen lassen. Sechs Stunden mit Pausen hat es insgesamt gedauert und Kat liebt das Anmutige, das der Luchs jetzt auf ihrem Hals ausstrahlt. In ihrer Freizeit macht sie gerne Musik, spielt Gitarre und lernt zurzeit noch Schlagzeug. Ihr Musikgeschmack reicht dabei von System of a Dawn bis hin zu Ludwig van Beethoven. In den leiseren Momenten widmet sich Kat bevorzugt Sketchnotes.

17. März - Hunde willkommen


"Schön, dass ihr da seid." waren die ersten Worte, die Frederik gestern Abend beim Öffnen der Haustür sagte. Gemeint waren aber erst einmal nicht wir, sondern Kendo und Greta. Frederik ist eben nicht nur ein exzellenter Koch, der uns mit einer Doraden an Kräutern und Zitrone verwöhnte, sondern auch ein echter Hundenarr. Während wir zu Anfang des Abends intensiv über den russischen Kriegsverbrecher sprachen, erkundeten die beiden Vierbeiner erst einmal ausgiebig die schöne Hamburger Altbauwohnung, nur um kurz darauf wieder Frederik anzuhimmeln. Am Ende dieses schönen Abends mussten wir schon einige Überzeugungsarbeit leisten, dass uns die beiden auch wieder nach Hause begleiteten. Ach ja, neben all den interessanten Themen, die wir gemeinsam besprechen können, ist vielleicht noch erwähnenswert, dass sowohl Frederik als auch Christian eine gemeinsame Vorliebe für einen großen Vorrat an Küchenrollen teilen.

16. März - Das waren noch Zeiten 


Früher war nicht alles besser, aber vieles war anders. Daran mussten wir heute beim Anblick dieses Aschenbechers im Hinterhof einer Firma in Hamburg denken. Wie das Rauchen sich im Laufe der letzten Jahrzehnte aus dem öffentlichen Bewusstsein verabschiedet hat, ohne dass es gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist. In den Siebziger Jahren wurde noch im Fernsehen geraucht und natürlich auch Alkohol getrunken. Oder auf der Autofahrt nach Dänemark. Vorne die Eltern mit Zigarette und hinten die Kinder in vollem Qualm. Später dann die Verbannung der Raucher aus den Gaststätten, Restaurants und generell aus jedem öffentlichen Gebäude. Nur in Hinterhöfen oder am Notausgang von Kitas stehen diese Reliquien einer fast schon vergessen geglaubten Zeit.

15. März - Die Schönheit des Alters

Wir lieben Hunde. Okay, das ist ja nichts neues. Und natürlich sind wir immer ganz entzückt, wenn wir einem Welpen begegnen. Doch jedes Mal, wenn wir einen älteren Hund sehen, geht unser Herz auf. 
Sie sind eigensinnig und werden vergesslich, verfolgen aber auf eine beachtliche Art und Weise sehr konsequent ihre Interessen: fressen, schlafen, fressen, kurz mal raus, fressen, schmusen und hatten wir fressen schon erwähnt? Ihre ergrauten Schnauzen, ihre ruhige und manchmal auch tüdelige Art ist entzückend und lässt über das ein oder andere Zipperlein hinwegsehen. Unser heutiger Besucher Oskar hat unsere Herzen jedenfalls im Sturm erobert. Er fällt ganz klar in die Kategorie "rüstiger Rentner", zumal er in fachkundiger Begleitung in Form von Frauchen Britta, die Hundephysiotherapeutin ist, bei uns im Studio zu Gast war. Und außerdem hat er uns an unsere damalige Hündin Laika erinnert, die fast 16 Jahre alt wurde und auch die ein oder andere liebenswerte Schrulligkeit im Laufe ihres langen Hundelebens entwickelt hat. Wahre Schönheit kennt eben kein Alter. 

14. März - Einfach mal alle Viere von sich strecken 

 

Diese Rasselbande beobachteten wir heute vormittag beim Sonnen auf dem "Hof Klostersee" (an der Ostsee nahe Grömitz) und bis auf das ein oder andere Grunzen war minutenlang nichts anderes zu hören. Bis zu dem Moment, als ein weiteres Schwein auf die Idee kam, sich direkt in die Mitte der Gruppe platzieren zu wollen. Es folgte ein endloses Quieken, Grunzen und Schnaufen, bevor endlich wieder Ruhe einkehrte und das Sonnenbad weitergehen konnte. Dabei erfuhren wir, dass auch Schweine einen Sonnenbrand bekommen können und dass es auf dem Hof extra eine Beregnungsanlage im Aussenbereich ihres Stalles für sie gibt. Dazulegen wollten wir uns dann aber doch nicht, sondern fuhren lieber anschließend noch für ein paar Minuten an den Ostseestrand.

13. März - Frühstück bei … 

 

Heute war einer der seltenen Tage, an denen Christian mit seinem Bruder und ihrer Mutter einmal Zeit zum Klönen hatte. Und wenn schon mal die Familie zusammen ist, dann soll das doch bitte auch auf einem Erinnerungsfoto festgehalten werden. Es heißt ja "Familie könne man sich nicht aussuchen" und in der Tat gab es Zeiten, wo die Kommunikation zwischen den Brüdern nicht so gut war, doch seit einigen Monaten hat sich das glücklicherweise geändert. Die beiden hören einander heute viel aufmerksamer zu, versuchen die Position des jeweils anderen zu verstehen und können Kompromisse schließen. Und am Ende freut dies nicht nur ihre Mutter.

12. März - Hochwasser 

 

Nirgends an der Elbe sahen wir so deutlich, dass seit einigen Wochen ein extrem hoher Wasserpegel erreicht ist, wie an diesem Platz. Letzten Sommer saßen wir noch unter der Schaukel im Sand, tranken Kaffee und aßen Kuchen. Jetzt ist es gerade undenkbar und die Schaukel allenfalls mit einem Gummiboot zu erreichen oder aber mit hochgekrempelten Hosenbeinen. Dennoch hält dieses Foto eine Einladung für uns bereit: Tu einfach mal etwas verrücktes - so wie damals in der Kindheit. Heute überlegen wir zuerst einmal, ob es sich lohnt. Wir bedenken die möglichen Folgen, wie zum Beispiel die des Saubermachens. Außerdem haben keine Lust auf Sand in unserem Auto.  Und dazu noch nasse Kleidung ... also lassen wir es lieber und geben diesem kurzen Impuls, sich doch durchs Wasser zu wagen, nicht nach. Zu verstehen ist das schon, schade ist es allerdings auch. Beim nächsten Regen werden wir einfach mal ohne Schirm losgehen - aber etwas wärmer darf es vorher noch werden.

11. März - Zeiten ändern sich


Auf dem Weg zu einem Fototermin in der Bergedorfer Fußgängerzone, kamen wir heute an dem alten, schon seit Jahren leerstehenden, Karstadt-Gebäude vorbei. Die Zeit der großen Kaufhäuser in den deutschen Innenstädten geht vorüber. Wo wir früher mit unseren Großeltern die schönsten Einkaufsabenteur hatten - sei es bei Brinkmann in Hamburg in der Spielzeugabteilung oder bei Karstadt die Welt entdecken - so herrscht heute vielerorts Leerstand und nicht wenige Innenstädte verlieren durch die Schließung der Kaufhäuser an Attraktivität. Schon vor etlichen Jahren, vollkommen unabhängig von der sich durch die Pandemie zusätzlich verschlechternde Lage, geriet der Warenkonzern Karstadt in Schwierigkeiten und wurde nach etlichem Hin und Her von dem österreichischen Immobilienmogul René Benko gekauft. Der damals als Retter gepriesene Benko versteht es wie kaum ein anderer, sein Immobilienvermögen zu vermehren und ist mittlerweile wohl zum drittreichsten Österreicher aufgestiegen. Den Mitarbeitern des Karstadt-Konzerns - oder auch den verwaisenden Innenstädten - hat dies leider nichts genützt.

10. März - Fisch will schwimmen


Heute waren wir im Restaurant Wolfs Junge zur Verleihung der "Grüne Michelin Sterne für die BIOSpitzenköche" in Deutschland, von denen einer auch an Sebastian Junge, den Inhaber des Restaurants, ging. Zu Gast war Marcello Gallotti vom Restaurant Erasmus aus Karlsruhe, der ebenfalls zu den Biospitzenköchen in Deutschland gehört und die Auszeichnung ebenfalls entgegennahm. Außerdem fotografierten wir auch für ein neues Kochbuch zum Thema Nachhaltige Gastronomie und dabei fiel uns dieses Detail auf. Eingelegter Fisch. Selbstgemacht. Extrem lecker.

09. März - "Jetzt spinnt ihr aber komplett" 

 

So direkt hat es uns zwar noch niemand gesagt, aber so sind fast immer die Blicke, wenn wir jemanden zum ersten Mal von unserer Rotkohl-Pesto erzählen. Vor dem ersten Bissen kommt dann in der Regel ein Stirnrunzeln und dann der erste Bissen. Staunen. Genuss. Freude. Und die Bitte um das Rezept. Manchmal ist es für uns einfach bereichernd, dass in unserer "grünen Kiste" Gemüse geliefert wird, welches wir in diesem Moment nicht auf unserem Einkaufszettel hätten. So kamen wir vor etwa einem Jahr auf Rotkohlpesto, einfach, weil wir auf der Suche nach einem "anderen" Rezept für Rotkohl waren. Dieses Rezept hat uns dann so begeistert, dass wir es in unser Repertoire aufgenommen haben. So war es dann auch ein Leichtes einen Abnehmer davon für unser "Glück im Glas" zu finden. 

08. März - Alles Käse oder was?


In der Tat dreht sich auf dem Hof Backensholz in der Nähe von Husum fast alles um Käse. Wir waren für unser Kochbuch-Projekt dort, um in einem, nach Bioland-Richtlinien, Käse produzierenden Betrieb zu fotografieren. Thilo Metzger-Petersen ist - neben seinem Bruder Jasper - für den gesamten Produktionsbetrieb verantwortlich. Thilo kümmert sich um die Käseproduktion, während sein Bruder Jasper für die Milchproduktion verantwortlich ist. Rund 70 Menschen arbeiten auf dem Betrieb im Norden Schleswig-Holsteins. Und da das Auge bekanntlich mitisst, waren wir auch in dieser Hinsicht begeistert. Der Hofladen mit Bistro, die einladenden Stellplätze für "Landvergnügen" (speziell für Wohnmobilisten konzipiert), die Milchtierhaltung, bis hin zur Käseproduktion, beeindruckten uns durch eine durchgängige Gestaltung und Haltung. Ja, Bio kann sexy sein. Wir werden in naher Zukunft sicher wieder dorthin fahren, im Bistro essen, den Hof genießen und dann am nächste Tag Richtung Nordsee weiterfahren. Ach ja, und wenn ihr mal auf dem Hof seid und Thilo seht, sprecht ihn an. Seine Begeisterung für tolle Lebensmittel wird bestimmt auf euch überspringen.

07. März - Django, das Killerhuhn


Heute waren wir für Fotoaufnahmen auf dem Haidehof in Wedel. Dort wird unter anderem Gemüse angebaut und so schön wie es auf ihrer Website geschrieben steht, können wir nicht texten:

"Umgeben von einer bunten Bienenweide haben wir im Frühling 2019 einen ganz besonderen Gemüsegarten angelegt. Neben der großen Vielfalt ist diese traktorlose und flächeneffiziente Anbauform, die international auch unter Market Gardening bekannt ist, das derzeitige Herzstück unseres Hofes. Bei unserer täglichen Arbeit verwenden wir innovative Handwerkzeuge und Mulchsysteme, die schädliche Bodenverdichtung minimieren und nützliches Bodenleben fördern." 
Sieht man einmal davon ab, dass zu dieser Jahreszeit so gut wie noch nichts zu sehen war, waren wir dennoch sehr beeindruckt. Nicht minder spannend war es, als wir uns einen Teil der Hühner angesehen haben. Dort lernten wir Django kennen. Und sie machte ihrem Namen alle Ehre, hatte anscheinend kein Erbarmen mit uns Fremden und wollte uns verscheuchen. Nur eine beherzte Hand voll Futter brachte sie augenblicklich auf andere Gedanken. Zu unserem Glück ...


06. März - Black (and white) is beautiful


Wir lieben die Farben des Lebens, die sich in allem, was uns umgibt, widerspiegeln. Die Blüten im Frühling und Sommer, das frische Grün des Laubes, das Blau des Himmels und des Meeres, das Rot der Mohnblumen und noch so vieles mehr. Und dann sind wir immer wieder erstaunt über die Wirkung eines auf Grautöne reduzierten Bildes, sei es in der Malerei oder der Fotografie. So wie bei unserem Shooting mit Ayesha in Hamburg. Nichts lenkt von ihrem Gesicht ab, auch nicht die eigentlich grünen Pflanzenblätter im Vordergrund. Wir können uns voll und ganz auf sie, auf ihren Ausdruck, konzentrieren. So lieben wir das Fotografieren von Menschen: in der Reduktion auf das Wesentliche.

05. März - Kann man Musikinstrumente auch backen?


Was für eine merkwürdige Frage. Natürlich nicht! Oder etwa doch? Als wir für "Glück im Glas" diese französischen Minibaguettes gebacken haben wussten wir sofort, warum sie Flûtes genannt werden. Sie erinnerten uns sofort an den Musikunterricht in der Grundschule: Notenlesen lernen und Blockflöte üben. Der Unterricht war leider oft so langweilig, dass die Liebe zur Musik erst viel später aufkam. Die Musiklehrerin hatte für die Schüler, die keine Flöte oder diese zuhause vergessen hatten, die tolle Idee, die Übungen auf einem Bleistift zu machen. Die Folge war natürlich, dass wir uns daraus den Spaß gemacht haben, den kürzest möglichen Bleistift hervorzuzaubern, womit das "Musizieren" natürlich unmöglich war. Unsere gebackenen Flûtes geben zwar keine Musik von sich - lediglich ein herzhaftes Knacken beim Zerbrechen oder Reinbeißen - und schmecken dafür umso besser. Als Bäcker muss man eben auch Glück haben.

04. März - Der doppelte Sonnenschein 

 

Musa ist gelernter Glas- und Gebäudereiniger und seit einigen Jahren in unregelmässigen Abständen bei uns im Studio am Wirken. Dabei geht es uns jedesmal gleich: Zuerst sehen wir ihn und seine strahlenden Augen, die umso mehr leuchten, wenn er von seinen Enkelkindern erzählt. Wenn sie bei ihm und seiner Frau zu Besuch sind, dann gibt es kein Fernsehen, kein Radio, kein Handy, einfach nichts, was die Aufmerksamkeit ablenken könnte, dann ist er nur für sie da. Und wenn Musa dann nach getaner Arbeit weiterfährt, ist es bei uns gefühlt doppelt so hell und strahlend. Zum einen, weil er uns mit seinen Geschichten berührt hat und zum anderen natürlich, weil wir wieder ungetrübt nach draußen schauen können. Fast so, als hätten wir überhaupt keine Fenster mehr. Und so ist Musa für uns ein Sonnenschein im doppelten Sinn.

03. März - In vino veritas


Doch bevor man in den Genuss des edlen Tropfens gelangt, gehört dazu eine große Portion Arbeit und Leidenschaft. Beginnend mit der Pflege der Reben im Weinberg, dem Lockern des Bodens, dem Zurückschneiden der Triebe, dem Ausdünnen der Trauben, der Weinlese, der Arbeit im Keller und nach vielen weiteren Schritten kommt dann zum Schluss die Abfüllung der Flaschen. Und genau das haben wir gestern in Hamburgs ältester Weinkellerei & Spirituosenmanufaktur Heinrich von Have fotografiert. Erst kommt die Arbeit, dann der Genuss und schlussendlich die Suche nach der Wahrheit.

02. März - Ja, ist denn etwa schon Sommer?


Was soll das denn jetzt? Gestern war doch erst (fast) Frühling und heute soll schon der Sommer da sein? Naja, das kam so: "Sommer, Sonne, Strand und Meer" könnte man das Motto unseres Fotoshootings für "Kuck mal - Dessous und mehr" nennen. Auf jeden Fall waren wir überwältigt von der Farbfrische dieser drei sehr braven Ladies. Es kam kein Mucken und Zucken von den drei Uschis, als wir freundlich um ein paar kleine Korrekturen baten und auch das "Unterfüttern" von Büchern wurde klaglos akzeptiert. Wie geräuschlos doch so ein Fototermin bei schönen Wetteraussichten über die Bühne gehen kann …

01. März - Der Frühling ist (fast) da


Sommer, Sonne, Wind und Wasser … etwas zu früh gefreut, denn wir haben gerade einmal Anfang März 2022, aber immerhin scheint bei kühlen Temperaturen die Sonne und wir konnten bei unserem Einkauf in Aumühle Constanze und Jan-Phillip Fricke vor ihrem Geschäft in der Großen Straße während einer kleinen Pause fotografieren. Einfach nur mal so - des schönen Wetters wegen - und weil wir uns auf den Frühling freuen.

28. Februar - Drei Mädels in einem Boot

Oder so ähnlich: Ein Mädelsabend in Bargteheide. Mareike, ihre Schwester Andrea und deren Mutter hatten am Wochenende eine Verabredung, um ein Geburtstagsgeschenk einzulösen. Ein Abend ganz im Zeichen der Familie mit Champagner, tollem Essen, einem schönen Film und das ganze noch in Begleitung von Kendo und Greta -  einfach nur himmlisch. In Erinnerungen schwelgen, über aktuelle Themen diskutieren und dabei den ganzen Abend schlemmen, lediglich unterbrochen von einem Film - wundervoll. Eine Wiederholung wurde bereits beschlossen.

27. Februar - Kampf ist Krampf

 

"Feministischer Kampftag ist jeder Tag" lasen wir auf einem Plakat in der wendländischen Stadt Wustrow. Jeden Tag kämpfen - wie anstrengend diese Aufforderung doch anmutet: so bleibt doch zu wenig Zeit seinen eigenen Bedürfnissen nach ein bisschen Zerstreuung nachzugehen, stattdessen Kampf und das jeden Tag. Gibt es wirklich noch so viele Männer von gestern? Wir sehen heute häufiger mal "Pullunderwürstchen" (Christian prägte diesen Begriff vor ein paar Jahren beim Anblick einer Männergruppe in Berlin), die sich dem Feminismus eher nicht in den Weg stellen. Über die Aussage "Kapitalismus tötet Dich" auf einer Plakatwand in Hitzacker grübeln wir allerdings immer noch. Hier hätte Mareike sehr viel lieber das mittlerweile verteufelte Bargeld dabei gehabt, um sich aus dem Kaugummiautomaten eines der herrlich überflüssigen Spielzeuge zu holen. Und wenn man schon an Buchstaben spart, ist es hoffentlich nicht der Anfang vom Ende, so wie hier beim Ratskeller in Wustrow. Lieber haben wir in Danneberg unseren Blick auf dieses Bild von Sophia Loren gelenkt, verspricht es doch einfach nur Lebensfreude - so ganz ohne Krampf und Kampf.

26. Februar - Nasse Füße in Wussegel


Hochwasser an der Elbe in Wussegel bei Hitzacker. Nur zwei Kilometer östlich des Ortskerns von Hitzacker entfernt, stehen wir staunend an der Elbe. Noch weit entfernt von jeder Gefahr für die Menschen, ist der Pegel der Elbe deutlich höher, als in den Wochen zuvor. Die tagelangen Regenfälle zeigen hier im Elbvorland deutliche Spuren. Wiesen, Büsche und Bäume bekommen nasse Füße und die Elbe ist auf mehr als die doppelte Breite angeschwollen. Ein beeindruckendes Naturschauspiel bei herrlichem Wetter. Hier draußen ist so wenig vom Alltag in Stadtnähe zu spüren. Kaum Verkehr, viel Weite und vor allem Ruhe.

25. Februar - Es gibt so Begriffe ...


... die muss man einfach zweimal lesen. Oder auch dreimal. Betriebsklimaforscherin ist so ein Begriff, den man erst nach genauerem Hinsehen in seiner Gänze erfasst. Kathrin Götz hat ihn uns heute zum Fotoshooting für die "Lieblingsadressen Sachsenwald" mitgebracht. Mal abgesehen davon, dass wir mehrmals hingucken mussten beim Lesen, brauchten wir auch einige Versuche, um dieses lange Wort zu Papier zu bringen. Und währenddessen hatten wir mal wieder Zeit, um uns mit Kathrin über die Umgangsformen und das Betriebsklima in Firmen zu sprechen, über Führungsqualitäten von Vorgesetzten, Wertschätzung, Mitarbeitemotivation und darüber, warum es oft so schwierig ist, die allseits bekannten Dinge in die Praxis umzusetzen. Unterm Strich kann man sagen, dass wer heute immer noch nach dem Motto "Nicht gemeckert ist genug gelobt." sein Unternehmen führt, leichtfertig enormes Potential verspielt, welches in seinen Mitarbeitern bei einem wertschätzenden Führungsstil steckt.

24. Februar - Stopp!


Endlich mal eine klare Aufforderung - nur für wen eigentlich? Für die Autofahrer? Oder, als direkte Anrede, für die Fußgänger? Heute mussten wir bei dem Anblick des Schildes automatisch an den Slogan "Stoppt den Krieg" denken, der heute von fast allen westlichen Politikern und Institutionen rauf und runter aufgesagt wurde. Komisch nur, dass noch nie jemand darauf gehört hat. Niemals. Aber als "Westler" kann man dann beruhigt sein - man hat dem Putin mal gehörig die Meinung gegeigt. Schnell noch ein paar einschneidende Sanktionen - die auch schon seit Monaten bekannt sind und auf die sich Russland deshalb schon in Ruhe einstellen konnte - noch mehr Empörung und am Ende finden sich dann alle westlichen Politiker mit der neu geschaffenen Situation ab - das wissen sie zwar schon jetzt, nur offiziell sagen darf man das natürlich nicht. Stopp der Heuchelei!

23. Februar - Manchmal muss es eben ein Bootcamp sein

Heute trafen wir und mit einer befreundeten Fotografin zu unserem ersten "Bootcamp". Wer dabei an Drill, Durch-Den-Schlamm-Robben oder unzählige Kniebeugen denkt, hat weit gefehlt. Heute ging es um innere Arbeit und die ist ja bekanntlicherweise nicht minder anstrengend. Was mit einem Frühstück mit frisch gebackenen Flutes begann, endete mit Visionen und jeder Menge Post-Its an der Wand. Der Humor kam natürlich auch nicht zu kurz und selbst die Hunde kamen auf ihre Kosten. Was wir jetzt aus unseren Erkenntnissen machen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall hat es unseren Horizont mal wieder ein wenig erweitert.

22. Februar - "Das ist ja herrlich dämlich!"


Das war nur einer der Sätze, der während unseres Gespräches mit  Gisela Mühlau entstand. War sie es doch heute, die uns darauf brachte, dass "herrlich" vom Wortstamm her von Herr und "dämlich" von Dame abstammt. So hatten wir das bisher noch nie gesehen. Christian hat Gisela vor ein paar Tagen an einem Altglascontainer in Wentorf zum allerersten mal gesehen und war nach ihren Worten: "Na, sind wir nicht schön brav?" sofort von ihrer direkten und frechen Art begeistert. Er konnte sie zwar nicht dafür begeistern, mal eine Grünglasflasche in einen Weißglascontainer zu werfen, aber sie ließ sich gerne auf ein Gespräch und ein Foto in unser Studio einladen.  Heute war es dann soweit und neben allerlei interessanten Dingen erfuhren von ihr sehr viel über Sprache, sowie deren Herkunft und Bedeutung. Sie ist für uns so etwas wie eine  "Bedeutungssucherin" und wir freuen uns schon auf unser nächstes Treffen.

21. Februar - Volle Kraft ... Genuss


Am Freitagabend waren wir bei Fischfeinkost Baier zum Fotografieren. Draussen stürmte es schon heftig, drinnen war alles schön eingedeckt. Und alle waren "an Bord". Warum? Weil Sebastian und seine Crew zum 'Sustainable Tasting Menue' mit zwölf spannenden Gänge rund um das Thema Nachhaltigkeit und Fisch geladen hatten. Wer wollte, konnte die Köstlichkeiten auch mit begleitenden Weinen genießen. Wir blieben zwar nur bis zu den Vorspeisen, aber schon diese waren einfach köstlich. Frisch. Und das alles in lockerer Atmosphäre. Mit zwei Köchen: denn seit kurzem ist neben Blas Castaño auch Tobias Fesser mit an Bord. Was für ein leckerer Abend. Ahoi.

20. Februar - Quinoa klingt wie …


… naja - auf jeden Fall klingt das total gesund und damit ist ja heute eigentlich auch schon alles gesagt. Gesund "muss" es sein. Mindestens bio, besser noch demeter - regional, saisonal, geliebt, gelebt, verstanden und noch vieles mehr. Dieses neue Rezept aus unserer Serie "Glück im Glas" hat nach Christians anfänglichem Argwohn gegenüber diesem "Schnickschnack" namens Quinoa dann aber tatsächlich doch geschafft, dass wir es innerhalb von einer Woche zweimal zubereitet (und auch gegessen) haben - einfach köstlich. 

19. Februar - Der Tag danach 

 

Heute war der Tag nach dem großen Sturm und dennoch trauten wir uns in die Wentorfer Lohe zum Spaziergang mit Kendo und Greta. Überall versperrten umgefallene Bäume den Weg. Und der ein oder andere Baum ist bislang nur deshalb nicht komplett umgefallen, weil er noch von seinen Nachbarbäumen gestützt wird. Gestern erst erfuhren wir von einem Feuerwehrmann, der zurzeit öfter bei Sägearbeiten dabei ist, dass die viele Feuchtigkeit der letzten Wochen mit dazu beiträgt, dass aufgrund des aufgeweichten Erdreiches viele Bäume umstürzen, weil sie nicht mehr den nötigen Halt haben. Zuviel Trockenheit ist also genauso schlecht, wie zuviel Regen - wieder etwas dazu gelernt. Nur Kendo und Greta war das Ganze herzliche egal. Sie erfreuten sich an der gemeinsamen Zeit draußen und an den derzeit raren Sonnenstrahlen.

18. Februar - Glück muss man haben 

 

Schwein gehabt sagt man ja gerne, wenn eine brenzlige Situation gut für einen ausgegangen ist oder wenn man einfach Glück gehabt hat. Und genau das hatten wir gestern Abend bei einer Essenseinladung bei Freunden. Wir fanden - nach einem hervorragenden Essen - in den beiden Glückskeksen, die uns von unseren Gastgebern geschenkt wurden, diese beiden bemerkens-werten Sprüche: "Du bist nicht geboren um so zu handeln, wie andere dich haben wollen."  
Wie oft verbiegen wir uns, um anderen zu gefallen und wundern uns dann doch, dass es Menschen gibt, die uns nicht verstehen oder mögen. Also können wir das auch getrost sein lassen und stattdessen nur nach unserem eigenen Gusto leben. Und der zweite Keks hatte folgenden Spruch parat: "Deine Zufriedenheit ist mit deiner Lebensauffassung verflochten" - eigentlich auch ganz einfach zu verstehen und doch nicht immer leicht zu leben - das Glas halb voll zu sehen sogt für eine größere Zufriedenheit, als das Glas halb leer zu sehen. Da haben wir ja gestern auf voller Linie Glück gehabt.

17. Februar - Kein bisschen muffig diese Muffins


"Unter einem Muffin versteht man ein kleines Küchlein, welches im Allgemeinen aus einem Rührteig hergestellt wird und in verschiedensten Geschmacksrichtungen sowohl süss als auch pikant sein kann", so lautet die Beschreibung auf Wikipedia. Muffins waren Christian immer ein klein wenig suspekt - wollte das etwa richtiger Kuchen sein oder bloß etwa eine leere Versprechung, nur so für den hohlen Zahn? Weit gefehlt! Auf das Muffinblech passen immerhin zwölf Stück und dazu können sie nach Belieben unterschiedlich sein. Dieses Mal gab es allerdings nur eine Sorte mit Äpfeln und ohne raffinierten Zucker für unser "Glück im Glas". Christian war zufrieden, auch wenn es dann auch gerne wieder "richtigen" Kuchen geben darf.

16. Februar - Austausch statt Bla Bla

 

Wie oft treffen wir auf Menschen, mit denen ein echter Austausch, geschweige denn ein Streit überhaupt noch möglich ist? Wir bekommen immer häufiger das Gefühl, dass es heutzutage nicht mehr angesagt ist einander zuzuhören, weil jede/r lediglich seinen Standpunkt vertreten möchte. Umso glücklicher waren wir, dass uns Frederik nach langer Zeit mal wieder besuchte. Er gehört zu den Menschen, mit denen ein wirklicher Austausch noch möglich ist. Kein Geschwafel, sondern echtes Interesse, Lust an der Diskussion und, wenn es sein muss, auch an der Auseinander-setzung. Und das alles immer mit einer Menge Humor. Dafür mögen wir ihn sehr. Kendo und Greta übrigens auch und wir haben vorsichtshalber vor Frederiks Heimfahrt seine Taschen kontrolliert. Man weiß ja nie ...

15. Februar - Mutmacherin Constanze

 

Constanze kennen wir bereits seit einigen Jahren. Immer zur Weihnachtszeit kommt sie mit ihrer Familie zu uns ins Studio. Dort bleibt dann aber oft nicht die Ruhe für ein längeres Gespräch. Umso erfreuter waren wir über Constanzes Gesprächsbereitschaft zum Thema "Mutmacher". 

 

Sie beschreibt sich selbst so: "Ich bin ursprünglich gelernte Bekleidungstechnikerin und habe in diesem Beruf sehr lange gearbeitet. 

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und letztes Jahr die Kreativ-Werkstatt-Reinbek gegründet. Ich bin seit 17 Jahren glücklich verheiratet. Wir haben zwei Pflegekinder, die dauerhaft bei uns wohnen, was wir als großes Geschenk empfinden. Ich habe jahrelang gehadert, dass ich wegen meiner ersten Krebserkrankung keine eigenen Kinder bekommen konnte, habe aber irgendwann festgestellt, dass es auch etwas Gutes hatte. Denn sonst wären die beiden "Spökies" nie bei uns gelandet. Ich bin tatsächlich sehr kreativ. Ich konnte das lange in meiner Anstellung nicht richtig ausleben, auch wenn ich dort ab und zu Dinge kreativ lösen musste - wenn auch selten so, wie ich es mir vorgestellt oder gewünscht hätte. Ich probiere sehr gerne Dinge aus und bin kein Freund der Massenproduktion. Mein Motto, das mich bei meiner Arbeit begleitet, ist ein Zitat von Käthe Kruse: "Die Hand geht dem Herzen nach. Nur die Hand kann erzeugen, was durch die Hand wieder zum Herzen geht." Am liebsten lasse ich meine Kreativität einfach fließen und dabei entstehen liebevolle Unikate. Diese Freude würde ich gerne auch langfristig teilen, in kleinen Workshops, aber auch wirklich klein, so dass auch jeder zu seinem Ergebnis kommt. Ich will damit nicht reich werden, sondern reich leben können und den Luxus genießen, meine Kreativität ausleben zu dürfen. Ja, wie bin ich denn? Auf jeden Fall offen, offener vielleicht, als es manchmal gut ist. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, aktuell zwar gerade nicht so, aber ich bin generell ein geselliger Typ. Ich sitze allerdings auch gerne mal allein auf der Couch und lese. Ich find auch unheimlich viel Entspannung beim Klavierspielen, wenn ich denn dazu komme."

Meerfreiheit: Warum bist Du eine Mutmacherin?

 

Constanze: Ich habe dir ja erzählt, dass ich im Dezember die Diagnose Brustkrebs bekommen habe. Vor 27 Jahren hatte ich schon einmal Krebs. Zuerst war natürlich der Schock da und meine Sorge, was das mit meiner Familie macht. Es waren auch andere Gedanken, die mir durch den Kopf gingen als vor 27 Jahren. Aber mit zunehmender Zeit und mit mehr Fakten, konnte ich das Tal der Tränen schnell hinter mir lassen und hatte dann eher das Gefühl, die nächste Aufgabe im Leben wird abgearbeitet.

 

Meerfreiheit: Was ist heute anders als damals?

 

Constanze: Ein Unterschied jetzt ist, dass ich die Therapie relativ gut vertrage und wenn es einem dann, körperlich gesehen, einigermaßen gut geht, ist das natürlich für die Stimmung sehr viel wert. Ich kann mit den Sorgen der Kinder ganz gut umgehen. Man merkt, dass es etwas macht mit den Kindern, und auch Marcus macht sich natürlich Sorgen. Der Fokus auf das Überleben hat sich dieses Mal schnell gewandelt, inzwischen sehe ich das gelassen. Ich gehe davon aus, dass ich es auch dieses Mal wieder schaffe. Ich habe in den vergangenen Wochen so viel positives Feedback und Zuspruch von meiner Familie und meinen Freunden bekommen, die auch gesagt haben, Mensch, du gehst da so locker mit um, du guckst so nach vorne, bist so positiv. Ich habe mich da schon selbst gefragt, ob ich mir in die Tasche lüge. Vielleicht verdränge ich auch Einiges, weil es noch keinen Platz dafür gibt. Dann kann ich mich später damit beschäftigen, wenn die Hauptsache durch ist für mich. Jetzt ist die Therapie dran, dann kommt danach die OP und danach kann ich mich denn mit irgendwelchen mentalen Belastungen, so sie noch da sind, auseinandersetzen.

 

Meerfreiheit: Einige Menschen sehen dich als Mutmacherin, woher kommt das beziehungsweise, woher nimmst du die Kraft und deine Zuversicht?

 

Constanze: Ich denke, die Antwort auf die Frage nach der Kraft und der Zuversicht und woher ich die nehme, die ist eigentlich in mir drin. Die ist nicht immer gleich zu sehen, aber viele, die mich länger kennen, wissen das auch. Die wundern sich vielleicht, dass immer noch eine Schippe draufgelegt werden kann, und auch ich selbst habe mich mitunter gefragt, wo die Kraftreserve noch herkommt. Aber irgendwie geht es dann doch. Und das mit dem Mutmachen, das war eigentlich meine Idee. Das ich mit meiner Denke und meiner Einstellung der Krankheit gegenüber auch nicht gewillt bin, mich von der Krankheit platt machen zu lassen. Meine Idee war es, Menschen, die in der gleichen oder einer ähnlichen Situation sind, zu zeigen, dass sie sich nicht von der Krankheit vereinnahmen und niedermachen lassen sollten und vielleicht dadurch auch ihre Sichtweise ändern können. Ich glaube auch, dass der Austausch mit anderen sehr hilfreich sein kann.

 

Meerfreiheit: Hast du eine Idee, auf welche Weise man den Menschen Mut zusprechen kann? Du hattest bereits erwähnt, dass du einen Blog schreiben möchtest.

 

Constanze: Ja, das war so die Idee, wie in einem Tagebuch. Ich hatte auch schon vor 27 Jahren die Idee, ein Buch zu schreiben. Wie du siehst, bin ich nicht sehr weit gekommen, es existiert eigentlich nur in Ansätzen das Cover und so drei bis vier Seiten Handgeschriebenes. Der Schleier des Vergessens hat sich da mächtig drübergelegt. Aber wenn ich jetzt etwas schreiben würde, dann ganz aktuell. Ob es dann am Ende beim Blog bleibt oder ein Buch wird, werden wir sehen. 

 

Meerfreiheit: Welche Erkrankung hattest Du vor 27 Jahren?

 

Constanze: Ich hatte damals Morbus Hodgkin. Das sitzt im Lymphsystem. Jetzt habe ich Brustkrebs. Man weiß nicht so genau, ob das jetzt eine Spätfolge oder eine Laune der Natur ist. Noch mal zum Thema Mutmachen: 2019 war ich zum ersten Mal bei einem Survivor-Treffen, das von der Deutschen Kinderkrebsstiftung initiiert wird, dabei und könnte ich mir vorstellen, dass ich meine Geschichte dort irgendwann einmal erzähle. Es sind alles Menschen dort, die von ihrer Krebserkrankung genesen sind. Ich bin sehr offen und rede auch mit mir nicht so vertrauten Menschen über Dinge, die mich bewegen. Meine Freundin sagt immer, wer redet, dem kann geholfen werden und manchmal ergeben sich aus solchen spontanen Gesprächen ganz großartige Eindrücke und die Chance, auch anderen ganz ungeplant Mut zu machen. Es ist wichtig, dass man nicht immer nur auf sich selbst guckt und mit Scheuklappen durch die Welt rennt.

 

Meerfreiheit: Wie gehst Du damit um, dass Du in deinem Leben schon zweimal an Krebs erkrankt bist?

 

Constanze: Meine Überzeugung war schon immer, dass alles zu irgendetwas gut ist, auch wenn man das nicht immer zeitnah erkennt. In meinem Fall sind es die Kinder. Mit 21 war ich erst mal noch weit weg vom Kinderkriegen, bis kurz vor 40 habe ich auf Grund meiner Kinderlosigkeit, bedingt durch die erste Krebs-Behandlung, viel gehadert, war zornig, habe oft gedacht, warum kriegen Leute Kinder, die eigentlich keine haben wollen und bin manchmal ein bisschen anmaßend daherkommen. Als mein Mann Marcus und ich dann, kurz vor 40, diesen Weg als Pflegeeltern gegangen sind und unser erstes Kind aufgenommen haben, hat sich für mich und uns der Kreis geschlossen. Nach zwei Jahren kam dann das zweite Kind dazu, um bei uns zu leben, von dem vorher gesagt wurde, es könne nicht gut in eine Pflegefamilie gegeben werden. Ein paar Jahre später haben dann alle gestaunt, wie gut sie sich entwickelt hat. Und auch, wenn wir eher nicht so schnell wieder ganz entspannt in der Ecke sitzen können und nicht wissen, was wir mit unserer Zeit anfangen sollen und eventuell irgendwelche Sorgen am Horizont auftauchen könnten, bin ich doch der Meinung, dass das die Bestimmung ist. Und auch, wenn es mal nicht so läuft, dass man das dann zulassen kann und es im Kopf und auch im Bauch und im Herzen ankommt, das alles zu irgendetwas gut ist, dann ist man auf dem richtigen Weg.

 

Meerfreiheit: Wie wichtig ist für Dich die innere Einstellung?

 

Constanze: Ein Beispiel: Wenn ich zu Haus bin und denke, heute bin ich ein armes Schwein, dann bekomme ich auch nichts gebacken. Wenn ich aber denke, nee, heute lasse ich das nicht zu, dann kann ich Mammutbäume ausreißen und bin am Ende des Tages erstaunt, was ich heute doch wieder alles geschafft habe.

Meerfreiheit: Als du die zweite Diagnose bekommen hast, gab es da etwas in deinem Leben, was du anders gemacht hast? Hast du da schneller oder weniger schnell Dinge entschieden, oder sagtest du dir, so, jetzt mache etwas ganz anderes, das habe ich immer schon gewollt, oder ist das Leben so weitergegangen?

 

Constanze: Es ist tatsächlich so weitergegangen. Zuerst haben Marcus und ich lange besprochen, wie wir es den Kindern sagen. Da war zuerst gar kein Raum für die Frage da, was ich immer schon mal machen wollte. Allerdings habe ich mir zum Beispiel eine schicke teure Hose gegönnt, wo ich vorher überlegt habe, brauche ich die jetzt wirklich? Aber das war jetzt wohl typisch Mädchen. Ich habe sie mir dann tatsächlich gekauft. Es war für mich ein Symbol, ich kaufe mir jetzt eine sehr teure Hose, die mir richtig gut gefällt, auch, weil ich auch davon ausgehe, dass ich sie weiterhin tragen werden kann. Wie oft in solchen Extremsituationen kommt bei mir aber auch gerne mein Freund, der schwarze Humor kurz vorbei: In diesem Fall habe ich mir ausgemalt, dass ich, wenn es doch blöd läuft, ein unheimlich schickes Outfit für den Sarg habe. Mit dem Humor kann nicht jeder umgehen, den lasse ich nach Möglichkeit nur gelegentlich durchblitzen - manchmal bricht er aber auch unkoordiniert aus mir heraus.

 

Meerfreiheit: Hat sich etwas in der Beziehung zu euren Kindern verändert?

 

Constanze: Sie sind anhänglicher geworden. Ich glaube, das ist so ihre Art, Energie zu tanken und die Stabilität nicht zu verlieren. Ich merke, dass ich mich darüber freue. Bei der Geburt eines Kindes entsteht ja üblicherweise eine starke Bindung. Durch ihr Pflegekinderdasein haben sie eine andere Art von Bindung entwickeln müssen. Jetzt kommen sie öfter auf den Schoß zum Kuscheln, das genieße ich dann auch und halte den Moment fest. Und wenn es denn einmal nicht so gut läuft, versuche ich mich an diese Momente zu erinnern, was mir nicht immer gelingt, aber daraus kann ich Kraft ziehen.

 

Meerfreiheit: Was hat sich in der Beziehung zu deinem Mann verändert?

 

Constanze: Wir haben jetzt nicht so tiefgreifende Gespräche geführt, sondern uns eher auf die Fakten konzentriert. Ich versuche, ihm zu signalisieren, wie es mir geht. Allerdings muss ich da meist auch nicht so viel erklären. Ich habe aber festgestellt, dass er versucht, sich und unserer Familienalltag so zu organisieren, dass alles gut funktioniert. Die Kinder nehmen ja nicht immer Rücksicht darauf, wie es Mutti gerade geht. Ich glaube aber, wir sind nochmal ein Stück näher zusammen gerückt. Es ist nicht so, dass wir das immer besprechen, das ist einfach so ein Gefühl, was man wahrnimmt. Zwischendurch war ich sehr mit meiner Welt beschäftigt, doch ich merke, da gibt es auch noch etwas anderes. Man überlegt, als Paar, ist das alles noch gut so, wie es mit der Familie läuft. Besonders in der Pandemie war vielleicht auch jeder ein bisschen mit sich selbst beschäftigt. Darunter hat die Kommunikation schon ein bisschen gelitten. Da müssen wir uns überlegen, wie wir uns Zeit nehmen als Familie und besprechen, was wir gemeinsam zusammen machen möchten. Das wir uns zwischendurch ein paar Highlights gönnen. Gerade haben wir einen Lama-Spaziergang gemacht, der für uns alle total toll war. 

 

Meerfreiheit: Vielen Dank für das Gespräch.

14. Februar - Las Vegas lässt grüßen


Wozu noch in die Ferne schweifen, wenn ... es schon in der Nähe ist. Wer jemals nach Las Vegas oder sonst wohin ins bunte Leben der USA wollte, braucht aktuell nur den Weg nach Hamburg-Bergedorf zu nehmen. Dort hat man den American-Style direkt vor Augen und ist geradezu geblendet von der Farbvielfalt und "Schönheit". Als wir dann noch den Namen "King Nails" lasen, war unsere Assoziation zu der Haarpracht des ehemaligen amerikanischen Präsidenten nicht mehr weit. God bless America ... oder so ähnlich ...

13. Februar - Sehnsucht nach Meer

Unsere Liebe zum Wasser hat uns gestern an den Ratzeburger See gezogen. Endlich mal wieder ein Sonnentag nach gefühlt wochenlangem Regen. Es tat gut am Wasser zu sein, Kendo und Greta beim toben zuzusehen und sich an den kleinen schönen Dingen der Natur zu erfreuen. So wie zum Beispiel an den ersten aufbrechenden Knospen der Wildrosen. Sie haben den nahenden Frühling erahnen lassen. Der abschließenden Einkauf in der Domäne Fredeburg war der perfekte Abschluss für diesen kleinen Ausflug ans "Meer". 

12. Februar - Manchmal braucht es nur ein Wort


"Hast Du das da gerade auch gesehen? Was stand denn da?" - "Ja. Liebe." - "Nur Liebe?" - "Ja." - "Da müssen wir nachher unbedingt kurz anhalten." Gesagt, getan. Auf unserem Rückweg vom Ratzeburger See fuhren wir wieder an dieser Koppel vorbei, wo dieses Wort stand, um es zu fotografieren. Es stand einfach nur da. Ohne jede weitere Erläuterung. Auf der Suche nach einer Erklärung regte es unsere Fantasie an: Meint es vielleicht die Liebe zu sich selbst? Christliche Nächstenliebe? Ist es eine Liebeserklärung für einen uns unbekannten Menschen? Die Liebe zum Essen? Zur Natur? Tierliebe? Was bedeutet für uns das Wort Liebe überhaupt? Wie ist es definiert? Gibt es überhaupt eine Definition oder kann es nur jeder für sich selbst bestimmen? So viele Fragen tauchten in uns auf und als wir nach zehn Minuten weiterfuhren, waren wir gerade wegen der Nicht-Lösung des Rätsels glücklich. Auf jeden Fall können wir sagen, dass mehr Liebe auf keinen Fall schaden kann.

11. Februar - Der Magier


Ulf Kühn ist ein Künstler unter den Hasselblad-Experten in Deutschland. Es gibt wohl kaum eine Kamera der Kultmarke, die Ulf nicht schon einmal auseinander- und später wieder zusammen-gebaut hat. Bei unserem heutigen Besuch in seiner Werkstatt staunten wir wieder einmal über seine Fähigkeiten und konnten nur ungläubig dabei zusehen, wie er mit kleinsten Schräubchen, Kurbeln, Leiterplatten oder Zahnrädern hantierte und uns zu jedem Teil auch noch etwas erzählen konnte. Nicht nur über die jeweilige Funktion der Teile, sondern auch über deren Anfälligkeiten. Und das bei den zum Teil schon über 50 Jahre alten Bauteilen. Die Begeisterung für diese Kameras ist - gerade auch bei jüngeren Fotografen, die das "bewusste" Fotografieren für sich wieder neu entdecken - ungebrochen. Auch wir werden heute noch schwach, wenn sich mit einem satten "klack" der Verschluss unserer alten Hasselblad schließt und wir vor dem erneuten Auslösen erst einmal per Hand den Film ein Stück weiter transportieren müssen, bevor das nächste Bild entstehen kann.  

10. Februar - Frühlingssehnsucht 

 

Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster war uns so gar nicht nach Aufbruch zu Mute und das besserte sich erst, als das Frühstück auf dem Tisch stand. Zwei Stunden später brachte uns dann die Post den aktuellen Torquato-Frühjahrsbrief ins Haus und wir dachten an das Titelshooting mit diesem vom dänischen Designer Hans Jørgensen Wegner entworfenen Stuhl zurück. Eine kleine Auszeit und Reise in das von uns sehr geschätzte dänische Design gepaart mit dem Hygge-Gefühl, das uns jedesmal auf Bornholm erfasst. Und da war sie wieder: die pure Reiselust.

09. Februar - Glückszeit 

 

Ein schönes Wort. Und so zutreffend. Peter war bei uns zu Besuch. Wir hatten ihn um ein Portraitfoto gebeten. Vollkommen unkompliziert sagte er zu. Noch fast in der Studiotür stehend, fingen wir an ihn zu fotografieren. Danach saßen wir mit ihm am Küchentresen zusammen, sprachen über verschiedene Reiseziele und landeten schließlich gemeinsam am Gardasee. Jeder schwärmte dem anderen aus dieser Region etwas vor. Wir schmeckten in Gedanken die Zitronen, den Wein, sahen die Oleanderblüte, wanderten durch das Hinterland. Kurzum: eine Stippvisite in Italien, die in uns allen eine Vorfreude auslöste. Nebenbei machten wir noch weitere Bilder von Peter. So haben wir einfach eine schöne, glückliche Zeit miteinander verbracht.

08. Februar - Die Magie des Films 

 

Schon komisch, wenn man sich heutzutage fragt, was wohl alles auf dem Film drauf ist. 36 Fotos - über den Zeitraum von einer Woche belichtet. Bei jedem Bild wurde vorher überlegt, ob es sich lohnt auf den Auslöser zu drücken oder eben nicht. Und dann - nach dem Entwickeln, dem Fixieren, dem Wässern, dem Trocknen und dem abschließenden Zerschneiden des Films - dauerst es eben doch noch ein wenig, bis die "geheimnisvollen" Negative erst nach dem Anfertigen des Kontaktbogens zu "realen" Bildern werden . Erst dann sieht man, was alles auf Film gebann wurde und ob ein paar der Bilder gefallen. Ein herrlicher Spaß, der uns unsere Ungeduld so gegenwärtig erscheinen lässt. Heute, wo fast alles immer sofort verfügbar scheint ist es schön, der Magie des analogen Fotografierens für einen Augenblick zu verfallen. Analoges Träumen.

07. Februar - Tausend mal berührt …
 
In unserem Fall müsste es eher heißen: Tausend mal vorbei gefahren. Aber heute war es dann soweit: auf unserer Tour ins Wendland fuhren wir wieder einmal am Göhrde-Schlacht-Denkmal vorbei, aber im Gegensatz zu den vorherigen "tausend" Malen, hielten wir an und erkundeten dieses Denkmal. Wofür steht es überhaupt und was geschah wann an diesem doch eher spärlich besiedelten Flecken im Niemandsland zwischen Hitzacker und Dahlenburg. An diesem Ort besiegte 1813 kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig ein Heer aus Preussen und Russen einen Teil der französischen Armee und zwangen sie somit zum Rückzug. Über 1.000 gefallene Soldaten aller beteiligter Nationalitäten sind hier in einem Massengrab beerdigt. Was für ein sinnloses Sterben oft weit entfernt der Heimat für irgendwelche vollkommen durchgeknallten Führer irgendwelcher Staaten, die in ihrem Geisteswahn unbedingt in die Geschichtsbücher eingehen woll(t)en. Aktuelle Beispiele gibt es ja gerade in Hülle und Fülle. Insofern kann man getrost festhalten: Aus der Geschichte hat noch nie jemand gelernt.

06. Februar - Alles auf Apfel 

 

Am Anfang ist das nackte Produkt. Wichtig allein die Qualität. Der Geschmack. Und erst dann wird daraus ein Genuss. In Form einer Apfeltorte, eines Apfelkompotts, gefüllten Bratäpfeln, Apfelpfannkuchen, Apple Crumble, Apfelkrapfen, Apfelbrot, Apfelstrudel, Apfelessig, Apfelrotkohl und so ieles mehr. Von all diesen Ideen träumten wir, als wir diese Äpfel vor uns sahen, in die Pfanne legten und sie im schönen Nachmittagslicht pur fotografierten. Manchmal reicht schon ein Lebensmittel, um zahlreiche Ideen zu bekommen.

05. Februar - Ich glaub’ mich knutscht ein Elch


Das dachten wir uns letzte Woche bei einem Kunden, als wir von unserem Aufnahmeort aus den Flur entlang schauten. Da sage mal einer, die Norddeutschen hätten keinen Humor. Auf jeden Fall führte das Schild bei uns zu einem Schmunzeln und genau das war an diesem regnerischen Vormittag die richtige Medizin, um auf keine trüben Gedanken zu kommen. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es uns, trotz Christians Vorbehalte, doch einmal in das Land der Elche …

04. Februar - Mal wieder den eigenen Akku aufladen


So oder so ähnlich beschrieb Gregor ein Situation, wie sie im Leben öfter mal vorkommt. Der Alltag bestimmt unser Tun: Kinder in die Kita oder die Schule bringen, den Haushalt in Ordnung halten, einkaufen, arbeiten, Post erledigen, Versicherungen abschließen oder sich von diesen wieder trennen, Vorsorge treffen, das Auto in die Waschanlage fahren und, und, und. Umso wichtiger ist es, sich mit Freunden zu treffen, zu diskutieren oder ins Konzert, Theater oder Kino zu gehen, um den eigenen Akku von Zeit zu Zeit wieder aufzuladen. Genau das taten wir heute mit unserem Besuch bei Gregor. Die eineinhalb Stunden vergingen wie im Fluge. Nur die einsetzende Dunkelheit ließ uns aufbrechen, erfüllt und glücklich von dem Treffen.

03. Februar - Der Reflektierte


Lasse kennen wir schon seit einigen Jahren und wir sehen uns immer mal wieder für Fotoshootings. Vor wenigen Tagen war er mit seiner Mutter und Großmutter bei uns im Studio für ein Mehrgenerationen-Portrait. Im Anschluss baten wir ihn noch darum, ein SW-Foto von ihm für unseren Blog zu machen. Uns begeistert seine Art Dinge zu betrachten. Von ihm kommen keine vorschnellen, sondern wohl überlegte Antworten. Auch das Fotografieren war ein reines Vergnügen - konzentriertes Arbeiten mit minimalen Anweisungen, die perfekt von Lasse umgesetzt wurden.

02. Februar - Überraschung


Heute brachte der Postbote uns dieses kleine Päckchen von einem unserer Kunden und wir waren ganz gerührt vom Inhalt - vor allem von den lieben Worten auf der Karte. Eine wirklich nette Geste und Motivation für unsere Arbeit. Genug der eigenen Worte - schöner als auf der Karte geschrieben geht es eh nicht.

01. Februar - Ach, Harald …


… Du bist für uns in vielen Dingen ein Vorbild und ganz besonders schätzen wir deine Unkompliziertheit. Erst gestern noch zum Abendbrot im Studio gewesen, da haben wir Dich kurz mit der Bitte auf einen Portraitfototermin konfrontiert und heute vormittag - nach spontaner Zusage - warst Du bereits wieder im Studio. Diesmal vor der Kamera. Warum wir Dich fotografieren wollten? Weil dein Gesicht Geschichten erzählt. Weil man eine ganze Welt entdecken kann. Weil Du schön bist, so wie Du bist. Nicht gekünstelt oder in eine besondere Pose hineingezwängt, sondern einfach so, wie du immer bist - absolut authentisch - absolut Harald. Danke dafür. 

31. Januar - Flaschenpost … 

 

… und was unser heutiges "Glück im Glas" damit zu tun hat. Diesmal gab es Rehragout mit Salzkartoffeln und Rotkohl. Fast hätten wir es nicht geschafft oder anders gesagt: fast hätten wir alles selbst aufgegessen. Es war nämlich am zweiten Tag noch einen Tick leckerer, als am ersten. Aber dann siegte doch die Vernunft und das Glas ging auf Reisen. Was dieses Glas nun mit einer Flaschenpost zu tun hat, ist schnell erklärt. Vor eineinhalb Jahren waren wir im Ahrtal bei Familie Bitzen im Jagdhaus Rech und kamen mit diversen "wilden" Gerichten in Berührung. Damals hatten wir - neben ein paar schönen Tagen mit der Familie - ein fantastisches Wildmenü (wer Lust und Muße hat kann in unserem Logbuch Ende Juni 2020 noch einmal von unserem Besuch dort lesen), an das wir auch heute noch mit großer Freude zurückdenken. Leider ist die Familie im letzten Jahr, wie so viele andere auch, von der Flutkatastrophe betroffen gewesen und hat bis heute mit dem mühsamen Wiederaufbau zu tun. Um ein wenig aus der Ferne zu unterstützen, bestellen wir unser Wildfleisch und Hundefutter bevorzugt bei ihnen. Hundefutter? Ja, denn die Bitzens lieben und leben den Slow Food Gedanken und das erlegte Wild wird für Mensch und Tier fast vollständig verarbeitet. Dies ist also die Geschichte, warum das Rehragout im übertragenen Sinne als "Flaschenpost" zu uns und somit ins Glas kam.

30. Januar - Um Antwort wird gebeten 

 

Warum ist die Banane krumm? Und wer macht die (Moor)möhren eigentlich wieder "dreckig" - wo doch alle anderen Möhren so schön sauber sind? Es gibt so Fragen, die jeder mal gerne gestellt und auch beantwortet bekommen hätte. Heute zum Beispiel fragten wir uns, ob Moormöhren in Wirklichkeit normale Mohrrüben sind, die einfach jemand wieder in den Sand steckt, damit sie schön - auf "Öko" getrimmt-  wieder natürlicher aussehen. Natürlich ist dies nur eine Spaßfrage, aber nicht ganz unbegründet: Unvergessen ist die von uns selbst beobachtete, viele Jahre zurückliegende Geschichte vom Geesthachter Wochenmarkt. Ein fleissiger Händler entpackte hinter seinem Verkaufswagen Spargel mit griechischen Banderolen und legte ihn lose in Holzkisten. Vorne am Stand gab es dann "frischen" deutschen Spargel der Güteklasse 1 zu kaufen. Ein Schelm, wer sich diese Fragen stellt ...

29. Januar - Was für ein Tag


Der Wecker klingelt. Sieben Uhr. Viel zu früh. Aufstehen. Kurzes Frühstück. Fotosachen packen. Alles ins Auto einladen. Nach Geesthacht fahren. Zum Modeshooting. Ankommen. Auspacken, Aufbauen. Kaffee trinken. Nach und nach kommen die Models. Erste Probefotos. Um kurz vor elf Uhr dann die ersten Aufnahmen. Susanne kümmert sich um Haare und MakeUp. Die Stimmung ist gut. Die Kollektion wartet darauf fotografiert zu werden. Nach vier Stunden eine Pause. Der geliebte Obstsalat schmeckt wie immer fantastisch. Danach geht es weiter. Am Ende sind über 2.000 Belichtungen im Kasten und das Invero Team ist mehr als zufrieden mit Sophia, Alena, Regina und Emriye.

28. Januar - Wann wir Menschen gerne zuhören?


Wenn sie etwas zu erzählen haben. So wie heute Jürgen, der auf einen Kaffee bei uns zu Besuch war. Jürgen liebt das Reisen, z.B. nach Australien, Israel, Italien oder - ja - Dänemark. Und dann gerne im Wohnmobil. Die Gegend um Hvide Sande hat es ihm ganz besonders angetan. Sein ältester Sohn lebt und arbeitet mittlerweile in Dänemark, hat dort seine dänische Frau kennen-gelernt und eine Familie gegründet. Vater und Sohn eint die Begeisterung für das Surfen. Da schlägt der jüngere Sohn ein klein wenig aus der Art - der liebt nämlich das Kiten. Alles, was wir bis heute über das dänische Leben schon mal gehört hatten, konnte uns Jürgen bestätigen: vom Tanzen um den Weihnachtsbaum (bei uns nicht möglich, steht der Baum doch meist in meist in einer Zimmerecke), der großen Familienzusammengehörigkeit, dem gemeinsamen Singen (egal ob richtig oder ein klein wenig daneben) und darüber, dass das Familienleben den meisten Dänen heilig ist und an erster Stelle steht. Doch unser Gespräch ging weit über die Gepflogenheiten der Dänen hinaus. Jürgen ist ein sehr gefühlsbetonter und empathischer Mensch und ihm bei seinen Erzählungen zuzuhören, war einfach schön und sehr berührend. Danke für diesen schönen Nachmittag.

27. Januar - 88 Jahre und kein bisschen leise 

 

Harald hat heute Geburtstag. Seinen 88ten. Als wir ihn bitten, ob wir auch seine Hände fotografieren dürfen, willigt er sofort ein und sagt: "Diese Hände haben über 50 Jahre hart körperlich gearbeitet". Harald bereitete gerade das Kaffeetrinken am Nachmittag vor und war am frühen Morgen schon im Fitnessstudio. Das ist für ihn einmal in der Woche ein fester Termin und nicht ohne Stolz erzählt er, dass er dort der älteste Teilnehmer ist. Überhaupt ist Harald ein sehr sportbegeisterter Mensch - am meistern interessiert er sich für Tennis und Fussball - und ein guter Zuhörer mit zutiefst menschlichem Verständnis. Lieber Harald, wir gratulieren Dir von Herzen!

26. Januar - Mir ist ja so langweilig!


Greta schaute uns heute mehrfach vorwurfsvoll an und gab deutlich zu erkennen, dass so ein Tag einfach nur extrem langweilig ist. Wir saßen den ganzen Tag über am Bildschirm und machten Büroarbeit. Hier ein Schreiben an die Versicherung, da eine Kontoänderung und dann noch ein paar fehlende Belege für die Steuer zusammensuchen - alles wenig spannend und wie gern hätten wir uns einfach zu ihr auf das Sofa gelegt.

25. Januar - Und das Glück geht weiter 

 

Apple Crumple schmeckt nicht nur verdammt gut, sondern ist dazu auch noch leicht und schnell zu machen. Da war es schon fast am schwierigsten, alles einigermaßen ansehnlich in das Glas zu füllen. Dazu schnell noch ein wenig Schlagsahne geschlagen und ab ging die Lieferung in die Nachbarschaft und wurde mit einem Lächeln in Empfang genommen. Hiervon haben wir dann selber noch jeweils eine Portion für uns über behalten und genossen. Doppeltes Glück halt.

24 .Januar - Im Wildkräutergarten


Heute waren wir wieder im Wendland unterwegs und haben uns auf die Spur der Wildkräuter begeben. Als eine der besten Kennerinnen (essbarer) Wildkräuter gilt Christina Schuster aus Neu Lebbien. Wir verbrachten über zwei Stunden in ihrem Garten, bekamen praktische Hilfe beim Bestimmen und Erkennen dieser zum Teil noch winzigen Pflanzen und staunten darüber, wie viele Pflanzen das ganze Jahr über wachsen - und gegessen werden können. Schnell hatten wir nur noch Augen für diese kleinen Schätze zu unseren Füßen. Das vorrangige Ziel von Christinas Arbeit rund um die heimischen Wildkräuter ist die Wieder-Ausbreitung der Natur in den Gärten, worüber sie uns heute viel erzählen konnte und unseren Blick für den eigenen Garten noch einmal in eine ganz andere Richtung gelenkt hat. Und trotz der nicht gerade einladenden Temperaturen haben wir noch eine ganze Weile über Gott und die Welt gesprochen, unter anderem tauchte dabei die Frage auf, ob es sich in unserer westlichen Welt oder als im Urwald geborener Mensch glücklicher leben lässt. Leicht durchgefroren, aber voller neuer Eindrücke und Denkanstöße fuhren wir erfüllt wieder nach hause und freuen uns schon jetzt auf unseren nächsten Besuch in Christinas Wildkräutergarten.

www.wild-kraeuter.de

23. Januar - Kreativität kennt kein Alter 

 

Entweder man ist kreativ oder man ist es nicht - es ist definitiv keine Frage des Alters. Christa Baumann wohnt in Kiel, ist aktive Künstlerin und das schon ihr ganzes Leben lang. Heute waren wir bei ihr im Atelier zu Besuch und sprachen über Kunst, Können und Kommerz. Christa arbeitet gerade an ihrer neuen Internetpräsenz und außerdem an weiteren Möglichkeiten, ihre Kunstwerke über verschiedene Onlinegalerien zu vermarkten. Sie ist ein belesener, wacher Geist mit einem offenen Auge für die Kunst und ihre Umwelt. Die vielen Fundstücke in ihrem Atelier zeugen von ihrer Liebe zur Natur. Ein durch und durch inspirierender Besuch für unsere eigene Arbeit. Und ganz nebenbei ist Kiel eine oft zu Unrecht verkannte und interessante Stadt.

22. Januar - Licht und Schatten oder die Liebe zum Detail 

 

Kurz nach Sonnenaufgang führt bei uns der erste Weg in die Küche zum Kaffekochen. Danach ein kurzes Innehalten. Heute morgen wanderte unser Blick dabei zu den beiden Flaschen, die direkt von den ersten Sonnenstrahlen getroffen wurden. Die Lichtstrahlen brachen sich in deren Glas und es wurde ein bezauberndes Licht- und Schattenspiel auf die Wand gemalt. Es sind diese kleinen Augenblicke, die jeden Tag so besonders machen und die uns den Blick für die Schönheit im Kleinen aufzeigen. Ob es die besonders strukturierte Rinde der großen Eichen vor unserem Studio ist, die zaghaften Triebe der Krokusse, die anfangen die Rasenoberfläche zu durchbrechen oder die Kruste auf den selbst gebackenen Brötchen - die Liebe steckt halt oft im Detail.

21. Januar - 3 Millionen Klicks


Unser Leben besteht aus Millionen von Klicks am Computer. So jedenfalls kommt es uns oft vor, wenn wir dadrüber nachdenken, wie viel Zeit unseres Berufslebens wir für das Bearbeiten von Bildern verwenden. Und noch einen Pickel wegretuschieren, noch eine Falte ("Oh mein Gott, habe ich wirklich schon so viele…?") glätten oder verschwinden lassen, die ein oder andere Körperform verflüssigen ("Sie sind ja richtige Schönheitschirugen!"). Damit verbringen wir wie gesagt einen Großteil unserer Zeit, um bereits schöne Menschen noch zu perfektionieren. Und auf die schlaue Frage, wo denn das wohl noch hinführen würde, fiel uns leider auch keine schlüssige Antwort ein. Vermutlich führt es aber einfach zu noch mehr Klicks.

20. Januar - "Glück im Glas" kann auch mal kleine Brötchen backen


Warum nur Kochen? Wir haben kürzlich nämlich auch das Backen für uns entdeckt. Wir lieben die schweizer "Buerli" Brötchen und haben länger nach einem Rezept gesucht, das unkompliziert umzusetzen ist und wo das Ergebnis so schmeckt, wie wir es in Erinnerung hatten. Gesucht, gefunden, ein paar mal gebacken, zum Probeessen verschenkt und natürlich schon des Öfteren selber genossen.  Jetzt haben wir ein paar Buerlis zum ersten Mal als "Glück im Glas" an eine liebe Nachbarin verschenkt. Als nächste Herausforderung beim Backen haben wir uns ein Baguette oder - noch besser - französische Flutes vorgenommen. Die ersten Versuche waren schon himmlisch und ein bisschen wie Verreisen …

19. Januar - Ach, Maya war das …


… schön, dich endlich einmal wiederzusehen. Keine E-Mail, kein Telefonat, keine SMS oder WhatsApp kann das auch nur ansatzweise ersetzen: ein Treffen von Mensch zu Mensch. Heute war es nach längerer Zeit mal wieder soweit. Zuerst ging es mit den Hunden eine große Runde durch die Wolfsschlucht, danach auf einen Kaffee und Applecrumble ins Studio und dazu - was am wichtigsten war - ein offenes und ehrliches Gespräch über Gott und die Welt. Ja wirklich, unser Glaube spielte eine Rolle dabei. Genau wie die Frage der Rolle der Kirche in Zeiten der Pandemie. Verschlossene Kirchentüren. Abgesagte Gottesdienste. Kaum eine versöhnende Stimme der Kirche zurzeit - all das und noch so viel mehr waren unsere Themen heute und wir haben uns für ein zeitnahes Bootcamp verabredet. Warum? Einfach, damit wir Klarheit über das, was wir besonders gut können und machen wollen, bekommen, um uns daraufhin besser auszurichten in der Zukunft. Danke für deinen heutigen Besuch, Maya, er war einfach bereichernd und inspirierend.

18. Januar - Blick in die Zukunft 

 

Hat davon nicht jeder schon einmal heimlich geträumt? Ein bisschen in die eigene Zukunft schauen zu können? Das gelang uns vor einiger Zeit so ganz ohne jeden Hauch von Science Fiction. Beim Anblick dieses Seniorendorfes konnten wir uns auf einmal vorstellen, in ein paar Jahrzehnten selbst dort zu sitzen oder sitzen zu müssen, weil es anders nicht mehr geht. Und als wir darüber nachdachten wurde uns klar wie kostbar die Zeit ist und wie wichtig es ist, sie zu nutzen. Denn sie ist ein Geschenk an uns. Kein Mensch weiß wie lange er hier sein darf oder wie es gesundheitlich weitergeht und deshalb haben wir uns an diesem Abend vorgenommen, öfter von den Dingen, die wir erleben möchten, zu erzählen und sie dann auch zeitnah umzusetzen. Einfach nichts mehr auf die lange Bank schieben.

17. Januar - Vollkaskogesellschaft 

 

"Das müssen wir aufstellen, sonst kommen wir in Teufels Küche", so lautete die Antwort eines Gemeindemitarbeiters am See in Bayern, als wir ihn auf das Schild ansprachen, auf dem geschrieben stand: "Baden auf eigene Gefahr". Auf wessen denn sonst, haben wir uns gedacht und gleichzeitig mussten wir an ein Schild in Wohltorf am Waldrand denken, auf dem die Aufschrift steht: "Vorsicht vor herabfallenden Ästen". Aha, im Wald können Äste herabfallen oder Bäume umstürzen und beim Baden kann man ertrinken. Danke für diese neue Erkenntnis. Was uns der Gemeindemitarbeiter noch erzählte, macht es aber auch verständlich, warum diese Schilder da stehen. Man könne gar nicht so verrückt denken, wie manche Mitmenschen Anwälte bemühen, weil ihnen ein Unglück widerfahren ist und sie angeblich nicht darüber informiert wurden, dass es an dieser Stelle gefährlich sein könnte. Ganz schön traurig und schöner machen diese Schilder die Umgebung leider auch nicht.

16. Januar - 365 Tage – 730 Fotos


Unsere selbstgewählte Fotoaktion aus dem letzten Jahr ist seit gut zwei Wochen beendet und wir stecken noch mitten in der Bearbeitung der Bilder. Jeden Tag haben wir uns gegenseitig fotografiert. Manchmal haben wir uns gefragt, warum wir das eigentlich machen, zumal die meisten Fotos gefühlt zwischen 23 und 0.30 Uhr entstanden sind. Jetzt, mit ein wenig Abstand, gibt es Momente, wo sie fehlt, diese täglich wiederkehrende Routine, die doch nie zur Routine wurde. Die Bilder zeigen so vielen Facetten, Stimmungen, Verwandlungen, Posen, Schauspielerei, Wahrheit, Schönheit, Klarheit, Erkenntnis. Es waren so viele Varianten dabei, dass wir durch sie einen neuen Blick auf uns selbst gewonnen haben. Und das macht diese Aufnahmen für uns so wertvoll. Ganz besonders, weil sie ohne jegliche Bildretusche sind.

15. Januar - Josi 

 

Josi ist 19 Jahre alt und Mareikes Cousine. Abgesehen davon, dass Josi sich sehr für Musik interessiert und einen besonderen Modegeschmack hat, ist sie eine hervorragende Schülerin und macht im nächsten Jahr ihr Abitur. Sie ist intelligent. Humorvoll. Politisch und gesellschaftlich bestens informiert. Und sie ist eine tolle Gesprächspartnerin mit einer eigenen Meinung. All diejenigen, die so gerne auf die Jugend schimpfen, können wir beruhigen - es gibt und gab zu jeder Zeit Hoffnung für die Zukunft. Manchmal hilft auch ein Blick in die Vergangenheit: "Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte." Das stand schon vor ca. 3000 v. Christus auf einer Tontafel der Sumerer. Nach unserem Gespräch mit Josi können wir dies jedoch nicht bestätigen. 

14. Januar - Das "Glück im Glas" geht weiter


Wir haben uns über die positiven Rückmeldungen zu unserer "Glück im Glas" - Aktion sehr gefreut und damit gleich weiter gemacht. Wir würden uns riesig freuen, wenn sich auch noch andere Menschen daran beteiligen wollen und in ihrem Umfeld ebenfalls Menschen mit einer Mahlzeit beschenken. Diesmal ist es ein Glas mit Rote Bete, Schafskäse, Rucola und ein paar Walnüssen. Das Rezept ist super einfach und schmeckt zudem köstlich, auch wenn die hier beschenkte Person sich nach eigener Aussage erst einmal "hinein essen" musste ...

13. Januar - Über Umwege zum heiligen Vater


Unglaublich. Jetzt hat Franz Hümmer es schon auf den Titel der katholischen Sonntagszeitung für die Diözese Würzburg geschafft. Und irgendwie indirekt wir ja auch. Zumindest fotografisch. Aber in Wirklichkeit liegt das nur an dem sympathischen Franz aus Fatschbrunn im Steigerwald, der unermüdlich Kulturpflege betreibt, indem er sich um die alte Art der Herstellung von Hutzeln kümmert. Inklusive Landschaftspflege mit uralten Birnensorten. Wer einmal in Fatschenbrunn war, gesehen hat, wie sich der kleine Ort harmonisch in das Tal schmiegt, der kommt bestimmt wieder. Und das Handy kann man auch getrost im Auto liegen lassen. Als Steigerung zum jetzigen Titel auf der katholischen Zeitung könnten wir uns einen Termin direkt mit dem heiligen Vater in Rom vorstellen, nein lieber wünschen, sozusagen als fotografische Pilgerreise. Und solange keine Nachrichten aus dem Vatikan eintreffen warten wir ab, lehnen uns zurück, trinken eine Tasse Tee und freuen uns über den Torquato-Neujahrsbrief, der uns ebenfalls mit der Post erreichte. Gedruckte Fotos sind doch einfach am schönsten.

12. Januar - "Da könnte ich echt durchdrehen"


Beim Anblick dieser Dartscheibe denken wohl die Allermeisten an die gerade abgelaufene Dart-WM im Alexandra Palace mit dem neuen Weltmeister Peter Wright aus Schottland, der aussieht, als würde er gerade seine Jugend noch ein wenig nachholen. Sei’s drum, bei uns kommt da eine ganz andere Erinnerung hoch. Und das nicht nur beim Dartspiel sondern auch bei anderen sportlichen Miniwettkämpfen zwischen uns. Es ist nämlich zum Verrückt werden. Auf Mareikes Frage: "Hast Du Lust auf ein Spiel?", kommt von Christian meistens als Antwort ein: "Na gut, wenn Du unbedingt willst, aber so richtig Lust habe ich eigentlich nicht ... " Dann beginnt immer und immer wieder dieselbe Prozedur. Christian spielt scheinbar leicht gelangweilt, kann es meistens auch gar nicht so richtig gut, Mareike strengt sich an und verliert dann doch fast immer. Was bleibt, ist die reine Fassungslosigkeit. Bis es dann wieder heißt: Neues Spiel, neues Glück ...

11. Januar - Glück im Glas


Wir kochen gerne. Wir essen gerne. Und Christian kocht oft viel zu viel - frei nach dem Motto "Wenn man schon mal dabei ist, dann ist es einfach schön, einen großen Topf zu nehmen und sich vorzustellen, es kämen gleich noch ein paar Freunde spontan zum Essen vorbei." Doch das ist ja nur selten der Fall und unser Gefrierfach definitiv zu klein.
Aber wir denken ja gerne in "Projekten" und nachdem wir uns im letzten Jahr Tag für Tag gegenseitig fotografiert haben, haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen, einmal in der Woche eines unserer Lieblingsrezepte zu kochen und das Ergebnis zu fotografieren. Und als wir dann am letzten Wochenende vollkommen unerwartet ein Geschenk aus Berlin erhielten, kam uns die Idee, nicht nur für uns zu kochen, sondern jeweils eine Portion an eine allein wohnende Person aus unserem Bekanntenkreis zu verschenken. Schon oft haben wir gehört, dass es vielen Alleinstehenden wenig Spaß macht, Tag für Tag nur für sich selbst zu kochen. Uns bereitet schon der Gedanke beim Zubereiten des Essens an die zu beschenkende Person eine große Freude. Der Spaß beim Kochen verdoppelt sich sozusagen. Und darüber sind wir sehr glücklich. Und so wird unser Glück zu Glück im Glas.

10. Januar - Blind-Date

Wir kannten einander nur vom Telefon und von den Fotos auf unseren Websites, als wir Dana an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen zum Fotografieren trafen. Das Wetter spielte herrlich mit und um ein wenig mehr Ruhe zu haben, gingen wir erst einmal an das Ende des Pontons. Auf unserem kurzen Weg kamen wir schnell und leicht ins Gespräch und Danas positive Energie war sofort zu spüren. Dana lebt und arbeitet in Hamburg, ist von ganzem Herzen Mutter zweier erwachsener Kinder und hilft vor allem Frauen ihr wahres selbst zu erkennen und sich gegebenenfalls aus toxischen Beziehungen lösen zu können. Nach dem Fotoshooting klönten wir noch eine ganze Weile weiter und genossen neben dem schönen Wetter wieder einmal die Begegnung zu einem besonderen Menschen, den wir soeben erst kennen gelernt hatten.

09. Januar - Vier Jahre ist es schon her, … 

 

… dass wir Nina fotografiert haben. Die sympathische Hamburgerin haben wir über ein Modelnetzwerk für einen damaligen Fotoauftrag gefunden und schon damals hat uns ihre raue und herzliche Art sofort begeistert. Kein Wort zuviel, dafür immer direkt auf den Punkt kommend, ist Nina uns in Erinnerung geblieben. Jetzt zum Jahresanfang war es wieder soweit und die Verabredung für ein freies Fotoprojekt in schwarz/weiß ging schnell und umkompliziert. Zwei Stunden kreativer Zusammenarbeit liegen hinter uns und die Ausarbeitung der Bilder kann beginnen.

08. Januar - Überraschung gelungen oder: Warum wir heute kurz sprachlos waren


Geträumt haben bestimmt schon viele Menschen davon, getan haben es aber sicher die wenigsten: Mal etwas verrücktes machen. So ist es eben. Der Alltag frisst uns auf und dann ist da ja noch unsere Bequemlichkeit. Nicht, dass wir etwas dagegen hätten. Wir sind ja selber auch gerne Couch-Potatoes, und das öfter, als wir es eigentlich sein wollen. Und dann gibt es die Menschen, die es einfach tun, etwas verrücktes. so wie eine uns bis heute vollkommen unbekannte Person aus Berlin, die vermutlich über unsere Slow Food Fotos auf unseren Blog aufmerksam wurde. Für uns begann diese Geschichte heute mit dem Postboten, der mit einigen Päckchen vor uns stand. Darunter war auch ein Umschlag aus Berlin. "Christian, hast Du etwas aus Berlin bestellt?",  "Nein, wieso?",  "Weil hier ein Umschlag angekommen ist.",  "Aha, kennst Du den Absender?",  "Nein." Unsere Neugierde war geweckt und kurze Zeit später waren wir sprachlos - was selten passiert. Auf dem Packpapier des aus dem Umschlag genommenen Gegenstands stand: "Erste verrückte Tat des Jahres! Beschenke jemanden, den Du überhaupt nicht kennst!" Sofort wurde weiter ausgepackt, dann kam dieses Kochbuch zum Vorschein und auf der beiliegenden Karte noch eine Einladung auf einen Plausch auf einer Berliner Terrasse. Wie schön ist das! Die Welt ist voller Überraschungen. Wir sagen vielen lieben Dank und freuen uns schon auf ein Treffen mit Nicole.

07. Januar - Eine erfüllende und leckere Zusammenarbeit


Barbara ist ja bekannterweise eine tolle Köchin, Mitglied der Slow Food Chef Alliance, TV-Köchin, großartige Gastgeberin und schreibt auch Rezepte für Magazine. Wir trafen uns erneut bei ihr zum Fotografieren einer Rezeptstrecke, die im Herbst in der LandLust veröffentlicht wird. Am Ende des Tages wollte Barbara noch einmal in Ruhe alle Bilder anschauen, die über die ganzen Stunden, an denen sie in der Küche oder beim Anrichten war, entstanden sind. Wir haben die Zeit ebenfalls gut genutzt und uns durch die verschiedenen Speisen durchprobiert - es war ein Fest.

06. Januar - Wie viele Jahre ist das denn schon her? 

 

Das letzte Mal hatten wir uns vor über fünf Jahren gesehen und gesprochen. Vor ein paar Tagen stand Hans-Ulrich vollkommen unerwartet vor unserer Tür und aus einem kurzen: "Hast Du einen Augenblick Zeit?" wurde dann ein einstündiges Gespräch. Mit Hans-Ulrich haben wir früher sehr gerne bei einem großen Hamburger Maschinenbauer zusammen gearbeitet - legendär waren nicht nur die von ihm mitgebrachten Kekse, die so manches nächtliche Shooting versüßten, sondern auch unsere zahlreichen Gespräche über Gott und die Welt. Genau wie heute. Wie genau betrachtet man eigentlich Menschen, haben wir uns nach Hans-Ulrichs Besuch gefragt, denn wenn er nicht erzählt hätte, dass sein Bart jetzt ja abrasiert sei, wäre es uns gar nicht aufgefallen - genau wie seiner Frau, die es auch nicht sofort registrierte.

05. Januar - Das kann doch nicht so schwer sein - oder? 

 

Schwer vielleicht nicht, dafür aber umso langwieriger, denn ein guter Teig braucht seine Zeit. Das lasen wir jedenfalls, als wir uns auf die Suche nach einem Rezept für Brötchen machten, genauer gesagt nach einem für Bürlis. Die stammen aus der Region St. Gallen in der Schweiz und erinnern uns an so manchen Aufenthalt in Zürich. Aber wie das oft so ist, steckt doch etwas mehr Arbeit hinter dem Kochen und Backen als gedacht. Zuerst einmal stellte sich der Teig als erstaunlich klebrig heraus und Christian brauchte eine ganze Weile, um die stark haftenden Teigreste von den Händen zu waschen. Nach einer mehr als 16 stündigen Ruhezeit waren die Bürlis dann allerdings schnell gemacht und die ersten acht Stück sind schon verzehrt - mit großem Genuss. Und "Wer hat’s erfunden?" Wir nicht. Trotzdem lecker.

04. Januar - Im Dialog bleiben


In der letzten Woche haben wir nach längerer Zeit Claudia wiedergesehen. Nach einem ausgedehnten Spaziergang an der Bille, ging es dann leicht angefröstelt noch auf einen "kurzen Kaffee" ins Studio, doch schnell entwickelte sich ein reger Meinungsaustausch und aus einem Kaffee wurde schnell ein zweiter. Es ging um das Abnabeln der eigenen Kinder, um das "bei sich bleiben", um Zuhören und die Fähigkeit Streiten zu können und vieles mehr. Am Ende war nur Chelsea dann vermutlich sehr froh, den Avancen von Kendo und Greta "endlich" zu entkommen - zumindest lässt ihr Blick auf dem Foto es vermuten ...

03. Januar - Grenzenlose Liebe 

 

Die Liebe zum Hamburger Sportverein sieht man hier schon von weitem. Sehr interessant sind für uns auch die Fragen, in welcher Bettwäsche und Unterwäsche dieser Fussballfreund wohl lebt? Ob auch die Handtücher gebrandet sind? Das Geschirr? All die kleinen Dinge des Alltags, die uns helfen am nächsten Morgen noch zu wissen, welchem Verein man eigentlich die Treue halten möchte. Und wie oft das Vogelhäuschen in den letzten Jahren, ob der verpassten Aufstiege, nicht schon das Zeitliche segnen sollte? Ein kleiner Trost für diesen Fussballfreund könnte jedoch sein, dass es den Vögeln vollkommen egal ist, in welchem Häuschen sie ihr Futter bekommen. 

02. Januar - Reise in fremde Welten


Wir waren wieder einmal bei Claudia zu Besuch, nicht zuletzt auch, weil wir neugierig auf ihre neuesten Lego-Kunstwerke waren. Und in der Tat, wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Für Claudia ist das genaue Betrachten der Gebäude oder - wie in diesem Fall - des Ninjago Flugseglers, eine Reise in die Fantasie aller Möglichkeiten. Es sind dann keine konkreten Geschichten, die sich dann abspielen, sondern die große Freude über die oft verborgenen Details und Farben. Dieser Flugsegler besteht aus 1.781 Teilen und wurde von ihr in für uns unvorstellbarer Rekordzeit von zwei Tagen zusammengebaut.

01. Januar - Wie klasse ist das denn Bitte?!


Gestern waren wir zum Titelshooting für die nächste Ausgabe des "Sachsenwalders" mit Max verabredet, um ihn zu portraitieren. Max hat im letzten Jahr sein Abitur erfolgreich bestanden und war sich damals nicht nicht sicher, in welche Richtung es einmal beruflich für ihn gehen soll. Deshalb interessierte er sich für ein freiwilliges soziales Jahr und da er seit seinem vierten Lebensjahr selber begeisterter Handballspieler beim TuS Aumühle/Wohltorf ist, lag es für ihn auf der Hand sein FSJ in der dortigen Handballabteilung zu absolvieren. Wir wussten bis gestern nicht, dass so etwas möglich ist. Eine überaus vielseitige Beschäftigung im sportlichen Bereich – wie klasse ist das denn …

31. Dezember - So müssen sie sein


Zumindest für uns. Am Silvestermorgen um acht Uhr und schon Schlange stehen? Ja, denn wer nicht hören will (also frühzeitig vorbestellen), muss eben fühlen (eben Schlange stehen). Heute war Christian dran mit dem Besorgen der letzten Leckereien für Silvester und es dauerte genau 45 Minuten, bis er an der Reihe war. Aber es lohnt sich! Die Berliner von Baumgarten in Aumühle schmecken einfach sensationell und nur an Silvester trauen wir uns, sie auch in hemmungslos großen Mengen zu genießen. Ansonsten eher zurückhaltend an und ab mal einen - "Bitte mit Guss" - über das Jahr verteilt, nur heute dürfen es auch bis zu vier Stück sein. Genau dafür gibt es ja dann die "guten Vorsätze" für das neue Jahr. Die meistens nach ein oder zwei Tagen wieder vergessen werden, aber das ist ein anderes Thema ...

30. Dezember - Es gibt nur eine Sonne


Diese einfache Wahrheit bekamen wir schon früh während unserer Ausbildung "eingebläut". Und in der Tat wirken Portraits oft am natürlichsten, wenn auf viele verschiedene Lichtquellen verzichtet und stattdessen mit nur einem einzigen Licht gearbeitet wird. Genau das haben wir uns für unsere Arbeit im neuen Jahr vorgenommen: Reduzierung auf das Wesentliche, nämlich die Bildwirkung. Danke an unser Model André.

29. Dezember - Lichtmalerei


Drei Birnen auf einem Tisch und ein klein wenig auf die Lichtführung achten. Fertig ist das "Gemälde". Es wirkt verträumt, fast poetisch durch die Reduzierung der Farbe ins fast "farblose". So gut diese Birnen auf dem Foto auch aussehen, so wenig schmeckten sie leider ...

28. Dezember - Im Gegenlicht


Umrisse reichen manchmal aus, um einen Menschen wiederzukennen. So war es auch bei unserem Waldspaziergang vor ein paar Tagen, als wir in der Ferne, durch das extreme Gegenlicht geblendet, nur Anhand seines markanten Hutes, Peter erkannten. Er war gerade selbst auf einer kleinen Fototour unterwegs und auf der Suche nach Eisformationen, die sich am Rande der Bille gebildet hatten, um diese zu fotografieren. Peter fotografiert schon seit Jahrzehnten mit Kameras der Marke Pentax. Das weckte bei Christian sofort die Erinnerung an seine Pentax MX – ein fast unverwüstliches Kameramodell aus den 80er Jahren. Und so tauschten sich die beiden noch eine Weile über die Vorzüge dieser Kameras aus, bevor wir dann alle wieder unserer Wege gingen.

27. Dezember - Krazy Wordz


Wir sind alle keine (naja - bis auf Mareike) Spieler und waren am Ende des Abends dann doch umso begeisteter von diesem kleinen komplett verrückten Spiel "Krazy Wordz". Es fördert definitiv die Fantasie. Was so locker mit einer Testrunde ("Mal sehen, ob es euch gefällt?") begann, endete viele Stunden später unter lautem Gelächter kurz nach ein Uhr morgens mit den Worten: "Das ist echt ein tolles Spiel!" Es war wieder einmal schön, einen Abend mit Maren und André zusammen verbracht zu haben und neben "Krazy Wordz" auch noch viele Gespräche über das Leben, Gestaltung, das Wendland, das Gleitschirmfliegen - über Bayern (die Heimat von André und Christian), die Fotografie und über viele andere Themen gehabt zu haben, dass wir (fast) ganz die Zeit vergessen haben.

26. Dezember - Was für den einen zu Weihnachten …


… die Gans oder Kartoffelsalat mit Würstchen sind - nicht zu vergessen Verwandtenbesuche, Gottesdienste, Bratäpfel, Weihnachten bei den Hoppenstedts, der kleine Lord und so einiges mehr - das ist für uns Sissi, genauergesagt die Trilogie. Okay, fairerweise muss jetzt einmal eine Klarstellung in eigener Sache gemacht werden: Es ist für Mareike nicht ganz so wichtig wie für Christian, aber bitte "Pssst": das bleibt unter uns. Vor ein paar Jahren kam er sogar zum Weihnachtsessen bei ihren Eltern zu spät und das mit der Entschuldigung, dass er erst noch auf den Schluss des ersten Teils warten musste. Und das komische ist, jedesmal ist Christian wieder auf's Neue ergriffen. Sei es von der Schönheit Romy Schneiders, den Gemeinheiten Ihrer (Film-) Schwiegermutter, dem umwerfenden Gustav Knuth als ihren Vater und von einer seiner Lieblingsfiguren: Oberst Böckel. So wird es wohl auch im nächsten Jahr heissen: erst einmal werden die Sendetermine von Sissi in unseren Weihnachtsplankalender eingetragen und dann schauen wir, wie der Rest passt – schöne Bescherung!

25. Dezember - Wir müssten uns … 

 

… mal wieder treffen. Das ist ein Satz, den wir selbst schon oft gesagt oder zu hören bekommen haben. Heute, als wir durch Zufall Kai trafen, wurden wir sofort an ihn erinnert. Versuchen wir doch schon seit Monaten mal wieder einen spontanen Termin "auf ein Glas Wein" zu finden. Das war wieder die Erinnerung an all die vielen Dinge, die wir so gerne machen würden, und die wir dann oft auf unbestimmte Zeit verschieben. Haben wir zu viel zu tun, zu viele Termine, zu viel vor? Sind wir überhaupt noch spontan - so wie früher? Oder durch unser Alter oder andere Begebenheiten einfach nur zu bequem geworden? Vielleicht ist es von allem ein bisschen, dazu noch ein wenig Müdigkeit und schon vertagen wir unsere Unternehmungen auf unbestimmte Zeit. Interessant war in diesem Zusammenhang auch eine Begegnung vor einigen Wochen mit einer Griechin, die schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt. Wir fragten sie, was ihrer Meinung nach die größten Mentalitätsunterschiede zwischen Griechen und Deutschen seien. Ihre Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: "Wenn ich mich mit meinen deutschen Freunden verabreden möchte, bin ich oft schon zwei Monate im Voraus am Planen. In Griechenland geht das alles von heute auf morgen." Ihre Erklärung hierfür war ganz einfach: Die Deutschen leben nur für das Wochenende von Freitag bis Sonntag, die Griechen hingegen nehmen sich die ganze Woche über auch für private Dinge Zeit - es spielt dort einfach keine Rolle, ob am nächsten Tag gearbeitet wird. Das Treffen mit Freunden hat immer oberste Priorität. 

24. Dezember - Kitsch me if you can


Kitsch kommt uns nicht ins Haus! Basta! Niemals! So sprachen wir noch vor wenigen Jahren aus voller Überzeugung bis, ja bis wann war das eigentlich? Alles begann ganz harmlos vor zwei Jahren mit einem Engel, der Bandoneon spielt – einfach als Erinnerung an unser Tango tanzen. Und wenn schon, dann bitte ein Engel von der Firma Wendt und Kühn aus Grünhainichen im Erzgebirge, die mit den elf Punkten. Und warum? Weil in unserer eigenen Kindheit zu Weihnachten stets die Engel von den Eltern aufgebaut wurden und das der sichere Vorbote von Weihnachten war. Und durch den Anblick unseres mittlerweile fünfköpfigen Orchesters werden wir an diese Zeit erinnert, halten für wenige Augenblicke inne und besinnen uns. Klingt schon wieder komplett kitschig. Genau wie die Firmengeschichte von Wendt und Kühn. 1915 gegründet, durch den Eintritt von Olly Sommer massgeblich geprägt, den zweiten Weltkrieg nebst der darauffolgenden Zeit im Sozialismus überstanden, steht diese Manufaktur heute weltweit erfolgreich da. Die nächsten Tage werden wir mit unseren Orchestermitgliedern fleissig Musikstücke einüben, wobei uns die Besetzung noch etwas Sorge bereitet, es fehlen einfach noch ein paar Streicher, aber wie heisst es so schön: "Alle Jahre wieder…". Nun aber Schluss mit der ganzen Romantik. Fröhliche Festtage!

23. Dezember - Jahresabschlussralley


Was für den einen die Entwicklung der Börsen weltweit bedeutet, ist für uns ganz banal: Wäsche waschen, denn zwischen Weihnachten und Neujahr soll man ja nicht waschen oder Wäsche aufhängen, auf Vorrat einkaufen (man weiss ja nie) oder, so wie heute, noch einmal schnell zum Friseur gehen. Christian hatte seinen "Bad Hair Day" und bevor er gnaddelig wurde nahm er lieber die Strapazen auf sich und sogar in Kauf eventuell ein paar Minuten warten zu müssen, was dann zum Glück nicht der Fall war. Christians Friseur Waldemar Schönmeier ist ein so lieber und bescheidener Zeitgenosse und es ist nur Christians Faulheit geschuldet, dass er nicht noch viel öfter auf seinem Stuhl sitzt. Es sind ja auch nur selten mehr als 20 Minuten.

22. Dezember - "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,


der uns beschützt und der uns hilft, zu leben". So heisst es in dem Gedicht "Stufen" von Herrmann Hesse. Genau an diese Zeilen mussten wir heute denken, als wir fast pünktlich zum Winteranfang den Raureif sahen, der alles so scheinbar friedlich bedeckt. Sind wir Norddeutschen doch mit so wenig Winter oft schon zufrieden. Die beiden weiteren Zeilen des Gedichtes von 1941 liegen uns persönlich sehr am Herzen: "Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise – und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen. Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen". Also, weiter geht unsere Reise zu unbekannten Ufern oder um es mit dem Liedtitel von Pippo Pollina zu sagen: "Camminando" was soviel wie "Voranschreiten" meint. Das passt auch ganz wunderbar zu der Wintersonnenwende letzte Nacht.

21. Dezember - Der Food Hero


Franz Hümmer, den wir im letzten Jahr in Fatschenbrunn auf unserer Reise quer durch Deutschland besucht haben, ist der aktuelle Food Hero des Slow Food Magazins. Wir durften zu diesem Artikel die Fotos beisteuern und denken nur zu gerne an die tolle Zeit zurück, die wir an diesem - für uns -  sehr abgeschiedenen Flecken Erde hatten. An die Gastfreundschaft der Familie, an die interessante Einführung in die Kunst der Herstellung des Dörrobstes, an all die seltenen Birnenarten, die rund um Fatschenbrunn wieder heimisch geworden sind und nicht zuletzt an die Hutzeln, die nicht nur extrem nahrhaft  sind, sondern außerdem auch noch sehr gut schmecken.

20. Dezember - Alte Liebe rostet nicht


Das erste Auto von Werner war ein Mercedes 170. Der gelernte Kfz-Mechaniker wurde 1948 geboren und ging direkt nach seiner Lehre erst einmal zur Bundeswehr. Danach arbeitete er einige Jahre als Berufskraftfahrer, bevor er für dreizehn Jahre sein eigenes Taxiunternehmen mit genau einem Auto hatte. Im Anschluss arbeitet er für 23 Jahre als LKW-Fahrer und so ist seine Liebe zu diesem besonders schönen und seltenem Exemplar eines Mercedes Benz L1500 aus dem Jahre 1938 nur zu gut zu verstehen. Mit der Leistung von gerade einmal 44 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern in der Stunde ist es Werner heutzutage manchmal ein klein wenig unangenehm auf einer Bundesstraße zu fahren und hinter sich viele Autofahrer zu wissen. Sein erster Oldtimer war allerdings ein VW Käfer Export 1200, Baujahr 1954, den er 1974 gekauft hat und der seitdem in seinem Besitz ist. Der Mercedes L1500 aus dem Jahre 1938 sprang übrigens beim ersten Starten an - kein Wunder bei der liebevollen Pflege von Werner Fiedler.

19. Dezember - Der Fotograf, der Koch, der Genießer ...


Das alles und noch viel mehr zeichnet Friedrun aus. Bei unserem Treffen in Hamburg gab es nicht nur selbstgemachte Rouladen mit Grünkohl und süßen Kartoffeln, die Erinnerungen an Großmutters Küche hervorriefen, sondern auch wieder Gespräche über das Leben und vor allem über die Fotografie. Als wir über unsere Kameras sprachen, stellten wir ziemlich schnell fest, dass es wohl im Laufe unseres bisherigen Lebens nicht viele Fotoapparate gab, die wir nicht schon einmal besaßen und dann wieder verkauft haben. Immer auf der Suche nach dem perfekten Handwerkszeug. Es bringt halt einfach mehr Spaß mit einer Kamera zu fotografieren, die man gerne in der Hand hält. Nicht unerwähnt lassen wollen wir Paula, die uns den Abend überaus zurückhaltend und aufmerksam begleitete. Auch eine echte Genießerin.

18. Dezember - Der kleinste Weihnachtsbaum der Welt ...


... steht nach unseren Recherchen in Aumühle. Diese kleine Tanne hat sich einen ungewöhnlichen Platz zum Wachsen ausgesucht und teilt sich das kleine Fleckchen Erde mit einem Straßenschild. Wir fahren oft an dieser Stelle vorbei, doch erst heute ist sie uns aufgefallen. Im Vorbeifahren fragten wir uns leicht irritiert: "Hast Du das da gerade auch gesehen oder war das eine optische Täuschung?" Gefragt, getan - sind wir noch eine extra Runde um den Block gefahren, um dann mit der Kamera auf allen Vieren gen Weihnachtsbaum zu robben. Dieses einmalige Exemplar ist gerade wegen seiner "Größe" ein zauberhafter Blickfang und endlich einmal ein Weihnachtsbaum für unsere vierbeinigen Freunde. Aber bitte nur gucken und schnüffeln! Auch sie sollen es schön haben, bevor schon wenige Tage nach Weihnachten die für sie schreckliche Knallerei zu Silvester losgeht.

17. Dezember - Mutmacher

Wir starten mit einer neuen Serie. Mit den "Mutmachern". Mutmacher sind für uns Menschen, die mit ihren Worten und/oder Taten andere Menschen dazu inspirieren, etwas in ihrem Leben zu verändern. Etwas anders zu machen als bisher, etwas zu bewegen, etwas für sie mutiges zu tun. Wenn Du auch ein Mutmacher bist oder jemanden kennst, der/die unbedingt seine/ihre Geschichte erzählen sollte: bitte meldet euch bei uns.

Den Anfang macht heute Mutmacherin Julia Stiewe. 


"Ich bin dann mal weg"


Wer kennt nicht das Buch (oder den Film) von Hape Kerkeling? Er ging 2001 den "klassischen" Jakobsweg, den Camino Francés nach Santiago de Compostela. Dass es auch noch andere Pilgerwege gibt, davon erzählte uns Julia Stiewe bei unserem ersten Treffen. Wir hatten Julia bereits für unseren Blog vor einigen Monaten interviewt und damals unter anderem über ihre persönlichen Wünsche in ihrem Leben gesprochen. Auf unsere Frage, was sie denn machen würde, wenn sie zehnmal so mutig wäre, antwortete Julia: "Dann würde ich alleine auf dem Olavsweg in Norwegen pilgern".

Vor wenigen Tagen traf Christian sie erneut und erfuhr von der baldigen Erfüllung ihres Traumes. Im kommenden Jahr wird sie sechs Wochen unbezahlten Urlaub nehmen, um ihren Wunsch in die Realität umzusetzen.

Julia ist 45 Jahre alt und von Beruf Anästhesistin. Sie ist verheiratet, hat ein Kind und eine Katze. Sie wohnt in Aumühle und das, wie sie betont, sehr gerne.

Meerfreiheit: Wie kommt es, dass Du im nächsten Jahr deinen Traum wahr werden lässt?


Julia: Als wir uns das letzte Mal getroffen hatten, fragtest du, was ich machen würde, wenn ich mutiger wäre. Da dachte ich schon darüber nach, wie es wäre. In meinem Lieblingsland, allein, durch die Natur und in Ruhe, nicht zu wissen, was kommt. Es wäre schon schön, wenn ich mich das trauen würde. Zudem hatte ich ja in diesem Jahr viel draußen gemacht, zum Beispiel dieses Wattwanderpraktikum. Ich habe viel gelesen, und dann fiel mir ein, dass ich das Buch, der Olavsweg, haben müsste. Ich hatte es dann nicht gefunden, und dann habe ich im Internet recherchiert, über Frauen, die auch allein unterwegs waren. Da dachte ich mir, dass ich so etwas auch machen und ja auch mutiger sein möchte. Und dann habe ich mit dem Planen begonnen. Ich wollte auch einmal aus meinem Arbeitsumfeld heraus, bevor ich richtig durchhänge. Irgendwie passt es ja sonst nie und man muss es einfach tun. Das Kind ist groß genug, dass es einmal sechs Wochen allein mit dem Papa zurecht kommt. Als Mutter möchte man auch guten Gewissens unterwegs sein. Der Sohn wird gut klar kommen, da bin ich sicher, und es ist auch gut für Papa und Sohn, wenn sie sich einmal selbst organisieren müssen. Außerdem möchte ich Vorbild sein, für meinen Sohn, in dem Sinne, dass man auch das machen sollte, was man sich vornimmt und es dann durchführt. Das wäre im Blick auf seine Zukunft sicherlich hilfreich.


Meerfreiheit: Ist dir das Pilgern wichtig oder würdest du auch sechs Wochen an irgendeinem Ort etwas anderes machen wollen?


Julia: Nein, das ist schon bewusst gewählt. Ich bin auch in der Kirchengemeinde aktiv.


Meerfreiheit: Womit?


Julia: Ich habe lange in der Kantorei gesungen. Ich habe schon lange Kinderfreizeiten begleitet, mache bei anderen Projekten mit. Ich bin zwar nicht im Kirchengemeinderat, weil ich das zeitlich nicht schaffe. Ich bin anderweitig mit der Kirchengemeinde. verflochten, ich bin gerne zum Gottesdienst gegangen und natürlich überlege ich auch, welche Motivation dahinter steht. Als Teenager, nach der Konfirmation, fragt man sich, soll ich das alles so glauben. Aber später dann hat mich mein Sohn gefragt, ob das alles so echt ist und ob ich das alles glaube. Ich habe ihm dann gesagt, dass wir das erst später wissen würden und ich habe für mich entschieden, dass ich glaube. Denn der Glaube gibt mir Sicherheit. Ob das alles stimmt, weiß ich natürlich auch nicht, aber für mich gibt es dadurch Sicherheit im Leben. Man macht ja damit nichts falsch, habe ich meinem Sohn gesagt. Beim Pilgern in Norwegen kommt man auch an Kirchen vorbei, wo man immer einmal wieder innehalten kann und man kommt auch an vielen historischen Pilgerhütten vorbei, die auch von Leuten betreut werden. Das sollen immer sehr nette Begegnungen sein. All das möchte ich für mich mitnehmen.


Meerfreiheit: Was versprichst du dir von dieser sechswöchigen Auszeit? 


Julia: In erster Linie, Abstand, den Kopf freibekommen, besonders von der Arbeit. Da reichen zwei Wochen nicht. Ich möchte auch über einiges nachdenken, da werden sicher auch Tränen fließen, denn wir hatten auf der Station, jetzt, während der Pandemie auch heftige Situationen, die Erlebnisse verarbeitet man meistens erst später. Dann freue ich mich sehr, auf den Aufenthalt in der Natur für so lange Zeit. Das habe ich durch die viele Arbeit im Alltag sonst nicht so. Dann ist das eine gute Möglichkeit, das Land kennenzulernen. Landschaftlich wird das der Renner sein, das kann ich jetzt schon sagen. Dann möchte ich herausfinden, was und wieviel man so schaffen kann, wie viel kann ich mir zumuten, halte ich das aus, bin ich dafür fit genug?


Meerfreiheit: Und?


Julia: Ich bin 45 Jahre alt. Dann möchte ich auch überlegen, ob ich mit meiner Arbeit die nächsten zwanzig Jahre noch so weiter mache. Bleibe ich noch die nächsten zwanzig Jahre im Krankenhaus. Als Anästhesistin hat man nicht so viele Möglichkeiten. Will ich doch noch einmal etwas ändern? Um solche Überlegungen anzustellen, braucht man eine längere Zeit.


Meerfreiheit: Du hattest bei unserem ersten Kennenlernen ganz begeistert von deinem Praktikum als Wattführerin auf Amrum erzählt, vielleicht wirst Du ja eines Tages nebenbei noch  Wattführerin.


Julia: Ja, das wäre schon eine Überlegung wert. Aber das Geld ist auch ein Faktor. Ich habe jetzt einen sicheren Job, in dem ich gut verdiene. Die Überlegung ist schon da, die Arbeitszeit  zu reduzieren auf eine halbe Stelle, die dann allerdings schnell zu einer vollen Stelle werden kann, und dann dazu in einem anderen Bereich eine Tätigkeit suchen, die mir etwas bringt, obwohl ich ganz gern im Krankenhaus arbeite. Ich war auch schon in einer Wildnisschule und habe dort etwas gemacht, mein Sohn war dabei, man könnte auch dazu noch eine Zusatzausbildung machen. Es ist aber nicht so leicht, im Naturbereich einen Beruf zu finden, wenn man nicht aus diesem Bereich kommt, so wie Förster oder eine naturbezogene Ausbildung hat. Interessant finde ich auch, Projekte zu begleiten. Das wäre auch einfacher zu organisieren. So zum Beispiel als Arzt auf einem Forschungsschiff, wo die Einsatzzeit begrenzt wäre. Das würde mir gefallen, weil der Einsatz nur für eine bestimmte Zeit wäre und dadurch das Erleben des Neuen sehr intensiv ist. Man fällt nicht so leicht in die Routine einer länger dauernden Tätigkeit. Ich bin jetzt aber gespannt auf Begegnungen in Norwegen und wohin das dann führen könnte, beziehungsweise. was daraus entsteht.


Meerfreiheit: Woher kommt deine Liebe für Norwegen?


Julia: Die Liebe gilt Skandinavien allgemein, nicht nur Norwegen. Als Kind war ich viel im Urlaub in Dänemark, wie das ja oft üblich war, wenn man aus Norddeutschland ist. Meine Eltern gehören noch zu der Generation, die nicht weit in die Ferne verreisten. Ich fand es als Kind immer wunderbar in Dänemark, da war es entspannt mit den Eltern, da war der Strand, das Meer, der Wind, die Wellen, Nordseeküste. Das prägt ja zuerst einmal. Dann hatte mein Vater, durch den Sport, ein Ehepaar aus Norwegen kennengelernt. Die beiden hatten ihn eingeladen. Wer weiß, vielleicht dachten sie auch, daraus wird sowieso nichts. Aber mein Vater, der sehr aufgeschlossen ist, meinte, da fahren wir einmal hin. Dann sind wir nach Norwegen in Urlaub gefahren, zu einer Familie, die wir eigentlich gar nicht kannten. Wir durften in deren Sommerhütte, ohne Strom und fließendem Wasser, wohnen. Das fand ich als Kind ganz toll. Die Natur, die Landschaft, die Menschen, auch die Sprache fand ich interessant. Diese Freundschaft hat sich dann vertieft . Wir sind schon seit Mitte der 80er Jahre befreundet. Ich habe dann mit 15, 16 Jahren, norwegisch gelernt, ganz klassisch, an der Volkshochschule, mit vielen Senioren im Kurs. So war das eben. Aber ich wollte mich ja auch einmal unterhalten können und Norwegisch konnte auch nicht jeder.


Meerfreiheit: Ist deine Liebe zu Skandinavien auch auf deinen Mann und deinen Sohn übergesprungen?


Julia: Na ja, mein Mann wäre wohl auch gerne öfter in den Süden geflogen, wie er es kannte. Ich bin auch ein paar Mal mitgeflogen, kann ja auch interessant sein. Doch ich fliege nicht gerne, das gebe ich zu, und dann nur das Strandleben und dann die trockene Landschaft, das war nichts für mich. Zuerst war mein Mann nicht so begeistert, aber inzwischen sagt er auch schon mal, ein nächster Urlaub in Dänemark wäre schön. Wir waren in diesem Jahr auf Laesø, einer kleinen Insel im Kattegat.  Ziemlich einsam, landschaftlich wunderschön. Wir waren eine Woche dort und es war der schönste Urlaub seit Langem. Mein Sohn liebt Dänemark und Norwegen.  Er wird wohl später, mit seinen Kumpels, auch die üblichen Mallorcareisen machen, das soll er gerne tun. Doch ich glaube, wir haben ihn mit unseren Urlauben schon geprägt. Wir waren auch ganz viel auf Rømø das ist seine Insel, da will er immer wieder hin. 


Meerfreiheit: Was habt ihr während euer Urlaube gemacht?


Julia: Das typische skandinavische "Hygge" - Leben, Hüttenleben, in den Tag hinein, ein bisschen wie auf Saltkrokan. Viel lesen, in der Natur sein, den Augenblick genießen. Dann, stundenlang am Meer entlang laufen, gar nicht viel reden, Steine angucken, einfach einmal nicht nachdenken. Hört sich vielleicht blöd an, ist es aber gar nicht.


Meerfreiheit: Kennst du von dem Olavsweg schon von einer früheren Reise?


Julia: Kaum. Ich war schon in Lillehammer und einmal auch in Trondheim. Sonst waren wir an anderen Orten in Norwegen. In diesen beiden Städten war ich wenigstens schon einmal. An Trondheim kann ich mich nicht mehr so gut erinnern, weil ich damals noch zu jung war. Lillehammer kenne ich besser, da hatten wir vor einiger Zeit einmal ein cooles Wochenende, und haben eine verrückte Aktion gemacht, auch um unserem Sohn zu zeigen, dass man etwas einmal gemacht haben sollte. Das war 2018, ich kam freitags aus dem Nachtdienst, 24-Stunden-Dienst; wir sind dann nach Oslo geflogen, weiter mit der Bahn nach Lillehammer, sind samstags zum Skilaufen, abends auf ein Konzert, Sonntag mittag dann zurückgeflogen und ich bin dann gleich zum Nachtdienst. Das war im Dezember. Das war das tollste Wochenende, das wir je hatten, wir wollten unserem Sohn zeigen, dass man so etwas auch einfach einmal tun sollte, obwohl es super teuer und super anstrengend war. Mein Sohn ja ist ein Weihnachtskind und es war ein Weihnachtskonzert, mit einem norwegischen Sänger, den ich sehr schätze. Also Lillehammer war einfach nur toll. Wir hatten Schnee ohne Ende, und es war so cool, im Dezember einmal Schnee zu haben.


Meerfreiheit: Du möchtest für euren Sohn ein Vorbild sein? Nach dem Motto: Mach’, leb’ …


Julia: Vorbild, da weiß ich nicht, ob er das so gut findet, aber zumindest vorleben, ihm etwas mitgeben, dass er genug Ideen hat. Ich glaube, er findet nicht alles so toll, besonders was ich mache, zumindest bis jetzt, vielleicht sieht er das später anders und denkt, das war doch ganz cool, was Mama da so gemacht hat. Wir möchten ihm viel gezeigt haben, ihm Möglichkeiten geben und ihm etwas vorleben, was er für sein Leben mitnehmen kann.


Meerfreiheit: Wie hat deine Familie auf den Entschluss reagiert? 


Julia: Mein Sohn reagierte ziemlich nüchtern, indem er sagte, das passe zu mir. Er kennt mich ja und ich mache auch jetzt schon Dinge nur für mich. Er bezeichnet mich auch manchmal als ein bisschen verrückt. Mein Mann sagte nur, wenn du meinst, du musst das tun, dann tu es. Die beiden sehen das ganz entspannt und nüchtern. Mein Mann sagte, er würde mich wohl vermissen, aber wenn ich es tun will, muss ich es halt tun.


Meerfreiheit: Er hätte ja auch sagen können, du nimmst dir das jetzt heraus und ich muss hier die Stellung halten.


Julia: Nein, so würde er es nie sagen. So haben wir das auch nicht gelebt bisher. Wir geben uns gegenseitig den Freiraum, dass man tun kann, was man möchte. Eine Ehe bedeutet ja nicht, dass man alles zu zweit machen muss. Jeder hat auch andere Interessen. Mein Mann würde zum Beispiel nie alleine sechs Wochen mit dem Rucksack durch die Gegend laufen, so wie ich. Das würde auch organisatorisch gar nicht gehen. Ich würde meinen Sohn auch keine sechs Wochen alleine zuhause lassen. Ich bin nicht der Meinung, dass man sich immer dem anderen anpassen sollte. Ich würde auch nicht anfangen, Golf zu spielen, einfach, weil es mich nicht interessiert. Wenn wir beide das so nicht leben würden, hätten wir Stress.


Meerfreiheit: Wie ist das jetzt mit den sechs Wochen, die du unbezahlt frei nehmen wirst? Was wäre, wenn dir diese sechs Wochen vom Arbeitgeber nicht erlaubt worden wären?


Julia: Das habe ich mir natürlich vorher auch überlegt. Ich habe aber ein sehr nettes Arbeitsverhältnis, eine tolle Chefin, von der ich wusste, dass sie so etwas gut findet. Sie hat sofort zugestimmt, aber die Entscheidung lag nicht nur bei ihr allein. Ich hatte für das Krankenhaus bereits sehr viel Flexibilität gezeigt und wenn ich die Genehmigung nicht bekommen hätte, hatte ich auch erwogen zu kündigen und mir später dann etwas Neues zu suchen. Ich habe auch sämtliche Elternzeiten der anderen Kollegen mitgetragen, habe immer mal wieder aufgestockt in der Zeit und mehr gearbeitet. Dabei fragt ja auch niemand, wie die Elternzeit-Ausfälle aufgefangen werden.


Meerfreiheit: Wie waren die Reaktionen außerhalb der Familie?


Julia: Meine Chefin war bis jetzt noch nicht pilgern, sucht sich aber auch immer irgendwelche Kraftquellen. Sie macht zum Beispiel Fastenurlaube und anderes. In ihrer ersten Reaktion als Chefin, war sie natürlich nicht begeistert, privat wäre sie aber wohl gerne mitgekommen. Als Chefin wäre so eine Auszeit eher schwierig. Von den anderen Kollegen kam nicht so viel. Die Kollegen kennen mich aber alle schon sehr lange, wir sind schon sehr lange ein Team, so dass sie sich nicht wundern.

Und in meinem Freundeskreis gibt es einige, die das auch sofort machen würden, können es aber nicht, weil sie es logistisch nicht lösen können. Weil sie zum Beispiel noch kleine Kinder haben, die man noch nicht alleine lassen kann. Oder, wie bei meiner Freundin, die einen sehr alten Hund hat, den man nicht einmal eben so irgendwo abgeben kann, wohin denn auch. Dieser Freundin würde ich das auch zutrauen. Es gibt auch noch den finanziellen Aspekt, den der eine oder andere nicht außer Acht lassen kann. Denn gibt es aber auch die Leute, die würden immer etwas finden, so etwas nicht zu tun. Sei es aus Angst oder irgend einem anderen Grund.


Meerfreiheit: Plant dein Mann im nächsten Jahr auch einen Urlaub nur für sich, beziehungsweise wie lebt ihr eure Partnerschaft?


Julia: Jedes Paar muss sich ja auch selbst finden. Und wenn das klassische Weltbild gelebt wird und die Partner sind damit glücklich, ist das auch in Ordnung. Für mich würde das nicht funktionieren. Ich brauche auch meine eigenen Bereiche. Mit dem Älterwerden habe ich das für mich erkannt. Ich will der Familie keine Zeit klauen, aber es gibt Dinge, die muss ich alleine machen. Ich möchte nicht, so wie es früher oft war, definiert werden als die Frau von … . Diese Zeiten sind vorbei. Jeder hat seinen eigenen Bereich und kann etwas für sich machen. Ich glaube, das macht auf die Dauer auch glücklicher, als wenn Abhängigkeiten entstünden. In der Generation meiner Eltern bestanden diese ja noch, auch in finanzieller Hinsicht. Für mich gibt es meinen Mann und mich gemeinsam, aber auch jeden als Individuum. Dabei werden auch nicht alle Bereiche unbedingt geteilt. Das finde ich auch in Ordnung. Jeder hat ja seine Rollen im Leben und dann hat man auch eigene Bereiche, die man ausleben möchte. 


Meerfreiheit: Wie denkst Du, werden dein Mann und dein Sohn sich während deiner Abwesenheit alleine zurecht finden? 


Julia: Ich glaube schon, dass wir Frauen ein bisschen multitaskingfähig sind, und ich selbst bin ein vorausschauender und organisierter Mensch. Bei mir ist immer alles da und es ist alles gemacht und deshalb glaube ich, müssen die beiden sich noch miteinander absprechen, zum Beispiel, dass immer etwas zu essen da ist. Das wird auch alles klappen und wenn nicht, werden sie eine Lösung finden. Bisher mussten sie das noch nicht. Ich habe so einen stressigen Beruf, deswegen möchte ich zu Hause möglichst keinen Stress. Deshalb bin ich organisiert und plane vor. Das wird wegfallen. Ich bin das gar nicht schadenfroh. Die beiden haben eine andere Lebenseinstellung und andere Bedingungen. Beide haben zu manchen Dingen eine andere Einstellung als ich. Wenn ich nach Hause komme, will ich mich wohlfühlen, ich will in kein Chaos kommen, ich brauche Ordnung in meinem Leben, ich räume alles rechtzeitig weg, denn es wird ja nicht besser. Wenn ich nach den Nachtdiensten erst Dinge erledigen muss, bin ich genervt, ich will ich mich wohlfühlen. Ich will damit nicht zeigen, dass ich es besser kann. Sie werden sich organisieren müssen, was sie bisher so nicht brauchten. Die beiden werden sich das eine oder andere noch nicht vorstellen können, aber das wird klappen, wenn auch anders als bei mir. Ich bin gespannt, was es in diesen sechs Wochen zu essen geben wird. Aber ich komme ja wieder und meine Bio-Kiste auch. Wahrscheinlich wird es hier viel Pizza und Burger geben. Aber vielleicht werden die beiden dann später meinen Salat zu schätzen wissen.


Meerfreiheit: Bist du mit der Wahl deines Berufes zufrieden?


Julia: Doch, ja. Ich war zuerst Krankenschwester und habe dann studiert. Ich bin ja Anästhesistin. Das war so gar nicht geplant. Das ist einfach so zu mir gekommen, ohne dass ich auf etwas Bestimmtes fixiert war. Ich glaube schon, dass mein Werdegang so der richtige war. Der Job ist gerade hart, dennoch habe ich nie daran gezweifelt, das Richtige gemacht zu haben. Manchmal fragt man sich, warum man sich den Stress antut, im Krankenhaus zu arbeiten. Andernorts würde man vielleicht besser bezahlt werden. Aber dann hätte man vielleicht auch nicht die Erlebnisse mit Menschen, die einem selbst auch viel geben. 


Meerfreiheit: Also ist es auch die Arbeit mit den Menschen und am Menschen, die für dich wichtig ist?


Julia: Ja, da kann man viel geben und auch viel mitnehmen aus den Begegnungen. Es gibt ja auch Sätze, die man sammelt in seinem Berufsleben, sei es von Kollegen oder Patienten, die einem selbst helfen in seinem Leben. Gerade die älteren Patienten geben einem so viel Mut und Leichtigkeit zurück.


Meerfreiheit: Wie meinst du das? Was vermitteln sie denn?


Julia: Es ist oft die Gelassenheit, die die Älteren vermitteln. Wir haben ja auch öfter schwerkranke Patienten, wo man dann denkt, dass dieser doch so leidet. Aber dann hört man gerade von den älteren Patienten, nein, es ist nun so gekommen, man muss das so hinnehmen, ich hatte ein gutes Leben und nun ist es gut so, wie es ist. Wenn man das so sagen kann, loslassen kann, und dann ohne Angst dastehen kann, das können diese Menschen einem vermitteln. Den Ausspruch meiner Chefin "Angst ist ein schlechter Begleiter" - diesen Satz nehme ich auch für mein Leben mit. Und den hätte ich wohl so in einem Wirtschaftsunternehmen nicht gehört.


Meerfreiheit: Ich habe vor ein paar Tagen gelesen: Man darf vor lauter Angst nicht vergessen zu leben.


Julia: Grundsätzlich ist Angst ja nichts schlechtes. Sie zu ignorieren wäre auch nicht gut. Aber die Angst wieder loszuwerden, muss ja das Ziel sein. 


Meerfreiheit: Gibt es etwas, wovor du nach deiner Wiederkehr Angst oder Bedenken hast?


Julia: Nein, das habe ich nicht. Es werden auch Erlebnisse kommen, die nicht so schön sind, aber daran reift und wächst man. Danach werde ich wieder sehr motiviert ins Arbeitsleben starten. Tolle Erlebnisse nimmt man ja auch mit und ich rede auch sehr gerne mit Patienten, besonders nachts, und ich glaube ich bin jemand, der auch Patienten sehr viel geben kann. Und wer weiß, wenn die Sprache darauf kommt, vielleicht löst das auch bei den Patienten irgend etwas aus. Nein, Angst vor dem "danach" habe ich nicht.


Meerfreiheit: Vielleicht Angst vor dem "Süchtig-Werden" nach der nächsten Auszeit?


Julia: Nein, das wäre auch unrealistisch. Das kann man nicht häufig machen. Und ich bin auch jemand, der dann doch auch seine Arbeit vermisst. Vielleicht mache ich so etwas zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Ich glaube, der Mix macht es. Ich habe im August noch eine Woche ein Pilgerprojekt mit den Konfirmanden, das ich betreue und gestalte und da bin ich gespannt, wie das mit den Jugendlichen wird nach dieser Erfahrung, die ich gemacht haben werde. Vielleicht ist es für sie nur Spaß und Freude, so ohne Eltern. Ich hoffe aber, dass ich denen aus meiner Erfahrung etwas mitgeben kann.


Meerfreiheit: Glaubst du, dass das Finanzielle bei der Verwirklichung seiner Träume eine große Rolle spielt?


Julia: Es macht es leichter, keine Frage. Viele Träume kosten ja gar nicht so viel, da ist es eher der Mut. Aber ja, ich habe einen krisenfesten Job, das macht es leichter Es ginge aber auch ohne, dann braucht man mehr Mut. Ich habe die Sicherheit, das macht es leichter, aber ich glaube, ich hätte es sonst trotzdem gemacht.

Besonders wenn man jünger ist, will man noch vieles haben und sich leisten, aber jetzt, das Kind ist groß, man hat auch etwas erlebt und so merke ich, dass ich inzwischen immer mehr die Basics schätzen lerne. Ich muss keine teuren Cluburlaube machen. Klar, in jungen Jahren habe ich auch die teuren Hotels toll gefunden, aber inzwischen reicht mir auch eine Sommerhütte. Obwohl ich die finanzielle Sicherheit habe, sinken meine Ansprüche. Das ist vielleicht auch Glück.


Meerfreiheit: Danke für das inspirierende Gespräch und viel Spaß bei deinem Abenteuer.

16. Dezember - Ausblick ins Abenteuer


Wer kennt ihn nicht - den König der Detektive? Den schlauesten Ermittler aller Zeiten. Held unserer Kindheit. Er ist sogar "Schuld" an unserer Liebe zu Foxterriern. Wir lieben Tim und Struppi als Comic genauso wie als Film und freuten uns heute ganz besonders über diese unerwartete Begegnung am Fenster eines Hauses in Aumühle mit "unserem Helden". Sehr wahrscheinlich plant Tim schon sein nächstes Abenteuer. Hoffentlich mit Kapitän Haddock und dem umwerfenden Professor Bienlein. Wenn nicht, auch nicht so schlimm, dann stöbern wir einfach mal wieder in unserer kompletten Comicsammlung von Tim und Struppi.

15. Dezember - Kaffee, Kekse und Kuchen zum Kaffeeklatsch


Heute waren unsere Mütter zu Besuch. Endlich nahmen wir uns einmal die Zeit und luden zu Kaffee, Kuchen und Keksen ein. Mareike hat das Backen - zumindest zeitweilig - wiederentdeckt: seien es Kekse, Baisers oder ein traumhaft schmeckender Käsekuchen - allesamt Leckereien, die lieber geteilt werden wollen. Wie schön war es heute, einmal tagsüber für drei Stunden den Computer auszuschalten, um sich stattdessen gemeinsam auf Weihnachten zu freuen.

14. Dezember - Danke, Peter!


Da konnten wir einfach nicht vorbei gehen ohne um ein Foto zu bitten. Peter saß im Malstudio von Ingrid Knobloch in Wohltorf und war vertieft in sein Werk, als wir kurzerhand an der Tür klopften. Ohne zu zögern sagte er zu und war danach augenblicklich wieder in seine Arbeit vertieft. Es ist in der dunklen Jahreszeit besonders schön zu beobachten, wie Menschen in die Malerei eintauchen und die Welt um sie herum für den Moment zu vergessen.

13. Dezember - "Long time no see"


So oder so ähnlich dachten wir, als es heute an unserer Tür klingelte und Petra uns anstrahlte. Wir haben Petra vor vielen Jahren durch die gemeinsame Leidenschaft für den Tango Argentino kennengelernt und uns heute nach fast zwei Jahren endlich einmal wieder gesehen. Wir sprachen über all die Dinge, die wir in der Zwischenzeit erlebt haben: Über die Höhen und Tiefen unserer Leben, über Freundschaft, Vertrauen und Beziehungen. Und über den Wunsch, endlich mal wieder Tango zu tanzen. Wir werden hoffentlich im kommenden Jahr die Tangogruppe im Studio wieder aufleben lassen. Das gemeinsame Üben, die Musik und den mitgebrachten Kuchen genießen und uns über Petras positive Lebenseinstellung freuen .

12. Dezember - Märchenstunde


Es ist der dritte Advent und wir fahren durch Geesthacht. Überall blinkt und leuchtet die Weihnachtsdeko - mal geschmackvoll und mal ... naja, lassen wir das. Aber wirklich überall? Nein. Denn es gibt einen Ort in dieser Stadt an der Elbe, da wird es märchenhaft. Und da Christian glücklicherweise ein ausgewieser Märchenonkel ist, konnten wir nach einigem Schauen und Überlegen die abgebildeten Märchen erkennen und benennen. Da haben uns überlegt, dass der oder die Erste, der/die uns eine Liste mit den Namen der auf dem Foto abgebildeten Märchen per E-Mail schickt, von uns ein paar selbst gebackene Kekse passend zur Vorweihnachtszeit bekommt - wenn dann noch welche übrig sind ...

11. Dezember - Weihnachtsmarkt im kleinen Kreis


Gerade eben kamen wir von Hamburgs kleinstem Weihnachtsmarkt zurück. Einige Stunden unbeschwerten Zusammenseins mit Alexander und Andreas im privaten Kreis. Dazu gab es gegrillte Würstchen bei Nieselregen auf dem Balkon, selbstgemachter Punsch mit und ohne, Salat, Brötchen und fertig ist das Glück. Kein Telefonat, keine E-Mail und kein Zoom-Meeting kann diesen persönlichen Kontakt ersetzen, diese Nähe, diese Vertrautheit - da kam selbst bei diesem Wetter Weihnachtsstimmung auf.

10. Dezember - Zum Abschied gab es Grünkohl, Kalbsleber mit Zwiebeln und ein Pils


Liegt es nur an der dunklen Jahreszeit oder warum fällt im Herbst öfter das Wort "Abschied"? Heute ging es zum letzten Mal in Niemann's Gasthof zum Essen - das Traditionshaus schliesst nach über 160 Jahren seine Türen, denn bisher ist kein passender Betreiber für die Gaststube gefunden worden. So hat Christian die letzte Chance genutzt und unsere Freundin Karin zu einem Dankeschön-Essen eingeladen. An den Besuchern kann das Schließen des Gasthofes offensichtlich nicht gelegen haben: Nicht nur jeder Tisch war besetzt, sondern auch jeder Stuhl.  Beim Abschied schwang ein bisschen Wehmut mit, als ein letztes Mal "Auf Wiedersehen" gesagt wurde, wo doch bereits klar war - hier wird es so schnell kein Wiedersehen mehr geben.

09. Dezember - Nur keine Umstände


Christians Mutter zu fotografieren ist ein schwieriges Unterfangen. "Nein, ich möchte eigentlich nicht. - Warum denn? - Warum jetzt? - Muss das denn sein?" Jedesmal ist es das Gleiche. Die Überrumpelungstaktik ist das einzige, was hilft. So wie auch heute. "Seid ihr heute nachmittag im Studio? Dann bringe ich euch schnell zwei Berliner von Baumgarten vorbei." Warum das immer schnell gehen muss, ist uns bis heute ein Rätsel, aber egal. Christians Mutter möchte eben nicht stören. Dabei denken wir gerade an ihren stets ersten Satz beim Telefonieren: "Störe ich oder passt es gerade?" Wie oft haben wir auf diese Frage schon mit: "Wenn Du stören würdest, würden wir gar nicht ans Telefon gehen" geantwortet – aber diese Frage wird wohl auch weiterhin nicht ausbleiben. Dabei ist ist eine der herausragenden Eigenschaften, dass Christians Mutter stets sehr direkt ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Und obwohl das nicht immer einfach ist, ist es für uns doch eine Wohltat, da wir stets wissen, woran wir sind. Und so ganz nebenbei macht sie auch als Fotomodel einen guten Eindruck. Für das alles und noch viel mehr haben wir sie sehr lieb.

08. Dezember - Macht Wissen glücklich?

 

Der Jungfernstieg ist eine der bekanntesten Straßen Hamburgs, liegt an der Binnenalster und ist heute als Einkaufsmeile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Er verläuft von der Reesendammbrücke bis zum Gänsemarkt und war die erste Straße in Deutschland, die 1838 asphaltiert wurde. Ursprünglich war er 1235 zur Aufstauung der Binnenalster als Damm gebaut und bekam den noch heute bekannten Namen "Jungfernstieg" erst im Jahr 1931 durch einen bürgerlichen Ritus: Auf der Flaniermeile führten sonntags Familien ihre unverheirateten Damen, die Jungfern, spazieren. Aha - da haben wir also wieder einmal etwas gelernt. Ob uns das nun glücklicher macht, sei dahingestellt.

07. Dezember - Der Magier am Herd


Es gibt Menschen, die kochen aus dem Bauch heraus, wie zum Beispiel Mareike. Dann es gibt Menschen, die ohne Rezept vollkommen aufgeschmissen sind, wie Christian. Und dann gibt es Ole, der sowohl mit dem Bauch als auch mit dem Kopf kocht. Und dabei passieren oft magische Dinge. Wir hatten in der letzten Woche mal wieder das Vergnügen in den Genuss seiner Kochliebe zu kommen. Diesmal gab es als Beilage (zumindest war das anfangs so gedacht) selbstgemachte Pommes nach belgischem Vorbild. Die wurden von Ole in (belgischem) Rinderfett in zwei Stufen frittiert und waren - als wir sie dann auf dem Teller hatten - die Attraktion. Bis zum Ende des Abends gab es dann drei oder vier weitere Pommes-Durchgänge (was natürlich der für vier Personen viel zu kleinen Fritteuse geschuldet war) - wir haben da jedenfalls den Überblick verloren. Sicher ist nur, dass uns ein letztes Fünkchen Anstand davon abhielt, um nach noch einem weiteren Durchgang zu bitten.

06. Dezember - Auf gute Nachbarschaft


Birgit und Jörn waren heute Abend bei uns zu Gast und brachten neben einem ganzen Blech ofenfertiger Pizza diverse Magazine aus dem Wendland namens "Landluft" mit. Wir sprachen über das "echte" Wendland und ob Hitzacker nun noch dazu gehören würde oder allenfalls eine "Randerscheinung" sei. Das Wichtigste aber war, dass unser Entdeckergen geweckt wurde und wir uns durch die Erzählungen der beiden auf viele neue Eindrücke im nächsten Jahr im Wendland freuen, wie zum Beispiel auf die kulturelle Landpartie, den Gartower See, auf das Restaurant "Altes Haus" in Jarmeln, genauso wie auf die Nemitzer Heide. Und das ist nur der Anfang einer langen Entdeckertour durch eine der am dünnsten besiedelten Regionen Norddeutschlands.

05. Dezember - "Lost in Geschmack"


Inspiration ist alles. Seit wir vor ein paar Wochen angefangen haben die Hörbücher von "Lost in Fuseta" Abend für Abend zu hören – mittlerweile sind wir bei Band 4 angekommen – träumen wir nicht nur von der Algarve, dem Atlantik und der Wärme, sondern ebenso von dem portugiesischen Essen, das wir im letzten Jahr leider nur viel zu kurz genießen konnten. Aber ein bisschen Portugal, haben wir uns gedacht, geht auch im kühlen Norden Deutschlands und so machten wir uns gestern an unsere ersten portugiesische Puddingtörtchen: Pastéis de Nata. 
Beim probieren der kleinen Köstlichkeiten mit geschlossenen Augen saßen wir wieder in einem kleinen Café an der Algarve und träumten von unserer nächsten Reise nach Portugal.

04. Dezember - Andrej ist gestorben - ein Nachruf.


Gestern am späten Abend bekamen wir die Nachricht, dass Andrej Hoteev gestorben ist. Ihn und Christian verband eine 30-jährige Freundschaft. Angefangen hatte alles mit der Bitte um einige SW-Fotos für Pressezwecke. Wenige Jahre später begleitete Christian ihn und seine Familie nach St. Petersburg, wohnte dort für über eine Woche bei Freunden und dokumentierte Andrejs Leben und Arbeiten in Russland als Pianist. Unter anderem begleitete Christian die CD-Aufnahme von Tschaikovskys 3. Klavierkonzert unter Ravil Martynov mit den St. Petersburger Symphonikern. Die Begegnungen mit Andrej waren immer intensiv. Das Thema Musik stand dabei oft an erster Stelle, gefolgt von philosophischen Betrachtungen, aktuellen politischen Entwicklungen in Russland und Deutschlnd oder einfach nur dem menschlichen Austausch untereinander. Andrej hatte eine so gute Kenntnis von der deutschen Kultur und Geschichte, dass wir dadrüber nur staunen konnten und wir sind dankbar darüber, durch eben diese Kenntnis vieles gelernt zu haben. Andrej war im besten Sinne ein Menschenfreund, ein fantastischer Erzähler, ein Motivator - nicht nur, wenn es um die Musik ging - und er war ein Freund. Unvergessen bleiben unsere DVD-Aufnahmen mit ihm im Reinbeker Schloß. Mit fünf Videokameras nahmen wir vor vielen Jahren seine Interpretation von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" mit zusätzlichen Erklärungen zu diesem Werk auf. Lieber Andrej, wir werden Dich vermissen.

03. Dezember - Natürlich essen 

 

Heute bekamen wir unsere wöchentliche Lieferung der grünen Kiste und zu unserer Überraschung waren ein paar Walnüsse dabei. Als Einstimmung auf unser gemeinsames fotografisches Thema für 2022 "Natürlich essen – Natürlich lecker" haben wir gleich ein paar Probefotos gemacht. Reduziert vom Styling und von der Farbgebung. Jetzt sind wir gerade dabei aus den Walnüssen Birnen-Ziegenkäse-Tartes zu machen - kombiniert mit einem Kartoffelstampf und etwas Muskatnuss. Wir sind gespannt.

02. Dezember - Mit der Kamera andere Welten entdecken

Welten, die vielen anderen Menschen oft verborgen bleiben. Ob wir in Kanada den Blaubeeren auf der Spur sind, der Hamburger Feuerwehr in den Kochtopf schauen oder wie zurzeit ein spannendes Bauprojekt für einen Kunden fotografisch begleiten, immer entdecken wir etwas neues und für uns bis dahin vollkommen Unbekanntes. Vor einigen Tagen wurde auf der Baustelle der Kran angeliefert und aufgerichtet. Es war interessant mitzubekommen, was alles im Vorfeld notwendig ist, bevor so ein Kran endlich steht. Wie viele Gespräche, wie viel Rechenarbeit und Organisation vonnöten sind und - wie in diesem Fall - wie unzählige Stützen im Verborgenen aufstellt werden mussten, um den Kran statisch abzusichern. Aber genau dafür gibt es zum Glück Profis wie Baukranverleiher Olaf Müller und Architekt Matthias Weber.

01. Dezember - Ein Genussmensch aus dem Norden mit einer Schwäche für Espresso


Jens Mecklenburg ist Hamburger, lebt an der Kieler Förde und ist Herausgeber von "Nordische Esskultur", einem Online Magazin für gutes Essen mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Heute trafen wir uns mit ihm in Hamburg in der Zimmerstraße 30 im Restaurant von Sebastian Junge, einem der besten Bioköche Deutschlands. Wir besprachen die weiteren Schritte zu einem Kochbuch, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Es ging unter anderem um die Termin-abstimmung bei Lebensmittelproduzenten von Sebastian und um die Festlegung der Bildsprache der verschiedenen Gerichte, die wir bei ihm im Restaurant fotografieren wollen. Ein spannendes Projekt gemeinsam mit Jens Mecklenburg und Sebastian Junge, das wir als Fortsetzung unserer Arbeit für die Slow Food Chef Alliance im vergangenen Jahr sehen. Allein die Aussicht auf das Kennenlernen und Fotografieren weiterer Produzenten sauberer Lebensmittel lässt unsere Vorfreude wachsen.

30. November - Kann denn Liebe Sünde sein?


Heute waren wir bei Celina und Torben. Die beiden haben im September in Binz auf Rügen still und heimlich geheiratet. Die einzigen Menschen, die an der Trauung außer ihnen teilnahmen, waren die Standesbeamtin und die Fotografin. Niemand - weder aus der Familie, noch aus dem Freundeskreis - wusste von diesem Termin. Aber alle haben sich, nachdem sie es bis zu 14 Tagen später erfuhren, für diese beiden liebenswerten Menschen gefreut. Celina und Torben haben für sich eine Form der Kommunikation miteinander gefunden, die uns immer wieder staunen lässt. Nichts wird unter den Teppich gekehrt, sondern die eigenen Bedürfnisse offen angesprochen. Die daraus resultierende Lebendigkeit spürt man einfach in ihrer Beziehung. Aber auch das gemeinsame Schweigen liegt den beiden am Herzen. Heute Abend wurde nach so langer Zeit unseres Wiedersehens jedoch nicht geschwiegen.

29. November - Von der Kunst der Improvisation

Gestern wollten wir im Adventsrausch einfach mal wieder Plätzchen backen und in einem Anfall sentimentaler Gefühle sollte es Spritzgebäck werden.
Der Teig war schnell angerührt, doch schon beim Kneten merkten wir, dass dieser viel zu mächtig für den uns zur Verfügung stehenden (Sahne-) Spritzbeutel war. Das Rezept empfahl nämlich einen Fleischwolf mit Plätzchenaufsatz. In Ermangelung dieses nostalgischen Küchengerätes mussten wir also kurzfristig umdisponieren. Da der Teig als solcher jedoch recht gut geraten war, beschlossen wir kurzerhand ihn wie Mürbeteig zu behandeln und für einige Zeit in den Kühlschrank zu legen. Die daraufhin entstandenen Plätzchen in Sternform wurden sogar sehr lecker. Es empfiehlt sich also immer einen "Plan B" zu haben.